{"id":2216,"date":"2015-02-19T15:39:17","date_gmt":"2015-02-19T14:39:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2216"},"modified":"2015-02-26T13:57:58","modified_gmt":"2015-02-26T12:57:58","slug":"18-02-2015-fuenfundzwanzig-raeume-in-sankt-petersburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2015\/02\/19\/18-02-2015-fuenfundzwanzig-raeume-in-sankt-petersburg\/","title":{"rendered":"18.02.2015: F\u00fcnfundzwanzig R\u00e4ume in Sankt Petersburg"},"content":{"rendered":"<p>Moritz hat dieses Jahr einen leibhaftigen Faschingsorden bekommen. In Bonn, von der dortigen Faschingsgarde (wie immer man sie dort nennt), f\u00fcr die \u201eRhapsody in Blue\u201c (von ihm gespielt, nicht komponiert), \u00fcberreicht vom Oberb\u00fcrgermeister der Stadt und mit einem Ku\u00df der Faschingsprinzessin garniert. Direkt auf den Mund. Moritz hat seitdem sein Gesicht nicht mehr gewaschen!<\/p>\n<p>Da soll einer nochmal sagen, dass die klassische Musik tot ist. Ist Gershwin etwa kein Klassiker? Und Moritz kein herausragender Exponent der E-Musik?<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Das neue Sankt Petersburg \u2013 der Markt&#8221;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2218\" aria-describedby=\"caption-attachment-2218\" style=\"width: 466px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/MoritzInSanktPetersburg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2218\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/MoritzInSanktPetersburg.jpg\" alt=\"Highlander in Sankt Petersburg\" width=\"466\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/MoritzInSanktPetersburg.jpg 466w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/MoritzInSanktPetersburg-117x150.jpg 117w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/MoritzInSanktPetersburg-233x300.jpg 233w\" sizes=\"auto, (max-width: 466px) 100vw, 466px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2218\" class=\"wp-caption-text\">Highlander in Sankt Petersburg<\/figcaption><\/figure>\n<p>Hans-im-Gl\u00fcck hat f\u00fcr den bereits zehn Jahre alten Klassiker eine komplett \u00fcberarbeitete Neuauflage herausgebracht. Neben dem bereits in der Original-Version verdienten Bernd Brunnhofer hat sich jetzt auch der geniale \u201eMacher\u201c Karl-Heinz Schmiel \u00fcber die Regeln hergemacht.<\/p>\n<p>Geblieben sind die Karten f\u00fcr Handwerker, Bauwerke, Adelige und Upgrader, geblieben sind die Wertungsphasen f\u00fcr Einnahmen und Siegpunkte, die Rabatte bei Kauf von gleichartigen Karten und die enormen \u2013 quadratisch wachsenden &#8211; Pr\u00e4mien f\u00fcr viele Adelige.<\/p>\n<p>Wesentliche Neuerungen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>gelbe <strong>Marktkarten<\/strong>, die einerseits Geld einbringen, mit denen man sich aber vor allem Majorit\u00e4ten in f\u00fcnf verschiedenen Warensorten erwerben kann, die Runde f\u00fcr Runde mit Siegpunkten belohnt werden<\/li>\n<li>insgesamt sechs neue \u201cModule\u201d, die in beliebiger Anzahl und Mixtur in den Spielablauf hineingenommen werden k\u00f6nnen und neue Spielvarianten erzeugen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir spielten mit den \u201eH\u00fcrden\u201c: dies sind K\u00e4rtchen, die bestimmte Kriterien vorschreiben, die man erf\u00fcllt haben muss (z.B. mindestens 2 Bauwerke zu besitzen), wenn man eine definierte H\u00f6he in der Siegpunktleiste \u00fcberschreiten m\u00f6chte. Zus\u00e4tzlich werden f\u00fcr wohldefinierten Besitz an Siegpunkten verschiedentlich Pr\u00e4mien ausgesch\u00fcttet, die man bei einer scharfen Kalkulation seiner Geldmittel unbedingt in Ansatz bringen sollte.<\/p>\n<p>Walter bekam gleich in der ersten Runde eine billige gelbe Kohlkopf-Karte, kurz danach auch noch ein paar Tomaten, die ihm sieben Runden lang die Majorit\u00e4t beim entsprechenden Gem\u00fcse bescherten, die entsprechenden Siegpunkt-Pr\u00e4mien einbrachten und ihn sechs Runden lang das Feld anf\u00fchren lie\u00dfen. In der Schlusswertung schlug \u201eWer schon?