{"id":2093,"date":"2014-05-15T16:27:44","date_gmt":"2014-05-15T14:27:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2093"},"modified":"2014-05-15T17:46:41","modified_gmt":"2014-05-15T15:46:41","slug":"14-05-2014-seide-und-wolf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2014\/05\/15\/14-05-2014-seide-und-wolf\/","title":{"rendered":"14.05.2014: Seide und Wolf"},"content":{"rendered":"<p>Was bedeutet der Begriff \u201e<strong>all in<\/strong>\u201c beim \u201eBluff\u201c-Spiel?<\/p>\n<p>\u201eBluff\u201c-Runde in einem Kreis mit f\u00fcnf Poker-Freaks. Den Vorteil der Augenzahl 5, beim W\u00fcrfeln, Setzen oder Bluffen, hatten alle weidlich ausgekostet. Die Vorgaben steigerten sich z\u00fcgig von 8 mal die F\u00fcnf (\u201eUnter Durchschnitt ist geblufft.\u201c) bis auf 14 mal die F\u00fcnf. Dann bekam der Erste kalte F\u00fc\u00dfe und zweifelte an! 19 F\u00fcnfen fanden sich unter den vereinigten Bechern. Unisono ein auffordernder Kommentar aus \u2013 jetzt nur noch \u2013 vier Poker-Kehlen: \u201e<strong>all in<\/strong>\u201c! Bedeutung: alle W\u00fcrfel abgeben, wie \u00fcblich in die Mitte, auf das Z\u00e4hlbrett.<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;24\/7 The Game&#8221;<\/strong><br \/>\nPeter schwimmt noch mitten in unserer Klassiker-Nostalgie-Welle und hat ein Spiel mitgebracht, dem er und Loredana von acht Jahren euphorische 9 bzw. 10 Punkte vergeben haben. (Die Resonanz der anderen Westparker hatte sich damals schon in Grenzen gehalten.)<\/p>\n<p>Reihum legen wir quadratische Pl\u00e4ttchen mit Ziffern zwischen 1 und 10 auf ein 6 mal 6 Felder gro\u00dfes Spielbrett. Wir erhalten Pr\u00e4mien, wenn unser neu gelegtes Pl\u00e4ttchen mit den bereits ausliegenden Nachbarpl\u00e4ttchen eine Kombination gleicher Ziffern bildet oder bestimmte Zahlensummen erreicht. Z.B. bringen zwei benachbarte Pl\u00e4ttchen mit der Summe 7 bescheidene 20 Siegpunkte, vier gleiche Ziffern nebeneinander immerhin schon 40, und das Maximum von 6 nebeneinander liegenden Pl\u00e4ttchen mit der Summer 24 gleich stolze 110 Punkte. \u2013 Ganz \u00e4hnlich wie die Wort-Kombinationen beim \u201eScrabble\u201c. Scrabbler mit Defiziten in den Sprachkenntnissen ihres jeweiligen Gastlandes, aber mit einem guten Gef\u00fchl f\u00fcr Kombinatorik in kleinen Zahlen sind die Zielgruppe dieses Spiels.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr kommunikative Strickrunden (ja genau, die T\u00e4tigkeit mit Nadel und Garn) ist \u201e24\/7\u201c bestens geeignet. Man unterh\u00e4lt sich frei und ungezwungen, und ab und zu legt jemand ein Zahlen-Pl\u00e4ttchen. Fast nebens\u00e4chlich. F\u00fcr die gehetzten Spieler auf der anderen Seite der Spieler-Temperament-Skala &#8211; f\u00fcr uns Westparker &#8211; br\u00e4uchte man f\u00fcr ein befriedigendes \u201e24\/7\u201c-Spielen eine Multiplayer-Uhr wie den DGT-Cube, so dass bei Spielende die Summe der erreichten Punkte auch noch durch die Summe der daf\u00fcr ben\u00f6tigten Zeit geteilt wird! Diese Uhr hatten wir heute leider nicht. Wir lie\u00dfen uns dadurch aber die positive Einschwing-Stimmung auf den heutigen Spieleabend nicht vermiesen.<\/p>\n<p>Peter sieht noch einen weiteren Anwenderkreis f\u00fcr \u201e24\/7\u201c : Verliebte Mathematiker-P\u00e4rchen zum Warming-Up.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: reduzierte seine bisherigen 7 Punkte auf 6, Peter seine 9 Punkte auf ebenfalls 6 ! [Hi, Peter, wirst selbst Du \u00e4lter!?] G\u00fcnther und Walter blieben bei ihren Bewertungen, die schon vor 8 Jahren in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung lagen.