{"id":2411,"date":"2016-07-16T23:20:30","date_gmt":"2016-07-16T21:20:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2411"},"modified":"2016-07-23T16:11:55","modified_gmt":"2016-07-23T14:11:55","slug":"13-07-2015-beute-und-maschinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2016\/07\/16\/13-07-2015-beute-und-maschinen\/","title":{"rendered":"13.07.2016: Beute und Maschinen"},"content":{"rendered":"<p>Wilhelm aus Unna, Vielspieler, Gutspieler, Allesspieler, hat uns nach zwei Jahren Abstinenz mal wieder am Westpark besucht. Als eifriger Leser und sporadischer Kommentierer unserer Berichte konnte er nur sein Bedauern dar\u00fcber ausdr\u00fccken, dass wir spielerisch nichts Lokales auf dem Markt finden. Wir hier im S\u00fcden qu\u00e4len uns \u00fcber die \u201ePeloponnes\u201c durch \u201edie Tore der Welt\u201c bis in die \u201eGalaxis\u201c, er als Nord-Ruhrgebietler kann allein mit den drei Thomas-Spitzer-Produkten \u201eRuhrschifffahrt\u201c, \u201eKohle &amp; Kolonie\u201c und \u201eHaspelknecht\u201c n\u00e4chtelang im Heimatkolorit schwelgen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2016\/07\/16\/13-07-2015-beute-und-maschinen\/fcbayernbluff\/\" rel=\"attachment wp-att-2414\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2414\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/FCBayernBluff.jpg\" alt=\"FCBayernBluff\" width=\"550\" height=\"409\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/FCBayernBluff.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/FCBayernBluff-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/FCBayernBluff-300x223.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a>Zum Ausgleich hat er uns als Gastgeschenk das besten Spiel der Welt als einen kleinen, unsere Defizite vermindernden Eigenbau mitgebracht (siehe Foto). Um welches Spiel handelt es sich? Wieviel w\u00fcrde es kosten, alle W\u00fcrfel auch noch stilgerecht durch die Orginalw\u00fcrfel eines autorisierten Suppliers zu ersetzen?<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Loot Island&#8221;<\/strong><br \/>\nAaron Eigenentwicklung hat schon viele Metamorphosen mitgemacht. In den Regeln und im Titel. Wilhelm hatte es schon vor Jahren als kleines, feines, logisches \u201eUr-Diggers\u201c kennen und sogar sch\u00e4tzen gelernt. Jetzt ist eine Menge italienische Familienspiel-Substanz hineingekommen, und Wilhelm war sehr interessiert daran, die aktuelle Fassung kennen zu lernen. Trotz seines Outing: \u201eIch habe schon so viele Prototypen getestet, ich habe heute dazu keine Lust mehr\u201c.<\/p>\n<p>Das Spiel hat was. Auch wenn es ganz leicht aussieht und eine geh\u00f6rige Portion Zufall eingebaut ist, sch\u00e4len sich in Laufe einiger weniger Spiele immer mehr taktischen Finessen heraus, mit denen man dem Gl\u00fcck doch noch ein Schnippchen schlagen kann. Zumindest kann man es zu versuchen. Die intellektuellen Herausforderungen des Spiels best\u00e4tigten sich heute allerdings nicht: Walter gewann, G\u00fcnther wurde Letzter!<\/p>\n<p><em>Keine WPG-Wertung f\u00fcr ein Spiel in der Entstehungsphase. Wilhelms Schlusswort: \u201eIch habe gut mitgespielt, aber es hat mich nicht gepackt\u201c und \u201eF\u00fcr \u201aWhat\u2019s your game\u2019 ist es ein erstaunlich eing\u00e4ngiges, d.h. ein \u00fcberschaubares und nicht das \u00fcbliche komplexe bis hoch-komplexe Spiel.