{"id":2135,"date":"2014-07-31T14:30:22","date_gmt":"2014-07-31T12:30:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2135"},"modified":"2014-07-31T15:21:05","modified_gmt":"2014-07-31T13:21:05","slug":"30-07-2014-anlegen-oder-wegwerfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2014\/07\/31\/30-07-2014-anlegen-oder-wegwerfen\/","title":{"rendered":"30.07.2014: Anlegen oder Wegwerfen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Sommerlust.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2137\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Sommerlust.jpg\" alt=\"Sommerlust\" width=\"550\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Sommerlust.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Sommerlust-150x109.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/Sommerlust-300x217.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a>Letzte Woche habe ich in der Einleitung von K\u00fcnstlern als Idealisten geschrieben, die ihre Kunst aus Spa\u00df an der Freud aus\u00fcben. Diese Woche habe ich mal wieder einen solchen Zeitgenossen kennengelernt: Klaus Menz-Sander, ein \u00e4u\u00dferst begabter Maler und Grafikdesigner! Reichhaltig ist sein Schaffen, professionell seine Handschrift, beeindruckend sein \u0152uvre.<\/p>\n<p>Mehr als einhundert Akte sind zur Zeit in seiner Ausstellung \u201eSommerlust\u201c in der Orangerie am Englischen Garten zu sehen. Lust und Exstase fallen dem Betrachter schon an der Eingangspforte ins Auge. Geist und Seele lassen sich etwas Zeit. Doch wechselt man mit dem K\u00fcnstler nur ein paar wenige Worte, so sieht man hinter den gro\u00dffl\u00e4chigen Bildern und ihrer \u201ePetersburger H\u00e4ngung\u201c auch sogleich eine beeindruckende intellektuelle Konzeption! Eine bereicherne Begegnung mit der vollen Sensibilit\u00e4t k\u00fcnstlerischer Potenz.<\/p>\n<p>Warum ich das hier schreibe? Mich erinnert Klaus an die zahlreichen begabten Spieleautoren, die ihre gelungenen Werke im Eigenverlag herausbringen, regelm\u00e4\u00dfig auf der \u201eSpiel\u201c in Essen ausstellen, und hinterher schon gl\u00fccklich sind, wenn durch den Verkaufserfolg Spesen und Standmiete gedeckt sind. Ihr materielles Sch\u00e4fchen m\u00fcssen sie als Lehrer oder Buchhalter bereits im Trockenen haben, bevor sie die Menschheit mit ihren Sch\u00f6pfungen begl\u00fccken.<\/p>\n<p>Klausens \u201eSommerlust\u201c ist bis zum Wochenende ge\u00f6ffnet. Am Sonntag ist Finissage. Ihr seid alle herzlich eingeladen. Er ist schon gl\u00fccklich, dass die Kosten f\u00fcr Pinsel und Farbe, und wenn\u2019s hoch kommt auch noch die f\u00fcr den Wein, wieder hereingekommen sind.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2138\" aria-describedby=\"caption-attachment-2138\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/EvoAaronMoritz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2138\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/EvoAaronMoritz.jpg\" alt=\"Evo \u2013 man beachte die rote Eierflut\" width=\"550\" height=\"495\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/EvoAaronMoritz.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/EvoAaronMoritz-150x135.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/EvoAaronMoritz-300x270.