{"id":241,"date":"2009-08-06T11:06:31","date_gmt":"2009-08-06T11:06:31","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=241"},"modified":"2009-12-01T17:50:56","modified_gmt":"2009-12-01T16:50:56","slug":"05082009-spiele-von-gunther","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/08\/06\/05082009-spiele-von-gunther\/","title":{"rendered":"05.08.2009: Spiele von G\u00fcnther"},"content":{"rendered":"<p>Die Vordiskussion bestimmte das Thema &#8220;Monopoly&#8221;. Dieses Spiel lag zwar noch nie am Westpark auf dem Tisch und es wird wohl auch niemals den Weg dorthin schaffen, doch Diskussionen, ob und wie man in diesem Spiel sein Schicksal beeinflussen kann, gibt es immer wieder.<br \/>Im Internet gibt es Statistiken, welche Felder im Spiel am h\u00e4ufigsten betreten werden und welche Stra\u00dfen und Geb\u00e4ude demnach die gr\u00f6\u00dften Siegchancen bieten. Irgend jemand hat ausgerechnet bzw. behauptet, da\u00df man mit den Bahnh\u00f6fen anfangen soll und sp\u00e4ter auf die hellblaue Elisenstra\u00dfe umsteigen soll. Walter hegt hier erhebliche Zweifel, ob die Randbedingungen auch richtig positioniert sind. Wie steigt man \u00fcberhaupt von einem Besitzstand auf einen anderen um? Braucht man da einen Dummen, der auf Ro\u00dft\u00e4uschertricks reinf\u00e4llt?<br \/>Nach allgemeiner Erfahrung wird in der Einschwingphase das Besitztum an Stra\u00dfen und Geb\u00e4uden vergeben, dann folgt eine kurze bis einmalige Tauschphase, in der getauscht wird, so da\u00df jeder mindestens eine vollst\u00e4ndige Stra\u00dfengruppe besitzt, und dann wird gewirtschaftet und monopolisiert, bis am Ende nur noch einer \u00fcbrigbleibt. Da gibt es keine Umschichtung mehr. Oder habt ihr das anders in Erinnerung?<br \/>Auf lange bzw. unendliche Sicht gesehen ist Schlo\u00dfallee und Parkstra\u00dfe mit H\u00e4usern und Hotels voll gespickt wertvoller als alle 4 Bahnh\u00f6fe. Mit Bahnh\u00f6fen allein kann man innerhalb der 3-Sigma-Grenzen keinen in die Knie zwingen, sehr wohl aber mit den dunkelblauen Prachtsta\u00dfen. Will das jemand bezweifeln?<br \/>Moritz pochte strikt auf die Bahnhofsstatistiken im Internet. Schlie\u00dflich hat er sich sehr intensiv mit der Materie besch\u00e4ftigt, weil er bei &#8220;Galileo&#8221; dazu ja auch Spieltips zu besten geben mu\u00dfte. Da stecken offensichtlich ganz andere Spielerfahrungen dahinter. Einig waren wir uns immerhin, da\u00df Wasserwerk und Elektrizit\u00e4tswerke die schlechtesten Investitionen des ganzen Spiels sind.<br \/><strong>1. &#8220;Nofretete&#8221;<\/strong><br \/>Auf dem Spielbrett gibt es vier M\u00e4rkte, zu denen jeder Spieler seine Diener hinschicken kann. Ist der Markt gef\u00fcllt &#8211; dazu mu\u00df eine bestimmte Kombination von Dienern vorhanden sein &#8211; wird der Markt gewertet: Jeder Spieler darf jetzt f\u00fcr jeden seiner Diener bestimmen, ob er einen definierten Geldbetrag in die Marktkasse bezahlt und daf\u00fcr eine Siegpunktkarte nimmt, oder ob er die H\u00e4lfte des Geldes, das sich gerade in der Marktkasse befindet, an sich nimmt und daf\u00fcr auf eine Siegpunktkarte verzichtet.<br \/>Es gibt verschiedene Typen von Siegpunktkarten mit unterschiedlichen Werten. Am meisten bekommt man f\u00fcr einen Kartentyp, wenn man ihn ganz alleine besitzt. Der Wert sinkt, je mehr Spieler von diesem Kartentyp Anteile haben.<br \/>Mit manchen Siegpunktkarten auf dem Markt erh\u00e4lt man zus\u00e4tzlich ein &#8220;Siegel&#8221;, mit dem man in einem seiner n\u00e4chsten Z\u00fcge Aktionskarten aktivieren kann: z.B. asynchron eine Siegpunktkarte vom Markt nehmen, Siegpunktkarten mit einem Spieler tauschen, oder Siegpunktkarten mit erh\u00f6hter Pr\u00e4mienausbeute sofort in Siegpunkte verwandeln.