{"id":235,"date":"2009-06-18T17:48:57","date_gmt":"2009-06-18T17:48:57","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=235"},"modified":"2009-12-01T17:59:23","modified_gmt":"2009-12-01T16:59:23","slug":"17062009-spieleabend-versus-spieleabend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/06\/18\/17062009-spieleabend-versus-spieleabend\/","title":{"rendered":"17.06.2009: Spieleabend versus Spieleabend"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Spieleabend&#8221; hei\u00dft unser regelm\u00e4\u00dfiges Treffen Mittwochs am Westpark. Zur Koordination, Vor- und Nachbereitung flie\u00dfen eifrig EMails in alle Richtungen. Seitdem wir die Briefe archivieren, ist daraus ein \u00fcber 1600 Seiten dickes Word-Dokument geworden.<br \/>Heute hat unser &#8220;Spieleabend&#8221; Konkurrenz bekommen. Die A\u0095DEvantgarde veranstaltet im Kleinen Konzertsaal vom Gasteig einen eigenen &#8220;Spieleabend&#8221;, d.h. ein Konzert rund um das Spiel. Auf dem Programm stehen u.a.:<br \/>&#8220;Schere, Stein und Papier&#8221;, ein Musikst\u00fcck f\u00fcr 3 Spieler, kleines Ensemble und Publikum von Gregor Mayrhofer,<br \/>&#8220;Tactics&#8221; f\u00fcr Violoncello, Klarinette, Fagott, Klavier und Schlagzeug von Arash Safaian, und<br \/>&#8220;Multiversum \u00e1 la Carcassonne&#8221; f\u00fcr Schauspielerin, Zuspielband, Klarinette, Fagott und Schlagzeug von Alexander Sternemann.<br \/>Der Name des letzten St\u00fcckes r\u00fchrt tats\u00e4chlich von dem ber\u00fchmtesten Hans-im-Gl\u00fcck-Spiel und nicht etwa von der namengebenden Stadt in S\u00fcdfrankreich. Moritz hat eine Kompositionsklasse der M\u00fcnchener Musikhochschule extra zu einem Spielabend in die Verlagsr\u00e4ume bei HiG gef\u00fchrt, damit sich die angehenden Komponisten einen Eindruck von dem verschaffen k\u00f6nnen, was andere Leute so alles an einem &#8220;Spieleabend&#8221; betreiben.<br \/>HiG war nicht nur gastfreundlich wie immer, er hat dem heutigen Konzert auch eine finanzielle Unterst\u00fctzung zukommen lassen.<br \/>Nur mit Gewissensbissen konnten wir heute dem Konkurrenz-Spieleabend im Gasteig entsagen und unserem traditionellen Spieleabend am Westpark den Vorzug geben. Lediglich Moritz mu\u00dfte zum anderen Ufer (der Isar). Schlie\u00dflich ist er k\u00fcnstlerischer Leiter des A\u0095DEvantgarde Festivals.<br \/><strong>1. &#8220;Wind River&#8221;<\/strong><br \/>In diesem super Spiel wird bei uns noch kontrovers diskutiert, ob Kingmakerei die vorz\u00fcglichen strategischen Linien des Spielverlaufs unterminieren k\u00f6nne. G\u00fcnther schlug vor &#8211; um seine Kingmaker-These zu unterstreichen &#8220;gleich von Anfang an gegen Walter zu spielen&#8221;. Ausgerechnet G\u00fcnther! Der erste charakterliche Minuspunkt in zehn Jahren Spielen!<br \/>Sein Vorschlag fiel auf fruchtbaren Boden: Aaron hatte sich selbst &#8220;f\u00fcr heute vorgenommen, von vorneherein einseitig&#8221; gegen Walter zu spielen. &#8220;Ich wollte so schnell wie m\u00f6glich ein 3er Spiel daraus machen. &#8221; Absolut irrational, denn in der Ausf\u00fchrung bef\u00f6rderte er sogar seine eigene linke B\u00fcffelherde ins Jenseits, nur um Walter damit den Garaus zu machen. Mitunter auch volksverhetzend. Wie soll man denn sonst seinen Satz werten: &#8220;Wir k\u00f6nnten jetzt den Walter rausschicken! &#8221; Selbstredend vollst\u00e4ndig! &#8211; Zum Gl\u00fcck zogen nicht alle mit.