<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_2097\" aria-describedby=\"caption-attachment-2097\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/KashgarBeiTageslicht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2097\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/KashgarBeiTageslicht.jpg\" alt=\"Seidenstra\u00dfe bei Tageslicht\" width=\"600\" height=\"456\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/KashgarBeiTageslicht.jpg 600w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/KashgarBeiTageslicht-150x114.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/KashgarBeiTageslicht-300x228.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2097\" class=\"wp-caption-text\">Seidenstra\u00dfe bei Tageslicht<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>2. &#8220;Kashgar&#8221;<\/strong><br \/>\n\u201eKashgar \u2013 H\u00e4ndler der Seidenstra\u00dfe\u201c. Aaron konnte schon fast f\u00fcrchten, dass ihm jemand auf seiner \u201eYunnan \u2013 Teestrasse\u201c in die Quere kommen w\u00fcrde. Ist aber nicht. In \u201eKashgar\u201c bewegen sich keine H\u00e4ndler durch den fernen Osten, sondern lediglich die Marker f\u00fcr Besitzst\u00e4nde an Gew\u00fcrzen, Gold und Maultieren auf lokalen Spielertableaus auf und ab.<\/p>\n<p>Wodurch? &#8211; Durch Aktionskarten, die jeder Spieler in drei Stapeln vor sich liegen hat und wrap-around (rundummadumm) nutzt: der \u201eQuacksalber\u201c kostet eine Einheit Gew\u00fcrznelken und bringt daf\u00fcr 4 Geldeinheiten, der \u201eSchmied\u201c kostet nix und bringt eine Maultier-, zwei Gold- und eine bliebige Gew\u00fcrzeinheit, und mit dem \u201eBootsmann\u201c gewinnt man entweder f\u00fcnf Pfeffereinheiten oder man zahlt vier Pfeffereinheiten und darf daf\u00fcr ein beliebiges Gew\u00fcrz auf 9 setzen. Man sieht schon, Berufe und Waren sind Schall und Rauch, es geht lediglich darum, die verschiedenfarbigen Z\u00e4hlmarker rauf und runter zu schieben. Einhundert solcher Aktionskarten gibt es. Nat\u00fcrlich nicht alles verschieden, bei dem einheitlichen Wirkungsprinzip w\u00e4re das f\u00fcr Lernschw\u00e4chlinge aber auch kein Ungl\u00fcck gewesen.<\/p>\n<p>Welche Aktionskarten hat jeder Spieler? &#8211; Am Anfang in jedem Stapel einen \u201ePatriarchen\u201c und einen weiteren, zuf\u00e4llig zugeteilten Seidenstra\u00dfler. Mit dem Patriarchen darf (kann \/ muss) man zwei Karten von einem verdeckten Aktionskartenstapel ziehen, sich eine davon aussuchen und einem seiner Zieh-Stapel zuf\u00fcgen. Die Stapel werden immer l\u00e4nger und schwerf\u00e4lliger. Falls man eine besonders gelungene Aktionskarte in seinem Stapel hat, dauert es immer l\u00e4nger, bis sie wieder nach oben durch den Stapel gewandert ist und genutzt werden kann.<\/p>\n<p>Wof\u00fcr das ganze? \u2013 Manche Aktionskarten sind direkt ein paar Siegpunkte wert. Sch\u00f6n, wenn man sie gezogen hat. Andere Aktionskarten erlauben es, einen \u201eAuftrag zu erf\u00fcllen\u201c. Endlich kann man dann die bis zum Geht-nicht-Mehr angeh\u00e4uften Resourcen ausgeben und gegen eine der offen ausliegenden Auftragskarten eintauschen. Auch das bringt ein paar Siegpunkte ein. Wer Gl\u00fcck hat, konnte auch einen \u201eBauern\u201c in seine Stapel einreihen. Wenn der Bauer dann am Zug ist, darf man zwei Auftragskarten vom verdeckten Auftragsstapel ziehen und hoffen, dass zuf\u00e4llig ein \u201eGetreideauftrag\u201c darunter ist; den bekommt man dann ohne weitere Bezahlung mit den entsprechenden Siegpunkten zugeschustert. \u2013 Doch vielleicht lohnt sich bei so viel Gl\u00fccksabh\u00e4ngigkeit ein B\u00e4uerchen gar nicht &#8230;.