{"id":2346,"date":"2015-11-15T20:53:11","date_gmt":"2015-11-15T19:53:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2346"},"modified":"2015-11-15T22:55:48","modified_gmt":"2015-11-15T21:55:48","slug":"11-11-2015-antarktisches-mombasa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2015\/11\/15\/11-11-2015-antarktisches-mombasa\/","title":{"rendered":"11.11.2015: Antarktisches Mombasa"},"content":{"rendered":"<p>Der Europ\u00e4ische Forschungsrat (European Research Council &#8211; ERC) ist eine von der Europ\u00e4ischen Kommission eingerichtete Institution zur Finanzierung von grundlagenorientierter Forschung. Unser Peter hat jetzt den ERC Starting Grant erhalten, die angesehenste aller Auszeichnungen f\u00fcr exzellente Nachwuchswissenschaftler. Die Universit\u00e4t Bamberg pr\u00e4sentiert Peter stolz als den ersten Wissenschaftler der Universit\u00e4t Bamberg, der diese Finanzierung erh\u00e4lt. Gef\u00f6rdert wird damit sein Projekt <em>\u201eThe Proceedings of the Ecumenical Councils from Oral Utterance to Manuscript Edition as Evidence for Late Antique Persuasion and Self-Representation Techniques\u201d<\/em>. Mit anderen Worten: \u201eWie entwickelte sich in den fr\u00fchen \u00d6kumenischen Konzilien Selbstbewusstsein und Selbstdarstellung der Kirche.\u201c F\u00fcr jeden Historiker ein fesselndes Thema. Mal sehen, welche schlafenden Hunde damit geweckt werden!<\/p>\n<p>Peter, wir sind stolz auf Dich!<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Mombasa&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Wo liegt eigentlich Mombasa? Darf man dazu noch Schwarzafrika sagen oder muss das heutzutage schon Coloured-Africa nennen? Im Zeitalter der politikal \u00dcberkorrektness war Pegaus Spiele bei der Namensvergabe gar nicht so wohl. Explizit schlie\u00dfen sie jegliche \u00c4hnlichkeiten ihres Spiels mit Geschichte und Szenerien des realen Mombasa aus. War aber gar nicht n\u00f6tig.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2348\" aria-describedby=\"caption-attachment-2348\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Mombasa.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2348\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Mombasa.jpg\" alt=\"G\u00fcnther freut sich schon auf das Abmurksen des n\u00e4chsten Schwarzen\" width=\"550\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Mombasa.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Mombasa-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Mombasa-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2348\" class=\"wp-caption-text\">G\u00fcnther freut sich schon auf das Abmurksen des n\u00e4chsten Schwarzen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mombasa ist ein abstraktes Aufbau- und Optimierungsspiel. Aktien spielen eine Rolle und ein pfiffiger Kartennutzungs-Mechanismus ebenfalls. Jeder hat zun\u00e4chst den gleichen Satz von Aktionskarten, mit denen er seine Spieleraktionen bestimmt. Sp\u00e4ter kann man aus einer offenen Auslage weitere Aktionskarten dazukaufen, und so die Auswahl seiner Aktionen flexibler und effizienter machen.