{"id":2077,"date":"2014-04-11T13:38:21","date_gmt":"2014-04-11T12:38:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2077"},"modified":"2014-04-11T15:04:47","modified_gmt":"2014-04-11T14:04:47","slug":"09-04-2014-denken-husten-und-stechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2014\/04\/11\/09-04-2014-denken-husten-und-stechen\/","title":{"rendered":"09.04.2014: Denken, Husten und Stechen"},"content":{"rendered":"<p>Bridge ist ein Stichkartenspiel wie viele andere. Ein wesentlicher Unterschied zu allen anderen Stichkartenspielen besteht darin, dass man den ganzen Abend mit einem festen Partner zusammenspielt. Die Stiche z\u00e4hlen nur gemeinsam und entsprechend reizt man nicht ausschlie\u00dflich sein eigenes Blatt reizt, sondern man muss partnerorientiert vorgehen, um den Kontrakt zu finden, der zur unbekannten Kartenhand des Partners am besten passt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich w\u00e4re es hilfreich, durch Grimassen oder Gesten a la \u201eWatten\u201c dem Partner Hinweise \u00fcber die Besonderheiten in der eigenen Kartenhand zu geben. Doch das ist strengstens verboten. Und damit sich auch betr\u00fcgerische Naturen unter den Spielern an dieses Gesetz halten m\u00fcssen, werden bei bedeutenderen Turnieren Sichtschirme quer \u00fcber die Spieltische aufgestellt, so dass die jeweiligen Partner auf getrennten Seiten sitzen, sich nicht sehen und dementsprechend keine versteckten Signale austauschen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jetzt wurden zwei Bridgespieler, \u201ethe German Doctors\u201c Elinescu und Wladow, Senioren-Weltmeister des Jahres 2013, vom Welt-Bridge-Verband \u00fcberf\u00fchrt, sich \u00fcber die Sichtschirme hinweg geheime Informationen zu den Kartenverteilungen \u00fcbermittelt zu haben: durch HUSTEN! Einmal Husten bedeutet eine K\u00fcrze in Kreuz, zweimal Husten eine K\u00fcrze in Karo usw. &#8230; Offensichtlich reichte dieser geringe zus\u00e4tzliche Informationsaustausch daf\u00fcr aus, Weltmeister zu werden.<\/p>\n<p>Ein Entsetzensschrei geht durch die Bridge-Welt. Man kann es noch gar nicht fassen! Ist der Husten-Code \u2013 mittels Video-Aufzeichnungen bei mehr als 20 Austeilungen dokumentiert &#8211; zweifelsfrei nachgewiesen oder doch nur Zufall? Der Welt-Bridge-Verband ist sich sicher. Letzte Woche wurden die beiden in erster Instanz f\u00fcr internationale Turniere lebensl\u00e4nglich gesperrt. http:\/\/neapolitanclub.altervista.org\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Hearing21-22March2014.pdf. Der Deutsche Bridge Verband ist aufgerufen, dieses Urteil unverz\u00fcglich f\u00fcr den nationalen Bereich zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Wie schrieben wir noch ganz naiv vor vier Wochen in unseren Session-Report: <em>\u201eBevor ich so bin wie Du, bin ich lieber zweiter Sieger!\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>1. &#8220;UGO!&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Ein Stichkartenspiel. F\u00fcnf Kartenfarben mit Zahlen zwischen 0 und 8. Man muss bedienen. Die h\u00f6chste Zahl bekommt den Stich. So weit so gut.