{"id":217,"date":"2009-02-05T11:44:54","date_gmt":"2009-02-05T11:44:54","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=217"},"modified":"2009-12-06T13:34:36","modified_gmt":"2009-12-06T12:34:36","slug":"04032009-uptown-in-der-flut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/02\/05\/04032009-uptown-in-der-flut\/","title":{"rendered":"04.03.2009: &#8220;Uptown&#8221; in der &#8220;Flut&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Bis zum Sonntag waren erst drei Spieler f\u00fcr den Mittwoch-Spielabend angemeldet. Am Montag r\u00fchrte sich Hans per EMail: &#8220;Ich kann diesen Mittwoch dabei sein und komme gern! &#8211; mindestens einer fehlt doch noch?&#8221;<br \/>Fehlen? Der Ausdruck war ein kleines bi\u00dfchen zu stark, denn auch ein Trio-Abend hat seine Reize, z.B. wenn &#8220;Friedrich&#8221; auf dem Tisch liegt. Mit &#8220;Imuri&#8221; hat es sogar schon faszinierende 2er-Spielabende am Westpark gegeben. Gerade mit Hans.<br \/>Walters Erinnerung daran quittierte er mit &#8220;Du sagst es, &#39;Imuri&#39; und &#39;Salta&#39;, das war wirklich eine gehaltvolle Kombination!&#8221; &#8211; War das jetzt eine Zusage oder nicht?<br \/>Geduldig wartete das Trio vom Sonntag auf den angek\u00fcndigten vierten Spieler vom Montag. Doch er kam nicht! Hans, wo bist Du abgekommen? Wolltest Du dem Gastgeber etwa einen Soloabend bereiten?<br \/><strong>1. &#8220;Uptown&#8221;<\/strong><br \/>Es galt, die Zeit zu \u00fcberbr\u00fccken, bis der vierte Mann eintrudelt. &#8220;Uptown&#8221; ist daf\u00fcr ein ideales, schnelles Spiel zum Aufw\u00e4rmen. Jeder Spieler hat den gleichen Satz von insgesamt 27 Pl\u00e4ttchen, die reihum auf vorgeschriebene Felder des Spielbrettes gelegt werden. Dabei sollen m\u00f6glichst zusammenh\u00e4ngende Ketten gebildet werden. Wer am Ende die wenigsten getrennten Ketten erzeugt hat, ist Sieger.<br \/>Im ersten Spiel wiesen am Ende alle Spieler genau zwei zusammenh\u00e4ngende Ketten auf, dabei hatte G\u00fcnther die dickste, was im Femininum allerdings nix Besonderes ist. Auch kein Kriterium als Tie-Breaker.<br \/>Alle brachten ihre Ideen und Vorschl\u00e4ge f\u00fcr ein strategisch optimales Vorgehen vor. Trivial ist das Ablegen der Pl\u00e4ttchen auf keinen Fall. Ein \u00fcberlegter Plan ist erforderlich, auch wenn die Auswahl der Pl\u00e4ttchen, die man aktuell legen darf, jeweils auf f\u00fcnf beschr\u00e4nkt ist. Zuf\u00e4llig gezogene! Doch gute Ratschl\u00e4ge unter klugen Mitspielern fallen genauso wenig auf fruchtbaren Boden wie gute Ratschl\u00e4ge vorsichtiger M\u00fctter an ihre klugen T\u00f6chter. Das zweite Spiel sollte die Nagelprobe f\u00fcr die kontroversen Strategiediskussionen ergeben.<br \/>Doch wie der Zufall so spielt: Ausgerechnet unser Spieler, der anerkannterma\u00dfen beim &#8220;Mensch-\u00e4rger-Dich-nicht&#8221; die schlechtesten W\u00fcrfel hinlegt und der beim &#8220;Schafkopfen&#8221; anerkannterma\u00dfen die schlechteste Kartenhand zugeteilt bekommt, der hatte st\u00e4ndig auf seinem Vorratsb\u00e4nkchen auch nur &#8220;Schei\u00df-Pl\u00e4ttchen&#8221; liegen. &#8211; So mu\u00df die Entscheidung \u00fcber die beste Uptown-Strategie auf einen sp\u00e4teren Termin verschoben werden.