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2138\" class=\"wp-caption-text\">Evo \u2013 man beachte die rote Eierflut<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>1. &#8220;Evo&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Am 27. Februar 2002, also vor mehr als zw\u00f6lf Jahren, schrieb Aaron in seinem Session-Bericht \u00fcber \u201eEvo\u201c: <em>\u201eLange nicht mehr gespielt.\u201c<\/em> Nun, da das Spiel erst im Jahre 2001 herausgekommen ist, kann das \u201elange\u201c \u2013 nach unseren heutigen Zeitma\u00dfst\u00e4ben &#8211; gar nicht so lange her gewesen sein. Einmal haben wir es seitdem noch gespielt, aber das ist auch schon wieder acht Jahre her.<\/p>\n<p>Das Spiel um das Sich-Durchsetzen der besten Genkombinationen im Kampf um das \u00dcberleben auf engem Raum bei t\u00f6dlichen Klimaver\u00e4nderungen hat uns vom ersten Augenblick an gefallen und wird jederzeit \u2013 im Sechs-Jahre-Rhythmus &#8211; gerne wieder gespielt.<\/p>\n<p>Heute hat es sich nicht von seiner besten Seite pr\u00e4sentiert. Die zuf\u00e4llig gezogene Gen-Auswahl der ersten Runden war zu einseitig. Moritz und Peter \u00fcberboten sich unverz\u00fcglich um das \u201eMutierte Gen\u201c, das in den weiteren Runden auf jedes Gen einen Preisnachlass gew\u00e4hrt. Bew\u00e4hrtes Motto der erfahrenen Wirtschaftler: \u201ePermanente Rabatte muss man m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig erwerben.\u201c Ein weiteres begehrtes Anfangsgen war der ebenfalls zukunftsorientierte \u201eKartenbonus\u201c, mit dem man eine der Ereigniskarten zum Beeinflussen der Kampfbedingungen bekommt.<\/p>\n<p>Walter fiel mehr oder weniger kampflos die Schwanzverl\u00e4ngerung in den Scho\u00df. Vier weitere Runden wurde keine einzige weitere Schwanzverl\u00e4ngerung mehr gezogen, so dass er unangefochten Startspieler blieb, und die Mitspieler dahinter sich lediglich um die Nachz\u00fcglerpl\u00e4tze rangeln konnten. Nachdem er auch noch \u2013 ohne jede Geldverschwendung \u2013 vier Eier f\u00fcr die Nachzucht erwerben konnte, war es ihm \u2013 mental und intellektuell &#8211; ein Leichtes, seine zwei- bis dreij\u00e4hrigen Senioren dem Wetter zum Opfer fallen zu lassen und daf\u00fcr seine zahllosen Frischlinge gleich in den aktuell g\u00fcnstigsten Klimazonen zur Welt zu bringen. Als Startspieler fanden sich daf\u00fcr immer gen\u00fcgend freie Regionen. Und weil erst in der dritten Runde der erste Zusatzfu\u00df f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Bewegungsfreiheit auf dem Markt kam, waren seine Konkurrenten in ihrem Aktionsradius sehr eingeschr\u00e4nkt und konnten seine Kreise nicht nennenswert st\u00f6ren. So zog er unangefochten Runde f\u00fcr Runde davon.<\/p>\n<p>Moritz hatte sich so peut a peut ein flexibles Genpotential angeschafft und langsam aber sicher robusten Nachwuchs gezeugt. Sein Genotyp konnte sich ausreichend gut bewegen und war auch aggressiv genug ausger\u00fcstet (na klar!), um seine Nachbarn von ihren Weidepl\u00e4tzen vertreiben zu k\u00f6nnen. Die Zeit arbeitete f\u00fcr ihn. Doch leider schlug der Meteorit schon in der ersten m\u00f6glichen Runde ein, und das Spiel war zu Ende.<\/p>\n<p>Was steht im Spielbericht vom 19. Juli 2006: \u201eWalter legte sich unbehindert von allen Mitspielern die gr\u00f6\u00dfte Schwanzverl\u00e4ngerung zu und konnte sich damit erfolgreich durchsetzen.