<\/p>\n<p>Verdeckt w\u00e4hlt jeder drei Aktionskarten aus seiner Hand aus und legt sie in einer definierten Reihenfolge vor sich ab. Alle Spieler decken dann alle gemeinsam ihre Karten auf und f\u00fchren sie der Reihe nach aus. Jeder Spieler immer eine davon, bis alle m\u00f6glichen Aktionen durchgef\u00fchrt sind. Dann werden die Aktionskarten auf je drei verschiedene, der Kartenreihenfolge zugeordneten Ablagestapeln abgelegt. Vorher \u2013 vor dem Ablegen der aktuellen Karten \u2013 darf jeder Spieler noch die Karten eines seiner Ablagestapels auf die Hand nehmen. Eine aktuell genutzte Aktionskarten kann also niemals zweimal hintereinander genutzt werden. Dies stellt durchaus eine nicht zu geringe Anforderung an die Vorausplanung der Spielz\u00fcge dar.<\/p>\n<p>Und welche Aktionen kann man ausf\u00fchren? Leider viel zu viele!<\/p>\n<ol>\n<li>Mit einer oder mit mehreren <strong>Warenkarten<\/strong> kann man neue Aktionskarten erwerben. \u00dcbersteigt der Wert der eingesetzten Warenkarten den Preis f\u00fcr die neue Aktionskarten, darf man mit dem \u00fcbersch\u00fcssigen Preis auf einer oder mehren der Aktien-Besitz-Leisten (ABL) vorw\u00e4rts ziehen. [Hallo: das mit dem \u00fcbersch\u00fcssigen Preis haben wir doch glatt \u00fcbersehen!]<\/li>\n<li>Mit einer oder mit mehreren <strong>Warenkarten<\/strong> (Kaffee, Bananen oder Baumwolle) darf man &#8211; ohne auf Einkaufstour zu gehen &#8211; gleich auf einer oder mehreren ABL dem Warenwert entsprechend viele Felder vorw\u00e4rts ziehen. [Haben wir eigentlich realisiert, dass man den Wert auf verschiedene ABL aufteilen kann?]<\/li>\n<li>Mit <strong>Ausbreitungskarten<\/strong> darf man eine der vier verschiedenen Handelsgesellschaften (rot, orange, schwarz und wei\u00df) sich in die Nachbarfelder ausbreiten lassen. Das Ausbreiten an sich ist dabei gar nicht so wichtig; wichtig ist vielmehr, dass dabei Markierungsfelder in der Heimatbasis der aktiven Gesellschaft offengelegt werden, und damit den Wert der Handelsgesellschaft erh\u00f6hen.<br \/>\nWenn die Handelsgesellschaften an den Grenzfl\u00e4chen aneinander geraten, kommt es zum Verdr\u00e4ngen: die verdr\u00e4ngten Handelseinheiten m\u00fcssen zur\u00fcck in die Heimatbasis, verdecken dabei wieder die geldigen Markierungsfelder, und reduzieren den Wert der Gesellschaft.<br \/>\nDass beim Ausbreiten auch noch die Topologie des Untergrundes ber\u00fccksichtigt werden sollte, weil damit jeweils unterschiedliche Vorteile verbunden sind (Geld, Diamanten, B\u00fccher und Fortschritt auf der ABL), ist ein additives Design-Element. Eines von den ungez\u00e4hlt vielen, die in \u201eMombasa\u201c ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.<\/li>\n<li>Mit der <strong>Buchhalterkarte<\/strong> (und den erforderlichen Warenkarten) darf ein Spieler den Marker auf seiner individuellen B\u00fccherleiste vorw\u00e4rts ziehen. F\u00fcr vordere Positionen werden in der Schlusswertung betr\u00e4chtliche Siegpunkte ausgesch\u00fcttet. Zudem darf man ab einem gewissen Pegelstand bei den B\u00fcchern einen zus\u00e4tzlichen Aktions-Slot beginnen, d.h. man darf jetzt pro Runde drei statt nur vier Aktionskarten ausspielen. [Hallo Freunde, dieser Zusatz-Slot ist mir mindestens dreimal entgangen!]