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Steam Works&#8221;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2413\" aria-describedby=\"caption-attachment-2413\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2016\/07\/16\/13-07-2015-beute-und-maschinen\/aaronguenthersteamworks\/\" rel=\"attachment wp-att-2413\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2413\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/AaronGuentherSteamWorks.jpg\" alt=\"Steam Works : Aaron nutzt eine Maschine, G\u00fcnther studiert den Maschinenpark.\" width=\"550\" height=\"457\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/AaronGuentherSteamWorks.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/AaronGuentherSteamWorks-150x125.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/AaronGuentherSteamWorks-300x249.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2413\" class=\"wp-caption-text\">Steam Works : Aaron nutzt eine Maschine, G\u00fcnther studiert den Maschinenpark.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eines der Spiele, mit denen Wilhelm uns hier am Westpark mal wieder auf den Zahn f\u00fchlen wollte. \u201eEin Worker-Placement-Spiel bei dem die Spieler die Placements erst im Laufe des Spieles zusammenbauen.\u201c Aaron war begeistert, er br\u00fctet auch gerade \u00fcber einer solchen Spielidee. Aber wahrscheinlich hat er sich im Endeffekt doch etwas ganz anderes darunter vorgestellt.<\/p>\n<p>Jeder Spieler bekommt eine private Tafel mit den ersten drei Basis-Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fcr seine Mitarbeiter:<\/p>\n<ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>sich aus einer offenen Auslage ein neues Komponentenpl\u00e4ttchen zulegen<\/li>\n<li>sich ein neues Energiepl\u00e4ttchen vom Typ Mechanik, Dampf oder Elektrizit\u00e4t zulegen<\/li>\n<li>aus einem Komponentenpl\u00e4ttchen und einem Energiepl\u00e4ttchen eine primitive erste Maschine bauen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Energie ist notwendig, um eine Maschine zu betreiben, was dabei herauskommt bestimmen aber ausschlie\u00dflich die Komponenten, aus denen sie zusammengesetzt ist. Die ersten, den Spielern in der Grundausstattung mitgegebenen Komponenten k\u00f6nnen gerade mal eine zweite primitive Maschine bauen oder eine primitive Maschine zu einem Dreiteiler upgraden. Mit fortschreitendem Spielverlauf kommen immer m\u00e4chtigere Komponenten ins Angebot, die dann erlauben:<\/p>\n<ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>sich gleich mehrere Komponentenpl\u00e4ttchen aus der offenen Auslage zuzulegen<\/li>\n<li>sich gleich mehrere Energiepl\u00e4ttchen zulegen<\/li>\n<li>Maschinen mit gleich mehreren (passenden) Komponenten zu bauen<\/li>\n<li>Maschinen um immer mehr (passende) Komponenten zu erweitern<\/li>\n<li>Maschinen gleich zweimal auf einmal zu betreiben<\/li>\n<li>Maschinen zu bauen und im gleichen Atemzug auch sofort zu betreiben<\/li>\n<li>Geld zu generieren<\/li>\n<li>Siegpunkte zu generieren<\/li>\n<li>Besitztum in Siegpunkte zu verwandeln<\/li>\n<li>und vieles mehr. Neben der Anfangsausstattung gibt es 32 verschiedene weitere Komponenten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Beim Bauen und Upgraden ist darauf zu achten, dass die Komponenten zur Energiequelle passen und dass die St\u00fcckelung stimmt. Wenn man n\u00e4mlich z.B. eine drei-teilige Maschine zu einer vier-teiligen erweitern darf, dann muss man genau das tun (falls man alle notwendigen Teile passend hat), und darf nicht eine kleinere zwei-teilige Maschine zu einer drei-teiligen erweitern. Das klingt vielleicht logisch, in Sinne von einfacher Inklusiv-Potenz muss man sich aber erst daran gew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>Um eine Maschine zu betreiben muss der Spieler einen seiner Mitarbeiter auf das zugeh\u00f6rige Energiepl\u00e4ttchen setzen. Jetzt darf er <strong>alle<\/strong> daran angeschlossenen Komponenten in beliebiger Reihenfolge nutzen. Das Besondere dabei ist, man darf auch die Maschinen der Mitspieler nutzen. Kostenlos! Der benutzte Mitspieler bekommt dann \u2013 von der Bank &#8211; einen Siegpunkt zugeschustert und ggf. komponente-abh\u00e4ngig noch weitere Vorteile. Jede Maschine darf pro Runde nur einmal genutzt werden, nur der Benutzer darf sie ggf. ein zweites Mal nutzen. Hier ist also eine gewisse Konkurrenz gegeben. Manchen nennen das sogar schon Interaktion.