{"id":2023,"date":"2013-12-25T18:02:47","date_gmt":"2013-12-25T17:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2023"},"modified":"2013-12-27T19:23:44","modified_gmt":"2013-12-27T18:23:44","slug":"18-12-2013-ist-smaragdgruen-nun-gut-oder-boese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2013\/12\/25\/18-12-2013-ist-smaragdgruen-nun-gut-oder-boese\/","title":{"rendered":"18.12.2013: Ist Smaragdgr\u00fcn nun gut oder b\u00f6se?"},"content":{"rendered":"<p>\u201eA Study in Emerald\u201c sollte vergangene Woche noch eine zweite Chance bekommen, nachdem es bereits vor zwei Wochen f\u00fcr sehr unterschiedliche Reaktionen gesorgt hatte. Mit Andrea, Moritz und Peter sa\u00dfen drei \u201eKenner\u201c des Spiels und mit G\u00fcnther und mir zwei Neulinge am Tisch.<\/p>\n<p>Die Regelerkl\u00e4rung dauerte etwas l\u00e4nger als erwartet, denn immer wieder gab es Zwischenfragen und vertiefende Erkl\u00e4rungen, obwohl die eigentlichen Spielelemente eher schnell erkl\u00e4rt sind. Aber irgendwie f\u00fchlte sich vieles anders und weniger intuitiv an, als G\u00fcnther und ich es erwartet hatten. Moritz wechselte bei der Erkl\u00e4rung der beiden Fraktionen rasch von den eigentlichen \u201eLoyalists\u201c und \u201eRestorationists\u201c zu \u201eden B\u00f6sen\u201c und \u201eden Guten\u201c, was sich sp\u00e4ter noch f\u00fcr mich als problematisch erweisen sollte.<\/p>\n<p>Das eigentliche Spiel kam dann rasch in die G\u00e4nge. G\u00fcnthers Taktik schien zu sein, schnell viele St\u00e4dte einzunehmen und damit genug Siegpunkte zu erwerben, um das Spiel als Sieger zu beenden. Andrea, Moritz und ich verfolgten eine gemischte Strategie und staubten sowohl g\u00fcnstige St\u00e4dte als auch die ein oder andere Karte ab. Damit waren nach der zweiten Runde bis auf Peter alle Spieler \u201eknown to the authorities\u201c und konnten angegriffen werden. Nur Peter achtete offenbar peinlich darauf, keine Siegpunkte zu erwerben.<\/p>\n<p>Aus der Spielweise der einzelnen Spieler lie\u00df sich nach der dritten Runde vermuten, dass Andrea und Peter Loyalists waren. Da ich ebenfalls die Loyalistenrolle zugelost bekommen hatte, war zumindest mir klar, dass Moritz und G\u00fcnther Restorationists sein mussten. Gleich in der ersten Runde hatte ich einen weiteren Agenten erworben, der den Restorationists zus\u00e4tzliche Punkte bei Spielende bringen w\u00fcrde. Was vielleicht als clever Zug h\u00e4tte gelten k\u00f6nnen, war schlicht und einfach ein Spielfehler: f\u00fcr mich war zu diesem Zeitpunkt \u201egut\u201c = \u201egr\u00fcn\u201c und \u201eb\u00f6se\u201c = \u201erot\u201c. Irgendwie erschien mir das logisch und die Farbe meiner Fraktionskarte hatte ich mir nur bei Beginn des Spiels angeschaut. Zumindest hatte dadurch meine Spielweise bis zu diesem Zeitpunkt meine wahre Identit\u00e4t noch nicht preisgegeben.<\/p>\n<p>Recht bald hatte G\u00fcnther so viele Siegpunkte \u00fcber die Einnahme von St\u00e4dten generiert, dass eine weitere Stadt zum Sieg gereicht h\u00e4tte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Peter immer noch nicht einen einzigen Siegpunkt generiert, was den sicheren Verlust der \u201eB\u00f6se\u201c-Fraktion bedeutet h\u00e4tte. Es blieb uns also nichts anderes \u00fcbrig, als gezielt gegen G\u00fcnther zu spielen. Moritz, in der gleichen Fraktion wie G\u00fcnther, schloss sich dem an, um irgendwie doch noch vor G\u00fcnther zu r\u00fccken.