<br \/>Man kann lange nachdenken,<br \/>a) auf welchen Markt man seinen Diener schickt<br \/>b) welchen Rang (Zugreihenfolge beim Werten) der Diener dort einnehmen soll<br \/>c) ob der Diener bei der Abrechnung Geld gegen Karten hingeben oder Geld gegen nix herausnehmen soll.<br \/>d) in welcher Spielphase man sein Siegel einsetzen soll<br \/>e) f\u00fcr welche Aktionen man sein Siegel einsetzen soll.<br \/>Kein Zug baut auf dem anderen auf. Jedesmal, wenn man an die Reihe kommt, steht man vor einer neuen Marktsituation mit neuen konkurrierenden Dienern und einer neuen Verteilung von Siegpunktkarten in der Hand der Mitspieler. Mensch, kann man da rechnen! Jedesmal.<br \/>Das fiselige Denken ist nicht nach jedermanns Geschmack. In einer lockeren Familienrunde aus dem Bauch heraus gespielt, ist es ein sch\u00f6nes Spiel. Dazu pa\u00dft vorz\u00fcglich, da\u00df unser Marathondenker Letzter und der Blitzbauchagierer Erster geworden ist!<br \/><em>WPG-Wertung:<br \/>G\u00fcnther: 7 (&#8220;einfaches Spiel, hab&#8217; aber doch manche Komplexit\u00e4t nicht \u00fcberblickt.&#8221; Seine Strategie bestand darin, alle 8 St\u00fchle zu besetzen, doch im Mittelspiel ging ihm dann das Geld aus.)<br \/>Hans: 6 (zu komplex f\u00fcr zu wenig Strategie, die Z\u00fcge bauen nicht aufeinander auf, sondern jeder Zug erfordert einen neuen Opportunismus, unabh\u00e4ngig von der Vorgeschichte).<br \/>Moritz: 7 (wurde an &#8220;Amun Re&#8221; erinnert; verfolgte 2 Strategien: viel Geld zu machen und bei den Siegpunktkarten zu diversifizieren, um damit den Mitspielern den gro\u00dfen Reibach zu vermaseln).<br \/>Walter: 6 (F\u00fcr jeden Zug kann man eine neue elende Optimierungrechnerei anstellen. Das ist am Westpark t\u00f6dlich.)<\/em><br \/><strong>2. &#8220;Fits&#8221;<\/strong><br \/>Ein Spiel aus der diesj\u00e4hrigen Vorschlagsliste zum Spiel-des-Jahres, also ein Pflichtprogramm am Westpark.<br \/>Jeder Spieler hat den gleichen Satz von Baukl\u00f6tzchen, wie wir sie von &#8220;Tetris&#8221; her kennen. Pro Runde mu\u00df jeder Spieler seine Baukl\u00f6tzchen mehr oder weniger l\u00fcckenlos auf seinem Spielbrett einsortieren. Die Kl\u00f6tzchen fallen allerdings nicht von Himmel, sondern die Reihenfolge, in der sie &#8211; von allen Spielern simultan &#8211; verwendet werden m\u00fcssen, wird zuf\u00e4llig bestimmt, und jeder hat beliebig lange Zeit dar\u00fcber nachzudenken, wie er das jeweils n\u00e4chste Kl\u00f6tzchen auf dem Spielbrettboden verbaut.<br \/>Die Spielbretter enthalten ein Karomuster, auf dem bestimmte K\u00e4stchen markiert sind. Wenn diese K\u00e4stchen am Spielende frei geblieben sind, gibt es daf\u00fcr Punkte, positive oder negative. Wer nach einer bestimmten Anzahl von Runden am Ende die meisten Pluspunkte gesammelt hat, ist Sieger.<br \/>Die sattsam bekannten Mechanismen von Tetris sind die Basis des Spieles. Dazu gibt es eigentlich nichts weltbewegend Neues. Doch die Gestaltung als Gruppenspiel ist gelungen und kann in einer geometrisch-ausgerichteten Patchwork-Familie viel Freude bereiten.<br \/><em>WPG-Wertung:<br \/>G\u00fcnther: 7 (ein Mu\u00df f\u00fcr ihn als Allesspieler. Viele Gr\u00fc\u00dfe an Unna!)<br \/>Hans: 6 (die geometrische Herausforderung sollte ihm eigentlich liegen)<br \/>Moritz: 5 (zu wenig Aktionismus)<br \/>Walter: 6 (f\u00fcr die unbekannteFamilie) <\/em><br \/><strong>3. &#8220;Monopoly Deal&#8221;<\/strong><br \/>&#8220;In diesem atemlos schnellen Spiel kann das Gl\u00fcck von einer einzigen Karte abh\u00e4ngen.&#8221; Damit protzt die Spielanleitung. In der &#8220;Banana Republik&#8221; hat man dieses Prinzip mit der simplen Karte &#8220;Schr\u00f6der&#8217;sche Neuwahl&#8221; realisert. Wer dort diese Karte zieht und ausspielt beendet das Spiel und ist Sieger. Am Westpark kann so ein Prinzip nicht punkten. \u00dcberhaupt nicht. &#8220;Monopoly Deal&#8221; kam heute auch nur deshalb auf den Tisch, weil eine lockere D\u00f6delstimmung herrschte.