<\/p>\n<p>Und jetzt f\u00e4ngt die Krux von \u201eSteam Works\u201c an: Im Laufe des Spieles liegen auf dem Tisch um die zentrale Auslage herum immer mehr (zwischen zehn und zwanzig!) private Maschinen mit lauter unterschiedlichen Effekten. Die Maschinen liegen bis zu zwei Metern auseinander, und es gilt, sie alle mit allen ihren Effekten und Nebeneffekten abzuchecken, und die f\u00fcr die eigene Entwicklung augenblicklich beste Maschine herauszufinden. Dabei ist ggf. noch zu ber\u00fccksichtigen, ob andere Spieler auf diese Maschine ebenfalls scharf sind, und ob die von der Bank ausgezahlten Vorteile an den Maschinenbesitzer die Fremdnutzung wert sind.<\/p>\n<p>Wilhelm kannte das Spiel. Er baute sich in den letzten zwei oder drei Runden eine umwerfende Siegpunkt-Generiermaschine, und war damit auch von unserem Optimierungs-Maschinen-Optimierungs-Crack G\u00fcnther nicht zu schlagen. Knapp nicht! Das spricht f\u00fcr die geistigen Anforderungen an das Spiel. Zweifellos ein Qualit\u00e4tskriterium (westpark-scher Art), aber solche Anforderungen sind zweifellos ja nicht die einzigen Qualit\u00e4tskriterien eines Spiels. Hier ist jetzt noch gen\u00fcgend Platz f\u00fcr Wilhelms Elogen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (ein reines Puzzle, ich mag diese Art von Spielen nicht), G\u00fcnther: 7 (die Maschinen und ihre Komponenten sind \u00fcberschaubar, aber es sind zu viele), Wilhelm 8 (fast 9, vor \u00fcber einem Jahr zum letzten Mal gespielt, bin ich schnell wieder reingekommen, alles passt zusammen, die Aufbau-Idee ist h\u00fcbsch, \u00dcbersichtlichkeit und Komplexit\u00e4t sind noch OK, es artet nicht in Arbeit aus), Walter: 6 (empfand das Spielgeschehen mit der gnadenlosen kalkulatorischen Optimierungsaufgabe doch als schwei\u00dftreibende Arbeit; sch\u00f6ne, gelungene, fehlerlose Ingenieur-Leistung des Autors, doch das Spielerische kommt zu kurz).<\/em><\/p>\n<p>Aaron fand bei Boardgamegeek einen Kommentar, f\u00fcr ihn wie auf den Leib geschrieben: <em>\u201eNot unpleasant, not broken, not problematic, just not my kind of game.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Flaschenteufel&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Nein, wir haben es nicht gespielt. Walter schlug es in der seltenen Viererrunde als Vor-Absacker vor, aber Wilhelm war dagegen: \u201eEs ist ein gutes Spiel, aber es liegt nicht in meiner Geschmacksrichtung.\u201c Sinngem\u00e4\u00df das gleiche wie der BGG-Kommentar. Vielleicht werden wir alle \u00e4lter, die Weichteile verkalken und die freie Auffassungstoleranz wird enger. Vielleicht waren wir aber schon immer so.<\/p>\n<p><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Spiel war Wilhelm als erster ausgebootet, es gewann Walter im Endspiel gegen Aaron. Im zweiten Spiel war Walter als erster ausgebootet, es gewann Wilhelm in Endspiel gegen G\u00fcnther. Ein reines Gl\u00fccksspiel &#8230; :-)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wilhelm aus Unna, Vielspieler, Gutspieler, Allesspieler, hat uns nach zwei Jahren Abstinenz mal wieder am Westpark besucht. 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