{"id":240,"date":"2009-08-03T17:20:05","date_gmt":"2009-08-03T17:20:05","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=240"},"modified":"2009-12-01T17:52:02","modified_gmt":"2009-12-01T16:52:02","slug":"29072009-der-westpark-in-der-isarvorstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/08\/03\/29072009-der-westpark-in-der-isarvorstadt\/","title":{"rendered":"29.07.2009: Der Westpark in der Isarvorstadt"},"content":{"rendered":"<p>Die Moritzens sind umgezogen und luden die Westparker zur vorl\u00e4ufigen Wohnungseinweihung auch gleich in die neue Wohnung ein: eine wundersch\u00f6ne Etagenwohnung in der Isarvorstadt, mit einladender Gastronomie direkt vor der T\u00fcr. Bauger\u00fcste vor den Fenstern und Dixi-Klo vor der Haust\u00fcr m\u00fcssen noch abger\u00e4umt werden, aber das Spielzimmer ist schon perfekt: rund herum bis unter die Decke ist die umfangreiche Spielesammlung auf die hohen Altbauregale verteilt, und zwei wundersch\u00f6ne Spieltische lassen alle Teilnehmerbegrenzungen vergessen machen.<br \/>Nat\u00fcrlich sind die Parkpl\u00e4tze knapp und die Anreise per Auto ist problematisch. Unser l\u00e4ndlicher Autofahrer ist zuhause geblieben und die innerst\u00e4dtische G\u00e4ste standen bei der Wahl zwischen Fahrrad oder U-Bahn plus Fu\u00dfweg zwischen Scylla und Karybdis: Was an U-Bahn gewonnen wird, geht an Fu\u00dfweg verloren, denn die Isar flie\u00dft halt nicht neben der U6. Doch sowohl die jungen als auch die \u00e4lteren Herrschaften verzichteten heute trotz des herrlichen Sommerwetters aufs Fahrrad.<br \/><strong>1. &#8220;Schatten \u00fcber Camelot&#8221;<\/strong><br \/>Ein kooperatives Spiel, bei denen die Spieler gemeinsam gegen die Unbilden des Kartenzufalls antreten m\u00fcssen und in K\u00e4mpfen gegen Drachen und Magier, Sachsen und Pikten, Verzweiflung und Trostlosigkeit punkten und \u00fcber die Runden kommen m\u00fcssen.<br \/>Entschieden werden die K\u00e4mpfe \u00fcber zuf\u00e4llige gezogene Karten, die die Mitspieler rechtzeitig in richtiger Anzahl und Nomination an die verschiedenen Turnierpl\u00e4tze transportieren m\u00fcssen. Gewinnen sie die einzelnen sich zuf\u00e4llig aufbauenden Herausforderungen, bekommen sie wei\u00dfe Schwerter und neue Leben, verlieren sie diese &#8220;Quests&#8221;, so gibt es schwarze Schwerter und Lebenspunkte werden abgezogen. Sind bei Spielende mehr wei\u00dfe als schwarze Schwerter auf dem Brett, dann haben alle zusammen gewonnen.<br \/>Einer der Mitspieler kann verdeckt und zuf\u00e4llig die Schurkenrolle zugeschustert bekommen. Er kann dann den Guten im Kampf gegen das B\u00f6se auch noch Kn\u00fcppel zwischen die Beine werfen, und er gewinnt, wenn die Guten ihre Siegbedingung nicht rechtzeitig erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Das schafft einen gewollten Mi\u00dftrauensfaktor: es gilt herauszufinden, ob der Schurke dabei ist und wer es ist. Wenn er identifiziert wurde, sind seinen Aktionen eingeschr\u00e4nkt.<br \/>Zuf\u00e4llig war in unserer 7er Runde der Schurke nicht dabei. Verd\u00e4chtigungen gab es nat\u00fcrlich trotzdem. Warum hortet einer Aktionskarten in der Hand, anstelle sich am Kampf gegen die Ossis zu beteiligen? Warum rei\u00dft sich einer das Excalibur unter den Nagel, obwohl doch andere Spieler die Vorarbeiten dazu geliefert haben? Warum quasselt einer so fahrig, obwohl er das Rentenalter noch nicht erreicht hat? \u00dcberzeugende rationale und irrationale Indizien f\u00fcr unfehlbare Hexenprozesse!<br \/>Die t\u00f6dlichen Siegbedingungen des B\u00f6sen konnten leicht abgewehrt werden, und der Siegeszug der Guten war mehr oder weniger ein ungef\u00e4hrdeter Durchmarsch. Eigentlich eine ungl\u00fcckliche Konstellation.