\u201c mit 6 Adeligen zu, die ihn mit ihren 6 * (6+1) \/ 2 = 28 Spiegpunkten mit gro\u00dfem Abstand an die Spitze katapultierten.<\/p>\n<p>Das neue \u201eSankt Petersburg\u201c ist wie das alte eine gelungene runde Sch\u00f6pfung. Alle Spieler sind st\u00e4ndig im Spielgeschehen involviert, es ist spannend, konstruktiv, mit dynamisch wachsendem Entwicklungspotential. Es gibt eine Menge Konkurrenz im Einkauf und Besitztum, und es gibt vielerlei ganz unterschiedliche Schienen, um das Spiel zu gewinnen. Und ein wohldosierter Zufall sorgt daf\u00fcr, dass keine Schiene eindeutig \u00fcber alle anderen dominiert. Anpassung ist gefragt. Spielerische Anpassung, und das ist doch schon ein erhebliches Qualit\u00e4tsmerkmal.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ber\u00fccksichtigung der neuen Spielelemente in Sankt Petersburg m\u00fcsste unsere Karten-Analyse www.westpark-gamers.de\/Artikel\/petersburg_analysis.html total \u00fcberarbeitet werden. Doch die Analyse war bisher schon reichlich windschief. Wir lassen das.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 8 (auch das alte \u201eSankt Petersburg\u201c bekommt einen Punkt weniger; noch einen halben Punktabzug f\u00fcr das mickrige Gimmick), G\u00fcnther: 9 (empfielt zum StP-Einstieg die alte Version, doch wenn man diese bereits hundert Mal gespielt hat [oder mittels G\u00fcnthers PC-Implementierung www.westpark-gamers.de\/download\/sp_pc.php bereits tausend Mal], dann bingt die neue Version neuen Spa\u00df und neue Herausforderungen), Moritz: 8 (eine sorgf\u00e4ltige \u00dcberarbeitung), Walter: 9 (hat das alte StP bereits hundert Mal gespielt und deshalb noch mehr Spa\u00df am neuen; besonders die \u201eH\u00fcrden\u201c sorgen f\u00fcr mehr Durchmischung innerhalb der bisherigen Vorgehensweisen).<\/em><\/p>\n<p>Bei der Herstellung des neuen Sankt Petersburg hat sich HiG das in letzter Zeit popu\u00e4r gewordene Crowd-Funding Marketing-Modell zu eigen gemacht. Aaron ist als Subsribent eingestiegen und damit bitter entt\u00e4uscht worden:<\/p>\n<p>Es war versprochen worden, dass alle Beteiligten <strong>vor<\/strong> Essen 2014 ihr Exemplar bekommen. Doch dann traten Produktionsprobleme (oder wurden vorgesch\u00fctzt), so dass in Essen zwar Hinz und Kunz das Spiel erstehen und gleich nachts im Arosa ausprobieren konnten, alle Subscribenten aber immer noch leer dastanden. Wie absurd: Genau diejenigen, die das Spiel gef\u00f6rdert hatten, sahen in die R\u00f6hre. Ernsthafte Verwarnung f\u00fcr HiG.<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter wurde \u201eDas neue Sankt Petersburg\u201c zusammen mit \u201eHelios\u201c im Doppelpak von den Heidelbergern f\u00fcr 25 Euro verkauft; die Subscribenten hatten f\u00fcr das nackte \u201eSankt Petersburg\u201c allein 38 Euro hinbl\u00e4ttern m\u00fcssen. Zweite Verwarnung und rote Karte f\u00fcr HiG. Oder werden im Crowd-Funding Modell alle Subscribenten grunds\u00e4tzlich als selbstlose idiotische Melkk\u00fche angesehen?<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Room-25&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Ein Mischung aus Robo Rally, Das verr\u00fcckte Labyrinth, Puzzle und Memory. Dazu alles noch in Kooperation. Plus einem Verr\u00e4ter!<\/p>\n<p>Wir stehen auf einer Fl\u00e4che bestehend aus 25 Quadraten unbekannten Untergrundes, bewegen uns einzeln oder getrennt, blind oder sehend, ipso-mobil oder geschubst werdend, vielleicht sogar eine ganze Untergrundreihe rundummadumm verschiebend von Quadrat zu Quadrat und entdecken so St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck das gef\u00e4hrliche Terrain unter unseren F\u00fc\u00dfen. \u201eFlutkammern\u201c blockiern, \u201eS\u00e4ureb\u00e4der\u201c l\u00f6sen uns auf, \u201eTodeskammern\u201c eliminieren uns fr\u00fcher und \u201eFallenkammern\u201c sp\u00e4ter. All diese topologischen Unbilden sollten wir bei unseren Streifz\u00fcgen vermeiden, bis wir Raum-25 entdeckt haben.