{"id":2084,"date":"2014-04-24T14:08:45","date_gmt":"2014-04-24T13:08:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2084"},"modified":"2014-04-24T16:36:51","modified_gmt":"2014-04-24T15:36:51","slug":"23-04-2014-sonnengott-und-glasperlenspiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2014\/04\/24\/23-04-2014-sonnengott-und-glasperlenspiel\/","title":{"rendered":"23.04.2014: Sonnengott und Glasperlenspiel"},"content":{"rendered":"<p>Walter hat von seinem Sohn eine Eismaschine geerbt und probiert jeden Tag eine neue Rezeptur aus. Heute gab es \u201eWalnussparfait\u201c nach einem Vorschlag von www.chefkoch.de. Es wurde auch gleich zur Einstimmung am Westpark serviert.<\/p>\n<p>Doch Aaron kann man mit lucullischen Erzeugnissen nicht \u00fcberraschen. Er kennt einfach alles. Seine feine Zunge verriet ihm auch sofort, dass die Waln\u00fcssen mit Hasenn\u00fcssen verl\u00e4ngert worden waren. Und dass vorher ein Krokant daraus gekocht worden war.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich besitzt auch er eine Eismaschine. Und sein Lieblingseis ist Pistazieneis. Nach einer Kostprobe in Frankreich selbst nach-er-empfunden: u.a. Pistazien kleinhacken, in Milch auskochen, absieben \u2013 und das Abgesiebte dann wegwerfen! Die teuren Pistazien! Ja, was ein richtiger Gourmet-Koch ist, der wirft unheimlich viel weg. Eine t\u00fcchtige Hausfrau k\u00f6nnte davon noch eine zehnk\u00f6pfige Familie ern\u00e4hren &#8230;<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_2088\" aria-describedby=\"caption-attachment-2088\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/DierGlasstrasse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/DierGlasstrasse.jpg\" alt=\"G\u00fcnther k\u00e4mpft sich durch das Material der Glasstra\u00dfe\" width=\"500\" height=\"632\" class=\"size-full wp-image-2088\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/DierGlasstrasse.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/DierGlasstrasse-119x150.jpg 119w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/DierGlasstrasse-237x300.jpg 237w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2088\" class=\"wp-caption-text\">G\u00fcnther k\u00e4mpft sich durch das Material der Glasstra\u00dfe<\/figcaption><\/figure><strong>1. &#8220;Die Glasstra\u00dfe&#8221;<\/strong><br \/>\nG\u00fcnther hatte das Spiel schon letzte Woche angedroht. Zwar der \u00fcbliche Rosenberg-Schinken (= \u201etausenderlei Materialien zum Umwandeln und Hochr\u00fcsten\u201c), aber ein Kennenlernen sind diese gigantischen Konstruktionen allemal wert. Noch dazu wo \u201edie Glasstra\u00dfe\u201c bei BGG als Neuzugang praktisch aus dem Nichts heraus in h\u00f6chste Wertungsebenen emporgesto\u00dfen ist. Einf\u00fchrungstrost f\u00fcr alle: \u201eDie Glasstra\u00dfe\u201c ist ein \u201eminimalistischer (+) Rosenberg (-)\u201c, d.h. die relative Zur\u00fcckhaltung in der gewohnt \u00fcppigen Ausstattung macht das Spiel auch f\u00fcr uns noch genie\u00dfbar.<\/p>\n<p>Jeder Spieler bekommt ein Landschaftstableau mit sehr viel Urwald und ein bi\u00dfchen Nutzfl\u00e4che in Form von Sandgruben, T\u00fcmpeln und B\u00fcschen. Der Wald muss gerodet und ebenfalls in Nutzfl\u00e4che umgewandelt werden. Die Nutzfl\u00e4che liefert Ertr\u00e4ge, als da sind: Lehm, Holz, Kohle, Wasser und Nahrung. Wenn gen\u00fcgend davon beisammen ist, muss man daraus Glas herstellen oder Ziegel brennen. Mit diesen Materialen errichtet man schlie\u00dflich Geb\u00e4ude, die sich am Ende in Siegpunkte auszahlen.