{"id":2422,"date":"2016-09-09T18:38:12","date_gmt":"2016-09-09T16:38:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2422"},"modified":"2016-09-09T19:30:48","modified_gmt":"2016-09-09T17:30:48","slug":"07-09-2016-mein-dorf-in-karuba","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2016\/09\/09\/07-09-2016-mein-dorf-in-karuba\/","title":{"rendered":"07.09.2016: Mein Dorf in Karuba"},"content":{"rendered":"<p>Unser Aaron ist unter die Komparsen gegangen. Heute hatte er den letzten Drehtag f\u00fcr einen s\u00fc\u00dfen, kleinen Reklamefilm. Anstatt sich in R\u00fcdiger Dorns \u201eKaruba\u201c Wege durch Wald und Flur zu bahnen, f\u00fchrte er reifere Damen auf verschlungenen Waldwegen durch die Niederungen des Memminger Flughafens. <em> \u201eDer Dreh heute dauert l\u00e4nger als geplant. Ich werde vermutlich erst so gegen 20:30 am Westpark sein\u201c<\/em> lautete seine Hiobsbotschaft. Das Rest-Trio konnte nur hoffen, dass eine sechsst\u00fcndige Vorausplanung am Filmset realistisch ist.<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Karuba&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich wollte Horst gleich zu Beginn ein abendf\u00fcllendes \u201eMy Village\u201c auflegen. Von seiner Familie hatte er sich freigeben lassen, und mit seiner Anreise per Drahtesel hatte er sich auch von der vorletzten U-Bahn unabh\u00e4ngig gemacht. Aarons Komparserei machte jetzt einen Strich durch diese Rechnung. Schnelle, lockere Warming-Ups waren angesagt. Da kam \u201eKaruba\u201c gerade recht.<\/p>\n<p>Bis die Endausscheidung zum \u201eSpiel des Jahres 2016\u201c hat es dieses leicht zu erkl\u00e4rende und locker ablaufende Spiel gebracht. Bei uns wurde es sogar \u201eSpiel des Monats 2016\u201c. Im Report vom 27.05.2016 habe wir es beschrieben.<\/p>\n<p>40 Minuten soll die Spieldauer sein. Wobei wir am Westpark in der Regel noch 50% drauflegen m\u00fcssen. In \u201eKaruba\u201c aber nicht. Einschlie\u00dflich Vorgepl\u00e4nkel und Erkl\u00e4rung waren wir in der angegeben Zeit durch. Horst war so begeistert, dass wir mit allseitigem Einverst\u00e4ndnis gleich noch einen zweiten Durchgang anf\u00fcgten.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Zum bisherigen Schnitt von 7,3 vergab Horst 8 Punkte (mit einer Tendenz f\u00fcr 9, \u201eso eine Spannung in einer so kurzen Zeit!\u201c Er wird es sich umgehend f\u00fcr seine eigene Spielrunde zulegen)<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;My Village&#8221;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2426\" aria-describedby=\"caption-attachment-2426\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2426 size-full\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MyVillage.jpg\" alt=\"Gro\u00dfer Platzbedarf f\u00fcr \u201eMy Village\u201c\" width=\"550\" height=\"345\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MyVillage.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MyVillage-150x94.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/MyVillage-300x188.