{"id":2155,"date":"2014-09-18T15:58:32","date_gmt":"2014-09-18T13:58:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2155"},"modified":"2014-09-18T17:00:51","modified_gmt":"2014-09-18T15:00:51","slug":"17-09-2014-ohne-galle-ohne-pepp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2014\/09\/18\/17-09-2014-ohne-galle-ohne-pepp\/","title":{"rendered":"17.09.2014: Ohne Galle, ohne Pepp"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. &#8220;Green Deal&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_2157\" aria-describedby=\"caption-attachment-2157\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GreenDeal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GreenDeal.jpg\" alt=\"Green Deal\" width=\"500\" height=\"441\" class=\"size-full wp-image-2157\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GreenDeal.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GreenDeal-150x132.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/GreenDeal-300x265.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2157\" class=\"wp-caption-text\">Green Deal<\/figcaption><\/figure>Aaron hat letzte Woche schon beschrieben, wie wir WPG-Jungfrauen zu diesem Crowdfunding-Kind gekommen sind: Einfach nicht \u201enein\u201c sagen. Heute haben wir es mit den wohlerprobten Regeln richtig gespielt. Dabei ist alles ganz einfach. Pro Runde<\/p>\n<ul>\n<li>bieten wir um die Zugreihenfolge<br \/>\n(Leider blind; was f\u00fcr ein Planspiel ziemlich kontraproduktiv ist)<\/li>\n<li>kaufen wir einen Entwicklungsfortschritt in einer von vier Farben<br \/>\n(Sie kosten Geld und schm\u00e4lern in der Regel auch noch unser zuk\u00fcnftiges Einkommen, bringen aber Siegpunkte, und irgendwie muss die Welt ja weiterkommen)<\/li>\n<li>leisten wir uns mit \u00fcberfl\u00fcssigem Geld ggf. noch ein paar Siegpunkte<\/li>\n<li>expandieren wir auf der gro\u00dfen weiten Welt<br \/>\n(Dabei erh\u00f6hen mit ein bi\u00dfchen Gl\u00fcck unser Einkommen und beeintr\u00e4chtigen das unserer expandierten Nachbarn)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wirtschaften und Siegpunkte einstreichen: Das klingt alles rund und sch\u00f6n. Nicht ganz neu, aber was gibt es schon Neues unter der Sonne?!<\/p>\n<p>Doch leider sind unsere Aktionen sehr begrenzt. Die ausliegenden Entwicklungsfortschritte, der eigentliche Motor des Spiels, sind streng rationiert. Vier davon liegen pro Runde aus, der Startspieler hat die freie Auswahl, immerhin unter vier (!) ganzen Angeboten! Manches ist besser, manches weniger besser, aber immerhin besser als nix. F\u00fcr den zweiten Spieler bleiben nur noch drei \u00fcbrig. Der letzte Spieler hingegen bekommt gar nichts: die Auslage wird vorher abger\u00e4umt. Er kann dann eine Ersatz-Aktion w\u00e4hlen, z.B. sich Spionage-Vorteile bei den n\u00e4chsten Bietaktionen der Mitspieler verschaffen, und ein Darlehen aufnehmen, das er erst am Ende des Spiels mit einem geringen Aufschlag zur\u00fcckzahlen muss.<\/p>\n<p>Aus vielen Siegpunktquellen flie\u00dfen uns periodisch Siegpunkte zu. F\u00fcr die Siegpunkte aus den Entwicklungsfortschritten sind wir ganz allein unseres Gl\u00fcckes Schmied. (Solange diese Fortschritte \u00fcberhaupt angeboten sind!) Selbiges gilt nur bedingt f\u00fcr die Pr\u00e4mien aus gleichm\u00e4\u00dfiger Entwicklung. Wenn uns die Mitspieler \u2013 warum auch immer \u2013 z.B. eine bestimmte Farbe st\u00e4ndig wegschnappen, kommen wir hier von alleine nie auf einen gr\u00fcnen Zweig. Die Siegpunkte f\u00fcr das weiteste Fortkommen in einer Kategorie sind noch st\u00e4rker abh\u00e4ngig von der entsprechenden Entwicklung der Mitspieler. Zudem k\u00f6nnen sie hier ihren realen Fortschritt tempor\u00e4r mit windigen \u201ePublic Relations\u201c autmotzen, unkalkulierbar aber effektiv. Wer zuletzt kommt, den bestraft das Leben.<\/p>\n<p>In ca. 90 Minuten sind 10 Runden gespielt, und schon ist das Spiel zu Ende. Geplant, gegl\u00fcckt und erlitten. Leider hat sich ab der zweiten oder dritten Runde nichts Bemerkenswertes mehr ergeben. Keine Progression, keine Dynamik. Keine Aktiensabotage, keine Pleiten und keine Dieselloks \u00e1 la \u201e1830\u201c. Kein Pepp! Wir d\u00fcmpeln vor uns hin und am Ende hat einer gewonnen.<\/p>\n<p>Moritz konnte schon drei Runden vor Schlu\u00df die Einlaufreihenfolge ausrechnen. Deshalb haben seine Z\u00fcge auch geringf\u00fcgig (?) l\u00e4nger gedauert. Zum Sieg hat ihm sein Wissen allerdings nicht verholfen. Aaron h\u00e4tte Peter den alleinigen Sieg vermasseln k\u00f6nnen, ohne selber dabei einen Platz gewinnen oder verlieren zu k\u00f6nnen. Das nennt man gew\u00f6hnlich Kingmakerei. Auch so etwas ist in \u201eGreen Deal\u201c enthalten.