{"id":225,"date":"2009-03-27T01:31:15","date_gmt":"2009-03-27T00:31:15","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=225"},"modified":"2009-12-06T13:23:33","modified_gmt":"2009-12-06T12:23:33","slug":"26032008-dos-rios-und-andere-bekannte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/03\/27\/26032008-dos-rios-und-andere-bekannte\/","title":{"rendered":"26.03.2008: &#8220;Dos Rios&#8221; und andere Bekannte"},"content":{"rendered":"<p>Der Bericht von unserm letzten Spielabend war nat\u00fcrlich get\u00fcrkt. Wir haben nicht erwartet, da\u00df unsere intelligenten Leser darauf reinfallen. Das Spiel mit dem sumerischen Namen &#8220;Lir Parets Re&#8221; hei\u00dft in der abendl\u00e4ndischen Leserichtung ganz schlicht &#8220;Erster April&#8221;, und darum ging es. Das Fabulieren hat uns Spa\u00df gemacht, &#8220;Euch&#8221; hoffentlich das Lesen auch.<br \/>Damit aber nicht ungl\u00fccklicherweise doch ein paar verlorene Sch\u00e4fchen vor dem ADAC am &#8220;Westpark 8&#8221; auf die Er\u00f6ffnung unserer heiligen Hallen warten, sind wir sicherheitshalber dort vorbeigefahren und hatten als Trostpreis f\u00fcr jeden ein komplettes &#8220;Lir Parets Re&#8221; dabei. Es war aber keiner da. Wir haben unsere Leser richtig eingesch\u00e4tzt. Jetzt k\u00f6nnen wir die Spiele in den eigenen Reihen verteilen.<br \/>Hier also echte Non-Erster-April-Spielbericht vom letzten Mittwoch.<br \/><strong>1. &#8220;Dos Rios&#8221;<\/strong><br \/>Vor \u00fcber zwei Jahren mit einem sehr guten 8,3 Punkte-Durchschnitt zum letzten Mal gespielt, kam es heute zu dritten Mal auf Tisch. Alle erinnerten sich noch einwandfrei, da\u00df wir es schon gespielt haben, sogar an viele Einzelheiten. Doch leider fehlen uns die Entscheidungskriterien dazu, ob es ein abstraktes Spiel ist oder eines mit Thema. Die notwendigen Basisbegriffe sind noch nicht eindeutig definiert.<br \/>Das Spielbrett zeigt eine nat\u00fcrliche Hexagon-Landschaft aus Gebirge, H\u00fcgeln, Wald und Wiesen. Im Gebirge am linken Rand entspringen zwei Fl\u00fcsse und flie\u00dfen idyllisch \u00fcber die Hexateile des Spielbretts in einen See auf der rechten Seite. Jeder Spieler besitzt 6 Campesions, die er mit seinen Bewegungsaktionen auf eintr\u00e4gliche Felder am Flu\u00dflauf positionieren mu\u00df. Die Ergiebigkeit der einzelnen Felder \u00e4ndert sich nach einer vorhersehbaren Periodik. Nat\u00fcrlich gibt es hier einen st\u00e4ndigen Verdr\u00e4ngungswettbewerb unter den Mitspielern, der einen Gro\u00dfteil des Reizes von &#8220;Dos Rios&#8221; ausmacht.<br \/>Doch das &#8220;Geilste&#8221; sind die Holzbarrieren, mit denen jeder Spieler den Flu\u00dflauf ver\u00e4ndern kann. Kaum hat man seine Campesions auf die Tabakfelder plaziert und reiche Ernteerl\u00f6se eingefahren, da lenkt ein b\u00f6ser Mitspieler den Rio Moreno um und man steht im Trockenen. Gegebenenfalls kommen auch noch ein paar Desperados die Fl\u00fcsse herab und knallen die erstbesten Campesions ab, die sich ihnen in den Weg stellen, und schon steht man wieder vor einem landwirtschaftlichen Scherbenhaufen.<br \/>Alles ist planbar, aber nur f\u00fcr einen Zug, dann haben die gegens\u00e4tzlichen Interessen der Mitspieler die Situation total umgedreht. Vom Spielerischen her ist das eher ein Vorteil. Nicht lange \u00fcberlegen, spielen, ernten und sich an der \u00fcberraschend vielseitig \u00e4ndernden Geographie erfreuen, das ist die Idee.<br \/>Die Spielmechanismen sind sehr gut konstruiert. Es gibt eine Menge Interaktion beim Verdr\u00e4ngen von den besten Erntepl\u00e4tzen und beim Verlegen des Flu\u00dflaufes. Durch den Bau von unzerst\u00f6rbaren Fincas und Haziendas steigen noch dazu die Rundenertr\u00e4ge dynamisch an, so da\u00df man bis zum Schlu\u00df auf den Sieg hoffen. Wer vorne liegt, kann seinen Vorsprung nur durch gutes Spiel \u00fcber die Runden retten. Dazu geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch ein bi\u00dfchen Gl\u00fcck.