<br \/>Walter hatte urspr\u00fcnglich geplant, sein zweites Start-Tipi probehalber unmittelbar vor die Ziellinie zu positionieren, um vom ersten Augenblick an hier seinen Nachwuchs zu erzeugen und mit einem einzigen Schritt als Siegpunkte ins Reservat \u00fcbertreten zu lassen. Doch nach den Drohgeb\u00e4rden seiner Gegner war ihm dieses Experiment dann doch zu riskant. Er beschr\u00e4nkte er sich auf ein gem\u00e4\u00dfigt-offensives Spiel: Er lie\u00df ein F\u00fctter-Tipi im Hintergrund und setzte das zweite brav an der Grenze zur B\u00fcffelweide ein. Dann bewegte er es recht z\u00fcgig in Richtung Ziel. Leider soviel z\u00fcgiger als die anderen, da\u00df seine tragische Stilisierung zum Feindbild sogar noch eine gewisse Berechtigung bekam.<br \/>Aarons brutaler Harakiri-Miesnickeligkeit war sein creativ-elegantes Vorgehen nicht gewachsen. Er brachte zwar weit vor allen anderen als erster ein Tipi ins Ziel, hauchte dann aber sein noch junges Leben aus und konnte nur noch durch B\u00fcffel-Bewegungen ins Chaos eingreifen. Doch auch so blieb f\u00fcr ihn das Spiel \u00e4u\u00dferst spannend.<br \/>Aaron irrationale Eskapaden hatten ihn selbst \u00e4u\u00dferst verwundbar gemacht. Mit letzter Kraft konnte er ebenfalls nur ein einziges Tipi ins Ziel retten. Wenn die Reihenfolge, mit der man ins Ziel kommt, als Tie-Breaker gelten w\u00fcrde, w\u00e4re er jetzt Letzter geworden!<br \/>Hans und G\u00fcnther blieben \u00fcbrig und lieferten sich einen harten Zweikampf aus dem R\u00fcckraum rechts. Die Ziellinie war f\u00fcr beide noch l\u00e4ngst nicht in greifbarer N\u00e4he. Das verst\u00e4ndliche Bestreben der ausgeschiedenen Aaron und Walter war jetzt, mit ihren einsamen B\u00fcffelz\u00fcgen Hans auf ebenfalls maximal ein Ziel-Tipi zu begrenzen. Auch G\u00fcnther spielte &#8211; gegen wenn denn sonst? &#8211; gegen Hans und trieb dessen versprengte Herde unerbittlich in den Hungertod. Hansens Verzweiflungsruf:<br \/><strong>&#8220;Duuu<\/strong> brauchst doch nicht gegen mich zu spielen!&#8221;<br \/>war zwar emotional verst\u00e4ndlich, rational aber durch nichts argumentierbar. Er konnte damit nur rundum ein Gel\u00e4chter ausl\u00f6sen.<br \/>Fazit der provozierten Kingmakerei: Auch mit experimentellen einseitigen Aggressionen ist &#8220;Wind River&#8221; bis zum Schlu\u00df ein perfektes Spiel. Selbst das blo\u00dfe Zuschauen beim \u00dcberlebenskampf der letzten Roth\u00e4ute und ein sporadisches r\u00e4chendes Kn\u00fcppel-zwischen-die-Beine-Werfen ist fesselnd bis zur letzten Minute.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron hob seine Wertung auf 8, Walter sogar auf 9 Punkte, G\u00fcnther blieb bei seinen 7 (er ist halt ein Allesspieler). Hans vergab  &#8211; trotz seines finalen Frustes &#8211; 8 neue Punkte (&#8220;Das Spiel ist toll! So was von elegant! Auch thematisch super!