{"id":212,"date":"2008-12-18T03:03:31","date_gmt":"2008-12-18T03:03:31","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=212"},"modified":"2008-12-18T03:03:31","modified_gmt":"2008-12-18T03:03:31","slug":"17122008-durch-die-grube-zum-romischen-ruhm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2008\/12\/18\/17122008-durch-die-grube-zum-romischen-ruhm\/","title":{"rendered":"17.12.2008: Durch die Grube zum r\u00f6mischen Ruhm"},"content":{"rendered":"<p>Moritz hat seine Spielentwicklung zum &#8220;20. Jahrhundert&#8221; abgeschlossen. Jetzt ist der Verlag dran. Nat\u00fcrlich kann das Spiel nicht sofort in die Produktion gehen. Jetzt stehen noch viele Monate harter Arbeit auf dem Pr\u00fcfstand an, um das Spiel rund und sch\u00f6n zu machen.<br \/>Unser Mitwirken ist nicht mehr gefragt. Wir bleiben aber am Ball und werden mit Interesse verfolgen, welche Schritte bis zur Serienreife eines Spieles noch alle getan werden m\u00fcssen. <br \/><strong>1. &#8220;Cavum&#8221;<\/strong><br \/>Ein Brettspiel erschienen beim amerikanischen QWG-Verlag, der bekannterma\u00dfen Au\u00dfenseiterideen eine Chance gibt. Es \u00fcberrascht, da\u00df ausgerechnet der Altmeister Wolfgang Kramer als Spielautor hier untergekommen ist.<br \/>Nach einer Art &#8220;Zug um Zug&#8221; m\u00fcssen wir mit Hexagons Strecken \u00fcber das Spielbrett bauen, allerdings keine Eisenbahnlinien, sondern Grubenbahnen in Diamantenfelden, mit denen wir die gesch\u00fcrfte Ausbeute zum Markt transportieren. Wo die Edelsteine entdeckt werden, das darf jeder Spieler in eigener Regie bestimmen. Abbauen d\u00fcrfen alle Spieler von allen Fundstellen, sofern sie nur eine geeignete Gleisanschlu\u00dfstelle haben.<br \/>Der Spielaufbau ist nix f\u00fcr Grobmotoriker. Allein auf ein kleines Hexagon in der Mitte m\u00fcssen 9 gelbe Diamanten in Form von mickrigen Pappscheiben aufeinandergeschichtet werden. Sowohl das Aufstapeln als auch das Nicht-runter-fallen-Lassen stellen erhebliche Anforderungen an die Zitterfreiheit unserer H\u00e4nde. Sicherlich hatte der Autor hier mal richtige Edelplastiksteine als Spielmaterial im Sinn gehabt, doch wohl aus Kostengr\u00fcnden ist diese Umsetzung unterblieben.<br \/>Der Spielablauf besteht aus 3 Phasen a 12 Aktionen, darunter ist das Bauen von Strecken, das Bauen von Ladestationen, das Entdecken von Edelsteinfeldern und das Z\u00fcnden von Sprengstoff, mit dem man dem Gegner einen lukrativen Streckenbau wieder wegpusten kann.<br \/>Bemerkenswert ist die Aktions-Dynamik: Jeder Spieler darf w\u00e4hlen, ob er pro Zug 1, 2, 3 oder gar 4 Aktionen ausf\u00fchrt. Ein voreiliger Spieler hat in minimal 3 Z\u00fcgen seine 12 Aktionen verbraucht und mu\u00df dann warten, bis die Trischler in 12 Z\u00fcgen a einer Aktion ebenfalls mit ihren Z\u00fcgen fertig sind. Wer schnell ist, kann sich gegebenenfalls gute Strecken unter den Nagel rei\u00dfen, er kann aber nicht mehr auf die Diamantenfunde seiner Mitspieler reagieren. Hier ist ein echtes Abw\u00e4gen gefordert.<br \/>Ach ja, &#8220;Cavum&#8221; erfordert in jedem Zug ein Abw\u00e4gen und Aust\u00fcfteln: Wie kann ich meine Streckenbau sinnvoll erweitern? Wo lege die die Diamantenfundst\u00e4tten hin? Wie kann ich den Mitspielern den Zugang zu den lukrativsten Stellen versperren? Wo k\u00f6nnen sie mit den Zugang versperren und wie kann ich das verhindern? Hier prallt eine gewaltige Menge Interaktion aufeinander. Moritz bezeichnete das Geschehen sogar als eine Art von &#8220;Go&#8221;.