<br \/>Auf keinen Fall darf man sich alle Mitspieler zu Feinden machen, denn gegen die vereinten Rachegel\u00fcste der Verlierer hat man keine Chancen. Doch zu solchen Vereinigungen kommt es offensichtlich nicht; jedem geht es bei seinem Zug im Wesentlichen nur darum, unter deutlicher Ber\u00fccksichtigung gegnerischer Verluste einen maximalen eigenen Nutzen zu erzielen. Gerade weil wir in der letzten Woche sehr ausgiebig \u00fcber kooperative Spiele diskutiert hatten, fiel Aaron auf, da\u00df &#8220;Dos Rios&#8221; in etwa &#8220;das unkooperativste Spiel ist, das man sich denken kann&#8221;. Zumindest war in unserer Runde keiner dabei, der mit dem Finger auf den F\u00fchrenden zeigend das Feindbild vorgeben wollte, um ein Kartell der Verlierer zu schmieden.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 7, G\u00fcnther: 7, Hans: 7,  Walter: 7<br \/>Unsere Punkte lagen durchweg niedriger als vor zwei Jahren. Lag das am gestiegenen Lebensalter, an unserer gewachsenen Erfahrung, an der Stimmung des Abend, oder weil wir fast 3 Stunden brauchten, um Aaron den greifbaren Sieg nicht mehr streitig machen zu wollen?<\/em><br \/><strong>2. &#8220;Rumis&#8221;<\/strong><br \/>Das einzige Spiel, das auf der Spielschachtel unser WPG-Logo tr\u00e4gt. Da wurde es doch h\u00f6chste Zeit, es auch mal wieder aus der Versenkung hervorzuholen. Jeder Spieler erh\u00e4lt einen Satz klobiger Baukl\u00f6tzchen und gemeinsam bauen sie nach vorgegebenen Regeln auf einer vorgegebenen Fl\u00e4che ein irgendwie zusammenh\u00e4ngendes Gebilde. Wessen Baukl\u00f6tzchen am Ende die gr\u00f6\u00dfte sichtbare Oberfl\u00e4che aufweisen, der hat gewonnen.<br \/>Das Spiel ist konstruktiv, kooperativ und destruktiv zugleich. Zum Legen der Kl\u00f6tzchen kommen die K\u00f6rper in Bewegung und dabei werden auch die Geister richtig munter. Deshalb ist es weniger geeignet als Absacker, aber vorz\u00fcglich zum Warming-Up. Und ein Spiel f\u00fcr Gro\u00dfvater und Enkelkinder ist es allemal.<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung, aber der bisherige Durchschnitt von 8 Punkten w\u00e4re locker wieder erreicht worden.<\/em><br \/><strong>3. &#8220;Flaschenteufel&#8221;<\/strong><br \/>Die lange diskutierte Frage, ob das Spiel beherrscht werden kann, ist mit &#8220;Ja&#8221; entschieden. Deshalb ging Hans sofort in die Defensive und bekannte, da\u00df er im &#8220;Flaschenteufel&#8221; noch die geringste Erfahrung bes\u00e4\u00dfe. Erwartungsgem\u00e4\u00df h\u00e4ufte er auch unverz\u00fcglich Minuspunkt auf Minuspunkt. Aaron bot an, Hansens Punkte am Ende mit einer Minus-Eins zu multiplizieren, doch Hans erkannt sofort den Haken: &#8220;Auch dazu mu\u00df man das Spiel beherrschen!&#8221;<br \/>Wenigstens als kleine Entsch\u00e4digung konnte er Walter eine b\u00f6se \u00dcberraschung bereiten: Er schob ihm die gelbe Zwei zu und legte die gelbe Eins in den Teufelstich. Als Walter nun freudestrahlend mit der gelben Zwei den Teufelsstich nahm, in der Gewi\u00dfheit, damit mit einem Schlag alle Sorgen um seine kleinen Karten losgeworden zu sein, blieb er auf dem Teufelsstich sitzen. Auch das geh\u00f6rt zu den vielen Faktoren, die ein guter Spieler beim Flaschenteufel ber\u00fccksichtigen mu\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bericht von unserm letzten Spielabend war nat\u00fcrlich get\u00fcrkt. Wir haben nicht erwartet, da\u00df unsere intelligenten Leser darauf reinfallen. 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