<\/p>\n<p>Jeder Spieler sortiert die pro Stich gemachten Karten und legt sie offen auf (maximal) f\u00fcnf Farbstapeln (\u201eK\u00f6nigreiche\u201c genannt) vor sich aus. Die Karten der nachfolgenden Stiche k\u00f6nnen zwar in sich beliebig geordnet werden, doch sie m\u00fcssen immer oben auf die bereits ausliegenden gleichfarbigen K\u00f6nigreiche draufgelegt werden. Z.B. m\u00fcsste eine in einem sp\u00e4teren Stich gewonnene rote Null auf eine vorher gewonnene rote Acht gelegt werden. Warum ist das von Bedeutung? Weil am Ende ausschlie\u00dflich die obersten Zahlen in jedem K\u00f6nigreich als Siegpunkte gewertet werden.<\/p>\n<p>Die ersten beiden K\u00f6nigreiche z\u00e4hlen hierbei grunds\u00e4tzlich positiv, die weiteren drei K\u00f6nigreiche liefern zun\u00e4chst mal Minuspunkte, falls dort eine gewonnene Karte liegt: sogar gleich ganze 10, 15 bzw 20 St\u00fcck davon! Erst durch das Platzierung einer Anzahl von Bauern in den negativen K\u00f6nigreichen bringen hier liegende Karten Pluspunkte ein. Dementsprechend muss man im Laufe eines Spieles unbedingt zwei, f\u00fcnf oder mehr \u201eBauern\u201c gewinnen, um die hohen Minuspunkt-Zuteilungen zu verhindern.<\/p>\n<p>Und wie gewinnt man Bauern? Das ist die eigentliche geniale Idee des Spieles. Wer einen Stich mit einer Drei oder Vier gewinnt, bekommt zwei Bauern. Wer einen Stich mit der f\u00fcnf, sechs oder sieben gewinnt, bekommt einen Bauern. Wer eine Eins oder Zwei ausspielt und ein andere Spieler bekommt den Stich (was bei diesen Zahlenwerten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Fall sein d\u00fcrfte), bekommt keinen, einen oder zwei Bauern, je nachdem ob der Stich mit der gleichen Farbe gewonnen wurde oder mit einer anderen.<\/p>\n<p>Durch diese Technik erh\u00e4lt jede der Zahlenkarten 0 bis 8 eine eigene, und durchaus spannende Bedeutung: Mit hohen Karten kann (manchmal auch \u201emuss\u201c) man Stiche machen. Sie bringen in den positiven K\u00f6nigreichen auch entsprechend viele Siegpunkte. Die niedrigen Karten sind Laviermasse. Wenn man sie nicht zwangsweise zum \u201efalschen\u201c Stich zugeben muss, bringen sie garantierte Bauern. Zudem k\u00f6nnen sie einem Mitspieler ein hochger\u00fcstetes K\u00f6nigreich versauen. Die mittleren Karten sind Hoffnungstr\u00e4ger. Sie k\u00f6nnen Bauern einbringen, aber nur mit etwas Gl\u00fcck: Gl\u00fcck in der gesamten Kartenausteilung und Gl\u00fcck in der Reihenfolge, wie zu den einzelnen Stichen ausgespielt wird.<\/p>\n<p>In jedem Fall eine neue, h\u00fcbsche Spielidee.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (extrem gl\u00fcckslastig durch die Quantenspr\u00fcnge in der Punktwertung), G\u00fcnther: 6, Moritz: 5 (man trifft keine spannenden Entscheidungen), Walter: 6 (lockeres Gl\u00fccksspiel mit ertr\u00e4umbarer Planbarkeit).<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_2082\" aria-describedby=\"caption-attachment-2082\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Trains.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2082\" alt=\"Bau-Szenerie von &quot;Trains&quot; - wer sieht die Gleise liegen?\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Trains.jpg\" width=\"500\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Trains.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Trains-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Trains-300x227.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2082\" class=\"wp-caption-text\">Bau-Szenerie von &#8220;Trains&#8221; &#8211; wer sieht die Gleise liegen?