\u201c So war es auch heute. Und wie war es vor zw\u00f6lf Jahren? \u201eDrei Runden vor Schluss hatte G\u00fcnther durch seine exzellente Gen-Auswahl und gute Positionierung auf dem Brett seine F\u00fchrung uneinholbar ausgebaut.\u201c Heute war G\u00fcnther nicht dabei &#8230; F\u00fcr Moritz als seinen strategischen Nachfolger kam der Meteorit ein oder zwei Runden zu fr\u00fch!<\/p>\n<p>Bleibt noch unser Standard-Kuriosum zu erw\u00e4hnen: Aaron zog die schlechtesten Ereigniskarten und w\u00fcrfelte am schlechtesten. Peter vergab ihm dazu das Attribut \u201estochastischer Pechvogel\u201c. (Oder so \u00e4hnlich! Wer Peters Wortwahl kennt, wei\u00df, dass er einen \u201ePechvogel\u201c niemals \u201ePechvogel\u201c nennen w\u00fcrde &#8230;!) Faktum ist: \u201eWenn man in Evo einmal \u2013 warum auch immer \u2013 ins Hintertreffen geraten ist, kommt man leider nicht mehr hoch.\u201c Kann man durchaus als Schw\u00e4che im Spieldesign ansehen. Vor allem, wenn es lange dauert.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron reduzierte seine Note von 8 auf 7. Die \u00dcbrigen blieben bei ihren guten Noten mit einem Schnitt von genau 8,0.<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;La Granja&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Monat schon einmal mit Erfolg gespielt, durfte Aaron den Neuling Peter in dieses komplexe R\u00e4derwerk eifrig sprudelnder Siegpunktquellen einf\u00fchren. Nach einer halben Stunde wundersch\u00f6nen Vortrages, didaktisch bestens aufgebaut, alle Elemente eines nach dem anderen zielf\u00fchrend erkl\u00e4rend, war Aaron mit der H\u00e4lfte der Spielregeln durch. Da warf Peter das Handtuch. Noch eine halbe Stunde erkl\u00e4ren und dann zwei Stunden spielen, da w\u00e4re wohl nicht nur die vorletzte U-Bahn schon abgefahren gewesen.<\/p>\n<p>Schade. Walter h\u00e4tte Aarons sonorer Stimme noch gerne eine halbe Stunde zugeh\u00f6rt und dabei eine Auffrischung der landwirtschaftlichen Abl\u00e4ufe von \u201eLa Granja\u201c \u00fcber sich ergehen lassen. Sogar der Abbrecher Peter vergab f\u00fcr Aarons realer (und G\u00fcnthers virtueller) Erkl\u00e4rkunst heute explizit die Note Eins mit Stern? \u201eUnd ich?\u201c fragte Moritz! \u201eDu kannst auch gut erkl\u00e4ren, Note Eins, aber Du vergisst manchmal einzelne Regeln.\u201c Da w\u00fcrde ja kein Hahn danach kr\u00e4hen, wenn diese ausgelassenen Regeln nicht manchmal unversehens nachtr\u00e4glich aus dem Hut gezogen w\u00fcrden. Vor allem, wenn sie das Spiel zu seinen (wessen?) Gunsten beeinflussen &#8230;<\/p>\n<p>Moritz: \u201eDaf\u00fcr \u00fcbersieht G\u00fcnther manchmal auch wichtige Regeln. Sogar solche, die ein Spiel total verf\u00e4lschen. Ich erinnere an Lewis &amp; Clark, das dadurch bei uns unberechtigterweise total zerrissen wurde, wof\u00fcr wir hinterher bei BGG mit Recht beschimpft wurden.\u201c Recht hatte er!<\/p>\n<p><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein nicht-gespieltes Spiel. Peter war nicht f\u00e4hig, aus der halben Regelerkl\u00e4rung heraus eine Wertung abzugeben. Fr\u00fcher hie\u00df es mal \u201ePeter kann immer!\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Hanabi&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Ein h\u00fcbsches kleines Kartenspiel. Witzig, spritzig, esprit-zig. Kooperativ. Spiel des Jahres 2013. Trotz Moritz ungew\u00f6hnlich kritischen 3 Punkte war es bei einem WPG-Median von 7 gelandet.