<\/p>\n<p>Alles ist ziemlich solit\u00e4r. Absolut solit\u00e4r! Jeder spielt periodisch seine Patriarchen, zieht irgendwelche zuf\u00e4lligen Aktionskarten, reiht die \u201ebessere\u201c davon in einem seiner Aktionstapel ein, und bekommt nach und nach auch ein paar Siegpunkte. Bei 27 Siegpunkten ist Schluss.<\/p>\n<p>Aber der Autor hatte auch Interaktion im Sinn gehabt, zumindest ein gegenseitiges Kn\u00fcppel-zwischen-die-Beine Werfen: mittels optionaler Erweiterungskarten. Z.B. erleichtert der \u201eBettler\u201c jeden Mitspieler um zwei Geldeinheiten, die \u201eTaschenspielerin\u201c kostet zwei Siegpunkte und wird im Uhrzeigersinn von Mitspieler zu Mitspieler weitergereicht, der \u201eHirte\u201c zwingt die Mitspieler, die oberste Karte aller ihrer Aktionsstapel zu entfernen. Und \u00e4hnliches. Halt die \u00fcblichen \u00c4rgerkarten f\u00fcr gemeine Spa\u00dfgem\u00fcter. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen auch diese Zusatzkarten erst ihren Rundummadumm-Weg durch einen Aktionsstapel gemacht haben, bevor sie ihre Wirkung entfalten k\u00f6nnen. Vor den Preis haben die G\u00f6tter den Schwei\u00df gesetzt.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (1 Punkt mehr als \u201eDominion\u201c, leichter Frusteffekt: man wei\u00df, was man will, kann es aber nicht tun), G\u00fcnther: 7 (mag solche Spiele vom Prinzip her), Peter: 6 (mag solche Spiele vom Prinzip her nicht; immerhin ist das Spiel schnell, w\u00fcrde es u.U. nochmals spielen), Walter: 5 (Blindflug um das Suchen von Auftr\u00e4gen und den notwendigen Resourcenmmarker-Verschiebe-Karten, ein kastriertes Spielgef\u00fchl beim Wollen und nicht K\u00f6nnen).<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Wooolf!!&#8221;<\/strong><br \/>\nEin Deduktionsspiel f\u00fcr bis zu acht (!) Mitspieler. Jeder Spieler bekommt einen Charakter zugeteilt (Schaf, Hund, J\u00e4ger, Hirte oder Wolf) und muss herausfinden, welchen Charakter die Mitspieler bekommen haben. Zum Herausfinden darf man sich<\/p>\n<ul>\n<li>die Charakterkarte eines Mitspielers ansehen (und mu\u00df hinterher das Ergebnis \u00f6ffentlich verk\u00fcnden).<\/li>\n<li>einen Mitspieler fragen, ob er einen bestimmten Charakter darstellt oder zu einer Gruppe von Charakteren geh\u00f6rt. (Das Ergebnis ist ebenfalls \u00f6ffentlich.)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber ganz so trivial, wie hier verk\u00fcrzt dargestellt ist, ist der Deduktionsvorgang dann doch nicht, sondern ganz sch\u00f6n aufgemischt.<\/p>\n<ul>\n<li>Jeder Spieler bekommt zwei Charakterkarten zugeteilt, von denen aber nur eine \u2013 die h\u00f6herrangige \u2013 seinen wahren Charakter angibt. Beim Anschauen und Verk\u00fcnden einer Charakterkarte kennt man also nur die halbe Wahrheit. Oder gar keine!<\/li>\n<li>Manche Charaktere haben eine mehrdeutige Erscheinung. Wer sich eine solche Charakterkarte angesehen hat, braucht seinen Mitspieler nicht \u00f6ffentlich kundtun, was er gesehen hat.<\/li>\n<li>Manche ver\u00f6ffentlichte Informationen \u00fcber die Charaktere der Mitspieler sind schlichtwegs falsch. So sieht der Hirte hinter jedem Mitspieler immer nur einen Wolf.