<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>2. &#8220;Trains&#8221;<\/strong><br \/>\n\u201eDominion f\u00fcr Eisenbahnfreunde\u201c k\u00fcndete G\u00fcnther das Spiel an.<\/p>\n<p>Jeder Spieler bekommt ein Kartendeck, von dem er pro Zug jeweils f\u00fcnf Karten \u2013 zuf\u00e4llig und wrap-around gezogen \u2013 nutzen kann.<\/p>\n<p>Es gibt \u201eBaukarten\u201c (Gleisbau, Br\u00fcckenbau, Bahnhofsbau), die eine entsprechende Bau-Aktion erlauben, Geld-Karten (die hier seltsamerweise \u201eZug\u201c-Karten hei\u00dfen: Regionalzug, Fernzug, etc.), mit denen man seine Bau-Aktionen bezahlen muss, oder mit denen man Karten aus einer offenen Auslage zur Erweiterung seines Kartendeckes kaufen kann \u2013 bessere Z\u00fcge, Sonderkarten f\u00fcr Siegpunkte und Kartenpflege und \u00e4hnliches \u2013 und die nachgekauften Sonderkarten, z B. eine M\u00fclldeponie, mit der man Nieten aus seinem Kartendeck entfernen kann.<\/p>\n<p>Wie kommen die \u201eNieten\u201c auf die Hand? Jede Bau-Aktion erzeugt unausweichlich M\u00fcll, den man in Form von M\u00fcll-Karten in sein Kartendeck aufnehmen muss. Eine lobenswerte \u00f6kologische Einsicht. M\u00fcllkarten haben keinerlei Nutzeffekt, weder plus noch minus. Wenn man bei der zuf\u00e4lligen Auswahl seiner f\u00fcnf Karten f\u00fcr einen Spielzug lauter M\u00fcllkarten gezogen hat, kann man gar nichts tun, den Spielzug vergessen und auf den n\u00e4chsten Spielzug warten. Der gl\u00fccklicherweise relativ schnell kommt, denn allen Spielern steht mit ihren gezogenen Spielzug-Karten nur eine recht begrenzte Auswahl an Zugm\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<ul>\n<li>Mal d\u00fcrfte man bauen, hat aber kein Geld.<\/li>\n<li>Mal hat man Geld, darf aber nicht bauen.<\/li>\n<li>Mal hat man M\u00fclldeponien, aber keinen M\u00fcll.<\/li>\n<li>Meist hat man M\u00fcll aber keine M\u00fclldeponien.<\/li>\n<li>Mal kann man mit dem gezogenen Geld gerade eine einzige der ausliegenden Sonderkarten kaufen.<\/li>\n<li>Und was dergleichen ungl\u00fccklicher F\u00fcgungen mehr sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine geile Kartenkombination ist Gl\u00fccksache. Oder nat\u00fcrlich Resultat von au\u00dfergew\u00f6hnlicher Genialit\u00e4t beim Zukaufen der Sonderkarten. Moritz verfolgte hier konsequent einen ausgekl\u00fcgelten Deck-Building-Plan. Vor allem konnte er mit seiner \u201eSchutthalde\u201c auf Teufel-komm-raus bauen, ohne neue M\u00fcllkarten aufnehmen zu m\u00fcssen. Mit 26 Siegpunkten wurde er unangefochten Erster. Walter hatte keinerlei Peil und f\u00fchlte sich bis zum Spielende gespielt. Mit 23 Punkten landete er weit abgeschlagen am Ende. Dazwischen verloren sich G\u00fcnther und Aaron.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (1 Punkte mehr als \u201eDominion\u201c. \u2013 f\u00fcr die Bau-Szenerie. Bei allen Deck-Building-Spielen m\u00fcsste man zuerst alle Karten studieren; das ist bei Spielbeginn leider zu zeitaufwendig; und wenn man das ausgiebig getan hat, ist das Spiel hinterher trivial), G\u00fcnther: 7 (Dominion-Freak; war st\u00e4ndig am Verteidigen des Spielprinzips gegen\u00fcber Walters Meckereien \u00fcber die 0-Freiheiten-Situationen. Wird vielleicht eine Analyse der Karten durchf\u00fchren und publizieren. Oder auch nicht), Moritz: 9 (ich hatte einen Plan; mir hat es Spa\u00df gemacht; das einzige Eisenbahnspiel, das mit gef\u00e4llt), Walter: 4 (h\u00e4tte lieber unten im Wohnzimmer gesessen und sich im Fernsehen den Sieg vom FC Bayern angeschaut, anstatt Runde f\u00fcr Runde seine 0-Freiheiten-Z\u00fcge abwickeln zu m\u00fcssen).