<\/li>\n<li>Mit der <strong>Diamantenh\u00e4ndlerkarte<\/strong> darf ein Spieler den Marker auf seiner individuellen Diamanten-Leiste vorw\u00e4rts schieben und zus\u00e4tzlich noch Geld einkassieren. Die Anzahl von Feldern, die er vorw\u00e4rts ziehen kann, wird durch die Gr\u00f6\u00dfe des zugeordneten Handelsgebietes erheblich beeinflusst. Ein h\u00fcbsches Zubrot. Wie beim Buchhalter werden bei Spielende auch f\u00fcr vordere Positionen des Diamanten-Markers betr\u00e4chtliche Siegpunkte ausgesch\u00fcttet, und ab einem bestimmten Pegelstand ist ein weiterer Aktions-Slot zugelassen.<br \/>\nDiamonds are G\u00fcnther\u2019s best friend!<\/li>\n<li>Wenn wir mit unseren ausgelegten Aktionskarten in einer Warensorte den h\u00f6chsten (Summen-)Wert ausgelegt haben \u2013 oder wenn, nachdem die Mitspieler ihre Waren so peut a peut verbraucht haben, unsere noch nicht verbrauchten Karten pl\u00f6tzlich den h\u00f6chsten Wert besitzen \u2013 d\u00fcrfen wir einen unserer beiden <strong>Bonusmarker<\/strong> auf das zugeh\u00f6rige Max-Feld stellen, und als Belohnung daf\u00fcr auf einer der ABL vorw\u00e4rtsschreiten, sowie weitere Geld- oder Sach-Pr\u00e4mien in Empfang nehmen.<\/li>\n<li>F\u00fcr unsere Bonusmarker stehen noch sieben weitere Profit-Felder zur Verf\u00fcgung: Wir k\u00f6nnen uns die Startspieler-Position unter den Nagel rei\u00dfen. (Sie hat nur Vorteile, wenn bei Rundenbeginn neue, begehrenswerte Aktionskarten zum Kauf angeboten werden.) Wir d\u00fcrfen eine Aktionskarten mit Geld anstatt mit Warenwerten bezahlen, wir d\u00fcrfen eine Aktionskarte in Geld umsetzen, \u2026 Ach ja, und noch vier weitere M\u00f6glichkeiten.<br \/>\nEin Vorteil dieser Bonus-Z\u00fcge ist, dass wir damit unsere Aktionskarten nicht verbrauchen, beim Abwickeln unserer Spielz\u00fcge also Tempo gewinnen. Wer zuletzt lacht, lacht am besten!<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Spiel wird im Wesentlichen \u00fcber den Aktienbesitz entschieden. Der Fortschritt auf der ABL ist gleichbedeutend mit dem Besitz von immer mehr Aktien. Wenn wir dann noch unsere Aktionskarten daf\u00fcr nutzen, der von uns favorisierten Handelsgesellschaft eine riesige Ausbreitung zu verschaffen, so k\u00f6nnen wir allein mit sechs Aktien im Wert von zw\u00f6lf Pfund (= Siegpunkten) pro St\u00fcck insgesamt 72 Siegpunkte erzielen. F\u00fcr G\u00fcnther waren das 95% seines heutigen Sieges. Den Rest gaben ihm seine Diamanten.<\/p>\n<p>&#8220;Mombasa&#8221; ist ein riesiges R\u00e4derwerk mit ungez\u00e4hlten R\u00e4dchen, \u00fcber die man seine Z\u00fcge optimieren muss. Jede Kartenwahl, jede Festlegung der Reihenfolge, jede Nutzung, jeder Zukauf, jede Ausbreitung, jeder Schritt auf der ABL muss \u00fcber mehrere Runden in die Zukunft vorausgeplant werden. F\u00fcr eine bestimmte Spielergemeinde ist das absolut geil! \u00c4u\u00dferst sauber designed, ausblanciert, gerecht, konstruktiv, herausfordernd ist das Spiel allemal, eine reife Leistung von Autor und Verlag. Das muss selbst einer anerkennen, f\u00fcr den die gewaltige Optimiererei nur einen beschr\u00e4nkten Spielspa\u00df bereitet. Einer wie ich.<\/p>\n<p>Aarons Bewertungsma\u00dfstab: \u201eSpiele mit vielen R\u00e4dchen sind handwerklich; Spiele mit wenigen R\u00e4dchen sind elegant!