&#8221;)<\/em><br \/><strong>2. &#8220;Diamonds Club&#8221;<\/strong><br \/>Auf Aaron&#8217;s: &#8220;Spielt sich wie Finca, nur ohne Muschis&#8221; bekannte Hans etwas unsicher, da\u00df er froh sei, bei unseren Muschi-Spielen der letzten Wochen nicht dabeigewesen zu sein. Die erfahrenen \u00e4lteren Herren wunderten sich!<br \/>In R\u00fcdiger-Dorn-Spielen hat niemand Pech. Das ist ein eiserner Grundsatz seiner Spiel-Design-Prinzipien. In &#8220;Diamonds Club&#8221; gibt es dazu eine winzige Ausnahme: Die Startspieler-Bestimmung, da\u00df der emsigste Zylinder-Investor neuer Startspieler wird, ist super; da\u00df die weitere Zugreihenfolge dann aber nach der Sitzordnung bestimmt wird und nicht nach der weiteren Zylinder-Reihenfolge, ist nur bedingt gerecht! Vielleicht ein Zugest\u00e4ndnis an die Vereinfachung als Familienspiel?<br \/>Die verschiedenen Investitionsm\u00f6glichkeiten in Geldquellen, Waldbesitz, Technik-Entwicklung und Park-Triolen bieten auch anspruchsvollen Spielern ein weites Bet\u00e4tigungsfeld. Allerdings mu\u00df man wissen, da\u00df ohne Wald nichts geht. Hans bekam fast alle Sonderpunkte f\u00fcr vollst\u00e4ndige Sammelobjekte, doch er wurde Letzter. Er hatte als einziger kein Waldst\u00fcck. Vielleicht sollte der Waldfaktor auf maximal 5 (statt 6) begrenzt sein.<br \/>Die restlichen Punktezahlen blieben trotz sonst unterschiedlicher Park-Entwicklung ziemlich dicht beieinander. Das haben wir schon fr\u00fcher festgestellt. Ist Dorn&#8217;s Ausgleichspolitik hier etwa in Gleichmacherei ausgeartet? Frage an die eigenen Reihen: Dann ist der Waldfaktor also noch zu niedrig, oder?<br \/>Hans empfand das Spiel als &#8220;Antithese zu Wind River: Unheimlich viel Regeln, unheimlich viel Material, dagegen zu wenig Interaktion.&#8221; Zudem f\u00fchlte er sich strategisch zu wenig herausgefordert: &#8220;Die Dinge, die ich falsch gemacht habe, waren so pippifax, da\u00df ich keinen Ehrgeiz habe, meine Strategie zu verbessern.&#8221; Nach einer harten Auseinandersetzung mit &#8220;Wind River&#8221; ist diese Einsch\u00e4tzung gerade noch verst\u00e4ndlich.<br \/>&#8220;Diamonds Club&#8221; geht deutlich in Richtung Familienspiel, auch wenn es daf\u00fcr verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viele Regeln enth\u00e4lt. Aaron schlug vor, das geniale Setz-Tableau durch spezielle Verteilungsw\u00fcrfel zu ersetzen: Schiffe, Vertr\u00e4ge, Farb-Loren und das ganze Drum und Dran ben\u00f6tigen dann keine scharfe Optimierungs-Kalkulation mehr, sondern werden durch einfachen W\u00fcrfelwurf erworben. Dieser Vorschlag ist genauso revolution\u00e4r wie seine halsbrecherischen Killermethoden gegen die aussterbenden Indianer im &#8220;Wind River&#8221;.<br \/><em>WPG-Wertung: Hans senkte mit seinen 6 Punkten den WPG-Durchschnitt um 0,2.<\/em><br \/><strong>3. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Im ersten Spiel schied Hans als erster aus, im zweiten Spiel wurde er Sieger. Bei Walter war es umgekehrt. Ist Bluff doch nur ein reines Gl\u00fccksspiel?<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Spieleabend&#8221; hei\u00dft unser regelm\u00e4\u00dfiges Treffen Mittwochs am Westpark. 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