<\/p>\n<p>Unsere Aktionen w\u00e4hlen wir in Form von Berufskarten aus einem f\u00fcr alle Spieler identischen Handset aus. Z.B. gewinnt der \u201eBrandroder\u201c aus dem Urwald Holz und Nahrung, und der \u201eMuldenarbeiter\u201c wandelt ein gerodetes freies Feld in eine Sandgrube um und gewinnt aus jeder bereits vorhandenen Sandgrube wahlweise Sand oder Lehm. Aus f\u00fcnfzehn Berufen besteht das Handset. F\u00fcnf Berufskarten davon d\u00fcrfen wir pro Runde vorausw\u00e4hlen, von diesen aber nur drei nutzen. Die anderen vorausgew\u00e4hlten Berufe treten nur dann in Aktion, wenn ein Mitspieler zuf\u00e4llig den gleiche Beruf ausgew\u00e4hlt hat und ausspielt. Dann partitionieren (!) wir an seinem Zug und schm\u00e4lern gleichzeitig den Nutzeffekt des Mitspielers. Ein gewollter Zufallseinflu\u00df! Gut oder schlecht, das ist hier die Frage! Ohne diesen Mechanismus w\u00e4re die \u201eGlasstra\u00dfe\u201c ein dr\u00f6ges Optimierungsspiel. Mit diesem Mechanismus ist es ein unberechenbares Optimierungsspiel. Verschlimmbesserung?<\/p>\n<p>Sehr geistreich sind die Resourcen-Rondells konstruiert, nach denen man Prim\u00e4r-Rohstoffe in die veredelten Rohstoffe Ziegel und Glas verwandeln kann (oder muss!). Die Rohstoffe liegen innerhalb zweier ziffernblattartiger Kreise. Je zwei Zeiger teilen jedes Ziffernblatt in zwei Sektoren. In dem einem Sektor befinden sind sich die Z\u00e4hlmarker f\u00fcr die Rohstoffe, im anderen die f\u00fcr die Edelstoffe. Kommt eine Rohstoffeinheit hinzu, so wird der entsprechende Z\u00e4hlmarker im Uhrzeigersinn vorw\u00e4rts geschoben; wird eine Rohstoffeinheit verbraucht, wird r\u00fcckw\u00e4rts gezogen. Sobald vom geringsten Rohstoff wenigstens eine Einheit vorhanden ist, muss der Sektorenzeiger weitergedreht werden. Dabei wird von jedem Rohstoff automatisch eine Einheit abgezogen, und vom Edelstoff kommt automatisch eine Einheit hinzu. Eine h\u00fcbsche Idee. Schon allein sie ist f\u00fcr die Freaks unter den Spielern eine Anschaffung des Spiels wert.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (fast 8, die Spiell\u00e4nge stimmt; etwas zu solit\u00e4r, das Thema ist rein abstrakt; er konnte sich f\u00fcr die Zuf\u00e4lle bei der Berufszufall nicht erw\u00e4rmen. [A.b.N: W\u00e4ren es sonst wohl 10 Punkte geworden?]), G\u00fcnther: 6 (fand das Gl\u00fcckselement eher lustig), Walter: 6 (sammeln und bauen, hoffen und leiden. Ein Nochmals-Spielen w\u00e4re rein zum Zeitvertreib).<\/em><\/p>\n<p>Aaron gewann mit 21 Siegpunkten. Das zeigt, dass man hier mit jedem Punkt geizen muss. Frage an die erfahrenen Glasstra\u00dfer: Ist das jetzt normal\u201c oder haben wir in unseren vier Runden ungew\u00f6hnlich wenig Siegpunkte eingefahren?<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Helios&#8221;<\/strong><br \/>\nWir sind \u201eHohepriester\u201c in einer \u201eentfernten Welt\u201c und suchen \u201eRuhm\u201c f\u00fcr einen \u201eEintrag in die Geschichtsb\u00fccher\u201c. Na, wenn das kein konkretes Thema ist!