{"id":2102,"date":"2014-06-05T15:36:17","date_gmt":"2014-06-05T13:36:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2102"},"modified":"2014-06-05T15:48:42","modified_gmt":"2014-06-05T13:48:42","slug":"04-06-2014-wechselbaeder-in-lucca","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2014\/06\/05\/04-06-2014-wechselbaeder-in-lucca\/","title":{"rendered":"04.06.2014: Wechselb\u00e4der in Lucca"},"content":{"rendered":"<p>Aus gegebenem Anla\u00df ein Wort \u00fcber unser Selbstverst\u00e4ndnis als Spieler und Kritiker.<\/p>\n<p>Wir spielen ausschlie\u00dflich zum Vergn\u00fcgen. Als private Freizeitbesch\u00e4ftigung. Wir tragen keine Verantwortung daf\u00fcr, dass Nicht-Spieler ans Spielen herangef\u00fchrt werden oder dass <em> \u201edie Stellung des Spiels als Kulturgut in der Gesellschaft\u201c<\/em> gest\u00e4rkt wird (sinngem\u00e4\u00df vom \u201eVerein Spiel des Jahres\u201c). Wir sind keine Missionare.<\/p>\n<p>Wir achten nicht darauf, ob ein simples Spiel auch von einem einfachen Gem\u00fct noch verstanden werden kann, oder ob ein komplexes Spiel an Spielefreaks gen\u00fcgend Herausforderungen stellt. Wir spielen Spiele \u2013 zugegebenerma\u00dfen m\u00f6glichst viele \u2013 um des Spielen und des Kennenlernen willens.<\/p>\n<p>Unsere Kritiken sind keine juristischen Gutachten. Sie stellen subjektive Eindr\u00fccke von uns subjektiven Spielern dar. Auch wenn wir uns dabei bem\u00fchen, sachlich haltbare Tatsachen vorzubringen. Sachlich im Sinne von formulierbaren Qualit\u00e4tsma\u00dfst\u00e4ben. Wer uns kennt, wer \u00fcber unsere Spielberichte unsere Spielcharaktere kennengelernt hat, der kann unsere Aussagen einsch\u00e4tzen und sie als Wegweiser benutzen. Wegweiser zu UNSEREN Wegen, denen man folgen oder denen man ausweichen kann.<\/p>\n<p>Wie andere spielen, ist uns nicht gleichg\u00fcltig. Und wenn sie eine \u00e4hnliche Spielauffassung haben wie wir, freut uns das. Dabei ist es v\u00f6llig egal, ob wir dann gemeinsam eine Mehrheit oder Minderheit sind. M\u00f6ge jeder auf seine Weise gl\u00fccklich werden.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_2109\" aria-describedby=\"caption-attachment-2109\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/LuccaInSplendor.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/LuccaInSplendor.jpg\" alt=\"&quot;Lucca&quot; in &quot;Splendor&quot; - kleine und grosse Schachteln\" width=\"500\" height=\"404\" class=\"size-full wp-image-2109\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/LuccaInSplendor.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/LuccaInSplendor-150x121.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/LuccaInSplendor-300x242.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2109\" class=\"wp-caption-text\">&#8220;Lucca&#8221; in &#8220;Splendor&#8221; &#8211; kleine und grosse Schachteln<\/figcaption><\/figure><strong>1. &#8220;Splendor&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Aaron und Walter bem\u00fchten sich mit vereinten Kr\u00e4ften, G\u00fcnther die Regeln beizubringen (siehe Spielbericht von letzte Woche). Doch wie sagt schon das Sprichwort: zwei K\u00f6che verderben den Brei. Wo einer ein Detail f\u00fcr h\u00f6chst relevant h\u00e4lt, findet der andere das ganz nebens\u00e4chlich. Und umgekehrt. Nat\u00fcrlich wollte G\u00fcnther alles ganz genau wissen, z.B. die Verteilung der Farben, Preise und Pr\u00e4mien auf allen drei Karten-Ebenen. Das kann schlie\u00dflich alles einen entscheidenen Einflu\u00df auf die Gewinnstrategie haben. Wenn die schnurzige Antwort \u201eAlles ist gleichverteilt!\u201c sachlich falsch ist, wird ein scharfer Dominion-Analyist gleich auf eine falsche F\u00e4hrte gef\u00fchrt. Jedenfalls dauerte G\u00fcnthers Einf\u00fchrung l\u00e4nger als 20 Minuten und es blieb immer noch ein vager Eindruck von Ungen\u00fcgen in der Luft. Dabei schreibt Hachen Darkpact im Internet: <em>\u201eDie Regel ist kurz und schnell begriffen. Und sie ist auch so einfach, das sogar mein 7-j\u00e4hriger problemlos mitspielen kann, wenn er auch noch nicht die besten Entscheidungen triff.