\u201c<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (besser als bei der Masse des Materials auf den ersten Blick bef\u00fcrchtet; trotzdem zu viele R\u00e4dchen; m\u00f6chte es \u2013 wegen der bef\u00fcrchteten Totzeit \u2013 nicht zu viert spielen; der Zugmechanismus ist eine nette Idee), G\u00fcnther: 7 (nicht so [progressiv-] kumulativ wir beim Rosenberg; die Fast-Linearit\u00e4t der Effekte ist positiv; die vielen R\u00e4dchen dienen der Verschleierung der Spielidee), Walter: 6 (sauberes Material, sauberes Design, aber die.elendige Optimierung ist nicht sein Fach)<\/em><\/p>\n<p>Reflexion auf \u201e504\u201c: Alle Spielmechanismen in \u201eMombasa\u201c sind sehr gut aufeinander abgestimmt. Nach der Geburt der Spielidee hat sicherlich noch ein langer Balancierungsprozess stattgefunden, im dem die verschiedenen Teile ineinander eingepasst wurden. Hingegen hat bei allen k\u00fcnstlichen Spiele-Synthesen, die \u201e504\u201c anbietet, eine solche Feinabstimmung naturgem\u00e4\u00df nicht stattgefunden. Eines der Fakten, warum die f\u00fcnfhundertundvier kombinierbaren Spiele von \u201e504\u201c zwar eine Quantit\u00e4t, aber keines davon eine Qualit\u00e4t darstellen.<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Antarctica&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Vor Kurzem, im Jahre 2011, hat Sunny Games ein brandneues Spiel namens \u201eAntarctica\u201c herausgebracht. Da m\u00fcssen wir mit Patrouillenbooten um den S\u00fcdpol herumfahren und Babyrobben sowie Babypinguine vor dem Zugriff b\u00f6ser J\u00e4ger sch\u00fctzen. Jetzt, gerade mal viel Jahre sp\u00e4ter, hat der Argentum Verlag ein neues, ganz anderes \u201eAntarctica\u201c herausgebracht, und der Laie fragt sich, a) gibt es denn nur so wenige zugkr\u00e4ftige Spielenamen, und b) sind solche Namen denn nicht gesch\u00fctzt? Wann kommt ein Verlag auf die z\u00fcndende Idee, seine neue Spielidee unter dem Namen \u201eMonopoly\u201c zu vermarkten &#8230;?<\/p>\n<p>In Argentums \u201eAntarctica\u201c fahren wir ebenfalls mit unseren Schiffen um den S\u00fcdpol herum, allerdings retten wir keine Pinguine, sondern errichten Camps, Forschungsstationen, Laboratorien, Fabriken, Schiffswerften, Kr\u00e4ne, F\u00f6rdert\u00fcrme f\u00fcr Kohle und \u00d6l, Windr\u00e4der und \u00e4hnlichen zivilisatorischen Schnickschnack, um damit an die Vorr\u00e4te der Antarktis heranzukommen.<\/p>\n<p>Bemerkenswert an unserer Aufbauleistung ist, dass sie grunds\u00e4tzlich allen Mitspielern zugute kommt. Das entspricht in etwa dem Geist des internationalen Antarktisvertrages, der festlegt, dass die unbewohnte Antarktis ausschlie\u00dflich friedlicher, wissenschaftlicher Nutzung vorbehalten bleibt. Wer thematisch guten Willens ist, findet diesen Geist in \u201eAntartica\u201c wieder: Keines der dort errichteten Bauwerke geh\u00f6rt uns, jeder darf alles kostenlos nutzen.<\/p>\n<p>Wie nutzen wir diese Bauwerke:<\/p>\n<ul>\n<li>In Camps kriegen wir Kinder, d.h. wir d\u00fcrfen neue P\u00f6ppel (Wissenschaftler) aus der \u00f6ffentlichen Reserve in unseren pers\u00f6nlichen Vorrat nehmen. Je mehr P\u00f6ppel bzw. je mehr Schiffe wir in der Camp-Region haben, desto mehr neue Wissenschaftler werden uns geboren.