<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Schokoly&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Jeder bekommt vier quadratische 2-mal-2 Pl\u00e4ttchen in die Hand, bei denen jedes Teilquadrat in einer von drei Farben eingef\u00e4rbt ist. (Da wir mit Schokolade spielen, sind die Farben schokoladig passend: Vollmilch, Zartbitter und Hell.) Jeder Spieler w\u00e4hlt eine Farbe als seine Siegpunktfarbe aus.<\/p>\n<p>Reihum legt nun jeder Spieler jeweils ein Pl\u00e4ttchen zu einer gemeinsamen gro\u00dfen Fl\u00e4che auf den Tisch. Dadurch entsteht ein Mosaikmuster mit mehr oder weniger gro\u00dfen zusammenh\u00e4ngenden Farbformationen. Wessen Siegpunktfarbe die gr\u00f6\u00dfte zusammenh\u00e4ngende Fl\u00e4che bildet, der hat gewonnen.<\/p>\n<p>Damit das ganze aber seine topologische Planbarkeit (a la \u201eGo\u201c oder \u201eTwixt\u201c) verliert, darf man Pl\u00e4ttchen auch in einer zweiten Ebene \u00fcber die bereits gebaute Fl\u00e4che dr\u00fcberbauen. Damit kann man jedes vorhandene Muster zerst\u00f6ren und der Konkurrenz den sch\u00f6nsten Kontinent in lauter kleine Inseln zerfallen lassen.<br \/>\nSoll man wirklich bei jedem Zug \u00fcberlegen,<\/p>\n<ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>mit welchem seiner vier Pl\u00e4ttchen an welchem Platz man kurz-, mittel- und langfristig die gr\u00f6\u00dfte Fl\u00e4chenwirklung erzielen kann?<\/li>\n<\/ul>\n<p>oder<\/p>\n<ul>\n<li>mit welchem der ungez\u00e4hlten Pl\u00e4ttchen die Gegner unsere wohlgeplante und wohlgebaute Fl\u00e4che zum Zerfallen bringen k\u00f6nnen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jeder einzelne Zug k\u00f6nnte Jahre dauern! Da lassen wir doch lieber das Denken sein, und legen mit Hoffnung und Gef\u00fchl unsere Pl\u00e4ttchen, eines nach dem anderen, auf den Tisch! Doch wer von uns kann schon das Denken sein lassen? Und ist das \u00fcberhaupt im Sinne der Erfinder von \u201eSchokoly\u201c? Wohl kaum.<\/p>\n<p>Wir nutzten sogar noch die \u201eChili\u201c-Erweiterung: Jeder Spieler bekommt zu Beginn ein Chili-Pl\u00e4ttchen, mit dem er noch mehr Unfug auf der ausgelegten Fl\u00e4che anstellen kann: Pl\u00e4ttchen drehen, vertauschen oder wegnehmen. \u00dcberfl\u00fcssig wie ein Kropf. Oder noch mehr Unberechenbarkeit in ein von Grundprinzip her als Planspiel angelegtes Spiel. Offensichtlich gibt es unter den Brettspielern doch weitaus mehr Chaoten als Strategen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (f\u00fcr die 4-Personen-Variante), G\u00fcnther: 6 (davon 1 Punkt f\u00fcr die Schololade), Moritz: 3 (f\u00fcr jeden Mitspieler einen Punkt) , Walter: 3 (es k\u00f6nnte ein sch\u00f6nes, kontemplatives Topologie-Spiel sein, wenn nicht durch die zweite Legeebene dem totalen Chaos T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet worden w\u00e4re).