<br \/>Obwohl solche kooperativen Spiele in der Mehrheit nicht zu unseren Lieblingsspeisen geh\u00f6ren, und obwohl auch der erweiterte Spielerkreis erh\u00f6hte Anforderungen an die zeitliche Geduldstoleranz stellte, blieb die Stimmung gut. Die Hauseinweihung hatte den Ausschlag gegeben. Gl\u00fccklicherweise. Jeweils f\u00fcnf Minuten zu warten, um einen Zug tun zu d\u00fcrfen, der im Prinzip von Anfang an feststeht, daf\u00fcr mu\u00df man seine spielerischen Ambitionen schon recht deutlich zur\u00fccknehmen. Es funktioniert nur, wenn Gesellschaft und Kommunikation im Vordergrund stehen. Wie heute.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron gibt zwei Punkte mehr (war das ernsthaft?), Walter einen Punkt weniger. Die anderen \u00e4u\u00dferten sich nicht explizit.<\/em><br \/><strong>2. &#8220;Die Erben von Hoax&#8221;<\/strong><br \/>Die Spieler bekommen verdeckt Rollen zugeteilt und m\u00fcssen versuchen, diese ihre Rolle so lange wie m\u00f6glich geheim zu halten.<br \/>Jeder Mitspieler darf sich jede Rolle anma\u00dfen und deren Privilegien genie\u00dfen, z.B. Brot, Wein oder Gold von der Bank einzustreichen, diese Gaben von den Mitspielern wegzunehmen oder sie zu tauschen. Jeder Mitspieler darf den anderen diese Anma\u00dfung streitig machen. Der &#8220;Baron&#8221; erkl\u00e4rt es f\u00fcr illegal, der &#8220;Richter&#8221; verurteilt das, der &#8220;M\u00f6nch&#8221; verzeiht es, der &#8220;Magier&#8221; ist gegen alles immun, der &#8220;Dieb&#8221; k\u00fcmmert sich einen Schei\u00dfdreck darum und der &#8220;Bauer&#8221; hat eh keine Rechte.<br \/>Wenn einem Spieler mehrheitlich angezweifelt wird, ob er eine bestimmte Rolle besitzt, und die Mehrheit hat recht, dann darf er diese Rolle nicht mehr einnehmen. Hat die Mehrheit unrecht, dann bekommt dieser Spieler Siegpunkte und scheidet f\u00fcr diese Runde aus dem Spiel aus. Zwangsweise m\u00fcssen die Spieler nach und nach ihre Rolle offenbaren und scheiden aus, bis zum Schlu\u00df nur noch einer \u00fcbrigbleibt und daf\u00fcr Siegpunkte bekommt.<br \/>Ein wesentlicher Bestandteil von gutem Spiel besteht darin, seine zugeteilte Rolle so lange wie m\u00f6glich zu verbergen. Wie macht man das?<br \/>Nimmt man jetzt immer die gleiche Rolle ein, um nichts zu verraten oder nimmt man aus dem gleichen Grunde statistisch verteilt alle m\u00f6glichen verschiedenen Rollen ein? Meldet man sich oft genug vorlaut gegen die Rollenspiele der anderen, um mit Gewinn daraus hervorzugehen, oder h\u00e4lt man sich vornehm zur\u00fcck und wartet auf das Endspiel?<br \/>Peter legte vorz\u00fcgliche Bluffs hin, die durch ihre metaphysische Undurchsichtigkeit dann doch wieder durchsichtig wurden. Loredana sonnte sich mit soviel Selbstzufriedenheit in ihrer Immunit\u00e4t als Magier, da\u00df ihr auch dies zum Verh\u00e4ngnis wurde. Genauso ging es Walter mit seinen Rollen-Emotionen als Richter und Dieb. Nur mit Hans taten sich alle schwer. Und was war sein Geheimnis? Dreimal d\u00fcrft ihr raten! &#8211; Er dachte \u00fcber seinen jeweiligen Zug so lange nach, bis den Mitspielern einfach die Lust verging, seine Denkvorg\u00e4nge auch nur ansatzweise nachzuvollziehen. So blieb er bis zum Schlu\u00df der gro\u00dfe Unbekannte. Ein probates Mittel um &#8220;Hoax&#8221; gewinnen. Vor allem, wenn die Konkurrenten nerv\u00f6s werden, weil sie zu vorletzten U-Bahn abd\u00fcsen m\u00fcssen.<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein 6.5 Punkte Spiel. <\/em><br \/>Aaron und Walter konnten zum ersten Mal am eigenen Leib nachvollziehen, was es hei\u00dft, zur vorletzten U-Bahn aufbrechen zu m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Moritzens sind umgezogen und luden die Westparker zur vorl\u00e4ufigen Wohnungseinweihung auch gleich in die neue Wohnung ein: eine wundersch\u00f6ne Etagenwohnung in der Isarvorstadt, mit einladender Gastronomie direkt vor der T\u00fcr. 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