<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein 8-Punkte Spiel<\/em><br \/><strong>2. &#8220;After the Flood<\/strong>&#8220;<br \/>Hans war immer noch nicht da. Ohne Skrupel konnten wir als Schwerpunkt des Abends ein neues, dickes 3er-Spiel von Martin Wallace auf den Tisch legen: &#8220;After the Flood&#8221;. Aaron hatte von einer numerierten Auflage das Exemplar Nummer 1442 erstanden. Letztes Jahr in Essen (oder wo auch immer). Frei nach seinem Motto: &#8220;Mit Martin Wallace liegt man immer richtig&#8221;.<br \/>2-3 Stunden soll das Spiel dauern. Zus\u00e4tzlich zur Regelerkl\u00e4rung! Da kommt so ein unvorhergesehener Hans-Ausfall wie gerufen. Friedlich machten sich drei reife M\u00e4nner \u00fcber die Spielregeln her. Vier Seiten Einleitung, f\u00fcnf dicht bedruckte Seiten Regelwerk, eine Seite Zusammenfassung. Parallel zum Kl\u00fcger-Werden erzeugten wir den Spielaufbau, die Startaufstellung und die erste Ernte.<br \/>Die Szenerie liegt rund um das alte Sumerien (oder wie hie\u00df das Land der Sumerer?). Wir schicken unsere Arbeiter zu den verschiedenen Baustellen aufs Land. &#8220;Irrigation&#8221; hei\u00dft eines dieser Bet\u00e4tigungsfelder auf Englisch; drei M\u00e4nnerhirne fanden dazu nat\u00fcrlich sofort eine phonetische Assoziation. Auch das &#8211; nach Wikipedia &#8211; &#8220;paradiesische Land&#8221; Dilmun wurde unverz\u00fcglich abgewandelt. Ohne dabei den Ernst des Spieles aus den Augen zu verlieren.<br \/>Wir erarbeiten uns Rohstoffe und treiben Handel, um unsere billigen Rohstoffe gegen h\u00f6herwertige einzutauschen. Wir gr\u00fcnden St\u00e4dte und bauen sie aus, wir gr\u00fcnden Reiche, d.h. wir stellen Armeen auf, die &#8211; wie im richtigen Leben &#8211; den Handel behindern, die St\u00e4dte zerst\u00f6ren und eine Menge Ressourcen verbrauchen.<br \/>Das Spiel verl\u00e4uft \u00fcber f\u00fcnf Runden a sechs Phasen. Die dickste Phase ist die Aktionsphase, in der alle Mitarbeiter und alle Gener\u00e4le ihre T\u00e4tigkeiten entfalten. Die Anzahl der Aktionen ist a priori nicht limitiert: Jeder darf solange agieren, wie es ihm Spa\u00df macht, d.h. bis er alle seine Rohstoffe auf den optimalen Veredelungsgrad gebracht hat. Manchmal schr\u00e4nken die gegnerischen Armeen den Aktionsradius ein, oft genug aber auch nicht. Hier prallt die volle sch\u00f6pferische F\u00fclle an Zugm\u00f6glichkeiten in einer abz\u00e4hlbar endlichen Folge auf die armen Spieler herab und sie sind &#8211; zumindest als Anf\u00e4nger &#8211; total \u00fcberfordert, darin eine auch nur einigerma\u00dfen optimale Linie zu finden.<br \/>Ein paar grunds\u00e4tzliche Fragenstellungen:<br \/>1) Bis zu welchem Einsatz soll man um die Vorherrschaft in den vorteilhaftesten Reichen k\u00e4mpfen?<br \/>2) Wieviel ist der Vorteil als Startspieler wert?