{"id":223,"date":"2009-03-19T17:31:11","date_gmt":"2009-03-19T17:31:11","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=223"},"modified":"2009-12-06T13:26:28","modified_gmt":"2009-12-06T12:26:28","slug":"18032009-niederkunft-in-der-via-romana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/03\/19\/18032009-niederkunft-in-der-via-romana\/","title":{"rendered":"18.03.2009: Niederkunft in der &#8220;Via Romana&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Was ist denn aus Moritz&#8217; (brett-)spielerischem Erstlingswerk, dem &#8220;20. Jahrhundert&#8221; geworden? Ein paar S\u00e4tze aus dem \u00e4rztlichen Bulletin: Seine Entwicklung verl\u00e4uft normal, der Phalanx-Verlag hat es zur Beobachtung \u00fcbernommen, mit Spannung sehen wir seiner Niederkunft entgegen.<br \/>Arpad&#8217;s &#8220;Wegelagerer&#8221;, deren Reifeprozess wir vor gut 2 Jahren mit viel Vorschu\u00dflorbeeren begleitet haben, haben einen entsprechenden H\u00e4rtetest bei Hans-im-Gl\u00fcck nicht \u00fcberstanden. Aber Arpad hat sich nicht entmutigen lassen. Er hat gerade seine f\u00fcnftes (oder sechstes) Spielbaby mit viel Liebe und Phantasie gezeugt und wartet bei HiG auf den g\u00f6ttlichen Segen. Schaun mer mal.<br \/><strong>1. &#8220;Via Romana&#8221;<\/strong><br \/>Drei Spieler konnten sich nicht erinnern, ob sie das Spiel schon gespielt haben oder nicht. Die Figuren auf der Schachtel schienen bekannt zu sein, doch das hei\u00dft nicht viel. Selbst G\u00fcnther als Besitzer und Via-Verantwortlicher mu\u00dfte f\u00fcr die Erkl\u00e4rung des Spielablaufs zum Regelheft greifen. Daneben hatte er st\u00e4ndig drei unruhige Geister im Griff zu halten, die allein aus den Piktogrammen der Spielbeilagen auf die Ablaufmechanismen schlie\u00dfen und seine Ausf\u00fchrungen besserwisserisch korrigieren wollten.<br \/>Mit einem Spielbrett nach Art von &#8220;Zug um Zug&#8221; mu\u00df man Verbindungen und Knotenpunkte bauen. Um einen altr\u00f6mischen Anachronismus zu vermeiden, hei\u00dfen die Gleisst\u00fccke &#8220;Meilensteine&#8221; und die Bahnh\u00f6fe &#8220;Festungen&#8221;. Am Bau jeder Strecke darf sich jeder beteiligen, und man braucht dazu mehr oder weniger zuf\u00e4llig gezogene Karten als Baugenehmigung am gew\u00fcnschten Ort irgendwo auf dem Spielbrett.<br \/>&#8220;Da wird man doch gespielt!&#8221; warf Moritz schon mal prophylaktisch in die Runde. Einen Vorwurf, den er f\u00fcr seine allergr\u00f6\u00dften Spielfavoriten oft genug selbst zu h\u00f6ren kriegt. Postwendend fragt Aaron zur\u00fcck: &#8220;Enth\u00e4lt es Phantasieelemente?&#8221; Aus seiner Stimme ging nicht hervor, ob er hier gerne ein &#8220;Ja&#8221; oder ein &#8220;Nein&#8221; als Antwort bekommen h\u00e4tte. G\u00fcnther beruhigte: &#8220;Es ist ein lockeres Familienspiel!&#8221;.<br \/>Ist die Verbindungsstrecke zwischen zwei Festungen hergestellt, erfolgt eine Zwischenwertung. Wer die meisten Meilensteine gelegt hat, bekommt Siegpunkte. Die anderen bekommen f\u00fcr jeden gelegten Meilenstein eine neue Baukarte, die sie sich diesmal aus einer <strong>offenen<\/strong> Auslage heraussuchen d\u00fcrfen.<br \/>Wir spielten nat\u00fcrlich gleich mit der Expertenregel. Dadurch wird das Handlimit an Baukarten strenger gehandhabt und beim Gleichstand an Meilensteinen bekommt keiner was. Damit ergibt sich f\u00fcr jeden die Gelegenheit, bei der Fertigstellung einer Strecke den g\u00fcnstigsten Zeitpunkt heraussuchen, wo die beteiligten Mitspieler m\u00f6glichst leer ausgehen. Aaron erkannte sogleich &#8220;Das ist ja taktisch ohne Ende&#8221;.