{"id":2224,"date":"2015-03-06T20:44:27","date_gmt":"2015-03-06T19:44:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2224"},"modified":"2015-04-01T18:28:23","modified_gmt":"2015-04-01T16:28:23","slug":"04-03-2015-chaos-vs-mitspielerchaos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2015\/03\/06\/04-03-2015-chaos-vs-mitspielerchaos\/","title":{"rendered":"04.03.2015: Chaos vs. Mitspielerchaos"},"content":{"rendered":"<p>Das \u201eGendern\u201c der Sprache im \u00f6ffentlichen Raum wird immer emsiger vorangetrieben. So gibt es in NRW ein Gesetz, alle Begriffsbildungen mit \u201eStudenten\u201c in \u201eStudierende\u201c zu verwandeln, z.B. wird \u201eStudentenwerk\u201c zum \u201eStudierendenwerk\u201c. Mein Gott, welch\u2019 ein Fortschritt!<\/p>\n<p>Diese Woche gab es im deutschen Fernsehen eine Podiumsdiskussion, wo sich ein Genderei-Vertreter doch tats\u00e4chlich zu der Behauptung verstieg, es g\u00e4be einen <strong>BIOLOGISCHEN<\/strong> Unterschied zwischen Mann und Frau! Wo hat er denn diese Weissheit aufgeschnappt? Da bin ich fast 40 Jahre mit einer Frau verheiratet und habe noch nichts davon gemerkt. Der <strong>psychische<\/strong> Unterschied zwischen uns wird mir hingegen t\u00e4glich schmerzvoll bewu\u00dft, wenn sich meine Frau \u00fcber Kr\u00fcmel auf dem Fu\u00dfboden (nicht auf dem Bettlaken!) aufregt, die ich dann mit dem Staubsauger beseitigen soll &#8230; Vive la difference!<\/p>\n<p>Die Genderei hat jetzt auch die Westparker, zumindest unseren Aaron, getroffen. Er hat einen Artikel f\u00fcr das \u201einstitut fuer bibliotheksorganisation, bibliotheksentwicklung und lesepaedagogik\u201c geschrieben und bekam prompt als Antwort zur\u00fcck: <em>\u201eGem\u00e4\u00df den Vorgaben unseres Tr\u00e4gers, des Landes Steiermark, sind wir dazu angehalten, Texte zu gendern. Ich habe mir daher erlaubt, mit dem Binnen-I bzw. der Anf\u00fchrung der m\u00e4nnlichen und weiblichen Form dem Folge zu leisten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Dieses Ansinnen und seine Ausf\u00fchrung hat bei ALLEN von uns reichlich Entr\u00fcstung ausgel\u00f6st. Andrea, eines unserer wenigen Weibchen, brachte es auf den Punkt: \u201eDon&#8217;t gender, be original, dear Aaron!\u201c<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Nobiles&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Weitere Balancierungsarbeiten an Aarons Eigenentwicklung. Es gibt eine Menge unterschiedlicher Strategien (vielleicht schon zu viele?), die alle erfolgreich sein sollen:<\/p>\n<ul>\n<li>Startspieler-Tricksereien vs. letztes Z\u00fcnglein an der Waage sein<\/li>\n<li>Konstruktives Mithelfen vs. destruktive Kn\u00fcppel zwischen die Beine werfen.<\/li>\n<li>fr\u00fches oder sp\u00e4tes Politikerwerden, auf Biegen oder Brechen<\/li>\n<li>Siegpunkte kaufen statt sie zu erarbeiten oder erpolitisieren.<\/li>\n<li>sich total auf den politischen Endkampf in der letzten Runde konzentrieren, wo nochmals die H\u00e4lfte aller Siegpunkte ausgesch\u00fcttet werden, und davon dem H\u00e4uptling der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil in den Scho\u00df f\u00e4llt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es gibt viel zu denken und zu rechnen. Nicht nur die eigenen Z\u00fcge m\u00fcssen langfristig \u00fcberlegt werden, es gilt auch noch absch\u00e4tzen, welchen Absichten wohl die Mitspieler verfolgen und in welche Richtung sie ihre Aktivit\u00e4ten entfalten werden. Die aktuelle Version ist nur bedingt ein Aufbauspiel. Diesmal kamen ihre diplomatischen Seiten deutlich ans Tageslicht. Und am Ende entscheiden ganz wenige, im Details nicht vorhersehbare Gegebenheiten \u00fcber den Sieg. Walter gebrauchte hierf\u00fcr etwas abwertend das Wort \u201eChaos\u201c, was beim Autor nat\u00fcrlich erhebliches Stirnerunzeln hervorrief. F\u00fcr G\u00fcnther hingegen ist \u201eMitspielerchaos\u201c eine absolut positive Eigenschaft eines Spiels. Die Formulierung \u201enicht-beherrschbar\u201c brachte eine tragf\u00e4higen Kompromiss.