<\/p>\n<p>Die Karten zeigen die Zahlen von 1 bis 5 in insgesamt f\u00fcnf Farben. Die unteren Zahlen kommen mehrfach vor, die h\u00f6chste 5 jeweils nur einmal. Die Karten m\u00fcssen reihum einzeln farbenweise und streng sequentiell aufsteigend auf offene, gemeinsame Stapel auf dem Tisch ausgelegt werden. Jeder Spieler hat eine Kartenhand von vier Karten, zieht eine Karte, und legt als passende sie an bzw. wirft sie als unpassende weg. Eigentlich ein Kinderspiel.<\/p>\n<p>Das Problem dabei ist, dass man jeweils die Karten der eigenen Hand nicht kennt, sondern nur die der Mitspieler, und dass man beim Kartenspielen vor dem Ansehen der Karte bereits sagen muss, ob man sie anlegen oder abwerfen will. Wirft man eine Karte ungl\u00fccklich ab, so kann man u.U. einen Zahlenstapel von 1 bis 5 nicht mehr fortlaufend erzeugen. Ist andererseits auf dem Tisch f\u00fcr mit \u201ezum Anlegende\u201c gezogene Karte kein passender Platz, so erzeugt diese Aktion einen \u201eEinschlag\u201c. Nach drei Einschl\u00e4gen (oder wenn alle Karten verbraucht sind oder wenn von allen f\u00fcnf Kartenfarben die Zahlen 1 bis 5 wohlgeordnet auf dem Tisch liegen) ist das Spiel zu Ende und die obersten Karten aller ausliegenden Stapel werden zu einer \u2013 f\u00fcr alle gemeinsamen &#8211; Siegpunktsumme summiert. Maximum ist 25.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein erfolgreiches Spiel muss man den Mitspielern Tipps geben, welche Karten sie als n\u00e4chstes spielen m\u00fcssen oder k\u00f6nnen. Entweder, weil sie auf einen der offenen Stapel passen, oder weil sie nicht mehr passen und deshalb problemlos abgeworfen werden k\u00f6nnen. Als Tipp ist lediglich erlaubt, auf bestimmte Karten in der Hand eines Mitspielers zu deuten und z.B. zu verraten: \u201eDies sind alle roten Karten in Deiner Hand!\u201c oder \u201eDies sind alle Dreier in Deiner Hand.\u201c<\/p>\n<p>Sehr wichtig dabei ist das Vertrauen in die a) intellektuelle Potenz und b) Redlichkeit der Mitspieler. Wenn zu Beginn des Spiels ein Mitspieler einem anderen den Tipp gibt: \u201eDies sind die Einser in Deinem Blatt\u201c, so darf der gewiss sein, dass er ALLE diese Einser-Karten zum <strong>Anlegen<\/strong> spielen kann. Wenn die f\u00fcnf verschiedenfarbigen Einsen bereits alle auf dem Tisch liegen, dann bedeutete dieser Tipp genau das Gegenteil, n\u00e4mlich dass alle diese Karten zum <strong>Wegwerfen<\/strong> gespielt werden k\u00f6nnen (und sollten). Fehlt nur noch eine einzige 1 auf dem Tisch, dann kann der Hinweis: &#8220;Diese Karte ist eine 1&#8221; sowohl bedeutet, das es die letzte anzulegende 1 ist, als auch, dass es eine Karte zum Wegwerfen ist. Zur richtigen Interpretation ben\u00f6tigt man gute Portion Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen in Denkweise und geistige Kapazit\u00e4t der Mitspieler &#8230;<\/p>\n<p>Das ganze w\u00e4re immer noch ein Kinderspiel, wenn man beliebig viele Tipps vergeben k\u00f6nnte. Doch diese sind zahlenm\u00e4\u00dfig begrenzt. Nur acht freie Tips sind erlaubt. F\u00fcr jeden weiteren Tipp muss zuerst eine Karte \u201ezum Wegwerfen\u201c gespielt werden. Damit sind Tipps d\u00fcnn ges\u00e4t. Und falls man mit jedem Tipp nur eine einzige richtig ablegbare Karte bezeichnet, liegen gerade mal acht Karten auf dem Tisch und die Spieler haben eine Summe von acht Siegpunkten (etwa zwei mal 1 plus drei mal 2) erwirtschaftet. Ab dann f\u00e4ngt beim Anlegen und Wegwerfen das blinde Raten an, womit man garantiert nicht mehr weit kommt.