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Was sind schon richtige Entscheidungen? Eine einzige Farbe sammeln oder viele? Viele Chips horten oder immer voll investiert sein? Ist Wertkarten zu reservieren ein guter Zug oder verschenkt man damit grunds\u00e4tzlich Tempo? Die Aussage von Tric-Trac <em>\u201eWichtig ist das Reservieren: Ich kann mir eine Karte nehmen und bekomme daf\u00fcr obendrein noch Gold\u201c<\/em> halte ich schlichtwegs f\u00fcr eine Fehlinformation: Statt drei Chips, erhalte ich beim Reservieren n\u00e4mlich nur einen Chip. Das kann nur in seltenen F\u00e4llen gut sein.<br \/>\nIch wage mich jetzt auch mal selber an Spieltips und bin bereit, daf\u00fcr \u00f6ffentlich Pr\u00fcgel einzustreichen:<\/p>\n<ul>\n<li>Nehme dir immer drei Chips, wenn du das darfst, d.h. wenn drei verschiedene Farben angeboten werden.<\/li>\n<li>Nehme immer die Karte, f\u00fcr die du am wenigsten zahlen musst. Bei Preisgleichheit nimm\u2019 die Karten mit dem gr\u00f6\u00dften Rabatt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das gilt zumindest f\u00fcr die erste H\u00e4lfte des Spiels. Und das l\u00e4\u00dft sich sogar theoretisch begr\u00fcnden. (Hier jetzt nicht!)<\/p>\n<p>In der zweiten Spielh\u00e4lfte geht es nat\u00fcrlich darum, die dicksten Siegpunkte einzufahren. Besonders auch \u00fcber die kostenlosen Adeligen. Deswegen sollte man nach der halben Wegstrecke mal kurz innehalten, eine Bilanz ziehen und das eigene \u2013 ungerichtet erstandene &#8211; Besitztum mit dem der Mitspieler vergleichen, um entsprechend die finalen Ambitionen abzustecken. Jetzt kann es sogar noch einmal spannend werden. Die positive Spielstimmung von Das-SpielEn.de, wenn sie hier einen <em> \u201eSog erleben, der durch das Kartensammeln und die Suche nach dem richtigen Zeitpunkt zum Umschwenken auf die Siegpunkte entsteht\u201c<\/em>, klingt durchaus glaubw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>Aber \u201eStrategien\u201c sind das nicht, was man bei \u201eSplendor\u201c anwendet. Es gibt keine langfristigen, grunds\u00e4tzlichen Erw\u00e4gungen, in welche Richtung man sein Spiel gestalten sollte. Alles n\u00fctzt f\u00fcr irgendwas. Hier akzeptiere ich eher Tric-Trac\u2019s Aussage: <em> \u201eDas Zauberwort ist Flexibilit\u00e4t\u201c<\/em>, auf gut Deutsch: Man soll halt das tun, was sich im Augenblick gerade als g\u00fcnstig anbietet. Lebenswichtig ist aber kein einziger Zug, alles funktioniert eher vor sich pritschelnd. Und wenn das Gl\u00fcck richtig pritschelt, bekommt man mehr \u201eG\u00fcnstiges\u201c angeboten als die Mitspieler, und man gewinnt.<\/p>\n<p>Das geht meistens recht knapp aus. <em>\u201eOft gab es mehrere Spieler, die gleichzeitig die Grenze von 15 Siegpunkten \u00fcberschritten\u201c<\/em> schreibt die P\u00f6ppelkiste. Bei uns war das auch so. Das ergibt nat\u00fcrlich ein spannendes Finish. Und ein Unterlegener mag sein Gl\u00fcck erneut versuchen wollen und eine Revanche fordern. Wenn ihm danach ist. Uns war eher nicht danach. \u201eW\u00fcrdest Du jetzt mit Spa\u00df noch eine Runde spielen?\u201c wurde G\u00fcnther gefragt. \u201eNein, es ist ja noch nicht halb zwei in der Nacht!\u201c<\/p>\n<p><em> WPG-Wertung: G\u00fcnther reihte sich mit seinen 5 Punkten im oberen Bereich der WPG-Noten ein (man kann drauf los spielen, ein bi\u00dfchen in Richtung auf ein gezieltes Abr\u00e4umen der h\u00f6herwertigen Karten. Auf andere zu achten und gegen sie zu spielen: das kann man vergessen), Aaron unterstrich seine bisherige Wertung: \u201eAuf keinen Fall mehr als 5 Punkte!\u201c<\/em><\/p>\n<p>\u201eWo ist hier der Pfiff f\u00fcr die Platzierung auf der Auswahlliste zum Spiel das Jahres?\u201c \u2013 \u201eDa mu\u00dft Du blo\u00df mal \u2019Camel up\u2019 kennenlernen!\u201c \u2013 Oh Gott, was kommt da wieder auf uns zu?!