<\/p>\n<p><em>Keine WPG-Wertung f\u00fcr ein Spiel in der Entstehungsphase.<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Die Staufer&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcnf Spiele von Andreas Steding gibt es schon in unserer Wertungsliste. Mit \u201eHansa Teutonica\u201c hat er auch schon ein \u201eSpiel des Monats\u201c bei uns gelandet. Jetzt hat unser HiG-minded G\u00fcnther Stedings erstes HiG-Spiel bei uns lanciert.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2226\" aria-describedby=\"caption-attachment-2226\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/DieStaufer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2226\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/DieStaufer.jpg\" alt=\"Die Staufer\" width=\"550\" height=\"475\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/DieStaufer.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/DieStaufer-150x130.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/DieStaufer-300x259.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2226\" class=\"wp-caption-text\">Die Staufer: Der K\u00f6nig in Milano<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es wird vielleicht nicht jeder wissen, aber die K\u00f6nige des Mittelalters hatten keinen festen Wohnsitz, sondern zogen von Pfalz zu Pfalz, von Aachen bis Palermo, und mit ihnen der ganze Hof. So gibt es auch in \u201eDie Staufer\u201c einen K\u00f6nig, der von Pfalz zu Pfalz zieht und sein Gefolge, unsere P\u00f6ppel, sind stets um ihn herum. Hier nehmen sie f\u00fcr all ihren Unternehmungen ihren Ausgang. Das zum Thema. Aaron machte uns den Moritz und fand es etwas d\u00fcnn. Ist aber nicht so wichtig, Hauptsache, die Mechanismen stimmen.<\/p>\n<p>Wir bewegen unsere P\u00f6ppel von Pfalz zu Pfalz um die stauferische Welt herum, belegen mit unseren Kavenzm\u00e4nnern die dicken Positionen und mit normalen P\u00f6ppeln die Positionen f\u00fcr die Normal-Sterblichen. F\u00fcr die Bewegung brauchen wir Bewegungspunkte, die uns in Personalunion mit unseren P\u00f6ppeln vorliegen, und die uns entsprechend bald ausgehen. So m\u00fcssen wir bei unseren Z\u00fcgen st\u00e4ndig darauf achten, neue P\u00f6ppel resp. Bewegungspunkte zu rekrutieren. Dies geschieht einmal durch \u201eSchatztruhen\u201c, die jedem Feld, auf das wir unsere P\u00f6ppel setzen, beigeordnet sind, und die uns verschiedene Vorteile, u.a. auch neue P\u00f6ppel einbringen. Zum anderen geschieht das, indem wir uns gar nicht bewegen, sondern uns stattdessen Nachschub aneignen, der vorzugsweise aus neuen P\u00f6ppeln besteht. Wer als Erster an einem Nachschub-Feld andockt, bekommt hier als Pr\u00e4mie auch noch eine Schatztruhe mit weiteren Vorteilen.<\/p>\n<p>P\u00f6ppel sind immer knapp. Haush\u00e4lterisch mit diesen Resourcen umzugehen, ist eine Grundvoraussetzung f\u00fcr gutes Spiel.<\/p>\n<p>Ja, und warum bewegen wir uns in der Stauferwelt? Nach jeweils drei Z\u00fcgen ist eine Spielrunde zu Ende, und eine definierte Pfalz wird gewertet. Wer hier die meisten oder die h\u00f6chstrangigen Felder besetzt hat, bekommt eine erkleckliche Anzahl von Siegpunkten. Der Zweite bekommt auch noch was. Der Dritte geht in einer Dreierrunde leer aus.<\/p>\n<p>Neben der definierten Pfalz wird eine weitere, aus dem Spielablauf (Mitspielerchaos) heraus bestimmte Pfalz gewertet, z.B. diejenige, die noch die meisten Schatztruhen enth\u00e4lt, oder diejenige, in der die meisten P\u00f6ppel stehen.