<\/em><\/p>\n<p><strong>4. &#8220;Scharfe Schoten&#8221;<\/strong><br \/>\nDas 5-Punkte-Spiel \u201cScharfe-Schoten\u201d von letzter Woche setzte sich heute gegen das 7-Punkte \u201eAbluxxen\u201c durch! Zumindest Walter kann sich zu dieser Entscheidung bekennen, da er von Moritzens mitgebrachtem Single Malt und vom Zittersieg des FCB schon ziemlich abgeschlafft war, und ihm jetzt der Sinn eher auf einem No-Brainer stand. Man sieht, selbst \u2013 von uns \u2013 abqualifizierte Spiele k\u00f6nnen hin und wieder deutliche Positionsvorteile gegen\u00fcber \u2013 von uns \u2013 qualifizierten Spielen aufweisen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Moritz: 4 (mit einem \u201egef\u00e4llt mir nicht\u201c schwang er sich auf sein Fahrrad und verschwand)<\/em><\/p>\n<p><strong>5. &#8220;Skat&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Ja richtig, ein stinknormales Skat bildete den Absacker. Es ging darum, zu demonstrieren, ob ein durchschnittliches Skat-Spiel \u2013 einschlie\u00dflich Mischen und simultanem Palavern \u2013 in drei Minuten absolviert werden kann.<\/p>\n<p>Im ersten Spiel bekam G\u00fcnther einen Null. Seine einzige Schw\u00e4che war Kreuz B 10 9 8. Aaron spielte Pik-8 aus und G\u00fcnther warf den Kreuz-Buben ab. Offensichtlich hatte er zwei Piks gedr\u00fcckt. Zum zweiten Stich spielte Walter Kreuz 7 von A und 7 aus. Aaron musste die Dame legen, und G\u00fcnther hatte gewonnen.<\/p>\n<p>Vielleicht h\u00e4tte es hier noch eine M\u00f6glichkeit gegeben, dass Aaron eine seiner beiden Kreuz-Karten abwerfen kann, Walter dann zuerst das Kreuz As spielt und anschlie\u00dfend G\u00fcnther mit der 7 zu Fall bringt. Doch soviel Zeit f\u00fcr die Post-Mortem-Analyse leisteten wir uns nicht. 2 Minuten 45 Sekunden.<\/p>\n<p>Im zweiten Spiel bekam G\u00fcnther einen Grand mit Dreien. Super Hand, lediglich zwei Herz-Luschen im Blatt. Beidesmal konnte Walter hierauf eine Zehnen schmieren \u2013 Schneider frei, immerhin. Nach dem vierten Stich claimte G\u00fcnther. Zeitsumme: 6 Minuten.<\/p>\n<p>Im dritten Spiel bekam Walter ein ziemlich d\u00fcnnes 5-Trumpf-Herz-Spiel ohne Zwei. Seine Nebenfarben waren gut, die Tr\u00fcmpfe standen 3:3 und und die Karo-Schw\u00e4che blieb bis zur Trumpf-Elimination unentdeckt. Zeitsumme: 9 Minuten 40 Sekunden.<\/p>\n<p>Fazit: 3 Minuten pro Spiel sind nicht unrealistisch. Allerdings darf hier keiner st\u00e4ndig l\u00e4stig nachfragen \u201eWer mu\u00df geben \/ Wer mu\u00df reizen \/ Wer spielt aus?\u201c. Vom unendlichen Nachdenken \u00fcber zwei-drei Spiel- und Ausspiel-Alternativen ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Offen blieb die Frage: Wieviel Punkte w\u00fcrden wir f\u00fcr \u201eSkat\u201c vergeben, wenn wir es heute zum ersten Mal kennenlernen w\u00fcrden. Eine Menge \u201eneuer\u201c Spielelement gegen\u00fcber ALLEN anderen Stichspielen hat es auf jeden Fall. Man spielt auch ausschlie\u00dflich gegen die Raffinessen des Mitspieler und nicht gegen die Fallstricke in den Regeln. Zudem ist es ein st\u00e4ndiger Quell von Freude und Schadenfreude. Warum sollte es nicht 10 Punkte wert sein?<\/p>\n<p><em>Keine WPG-Wertung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bridge ist ein Stichkartenspiel wie viele andere. Ein wesentlicher Unterschied zu allen anderen Stichkartenspielen besteht darin, dass man den ganzen Abend mit einem festen Partner zusammenspielt. 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