<\/p>\n<p>Wie in der \u201eGlasstra\u00dfe\u201c bekommt jeder Spieler ein Landschaftstableau, das er sukzessive mit Landschaftspl\u00e4ttchen ausbaut. Diemal sind die Pl\u00e4ttchen aber nicht rechteckig sondern hexagonal. Die Ertr\u00e4ge bestehen auch nicht aus Lehm, Holz oder Wasser, sondern aus grauen, gr\u00fcnen, blauen, braunen oder schwarzen Holzkl\u00f6tzchen. (Ehrlich gesagt, die abstrakten Farben gefallen mir hier mindestens genauso gut wie irgendwelche zusammengefaselten konkreten Begriffe.)<\/p>\n<p>Mit den geernteten Holzkl\u00f6tzchen d\u00fcrfen wir in einer Tempelstadt Tempel errichten, die unseren weiteren Landschaftsbau f\u00f6rdern, uns Mana (in Form von roten Plastik-Kn\u00f6pfen) spenden, Siegpunkte einfahren und unseren Sonnenwagen auf Touren bringen.<\/p>\n<p>Mit der Mana kaufen wir Personenk\u00e4rtchen, die uns \u2013 nach Aktivierung \u00fcber entsprechende Rohstoffzahlung \u2013 weitere Siegpunktquellen er\u00f6ffnen. Beispielsweise bringt uns die \u201eProphetin\u201c am Ende f\u00fcr jedes Hexagon in unserem Landschaft zwei zus\u00e4tzliche Siegpunkte ein. Eine wahre Feldsche Siegpunkt-Suppe im Kallenborn &amp; Prinzschen Pelzmantel.<\/p>\n<p>Und der Sonnenwagen? Das ist \u00fcberhaupt die geilste Idee in \u201eHelios\u201c. Jeder Spieler hat einen Sonnenwagen (gelber Knopf), mit dem er um seinen Landschaftsgarten herumfahren kann. Jedes Landschaftspl\u00e4ttchen, das er dabei ber\u00fchrt, tr\u00e4gt Fr\u00fcchte. (Rohstoffe in den bereits genannten Farben). Hat der Sonnenwagen die Landschaft einmal umkreist &#8211; das geht nat\u00fcrlich schneller a) je gr\u00f6\u00dfer seine Geschwindigkeit und b) je kleiner unser Garten ist -, gibt es ebenfalls Siegpunkte.<\/p>\n<p>Die Aktionen der Spieler \u2013 Landschaftsbau, Tempelbau und Helios-Bewegung \u2013 sind nicht frei w\u00e4hlbar. Pro Runde wird von jeder Aktion eine begrenzte Anzahl freigegeben. Die Spieler greifen reihum zu. Und wenn eine bestimmte Aktion vergriffen ist, muss man sich \u2013 in dieser Runde &#8211; mit einer anderen begn\u00fcgen. Das kann u.U. sehr peinlich werden, besonders wenn man seinen Sonnenwagen nicht mehr bewegen kann, so dass in dieser Runde keine Rohstoffe mehr nachwachsen.<\/p>\n<p>Auch bei der Auswahl der farbigen Landschaftspl\u00e4ttchen herrscht gro\u00dfe Konkurrenz. Jeder Farbe ist nur einmal vorhanden. Und da man f\u00fcr den Tempelbau bestimmte Farben vordringlich braucht, gibt es immer eine gro\u00dfe Nachfrage nach den besonders eintr\u00e4glichen Farben. Dieses deutliche Interaktionselement ist aber eher defensiv als aggressiv: Es geht nicht darum, einem Mitspieler eine Aktion oder eine Farbe wegzuschnappen, man schielt nicht nach fremden Pl\u00e4nen, um sie zu durchkreuzen. Die Spielz\u00fcge haben eher zum Ziel, sich selber die unbedingt notwendige Aktionen f\u00fcr die eigene Weiterentwicklung abzusichern. Absolut familientauglich. Auch wenn das Spiel erst ab zehn Jahre empfohlen wird.<\/p>\n<p>Walter suchte sein Gl\u00fcck als Speedy mit dem Sonnenwagen und ganz kleiner Landwirtschaft. Doch ohne ein Mindesteinkommen an Brot und Wein l\u00e4\u00dft sich nicht gut beten. Weit abgeschlagen wurde er Letzter. G\u00fcnther ging sofort auf das Mana los, ri\u00df sich \u2013 mit Mana-Priorit\u00e4t &#8211; die besten Personenkarten unter den Nagel, und machte sich dann konsequent an den Ausbau seiner Latifundien. So wurde er mit 122 Siegpunkten Sieger vor Aaron mit 108 Punkten.