<\/p>\n<p>Hier beschlich mich zum ersten Mal die Idee, dem ganzen durch ein Abmurksen von G\u00fcnthers einzigem Agenten ein Ende zu machen, denn irgendwie fand ich es frustrierend, dass Peter nicht aus seinen Startl\u00f6chern kam und ich keine M\u00f6glichkeit sah, selber zu gewinnen. Und offenbar ist destruktives Spiel hier explizit gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Bald hatten wir G\u00fcnther soweit zurechtgestutzt, dass zumindest keine unmittelbare Gefahr mehr bestand, dass er das Spiel \u00fcber die Siegpunktleiste als Sieger beendet. Moritz und G\u00fcnther k\u00e4mpften verbissen um London, in dem sie fast alle ihre Aktionen daf\u00fcr verbrauchten, dort Einflussw\u00fcrfel zu platzieren. Gleichzeitig fing Peter an, Siegpunkte \u00fcber St\u00e4dtekontrollen zu generieren. Au\u00dferdem hatte er bereits in einer fr\u00fcheren Runde die Zombies-Karte erworben und sie genutzt, um nach und nach immer mehr Zombies ins Spiel zu bringen. Es war also abzusehen, dass er zu einem geeigneten Zeitpunkt den achten Zombie aufs Spielbrett setzt, daf\u00fcr 8 Siegpunkte bekommt und das Spiel beendet. Es war also nur noch eine Frage der Zeit, bis Peter gen\u00fcgend weitere Siegpunkte erworben hatte, um diesen Zug durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt zusammen mit Andrea auf die vorderen Pl\u00e4tze der Siegpunktleiste vorgek\u00e4mpft. Leider hatte ich weder Karten mit Siegpunkten f\u00fcr mich in der Hinterhand, noch gab es irgendwo weitere Siegpunkte, die g\u00fcnstig zu bekommen waren. Andreas Position war \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich stellte sich die Situation damit so dar: Solange G\u00fcnther und Moritz sich weiter ineinander verbei\u00dfen, r\u00fcckt keiner von beiden weiter vor. Geben sie den Kampf gegeneinander auf, wird einer von beiden recht schnell die Siegpunktschwelle zum Sieg \u00fcberschreiten. Peter hat das gr\u00f6\u00dfte Siegpunktpotenzial in der Hinterhand und kann das Spiel jederzeit beenden, lag aber aktuell immer noch auf letzter Position. Andrea und ich lagen zwar vorne, w\u00fcrden in den n\u00e4chsten Runden kaum weitere Siegpunkte erwerben und damit nicht gewinnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als in der folgenden Runde Peter mir eine Stadt abnahm, also anfing gegen mich zu spielen, war mein Frust-Level ausreichend hoch und ich entschloss mich, dem Ganzen ein Ende zu bereiten (da ich vergessen hatte, meinen Kontrollstein auf die Stadt zu legen, kann ich Peter nachtr\u00e4glich noch nicht einmal einen Vorwurf machen). Ich schickte also meinen Agenten los, der legte G\u00fcnthers einzigen Agenten um und damit war das Spiel beendet. Die Royalisten schieden aus der Wertung aus. Gro\u00df war die \u00dcberraschung, als ich offenbarte, dass ich selber damit auch ausgeschieden war und somit G\u00fcnther zum Sieger gemacht hatte. Klassisches Kingmakern.<\/p>\n<p>Ich denke nicht, dass ich \u201eA Study in Emerald\u201c noch einmal in einer 5er-Runde spielen m\u00f6chte. Zu beliebig und unkalkulierbar fand ich die Auswahl der Aktionen. Dazu kommt, wie Walter in seinem Bericht bereits erw\u00e4hnte, die Tatsache, dass die Karten der Starthand fast ausnahmslos besser sind als die, die man m\u00fchsam im Laufe des Spiels erwerben kann. Und sicherlich bin ich zu sehr ein \u201eEmpire Builder\u201c, als dass mich die durch diese seltsame Eliminierungsregel bei Spielende aufgezwungene destruktive Spielweise irgendwie reizen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Warum gebe ich dem Spiel dennoch 5 Punkte? Zum einen glaube ich, dass sich \u201eA Study in Emerald\u201c sehr gut zu zweit spielen l\u00e4sst, weil hier die Eliminierungsregel nicht zum Tragen kommt. Dann hat das Spiel viele sehr gute Mechanismen, die jeder f\u00fcr sich interessant sind aber leider in Summe kein harmonisches Ganzes ergeben. Ob das, wie Peter behauptet, daran liegt, dass Martin Wallace seine Spiele nicht ausreichend testet, kann ich nicht beurteilen. F\u00fcr mich ist es jedenfalls kein stimmiges Gesamtwerk und leider wieder einmal typisch f\u00fcr ein Kickstarter-Projekt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eA Study in Emerald\u201c sollte vergangene Woche noch eine zweite Chance bekommen, nachdem es bereits vor zwei Wochen f\u00fcr sehr unterschiedliche Reaktionen gesorgt hatte. Mit Andrea, Moritz und Peter sa\u00dfen drei \u201eKenner\u201c des Spiels und mit G\u00fcnther und mir zwei Neulinge am Tisch. 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