<\/p>\n<p>Peter fieberte mit allen Tipps seiner Mitspieler mit. \u00dcberall witterte er ungel\u00f6ste Gefahren. Wie eine junge Mutter bei den ersten selbst\u00e4ndigen Schritten ihres Kindes nahe der Kellertreppe. Nein, nicht wie eine junge Mutter, eher wie ein genervter Klavierlehrer, der an jeder Taste seines Sch\u00fclers den Anschlag, die Lautst\u00e4rke, die Dauer und die Phrasierung bemeckert. Am liebsten h\u00e4tte er alle Tipps von und f\u00fcr alle Mitspieler alleine formuliert.<\/p>\n<p>Noch dazu f\u00e4llt es ihm schwer, sich in die redlichen Tipps der Mitspieler in blindem Vertrauen hineinfallen zu lassen und aus ihrer Aussage: \u201eDas ist eine Zwei\u201c gl\u00e4ubig zu schlie\u00dfen, dass er diese Zwei jetzt anlegen kann, weil die passende Eins bereits auf den Tisch liegt.<\/p>\n<p>Auch hatte er das Spielziel nicht ganz verstanden. Er glaubte, man m\u00fcsse das Spiel \u201egewinnen\u201c, d.h. in allen Stapeln bis zur F\u00fcnf kommen. Deswegen gab er auf und zeigte seine Kartenhand, als \u2013 nolens volens &#8211; die erste F\u00fcnf \u201eweggeworfen\u201c wurde und das Spiel demnach nicht mehr zu \u201egewinnen\u201c war. Genauso auch beim zweiten Spiel. Beim dritten war er es selber, der \u2013 in Bedr\u00e4ngnis &#8211; die erste t\u00f6dliche F\u00fcnf wegwarf.<\/p>\n<p>Eine hei\u00dfe Diskussion Peter gegen den Rest der Welt begann. Moritz konstatierte den (von den beiden anderen Mitspielern uneingeschr\u00e4nkt geteilten) Grundsatz: \u201eEin Tipp, eine Karte wegzuwerfen, ist besser als ein Tipp, eine Karte anzulegen!\u201c Peter focht leidenschaftlich dagegen. Ihm galten die Tipps zum Anlegen mit h\u00f6chster Priorit\u00e4t. F\u00fcr Plausibilit\u00e4tsbetrachtungen, in der Art von \u201edann f\u00e4ngt bei Dir nach 8 mal Anlegen die reine Raterei an\u201c verfingen nicht. Sein Hilfeschrei, nein nicht Hilfe, sein blo\u00dfer intellektueller Trotz war es, der ihn den fernen G\u00fcnther anflehen lie\u00df: \u201eHallo G\u00fcnther, was sagst Du dazu?!\u201c<\/p>\n<p>Das h\u00fcbsche kleine Kartenspiel mit nach Hause zu nehmen und zuhause auszuprobieren, wie weit er es gegen bzw. mit vier Auto-Peters schafft, dieses Ansinnen schlug er glattweg aus. Er h\u00e4tte lieber uns drei noch einmal und noch einmal unter seine Mecker-Droh-Besserwisser-Pose gebracht. Doch das schlugen wir aus. \u201eHanabi\u201c wird es wohl f\u00fcr die n\u00e4chsten zw\u00f6lf Jahren am Westpark verschissen haben.<\/p>\n<p><em>Keine neue WPG-Wertung.<\/em><\/p>\n<p><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Noch ganz unter dem Eindruck der hei\u00dfen Hanabi-Diskussion spintisierte Moritz mit einer Hanabi-artigen Regelerweiterung von Bluff: Jeder darf nur die W\u00fcrfel seiner Mitspieler sehen, aber nicht die eigenen &#8230;<\/p>\n<p><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche habe ich in der Einleitung von K\u00fcnstlern als Idealisten geschrieben, die ihre Kunst aus Spa\u00df an der Freud aus\u00fcben. Diese Woche habe ich mal wieder einen solchen Zeitgenossen kennengelernt: Klaus Menz-Sander, ein \u00e4u\u00dferst begabter Maler und Grafikdesigner! Reichhaltig ist sein Schaffen, professionell seine Handschrift, beeindruckend sein \u0152uvre. 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