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (einfaches rundes Spielchen, mit leider hunderttausend Siegpunktquellen und leider entsprechend umfangreichem Regelwerk), G\u00fcnther: 7 (deutlich mehr Konkurrenz und Interaktion als beim Rosenberg), Walter: 7 (das Spiel ist schnell und funktioniert).<\/em><\/p>\n<p>Frage am Rande: Warum hei\u00dft in \u201eHelios\u201c der Sonnengott AHAU? W\u00e4re MaKaMaPri (nach dem Autoren-Duo) nicht ein viel sinnigerer Name gewesen?<\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Abluxxen&#8221;<\/strong><br \/>\nUnsere Wahl zum \u201eSpiel des Monats\u201c steht vor der T\u00fcr, und wir haben erst wenige Kandidaten zur Auswahl. Da sollten wir uns mit \u201eAbluxxen\u201c (Spielbericht vom 1. April) doch noch mal einen der beiden Titelanw\u00e4rter unter die Lupe nehmen.<\/p>\n<p>Im ersten Spiel gab es eine \u00fcppige offene Auslage und keiner g\u00f6nnte dem anderen das Nachziehen. Fast unbehelligt brachte jeder peut-a-peut seine Kartenhand im eigenen Auslage-Stapel unter. Aaron machte fertig und bekam 13 Siegpunkte; G\u00fcnther und Walter hatten noch eine bzw. zwei Karten auf der Hand und bekamen entsprechend weniger.<\/p>\n<p>Dann wurde uns allen bewu\u00dft, dass man nur dann gut punkten kann, wenn man die Anzahl seiner Handkarten systemmatisch erh\u00f6ht. Und das geht nur durch Abluxxen: ein spannender Kampf um die h\u00f6chsten und dicksten Kartenmultitupel begann. H\u00f6chstma\u00df an Interaktion. Bei jedem Zug, auch dem der Mitspieler, ist man involviert. Und der Gl\u00fccksg\u00f6ttin ist auch ein h\u00fcbsches Pl\u00e4tzchen einger\u00e4umt. Aber nach dem Gesetz der gro\u00dfen Zahl gleicht sich der Gl\u00fcckseinflu\u00df fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wieder aus. Wie beim Skat.<\/p>\n<p>Aaron: \u201eDas Spiel hat etwas von der Qualit\u00e4t von \u201e6 nimmt\u201c. Immerhin eines unsere beliebtesten Absacker-Spiele.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron, G\u00fcnther und Walter erh\u00f6hten unisono ihre Wertungsnoten um einen Punkt auf je 8. Das n\u00e4chste Spiel des Monats scheint gesichert.<\/em><\/p>\n<p>Es lohnt sich offenbar doch, ein funktionierendes Spiel noch ein zweites Mal auf den Tisch zu bringen. Man kann dabei gelungene Details entdeckten, die einem beim ersten Mal schlichtwegs entgangen sind.<\/p>\n<p><strong>&#8220;El d\u00eda de la bestia&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Ein Spiel von heute. Aber nicht auf dem Spieltisch am Westpark. \u201cLa Marca\u201c schrieb dazu im Internet:<em>\u00abOtra vez ellos, los alemanes. Otra vez \u00e9l, Josep Guardiola. Otra vez el Bayern de M\u00fanich, actual rey de Europa. \u00bb<\/em><\/p>\n<p>Horst war deswegen extra zuhause geblieben, um am Fernseher die Bestie zubei\u00dfen zu sehen. Irgendwie war sie dann doch ziemlich zahnlos. Schaun wir mal, was am kommenden Dienstag passiert. Auch die Bayern tienen cojones. Hoffentlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Walter hat von seinem Sohn eine Eismaschine geerbt und probiert jeden Tag eine neue Rezeptur aus. Heute gab es \u201eWalnussparfait\u201c nach einem Vorschlag von www.chefkoch.de. Es wurde auch gleich zur Einstimmung am Westpark serviert. 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