<\/p>\n<p>Jetzt bekommt das Spiel eine radikale Wende. Es geht nicht mehr darum, Neuland zu entdecken (zum Gl\u00fcck gibt es auch nicht-t\u00f6dlichen Untergrund), sondern alle Spieler m\u00fcssen so schnell wie m\u00f6glich zu diesem Raum-25 kommen und diesen Raum dann aus dem Spielfeld herausschieben. Innerhalb von f\u00fcnf Runden muss das geschafft sein, sonst haben alle verloren. Dies ist dann eine verzwickte Puzzle-Aufgabe, bei der alle mitdenken: Wer soll in welcher Reihenfolge wohin gehen, wer soll welche Reihen verschieben, \u00fcber welche Winkelz\u00fcge k\u00f6nnen wir t\u00f6dlichen Quadraten ausweichen um das gemeinsame Ziel zu schaffen. Gemeinsames, gr\u00fcndliches Planen und hoffentlich fehlerloses Ausf\u00fchren.<\/p>\n<p>Doch damit das Ganze nicht zu einem rationalen No-brainer verk\u00fcmmert, ist einer der Mitspieler der Verr\u00e4ter. Vom Zufall dazu bestimmt gewinnt er, wenn die anderen die Flucht nicht schaffen. In der Entdeckungsphase tut er so unschuldig wie ein Lamm, freut sich \u00fcber jedes gute Feld und \u00fcber jedes Entkommen vor einem b\u00f6sen Feld. Und in der Endphase schiebt er ein einziges Mal die ihm zugewiesene Untergrundreihe in die falsche Richtung, und die gesamte Planung ist im Arsch, die gemeinsame Rettung steht in den Sternen und der Sieg ist beim Teufel.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck (d.h. zuf\u00e4lligerweise) war in unserem Spiel keinem die Verr\u00e4terrollte zugeteilt worden. So konnten wir die Rettungsphase ohne Zwischenf\u00e4lle durchstehen. Aber jedem war klar, dass jeder der Mitspieler mit einem einzigen Verr\u00e4terzug unweigerlich alle Guten h\u00e4tte scheitern lassen k\u00f6nnen. Das ist die Crux in \u201eRoom-25\u201c. Einige h\u00fcbsche Kooperations-Ideen und Aufgaben, die am Ende aber nicht funktionieren.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (Multi-Player-Puzzle, Arbeit und Schwei\u00df, Knobelspiel, aber eines der schlechtesten), G\u00fcnther: 4 (<strong>nur 4<\/strong>, obwohl ich Knobelspiele mag, aber es gibt andere Sachen, die ich lieber knobele), Moritz: 5 (das Spielmaterial ist sch\u00f6n, mir fehlt Flair; auch bei BGG wurde beschrieben, dass die Aufgabe ohne Verr\u00e4ter zu leicht und mit Verr\u00e4ter zu schwer ist), Walter: 4 (eine gewisse topologische Herausforderung, doch es fehlt Reife und Balance).<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Im 1:1 Endspiel gegen Moritz gab der Immer-4-Stratege Walter 1 mal die F\u00fcnf vor. Moritz z\u00f6gerte mit seiner Antwort, da deckte Walter \u2013 um das Ende abzuk\u00fcrzen \u2013 mit der Bemerkung \u201eIch zweifele jede weitere Angabe an\u201c freiwillig seinen Becher auf. Wirklich, es war eine F\u00fcnf darunter. Moritz druckste noch eine Weile herum, bevor er aufgab.<\/p>\n<p>G\u00fcnther bezweifelte die Sinnhaftigkeit von Walters Aufdecken. Hatte er damit seine Gewinn-Chancen vermindert?<\/p>\n<p>Mit 2\/3 Wahrscheinlichkeit hatte Moritz eine Eins bis Vier unter seinem Becher und damit unweigerlich verloren. Mit 1\/3 Wahrscheinlichkeit hat er eine F\u00fcnf oder einen Stern unter dem Becher, setzt \u2013 einzige sinnvolle Alternative! \u2013 auf 2 mal dieF\u00fcnf und hat damit unweigerlich gewonnen.<\/p>\n<p>G\u00fcnthers Kritik wurde zur\u00fcckgewiesen, die Zur\u00fcckweisung aber noch nicht vollst\u00e4ndig eingesehen. Dabei war Walters Vorgehen doch schon exakt in G\u00fcnthers ureigener Immer-5-Strategie beschrieben worden. Q.e.d.<\/p>\n<p><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moritz hat dieses Jahr einen leibhaftigen Faschingsorden bekommen. In Bonn, von der dortigen Faschingsgarde (wie immer man sie dort nennt), f\u00fcr die \u201eRhapsody in Blue\u201c (von ihm gespielt, nicht komponiert), \u00fcberreicht vom Oberb\u00fcrgermeister der Stadt und mit einem Ku\u00df der Faschingsprinzessin garniert. Direkt auf den Mund. Moritz hat seitdem sein Gesicht nicht mehr gewaschen! 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