<\/p>\n<p>Im Regelheft faselt Autor Juma Al-JouJou sechs Abschnitte lang von \u201einternationalen Konzernen des Jahres 2050\u201c, von \u201eRohstoffknappheit\u201c, \u201esozialen Unruhen\u201c, \u201eEinhaltung sozialer Standards\u201c, \u201eanspruchsvollen Verbrauchern\u201c, \u201eFairtrade\u201c und \u201eNachhaltigkeit\u201c. Ja wenn er wenigstens etwas von diesen Elementen in sein Spiel eingebracht h\u00e4tte. Wenn er allerdings einem Spieler lediglich eine einzige rote Fortschrittskarte anbietet und darauf \u201eLohn-Dumping\u201c schreibt, dann hat er ihm weder spielerische Planung noch unternehmerische Freiheit gelassen. Er f\u00fchrt ihn im Labyrinth zur Erforschung von M\u00e4use-Intelligenz gerade mal einen winzigen Schritt weiter.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (vorher 7; 1 Punkt weniger f\u00fcr die ewige Rechnerei und 1 Punkt weniger f\u00fcr die vielen Unw\u00e4gbarkeiten), Moritz: 5 (es funktioniert, hat keine Designfehler, aber im Prinzip ist alles schon mal da gewesen; keinerlei Thema, lediglich ein abstraktes Rumgeschiebe auf den Fortschrittsleisten), Peter: 6 (funktioniert, ist aber ziemlich schweigsam; enth\u00e4lt leider auch Kingmaker-Effekte), Walter: 6 (funktioniert, aber pl\u00e4tschert stundenlang vor sich hin, es fehlt jede Menge Dynamik)<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Sail to India&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Auf unseren geheimen WPG-Treffen hat das Spiel bisher nur Aaron gefallen. Dabei hat das Spiel japanischer Autoren durchaus noch Chancen zu unserem \u201eSpiel des Monats\u201c. Peter fand es bisher \u00f6d. \u201eAber nur, weil er beschissen gespielt hat.\u201c<\/p>\n<p>Wir haben einen Pool von Multi-Funktions-Kl\u00f6tzchen: sie sind Pegel f\u00fcr unserem Geldbesitz, unsere Bewegungsfreiheit, und f\u00fcr unsere Siegpunkte; sie sind Marker f\u00fcr unseren Besitz an Festungen, Kirchen, M\u00e4rkten und technologischem Fortschritt, sie sind Platzhalter f\u00fcr Mannschaft und Schiffe, mit denen wir von Lissabon ausgehend einer Kartenreihe entlang in Richtung Indien segeln, Waren aufladen und verkaufen.<\/p>\n<p>Der Spielablauf besteht im wesentlichen aus der freien Bewegung dieser Kl\u00f6tzchen. Dabei k\u00f6nnen wir entscheiden, ob wir zus\u00e4tzliche Schiffe einsetzen, Handel treiben, in Richtung Indien segeln und neue L\u00e4nder entdecken, feste Siedlungen errichten oder unsere Technologie weiterentwickeln. Kurz und b\u00fcndig.<\/p>\n<p>Es gibt viele erfolgsversprechenden Strategien. Aaron setzte auf Handel und M\u00e4rkte. Doch man braucht viel Sonnenschein, bis hier die Fr\u00fcchte reif werden. Walter setzte auf schnellen Warenumschlag, allerdings etwas zu sp\u00e4t, gleich beim Start hatten seine Ambitionen zum Entdecken afrikanischer Kolonien zuviel Tempo gekostet. Peter versuchte sich in Festungen, doch wurde er hier oft ausgebremst und musste sich deshalb mit Kirchen begn\u00fcgen. Nicht schlecht, zweiter Platz. Moritz setzte auf Festungen und Technologie und wurde sicherer Sieger. Man (wer?) h\u00e4tte ihm einen Technologie-Multiplikator wegschnappen sollen. Oder \u2013 dreifaches Lamento \u2013 der Autor h\u00e4tte gleich beim Design die Wirksamkeit der Technologie etwas reduzieren sollen. Macht nix, neues Spiel, neues Gl\u00fcck!<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (die Mechanismens sind gut, sch\u00f6ner Spielansatz, mit minimalistischen Elementen viel erreicht), Moritz: 7 (originell, aber nicht mega-originell, kompaktes, kurzes Aufbauspiel; die Siegpunktschleudern am Ende sind vielleicht unn\u00f6tig; sie sollten besser die verschiedenen Spielerstrategien unterst\u00fctzen), Peter: 4 (die Ideen sind sehr nett, h\u00e4tten aber besser \u201ebalanced\u201c werden m\u00fcssen; \u201ees nervt mich, dass das viele Potential nicht ausgesch\u00f6pft wurde!\u201c), Walter: 6 (einfach, schnell, locker).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Green Deal&#8221; Aaron hat letzte Woche schon beschrieben, wie wir WPG-Jungfrauen zu diesem Crowdfunding-Kind gekommen sind: Einfach nicht \u201enein\u201c sagen. Heute haben wir es mit den wohlerprobten Regeln richtig gespielt. Dabei ist alles ganz einfach. 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