<br \/>Ja, diese kleine Quelle reiner Schadenfreude ist f\u00fcr reifere Semester wohl das bemerkenswerteste Element von &#8220;Via Romana&#8221;. Die Interaktion beschr\u00e4nkt sich darauf, eine Nasenspitze vor den Mitspielern die lukrativste Strecke zu vollenden. Im wesentlichen w\u00e4hlt jeder aus seiner aktuellen Kartenhand zwei, drei Karten aus, die einen maximalen Baufortschritt gestatten. G\u00fcnther hatte &#8220;dabei st\u00e4ndig das Bed\u00fcrfnis, irgendwo gezielt zu agieren, durfte es blo\u00df nicht&#8221;. Planung und Kartenpflege versuchen nur die rettungslosesten Optimisten.<br \/>Das war von Autor und Verlag auch nicht anders geplant. Ein lockeres Familienspiel war beabsichtigt, und das ist gelungen. Das Spielmaterial ist gef\u00e4llig, die Ausstattung auch. Es mu\u00df beim Spielen nicht immer Schwerstarbeit geleistet werden. Moritz hat trotzdem gewonnen.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 7, G\u00fcnther: 7, Moritz: 7, Walter: 6<\/em><br \/><strong>2. &#8220;Steel Driver&#8221;<\/strong><br \/>Diesmal war unzweifelhaft, da\u00df wir das Spiel alle schon kannten, doch schon allein die Unterscheidung zwischen spielereigenen P\u00f6ppeln und Markern und dem gleichfarbigen Gemeinschaftsmaterial stellte uns vor nahezu unl\u00f6sbare Probleme. Ohne Regelheft und konsequenten Regelvortrag h\u00e4tten wir kapitulieren m\u00fcssen.<br \/>&#8220;Steel Driver&#8221; ist ein klassisches Eisenbahn-Aktienspiel um Linien und Strecken. Bei einer gut gef\u00fchrten Linie gehen alle Shares zu H\u00f6chstpreisen weg und liefern so der Gesellschaft auch wieder reichlich Mittel, ihre Strecken opulent auszubauen. Eine schlecht gef\u00fchrte Linie d\u00fcmpelt von Runde zu Runde nur so vor sich hin, ohne jemals einen rechten Liebhaber zu finden. Und ob bzw. wie eine Linie gut oder schlecht gef\u00fchrt wird, das entscheidet sich bereits durch den Aktienpreis der ersten Runde. Und nat\u00fcrlich durch die Zielsetzung des Pr\u00e4sidenten: &#8220;Go West&#8221; ist auf dem nordamerikanischen Kontinent immer richtig gewesen.<br \/>Eigentlich sollten da keine gro\u00dfen Geheimnisse ergr\u00fcndet werden, eigentlich ist der Streckenbau trivial. Doch wir dachten, planten und diskutieren dar\u00fcber, als gelte es hinter die Kondomstrategie von Benedikt XVI zu kommen. &#8220;Ich find&#8217;s trotzdem total arschlochm\u00e4\u00dfig&#8221; entr\u00fcstete sich Moritz, als G\u00fcnther seine Linie ins Abseits dr\u00e4ngte, um seine eigene Mehrheitslinie besser herauskommen zu lassen. Er bedachte seine Mitspieler sogar mehrmals mit dem Hauptwort, das in dem etwas ungew\u00f6hnlichen Eigenschaftswort enthalten ist. Doch die Stimmung war gut, Aaron gab es unger\u00fchrt zur\u00fcck.<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung: Aaron und Walter bleiben bei 8 Punkten, Moritz hat vergessen, seine bisherigen 6 Punkte zu erh\u00f6hen und G\u00fcnther hat vergessen, \u00fcberhaupt eine Note abzugeben.<\/em><br \/>Moritz hat auch das zweite Spiel des Abends gewonnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist denn aus Moritz&#8217; (brett-)spielerischem Erstlingswerk, dem &#8220;20. Jahrhundert&#8221; geworden? 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