<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Lucca the city of games&#8221;<\/strong><br \/>\nEines kleines Kartenspiel in einer h\u00fcbschen, kleinen, dem Spielmaterial angemessenen Blechdose. Vor 9 Jahren wurde seine Mutter unter dem Namen \u201cLucca Citt\u00e0\u201d geboren. Sie lag schon bei uns auf dem Tisch und wurde mit gebremtem Entz\u00fccken aufgenommen. Letztes Jahre erschien sein Ableger mit verschiedenen kleinen Wucherungen, den uns G\u00fcnther heute servierte. Unsere gr\u00f6\u00dften Erwartungen gingen in die Richtung, ob sich unser 9-Jahre-\u00e4lter-geworden-Sein in unserer Spieleinsch\u00e4tzung bemerkbar machen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das Spielprinzip in \u201eLucca\u201c ist gleichgeblieben. 110 Karten zeigen Geb\u00e4udeteile mit Fenstern, Wappen und Hausnummern in sechs verschiedenen Farben. Auf dem Tisch liegen davon jeweils zuf\u00e4llig gemischte 3er Kartensets in einer offenen Auslagen. Reihum nimmt jeder Spieler ein Set davon und sortiert die Karten nach Farben bei sich ein. Sobald f\u00fcnf Karten einer Farbe beisammen sind, ist ein \u201eHaus\u201c fertig gebaut und der Erbauer bekommt Siegpunkte. Je mehr Fenster, desto mehr Punkte. Je mehr Wappen, desto Startspieler.<\/p>\n<p>In der n\u00e4chsten Runde muss ein fertiges Haus auch noch \u201ege\u00f6ffnet\u201c werden. Dann bekommt man Siegpunkte f\u00fcr jede ausliegende Karte bei den Mitspielern. Kann ganz sch\u00f6n ertragreich sein. Allerdings nicht unbedingt kalkulierbar.<\/p>\n<p>In der Spielerweiterung muss man nicht jede Karte f\u00fcr den Hausbau verwenden, man kann damit auch eine \u201eStadtmauer\u201c errichten und bekommt daf\u00fcr am Ende Pr\u00e4mien f\u00fcr alle fertig gestellen eigenen H\u00e4user. Oder war das fr\u00fcher auch schon so?<\/p>\n<p>Neu sind vor allem Joker-Karten, die man f\u00fcr jede beliebige Hausfarbe verwenden kann. Und neu sind vielleicht auch die Festungen, die ebenfalls additive Siegpunkte in der Schlu\u00dfwertung bringen. Doch wie sagte schon der alte Lateiner: \u201eIm S\u00fcden nichts Neues!\u201c Oder stammt das von weisen Salomon?<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Keine \u00c4nderung, alle blieben bei ihren m\u00e4\u00dfigen 5 Punkten.<\/em><\/p>\n<p>Wo w\u00fcrden wir jetzt lieber baden, im Glanz oder in Lucca? Aaron war f\u00fcr das nasse Angebot, Walter f\u00fcr das luftige. Aber nur, wenn es sein mu\u00df. G\u00fcnther mu\u00dfte nicht.<\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Nobiles&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Aaron lie\u00df mal wieder die aktuelle Fassung seiner neuesten Spielentwicklung testen. Wir sind immer noch bei den Ostfriesen und versuchen mit vereinten Kr\u00e4ften, die Naturkatastrophen abzuwehren. Der H\u00e4uptling hat davon den gr\u00f6\u00dften Nutzen, weshalb es f\u00fcr jeden Spieler zwei Ziele gibt: Entweder H\u00e4uptling werden und die Natur meistern, oder die Natur die Meisterschaft lassen und den H\u00e4uptling st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Bei einem sehr guten Spiel m\u00fcssen die Anstrengungen, H\u00e4uptling zu werden und es bleiben k\u00f6nnen, korreliert sein mit dem Gewinn, den man daraus erzielen kann. Und die Mitspieler m\u00fcssen die Chance haben, den K\u00f6nig zu st\u00fcrzen, gegebenenfalls mit erheblichen Verlusten. Einsatz und Gewinn, Besitztumswahrung und Verlust, Hoffnungen und Risiken m\u00fcssen in eine optimale und zugleich spielerische Balance gebracht werden. Noch gibt es an den Nobiles etwas zu feilen.<\/p>\n<p>Politische Weisheit: \u201eIn Ostfriesland trifft es halt alle, nicht nur den H\u00e4uptling! \u2013 In Bayern w\u00fcrde es den H\u00e4uptling niemals treffen!\u201c<\/p>\n<p><em>Keine WPG-Wertung f\u00fcr ein Spiel in der Entstehungsphase.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus gegebenem Anla\u00df ein Wort \u00fcber unser Selbstverst\u00e4ndnis als Spieler und Kritiker. Wir spielen ausschlie\u00dflich zum Vergn\u00fcgen. Als private Freizeitbesch\u00e4ftigung. Wir tragen keine Verantwortung daf\u00fcr, dass Nicht-Spieler ans Spielen herangef\u00fchrt werden oder dass \u201edie Stellung des Spiels als Kulturgut in der Gesellschaft\u201c gest\u00e4rkt wird (sinngem\u00e4\u00df vom \u201eVerein Spiel des Jahres\u201c). Wir sind keine Missionare. 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