<\/li>\n<li>Beim Errichten von Bauwerken d\u00fcrfen wir P\u00f6ppel aus unserem Vorrat in die Antarktis bringen. Zus\u00e4tzlich d\u00fcrfen wir damit auf einer von drei (oder vier) Fortschrittsleisten vorw\u00e4rts ziehen. Daf\u00fcr bekommen wir am Ende Siegpunkte, aber das kriegen wir sp\u00e4ter.<\/li>\n<li>In Gebieten mit Schiffswerft d\u00fcrfen wir jeweils ein neues Schiff bauen. \u00dcber die Schiffe wird ermittelt, wer den n\u00e4chsten Zug machen darf. Viel Schiff &#8211; viel Zug. Aber das kriegen wir ebenfalls erst sp\u00e4ter.<\/li>\n<li>Wir d\u00fcrfen uns auch entscheiden, nichts zu tun. Das Regelheft sieht das vor und merkt dazu an, dass dieser Zug <em>\u201cfast immer nicht empfehlenswert\u201d<\/em> ist. Vielleicht wird damit der Ausweg aus einer Sackgasse im Spielgeschehen geschaffen, den der Autor nicht anders hinkriegen konnte. Wer wei\u00df!<\/li>\n<li>Innerhalb eines Zuges d\u00fcrfen wir einen unserer arbeitenden Wissenschaftler oder ein Schiff in Rente schicken. Wir bekommen daf\u00fcr sofort einen neuen P\u00f6ppel aus der \u00f6ffentlichen Reserve in unseren Vorrat. [Diese M\u00f6glichkeit haben wir heute zwar nicht genutzt, aber haben wir auch realisiert, dass dies ein Zusatzzug zu unserem normalen Zug ist, und dass wir daf\u00fcr neue Wissenschaftler rekrutieren d\u00fcrfen?] Vor diesem Zug wird im Regelheft ebenfalls gewarnt: <em>\u201cWenn wir unser letztes Schiff in Rente schicken, kommen wir im weiteren Spielverlauf <strong>NIE<\/strong> mehr zum Zug!\u201d<\/em> &#8211; Dumm gelaufen!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jetzt zum Zugmechanismus, der zweifellos ansprechend ist. Der S\u00fcdpol ist in acht Gebiete unterteilt. In jedem Gebiet gibt es Platz f\u00fcr maximal drei Schiffe. Diese haben die Rangfolge Erstes, Zweites und Drittes. Reihum wird aus dem jeweils n\u00e4chsten Gebiet das Schiff gezogen, das an erster Stelle liegt. Der Spieler, dem dieses Schiff geh\u00f6rt, darf damit beliebig viele Felder vorw\u00e4rts ziehen, solange im Zielfeld noch eine Position frei ist. Dort l\u00f6st er eine der oben genannten Aktionen oder Nutzeffekte aus. In seinem Ausgangsfeld r\u00fccken alle verbleibenden Schiffe in der Rangfolge nach oben.<\/p>\n<p>Wie weit soll man ziehen? Nat\u00fcrlich auf die Felder, auf denen f\u00fcr uns der gr\u00f6\u00dfte Bonus wartet. Wenn dieses Feld allerdings sehr weit vorne steht, kommen wir erst sehr viel sp\u00e4ter damit wieder zu Zug. Au\u00dferdem ist es nat\u00fcrlich vorteilhaft, auf ein Feld zu ziehen, auf dem kein weiteres Schiff oder h\u00f6chstenfalls nur eines steht. Damit besetzten wir eine h\u00f6here Rangfolge und kommen ebenfalls schneller wieder dran. (Und wenn wir, wie schon gesagt, uns in der Werft haben zus\u00e4tzliche Schiffe bauen lassen, kommen wir ebenfalls h\u00e4ufiger und schneller wieder zum Zug.) Alles h\u00fcbsch \u00fcberschaubar und planbar.<\/p>\n<p>Aber dann kommt die Siegpunkt-Aussch\u00fcttung! Ja kruzit\u00fcrken, Herrschaftszeiten nochamoi! Alle acht Gebiete um den S\u00fcdpol, alle drei (oder vier) Fortschrittsleisten, sowie eine Anzahl weiterer Kategorien werden alle nach dem gleichen Schema abgehandelt: Wer hier f\u00fchrt, bekommt f\u00fcr alle Einheiten, die <strong>er und alle Mitspieler in Summe<\/strong> hier angeh\u00e4uft haben, einen Siegpunkt; der Zweite bekommt einen Siegpunkt f\u00fcr alle Einheiten des Ersten <strong>und sonst nix<\/strong>, der Dritte bekommen einen Siegpunkt f\u00fcr alle Einheiten des Zweiten, usw.