{"id":227,"date":"2009-04-16T09:47:27","date_gmt":"2009-04-16T09:47:27","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=227"},"modified":"2009-12-06T13:20:14","modified_gmt":"2009-12-06T12:20:14","slug":"15042009-krieg-und-frieden-fur-das-triumvirat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/04\/16\/15042009-krieg-und-frieden-fur-das-triumvirat\/","title":{"rendered":"15.04.2009: Krieg und Frieden f\u00fcr das Triumvirat"},"content":{"rendered":"<p>Mal wieder eine ganz kleine Besetzung am Westpark. Der unverw\u00fcstliche Administrator k\u00e4mpft an der finnischen Front, die leidenschaftlichsten Vertreter der kleinen Besetzung sind beim Kofferpacken, der erweiterte Kreis h\u00fcllte sich in Schweigen, und nur die flexiblen Verkoster von Alles und Nichts g\u00f6nnten sich die Gen\u00fcsse auf und um den Spieltisch.<br \/><strong>1. &#8220;Smallworld&#8221;<\/strong><br \/>Ein Nachfolger des klassischen V\u00f6lkerkampfspiels &#8220;Vinci&#8221;, mit \u00e4hnlichen Mechanismen, genauso vielf\u00e4ltigen und ausbalancierten Volkseigenschaften und verschiedenen, genau auf die Spieleranzahl abgestimmten Weltszenerien, die unverz\u00fcglich den gew\u00fcnschten Verdr\u00e4ngungswettbewerb in Szene setzen.<br \/>Jeder Spieler sucht sich jeweils wrap around zwei V\u00f6lker heraus, mit denen er in die V\u00f6lkerschlacht zieht. Im Gegensatz zu &#8220;Vinci&#8221;, wo zweifelsfrei Menschenrassen aufeinander losgelassen werden und eine entsprechende martialische Stimmung herrscht, treten in &#8220;Smallworld&#8221; Fabelwesen wie Riesen, Zwerge und Elfen auf, die allein schon von der Graphik her eine freundlichere Fantasy-Laune verbreiten. Die Amazonen sehen aus wie eine Kreuzung aus Claudia Schiffer und Barack Obama &#8211; f\u00fcr alle Spielervorlieben ist etwas dabei.<br \/>Jedes Volk hat klare, unterschiedliche Eigenschaften in bezug auf:<br \/>&#8211; Durchschlagskraft,<br \/>&#8211; Verteidigung,<br \/>&#8211; \u00dcberlebensf\u00e4higkeit,<br \/>&#8211; Siegpunktquellen<br \/>Die Freiheitsgrade beim gegenseitige Verdr\u00e4ngen und Totschlagen sind begrenzt. In welche Richtung sich das Engagement am meisten lohnt, das h\u00e4tte auch der Neanderthaler an seinen 10 Fingern abz\u00e4hlen k\u00f6nnen. Hier ist Strategie nicht gefragt, Taktik nur in Ans\u00e4tzen von Bedeutung, der Rest ist Draufhauen, Killen, Eliminieren. Diese Aufgaben h\u00e4tte auch der gerade abgehalfterte George W. mit den besten Noten seitens der Geschichtsschreibung l\u00f6sen k\u00f6nnen.<br \/>Die rechte Herausforderung liegt in der Auswahl der richtigen V\u00f6lker zum richtigen Zeitpunkt, im richtigen Timing f\u00fcr das Sterben-Lassen eines ausgepowerten Volkes, um eine neue, unverbrauchte Rasse auftreten zu lassen. Und obwohl es hier f\u00fcr jeden Mitspieler um Leben oder Tod, d.h. um Siegpunkte und Sieg geht, diskutierten wir friedlich und konstruktiv die unterschiedlichen Vorz\u00fcge der V\u00f6lker, ihre besten Ausgangspositionen und ihr Totschlagpotential. Bereits w\u00e4hrend des Spiels, nicht erst nach dem jeweiligen ungl\u00fccklichen Exodus.<br \/>Gerade die richtige V\u00f6lkerkombination macht&#8217;s, da\u00df die Siegpunkte nur so sprudeln. Offensichtlich ist es g\u00fcnstig, sich zuerst ein Volk mit guten Sterbeeigenschaften und danach ein Volk mit langer Lebensdauer zuzulegen. So kann man m\u00f6glichst lange m\u00f6glichst viel an beiden V\u00f6lkern verdienen. G\u00fcnther hatte hier mehr oder weniger zuf\u00e4llig eine gl\u00fcckliche Hand mit den Ghulen als erstes Volk &#8211; die Mitglieder treten vollz\u00e4hlig in den Absterbeprozess ein, nicht nur ein Mitglied pro besetzter Region &#8211; und den Elfen als zweites Volk &#8211; bei Niederlagen im Verdr\u00e4ngungskampf werden sie nicht eliminiert, sondern treten in jeder Runde wieder mit voller Mannschaftsst\u00e4rke auf. (Oder haben wir hier ein Regeldetail \u00fcbersehen?)