<\/p>\n<p>Nach f\u00fcnf Runden ist das gesamte Spiel zu Ende, und jeder Spieler erh\u00e4lt noch Sonderpunkte f\u00fcr drei verschiedene Arten von Auftr\u00e4gen, die jeder zu Spielbeginn ausgeteilt bekam, z.B. wenn seine P\u00f6ppel in einer vorgegebenen Pfalz die meisten \/ h\u00f6chstrangigen Pl\u00e4tze besetzen, oder wenn seine P\u00f6ppel auf dem Spielfeld in einer bestimmten Konstellation stehen.<\/p>\n<p>\u201eDie Staufer\u201c bieten reichlich Gelegenheit zu Optimierungsrechnungen. F\u00fcr die eigenen Ziele muss rechtzeitig das notwendige Potential erworben und folgerichtig eingesetzt werden; zugleich m\u00fcssen dabei die M\u00f6glichkeiten und Absichten der Mitspieler scharf im Auge behalten werden. (Genau wie bei \u201eNobiles\u201c!) Vielseitig, spielerisch und \u2013 fast \u2013 unbeherrschbar.<\/p>\n<p>Sehr viele Gedanken hat man sich \u00fcber die Reihenfolge gemacht, nach der in jeder Runde die Spieler ihre drei Z\u00fcge machen d\u00fcrfen. Doch gerade WEIL man sich hier\u00fcber Gedanken gemacht und eine neue L\u00f6sung angeboten wurde, war Walter aufgebracht \u00fcber einen grunds\u00e4tzlichen Konstruktionsfehler. Wer als Erster einen Nachschub-Zug tut, kann sich den besten Nachschub-Zug aussuchen, bekommt obendrein noch eine Schatztruhe und ist in der n\u00e4chsten Runde wieder Startspieler! <strong>Wer also Startspieler ist, darf als Erster den besten Nachschub-Zug t\u00e4tigen und bleibt deshalb auch noch Startspieler, so dass er in jeder Runde den besten Zug bekommt! Das kann kein gutes Prinzip sein!<\/strong> Dieses Prinzip w\u00e4re sogar schlecht, wenn der erste Nachschub-Zug der schlechteste w\u00e4re und die anderen der Reihe nach immer besser w\u00fcrden! In diesem Fall w\u00e4re der Startspieler in jeder Runde benachteiligt!<\/p>\n<p>Das Prinzip w\u00e4re tragbar, wenn die Bewegungsz\u00fcge deutlich besser w\u00e4ren als die Nachschub-Z\u00fcge, so dass sich alle Spieler erst mal dort austoben, bis irgendwann mal die Waage kippt, und auch die Nachschub-Z\u00fcge lukrativ w\u00fcrden. Das ist aber nicht der Fall. Besonders in den ersten Runden ist der Nachschub lebenswichtig und unvermeidbar, so dass sich alle Spieler hier engagieren m\u00fcssen. Es ist eine logische Fehlleistung, dass hier der erste Bevorrechtigte das ganze Spiel \u00fcber der erste Bevorrechtigte bleibt. Q.e.d!<\/p>\n<p>Als HiG-Nibelunge musste G\u00fcnther hier nat\u00fcrlich widersprechen. Er lobte &#8211; ganz abstrakt &#8211; die Vorteile der Bewegungsz\u00fcge, als h\u00e4tte er sie selber erfunden. Nein, meine Lieben, HiG hat hier ganz einfach geschludert. Ich nehme jetzt mal an, dass dieser Zugreihenfolgbestimmmechanismus (ZRBM) im Laufe der Entwicklung vom Verlag, nicht von Autor erfunden wurde!<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (sch\u00f6ne Elemente, aber nicht ganz mein Spiel: es gibt ZU VIEL zu beachten), G\u00fcnther: 8 (habe es jetzt zum dritten Mal gespielt, finde es immer noch ein super Spiel; st\u00e4ndige Interaktion, viele Gewinn-Alternativen), Walter: 6 (sch\u00f6nes Spiel, vielseitig und konstruktiv, 1 Punkt Abzug wegen des bescheuerten ZRBM. Ich m\u00f6chte das Spiel als Letzter in der Zugreihenfolge nicht noch einmal spielen!).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u201eGendern\u201c der Sprache im \u00f6ffentlichen Raum wird immer emsiger vorangetrieben. So gibt es in NRW ein Gesetz, alle Begriffsbildungen mit \u201eStudenten\u201c in \u201eStudierende\u201c zu verwandeln, z.B. wird \u201eStudentenwerk\u201c zum \u201eStudierendenwerk\u201c. Mein Gott, welch\u2019 ein Fortschritt! 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