<br \/>Leider geht &#8220;Cavum&#8221; f\u00fcr bis zu vier Personen! Stellt Euch mal ein Go-Spiel f\u00fcr vier Personen vor! W\u00e4re dabei noch der geringste g\u00f6ttliche Funke des kaiserlichen Denkspiels \u00fcbrig geblieben? Wohl kaum! Was f\u00fcr zwei Spieler ein edler Denksport ist, versinkt als Mehrpersonenspiel unweigerlich im Chaos. So ist es auch bei &#8220;Cavum&#8221;. Am Westpark t\u00fcftelt zudem noch jeder Spieler wie ein Weltmeister, um doch noch ein Licht am Ende des Chaos-Tunnels zu entdecken. Und das ist t\u00f6dlich. Besonders weil man nicht denken kann, wenn man nicht dran ist.<br \/>45 Minuten brauchte G\u00fcnther, um uns und sich selbst die 10 Seiten Regelheft zu verklickern. Genauso lange brauchten wir f\u00fcr ein Drittel des Spiels, d.h. f\u00fcr genau eine Phase. Dann lie\u00dfen wir uns noch von der ersten Wertungsorgie \u00fcberraschen und brachen ab. Immerhin diskutierten wir hinterher noch eine halbe Stunde \u00fcber die Mechanismen des Spiels. Das spricht schlie\u00dflich f\u00fcr seine Qualit\u00e4t. Die hat es ganz gewi\u00df, nur nicht zu viert am Westpark.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (zuviel T\u00fcftelei), G\u00fcnther: 7 (denkt ohnehin gerne), Moritz: 4 (vermi\u00dft Spa\u00dffaktor), Walter: 7 (f\u00fcr das 2-PS)<\/em><br \/><strong>2. &#8220;Glory to Rome&#8221;<\/strong><br \/>Auf der Schachtel steht &#8220;Das ernsthaft strategische Strategie-Kartenspiel&#8221;. Kartenspiel ist richtig, &#8220;Strategiespiel&#8221; ist vielleicht auch noch richtig, aber &#8220;ernsthaft&#8221; ist sicherlich verkehrt.<br \/>Jeder Spieler bekommt eine Kartenhand mit unterschiedlichen Arbeitern zugeteilt, die beim Errichten von Bauwerken unterschiedliche Rollen \u00fcbernehmen. Ein Architekt wird f\u00fcr den Plan ben\u00f6tigt, Arbeiter tragen das Material zusammen, Handwerker bauen auf und der Patron wirbt zus\u00e4tzliche Hilfskr\u00e4fte an.<br \/>F\u00fcr jedes errichtete Bauwerk erh\u00e4lt man Vorteile f\u00fcr das weitere Vorgehen, z.B. braucht man dann weniger Material zur Vollendung ein Bauwerk, oder anstelle eines bestimmten kann ein beliebiges Material zum Bauen eingesetzt werden. Manche Vorteile tragen dabei solch extrem progressive Effekte in sich, da\u00df das Spiel damit aus den Fugen ger\u00e4t. Moritz nannte sie &#8220;abartig&#8221;.<br \/>Wenn man konsequent auf diese Vorteile hinarbeiten k\u00f6nnte, dann k\u00f6nnte man die &#8220;ernsthafte Strategie&#8221; vielleicht noch gelten lassen. Da aber sicherlich zu mehr als 50% das zuf\u00e4llige Kartenangebot das Spielgeschehen beherrscht, kann das &#8220;ernsthaft&#8221; nicht ernsthaft gemeint sein.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron 6, G\u00fcnther: 6 (nicht richtig ausbalanciert), Moritz: 6 (h\u00e4tte einfacher realisiert werden k\u00f6nnen), Walter: 6 (immerhin besser als Mau-Mau)<\/em><br \/><strong>3. &#8220;Flaschenteufel&#8221;<\/strong><br \/>Moritz konnte seine Ha\u00dfliebe in eine reine Liebe umwandeln. Nachdem er im ersten Spiel gewohnheitsgem\u00e4\u00df mit Minus 13 Punkten in den Keller gewandert war, konnte er sich nach einer Serie von drei tollen Punktausbeuten mit 91 Punkten an die Spitze setzen. Mit Sonne im Herzen enteilte er zur U-Bahn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moritz hat seine Spielentwicklung zum &#8220;20. Jahrhundert&#8221; abgeschlossen. Jetzt ist der Verlag dran. Nat\u00fcrlich kann das Spiel nicht sofort in die Produktion gehen. 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