<br \/>3) Wieviele Zusatzarmeen soll man sich leisten? Mit welchen Mitteln soll man sie ausstatten, um sich damit Kampfvorteile zu sichern?<br \/>4) Wo gr\u00fcndet man die sichersten St\u00e4dte? Wann gr\u00fcndet man sie und wann entwickelt man sie zur Hochkultur?<br \/>5) Soll man gegnerische St\u00e4dte und Armeen angreifen und an welchen Stellen?<br \/>6) Wieviel Arbeiter sind auf dem Land und in den Fabriken jeweils notwendig?<br \/>7) An welchen Marktpl\u00e4tzen braucht man unbedingt H\u00e4ndler, um die ben\u00f6tigten Tauschaktionen l\u00fcckenlos abwickeln zu k\u00f6nnen.<br \/>8) Wieviele Angestellte schickt man ins Dildoparadies, damit sie dort ungest\u00f6rt ihre Kreise ziehen? Nach jeder Runde m\u00fcssen sie ersch\u00f6pft aufgeben!<br \/>Fragen \u00fcber Fragen. Die richtige Priorit\u00e4t ist spielentscheidend. Nach zweieinhalb Stunden hatten wir zwei der f\u00fcnf Runden absolviert, aber immer noch keinen Peil dar\u00fcber, was zu welchem Zeitpunkt wichtig, wichtiger oder am wichtigsten ist. Noch kein Gef\u00fchl daf\u00fcr, wie man die n\u00e4chste Runde angehen soll.<br \/>In jedem Fall verl\u00e4uft der Kampf um die beste Entwicklung mit einer maximalen Spieler-Interaktion. Jede vorteilhafte Position ist umk\u00e4mpft. Der Sieger in einer Auseinandersetzung gewinnt eine gute Ausgangsstellung, mu\u00df daf\u00fcr aber eine erhebliche Menge an Ressourcen verpulvern, und schafft sich sofort zwei Feinde, die ihm die Fr\u00fcchte seiner Dominanz so sauer wie m\u00f6glich werden lassen. In dieser Hinsicht ist das 3-Personenspiel vorz\u00fcglich konstruiert und auch gut ausbalanciert.<br \/>Letztere Einsch\u00e4tzung ist allerdings nicht unumstritten. Im Gegensatz zu &#8220;Friedrich&#8221;, bei dem allen sofort klar war, da\u00df hier ein gro\u00dfes Spiel auf dem Tisch liegt, mu\u00df &#8220;After the Flood&#8221; seine wirkliche Gr\u00f6\u00dfe erst noch unter Beweis stellen. Zum Nochmals-Spielen um seine Geheimnisse zu ergr\u00fcnden reizt es auf alle F\u00e4lle. Aaron wird noch ein bi\u00dfchen im Internet nachschauen, was andere Geister dazu bereits herausgefunden haben.<br \/><em>Preliminary WPG-Wertung: Aaron: 6 (bef\u00fcrchtet, da\u00df es &#8220;kippelig&#8221; ist), G\u00fcnther: 6 (noch skeptisch), Walter: 7 (mit Tendenz zu mehr)<\/em><br \/><strong>3. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Nach vielen Stunden Planen und Wundern brauchten wir noch ein abschlie\u00dfendes Spielerlebnis. Dazu ist &#8220;Bluff&#8221; ein nicht zu \u00fcberbietendes Medium.<br \/>Das erste Spiel gewann Aaron vor G\u00fcnther, im zweiten war es umgekehrt. Jeweils vor einem weiteren Teilnehmer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis zum Sonntag waren erst drei Spieler f\u00fcr den Mittwoch-Spielabend angemeldet. Am Montag r\u00fchrte sich Hans per EMail: &#8220;Ich kann diesen Mittwoch dabei sein und komme gern! &#8211; mindestens einer fehlt doch noch?&#8221;Fehlen? 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