<br \/>Doch die Herrschaft \u00fcber solche Erfolgskombinationen ist kein reiner Zufall. Da die zur Auswahl stehenden V\u00f6lker offen ausliegen und sich nur durch &#8211; st\u00e4ndig fallende &#8211; Preise unterscheiden, kann jeder \u00fcber mehrere Runden voraus\u00fcberlegen, wann er welches Volk mit welchen Eigenschaften zu welchem Preis \u00fcbernehmen m\u00f6chte. Alles ist planbar.<br \/><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 8 (mehr Kampf als in &#8220;Vinci&#8221;, an die Spieleranzahl gut angepa\u00dfte Spielbretter), Moritz: 8 (noch besser als &#8220;Vinci&#8221;, durch das Fantasy-Thema etwas lockerer), Walter: 8 (g\u00f6nnt dem George W. seine neue Auseinandersetzung mit der kleinen Welt)<\/em><br \/><strong>2. &#8220;Uruk&#8221;<\/strong><br \/>Obwohl der Name ein \u00e4hnlich archaisches Totschlagspiel vermuten l\u00e4\u00dft wie bei &#8220;Smallworld&#8221;, geht es hier ausschlie\u00dflich um die \u00fcberaus friedliche Entwicklung der Zivilisation. Die Spieler sammeln Entwicklungs- und Aufbaukarten aus einem offenen Stapel, erwerben damit Rohstoffe, machen Erfindungen, bauen D\u00f6rfer und St\u00e4dte und bekommen am Ende f\u00fcr den besten Entwicklungsstand die Siegespalme \u00fcberreicht.<br \/>Insgesamt gibt es 23 verschiedene Erfindungskarten in vier verschiedenen Farben mit steigenden Werten. Gleiche Erfindungskarten bringen einen kumulativen Vorteil, doch ben\u00f6tigt man ein wenig Stapelgl\u00fcck, um sie zusammen zu bringen. Wer hier lange vergeblich auf sein Gl\u00fcck warten mu\u00df, kann dem allerdings problemlos mit reichlich Jokerkarten nachhelfen.<br \/>Die verschiedenen Eigenschaften der Karten sind mit klaren Symbolen gekennzeichnet. Doch da es tausenderlei Eigenschaften zu unterscheiden gilt, mu\u00df man sich gr\u00fcndlich in die Symbolik einarbeiten. Und merken mu\u00df man sich das auch noch alles. Hier gab Walter wie gew\u00f6hnlich schnell die Hoffnung auf den Durchblick auf. Zu seiner Freude konnte er aber ebenfalls beim absoluten Durchblicker Moritz Schw\u00e4chen im Erfassen des Spielablaufs entdecken. Und G\u00fcnther hatte sogar beim Vorlesen der Spielregeln Schwierigkeiten, manche Textpassagen zu verstehen. Z.B. gilt f\u00fcr das &#8220;Tonrohr&#8221; u.a.: &#8220;\u0085 Nimmt sich einer der Spieler mit den meisten Siedlungssteinen w\u00e4hrend seiner Zuges 1 Ressource als beliebiger Quelle, so wird am Ende dieses Zuges das Tonrohr mit 1 gleichen Ressource an dem Pool best\u00fcckt. Nimmt sich dieser Spieler w\u00e4hrend seinen Zuges mehrere Ressourcen, w\u00e4hlt sich der Besitzer des Tonrohrs aus den genommenen Ressourcen nach seiner Wahl 1 entsprechende Ressource aus. \u0085&#8221; Nach mehreren Ans\u00e4tzen zum Verstehen \u00fcbergab G\u00fcnther an Moritz, und der konnte unverz\u00fcglich verk\u00fcnden: &#8220;Verstehe ich sofort&#8221;. Ist ja auch ein Ton-K\u00fcnstler! Alle Regeln sind pr\u00e4zise, eindeutig und unmi\u00dfverst\u00e4ndlich beschrieben. Nur im Inhalt ziemlich dicht und in der Summe ziemlich viel.<br \/>Denn am Ende kommt nur ein mehr oder weniger autistisches Wettrennen um die schnellste-beste Entwicklung heraus. Kein Wunder, da\u00df die drei Weltgestalter mit der knappen Siegpunkt-Folge 25, 23 und 22 ins Ziel gelangten.<br \/><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 7 (h\u00fcbsches Aufbauspiel), Moritz: 6 (ausgewogenes, gutes Dreierspiel), Walter: 5 (irgendwas fehlt. Interaktion?)<\/em><br \/>PS: Hier darf sich jetzt unser Alles-mit-Allen-Spieler Wilhelm zu Worte melden und sein Pl\u00e4doyer im Namen der Autoren halten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mal wieder eine ganz kleine Besetzung am Westpark. 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