<\/li>\n<li>Jeder Charakter muss eine andere Charakterkombination herausfinden: z.B: muss das Schaf einen Hund und einen J\u00e4ger herausfinden, der Hirte muss den Wolf und ein Schaf herausfinden und der Wolf braucht blo\u00df ein Schaf zu finden \u2013 oder zu erkennen, dass \u00fcberhaupt kein Schaf-Charakter anwesend ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jede Frage und jede Antwort der Mitspieler ist f\u00fcr die eigene Aufgabe relevant. Man ist immer am Ball, und man muss h\u00f6llisch (na ja) aufpassen, denn blitzschnell haben zwei Mitspieler ihre Deduktionsaufgabe erf\u00fcllt und ein Spiel ist zu Ende.<br \/>\nIn der zweiter Runde platze es etwas voreilig aus Aaron herau: \u201eIch wei\u00df alles!\u201c Das war verr\u00e4terisch. Es war noch keinerlei Information \u00fcber den Wolf sichtbar. Daher musste er der Wolf sein. So war es denn auch! In einer Deduktionsaufgabe muss man auch aus peripheren, ja unerlaubten Beobachtungen seine Schlussfolgerungen ziehen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (Pluspunkte f\u00fcr die deutliche D\u00f6delkomponente, verteidigte den schwierigen Zugang zum Spiel mit unseren ersten Erfahrungen mit \u201eBluff\u201c \u2013 da waren wir auch alle \u00fcberrascht, dass so ein l\u00e4ppisches Produkt \u201eSpiel des Jahres\u201c werden konnte), G\u00fcnther: 7 (lustig, locker, nicht so trivial, wie es auf den ersten Blick aussieht, man ist immer involviert), Peter: 2 ([Mehr aus Nibelungen-Sturheit denn aus \u00dcberzeugung: als er seine ersten zwei Siegpunkte kassierte, sagt er n\u00e4mlich: \u201eDas Spiel gab mir 2 Punkte, ich gebe dem Spiel 2 Punkte!], \u201edas Spiel mit Bluff zu vergleichen, ist ein Sakrileg\u201c), Walter: 6 (mag keine Deduktionsspiele, aber die D\u00f6delkomponente und die schnellen Runden geben dem Spiel eine spielerische Ausrichtung).<\/em><\/p>\n<p><strong>4. &#8220;Abluxxen&#8221;<\/strong><br \/>\nTaktisches \u201eKampf-Rommee\u201c als Absacker. Lag im April schon zweimal bei uns auf dem Tisch und hat auf Anhieb \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Zum Gewinnen braucht man gute Karten. Wie beim Skat. Aber vielleicht kann man auf Dauer doch durch gutes Kartenmanagement, durch Merken der Karten im Spiel (und nicht-im-Spiel), sowie durch Beobachten des Mitspielerverhaltens seine Erfolgschancen erh\u00f6hen. Fast wie beim Skat. Vielleicht.<\/p>\n<p>Doch in jedem Fall ist das Spiel schnell, einfach, lustig, interaktiv, spannend und bietet jedem Spieler eine gerade richtig gro\u00dfe Handlungsfreiheit. Ans\u00e4tze \u00fcber eine erfolgreiche Gewinnstrategie, insbesondere bei der Aufnahme fremder Karten, sind noch lange nicht in Sicht. Und das ist auch gut so!<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Trotz Aarons \u201eF\u00fchlte mich heute stark gespielt\u201c und Peters \u201eHalte es heute nicht mehr f\u00fcr so steuerbar\u201c keine \u00c4nderung der bisherigen guten WPG-Noten.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was bedeutet der Begriff \u201eall in\u201c beim \u201eBluff\u201c-Spiel? \u201eBluff\u201c-Runde in einem Kreis mit f\u00fcnf Poker-Freaks. Den Vorteil der Augenzahl 5, beim W\u00fcrfeln, Setzen oder Bluffen, hatten alle weidlich ausgekostet. Die Vorgaben steigerten sich z\u00fcgig von 8 mal die F\u00fcnf (\u201eUnter Durchschnitt ist geblufft.\u201c) bis auf 14 mal die F\u00fcnf. 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