<\/p>\n<p>Kann das Sinn machen? Nat\u00fcrlich, insofern: Jeder muss sich auf eine einzige Kategorie konzentrieren; irgendwo Zweiter oder Dritter zu sein, bringt nur noch einen Bruchteil. Allerdings macht dieses Abrechnungsprinzip bei einer gemischten Beteiligung <strong>\u00fcberhaupt keinen Sinn!<\/strong>. Zumindest ist es weder logisch noch gerecht. Wenn die Besitzverh\u00e4ltnisse einigerma\u00dfen stabil sind, und der Erste nicht mehr von seiner Position verdr\u00e4ngt werden kann, dann bringt jede Einheit, die der in der Rangfolge zweite Spieler hier hineinsetzt, allen anderen Spielern gleichm\u00e4\u00dfig einen Punkt mehr ein. Nur er bekommt nichts daf\u00fcr, gar nichts! Nicht mal ein Nullsummenspiel! Und ein Au\u00dfenseiter, der sich bisher an einer bestimmten Stelle noch gar nicht engagiert hat, bekommt durch eine einzige Einheit, die er am Ende dort noch einsetzt, gleich so viele Punkte, wie der Vordermann Einheiten hat. Beispielsrechung: In einer Kategorie habe sich nur ein einziger Spieler engagiert und bek\u00e4me am Ende f\u00fcr seine 10 Einheiten 10 Siegpunkte daf\u00fcr. Setzt jetzt ein weiterer Spieler noch eine Einheit hinein, so bekommt der Erste 11 Siegpunkte und der Nachr\u00fccker 10 Siegpunkte. Sind solche Zahlenverh\u00e4ltnisse Ausdruck einer planbaren Strategie? Nein, das sind sie nicht! Da k\u00e4mpft und plant man zwei Stunden lang, wie man seine Schiffe um den S\u00fcdpol herumfahren lassen soll, wo man sich engagiert, wo man seine Wissenschaftler zur Welt und zum Einsatz bringt, und hinterher ist der daf\u00fcr erzielte Punktesegen ein unberechenbares Ergebnis chaotischer Beteilungen. Nein, das ist nicht ausgedacht. Hallo, Ihr Spielefreaks, k\u00f6nnt Ihr mir diese (Un-)Logik erkl\u00e4ren? Jetzt schon ein herzliches Dankesch\u00f6n f\u00fcr jedes Licht, das in die Dunkelheit leuchtet.<\/p>\n<p>Wir haben nach einer guten Stunde und etwa der H\u00e4lfte der absehbaren Spielzeit abgebrochen. Ohne Emotionen. Die Diskussion \u00fcber Design-Fehler und \u00fcber die Unklarheiten im Regelheft war interessanter als das Weiterspielen &#8230;<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (das Thema hat ihn nicht von den Socken gerissen [au\u00dfer, dass er in der Antarktis kalte F\u00fc\u00dfe bekam], der Zugmechanismus ist interessant, der Wertungsmechanismus ist problematisch), G\u00fcnther: 5 (alles ist ein bisschen alles oder nichts), Walter: 5 (das altruistische Bauen f\u00fcr alle k\u00f6nnte ein h\u00fcbsches, neues Spielchen hervorbringen; diese Idee ist aber nicht ausgereift; f\u00fcr ein Planspiel ist die Wertung absolut nicht geeignet; f\u00fcr ein Chaos-Spiel erfordert es zu viel Planung und dauert es zu lang)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Europ\u00e4ische Forschungsrat (European Research Council &#8211; ERC) ist eine von der Europ\u00e4ischen Kommission eingerichtete Institution zur Finanzierung von grundlagenorientierter Forschung. 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