<br \/>Das Kartenspiel versucht die Prinzipien von &#8220;Monopoly&#8221; zu nutzen und die Spieler mit dem Besitztum von Schlo\u00dfallee und Parkstra\u00dfe zu begl\u00fccken.<br \/>Es gibt kein Spielbrett und keine P\u00f6ppel, die hier ihre W\u00fcrfelrunden drehen, sondern man zieht Karten vom verdeckten Stapel und erh\u00e4lt damit entweder Geld, oder Bahnh\u00f6fe, oder Stra\u00dfen oder H\u00e4user, oder Hotels, oder man kassiert Miete (die man von einem <strong>beliebigen<\/strong> Mitspieler fordern darf!) oder man kann irgendwelche Phantasiesummen von irgendwelchen Mitspielern eintreiben.<br \/>Das funktional Beste ist noch die &#8220;Zwangstausch&#8221;-Karte, die es erlaubt, ein beliebiges Grundst\u00fcck mit einem Mitspieler zu tauschen. So eine Ereigniskarte fehlt im Original-Monopoly, denn dann brauchte ein Spieler, der in der Einschwungphase keinen vollst\u00e4ndigen Stra\u00dfenzug erhalten hat, die Hoffnung auf einen solchen bis zu seiner endg\u00fcltigen Pleite nicht aufzugeben.<br \/>Nach Erkl\u00e4rung der verschiedenen Karten h\u00e4tte Walter das Spiel am liebsten gar nicht erst begonnen. Zuf\u00e4llig irgendwelche verdecken Karten zu ziehen und damit seinen Reichtum zu f\u00f6rdern bzw. den Mitspielern etwas wegzunehmen, bis einer die Siegbedingung erf\u00fcllt hat, kommt doch wohl gleich hinter einem reinem Zeittotschlagen. Doch Moritz, der grunds\u00e4tzlich f\u00fcr jede spielerischen Idee aufgeschlossen ist, dr\u00e4ngte auf den Start: &#8220;Besser als Snuff&#8221;!<br \/>Das Schicksal r\u00e4chte sich bitterlich. Er bekam keine einzige Geldkarte auf die Hand und mu\u00dfte reihum seine wenigen anvertrauten Pfunde auch noch an die gnadenlos wuchernden Mitspieler abgeben. Seinen einzigen Trost mu\u00dfte er im vielgeschm\u00e4hten Wasser- und Elektrizit\u00e4tswerk suchen! Ziemlich sicher fand er ihn dort auch nicht!<br \/>Hans hatte fast die Siegbedingung erf\u00fcllt, als G\u00fcnther die Karte zog, mit der er Hans einen vollst\u00e4ndigen Stra\u00dfenzug wegnehmen durfte. Hans konnte zwar noch mit einer &#8220;Nix da&#8221;-Karte kontern, doch G\u00fcnther konnte diese Abwehr mit einer eigenen &#8220;Nix-da&#8221;-Karte unterlaufen. Mit einer weiteren Jokerkarte komplettierte er noch die Bahnh\u00f6fe und beendete das Spiel als Sieger. Das erste und letzte &#8220;Quasi-Monopoly&#8221; am Westpark.<br \/><em>WPG-Wertung:<br \/>G\u00fcnther: 4 (in memoriam Unna! &#8220;Es gibt andere Monopoly-Derivate, die wirklich grottenschlecht sind!&#8221;)<br \/>Hans: 2 (kein Kommentar)<br \/>Moritz: 1 (&#8220;Aus dem Thema h\u00e4tte man was machen k\u00f6nnen!&#8221;)<br \/>Walter: 1 (&#8220;nix f\u00fcr mich&#8221;) <\/em><br \/>Es gibt nur 4 von weit \u00fcber 500 Spielen, die am Westpark schlechtere Noten bekommen haben.<br \/><strong>4. &#8220;Flaschenteufel&#8221;<\/strong><br \/>Moritz durfte zwischen &#8220;Flaschenteufel&#8221; oder &#8220;Bluff&#8221; w\u00e4hlen. Er entschied sich f\u00fcr sein 9 Punkte gegen\u00fcber seinem 8 Punkte Spiel.<br \/>Keiner der Spielrunde hatte Zweifel dar\u00fcber, da\u00df jeder im &#8220;Flaschenteufel&#8221; sein Schicksal selber in der Hand hat. Auch wenn bestimmte Kartenkonstellationen das Leben schwer machen k\u00f6nnen.<br \/>Jeder ertrug seine Niederlagen mit Fassung, jeder konnte auch plausibel begr\u00fcnden, wegen welchen spieltechnischen Fehlern er den Teufelsstich nicht mehr losgeworden ist. Fast so analytisch wie im Individual-Bridge.<br \/><strong>5. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Trotz des sp\u00e4ten Abend entstand bei diesem Spiel die gr\u00f6\u00dfte Spielfreude und es wurde am meisten gelacht.<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vordiskussion bestimmte das Thema &#8220;Monopoly&#8221;. 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