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2426\" class=\"wp-caption-text\">Gro\u00dfer Platzbedarf f\u00fcr \u201eMy Village&#8221;, kontemplative Mitspieler<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aaron war noch nicht da, hatte aber auch nichts dar\u00fcber verlauten lassen, dass seine Dreharbeiten noch l\u00e4nger dauern w\u00fcrden. Volles Risiko bauten wir schon einmal \u201eMy Village\u201c auf; das nimmt ja schon mal zehn Minuten in Anspruch. Als erstes brauchten wir einen Zusatztisch f\u00fcr Getr\u00e4nke und Gummib\u00e4rchen, die Menge an Landschafts-, Produktions- und Verwaltungskarten, mit denen jeder Spieler in \u201eMy Village\u201c seine eigene Kolchose aufbaut, nimmt eine gew\u00f6hnliche Tischfl\u00e4che voll in Anspruch.<\/p>\n<p>In diesem \u00fcppigen Aufbau-Optimierungsspiel erweitern wir pro Zug unseren Betrieb um eine neue Wirtschaftsfl\u00e4che, oder wir nutzen die vorhandene Produktionskapazit\u00e4t f\u00fcr die Erzeugung von G\u00fctern, Geld oder direkten Siegpunkte.<\/p>\n<ul>\n<li>Kornfelder produzieren Geld. Wof\u00fcr wir das brauchen, das kriegen wir sp\u00e4ter.<\/li>\n<li>Handwerkliche Betriebe produzieren f\u00fcnf verschiedenen G\u00fcter, mit denen wir sp\u00e4ter Kunden oder Kirche bedienen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Kundenauftr\u00e4ge listen die G\u00fcter auf, f\u00fcr deren Produktion und Ablieferung wir Siegpunkte erhalten.<\/li>\n<li>Reisen bildet! F\u00fcr Reisekarten erhalten wir direkte Siegpunkte, sonst allerdings nichts.<\/li>\n<li>Geld- und G\u00fcter-Investitionen in den kirchlichen Bereich liefern \u00fcberproportional wachsende Siegpunkte und weitere kleine Verg\u00fcnstigungen im d\u00f6rflichen Leben.<\/li>\n<li>Rath\u00e4user generieren Geld, indirekte Siegpunkte oder Joker-G\u00fcter.<\/li>\n<li>Versammlungspl\u00e4tze erzeugen W-Potenz. Was das ist, das kriegen wir gleich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr jeden der verschiedenen Z\u00fcge, den wir tun wollen, m\u00fcssen wir eine vorgeschriebene Zweier-Kombination von W\u00fcrfeln vorweisen, von zweimal die Eins bis zweimal die Zw\u00f6lf. Damit kommen wir zum Knackpunkt des Spiels. Pro Zug w\u00fcrfelt der Startspieler elf W\u00fcrfel aus. Reihum reserviert sich dann jeder Spieler zwei davon aus, mit denen er seinen Zug bestreiten will. Eine h\u00fcbsche Konstruktion.<\/p>\n<p>Klar ist, dass der Startspieler bei der W\u00fcrfelauswahl erhebliche Vorteile hat; deswegen darf jeder Spieler auch einen Zug opfern, um in der n\u00e4chsten Runde selber Startspieler zu werden. Doch dieser Vorteil wird durch eine ganze Reihe von M\u00f6glichkeiten entwertet.<\/p>\n<ol>\n<li>Es gibt oft mehrere gute Z\u00fcge, die man auch noch in verschiedenen Reihenfolgen durchf\u00fchren kann, so dass man nicht streng von einer einzigen vorgegebenen Kombinationen abh\u00e4ngig ist.<\/li>\n<li>Der letzte Spieler eine Runde kann immer noch aus f\u00fcnf W\u00fcrfeln w\u00e4hlen; damit stehen oft genug noch ausreichend viele \u201enat\u00fcrlich gute\u201c Kombinationsm\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung.<\/li>\n<li>Es gibt auch einen durchaus akzeptablen Zug, n\u00e4mlich die Bewegung des Oberhauptes, den man mit jeder beliebigen W\u00fcrfelkombination ausf\u00fchren darf.<\/li>\n<li>Mit Geld, der Frucht unserer Kornfelder (siehe oben) k\u00f6nnen wir einzelne W\u00fcrfel modifizieren, d.h. die Augenzahl um eins nach oben oder unten drehen.<\/li>\n<li>Mit W-Potenz (siehe Versammlungspl\u00e4tze) k\u00f6nnen wir gar einen W\u00fcrfel auf eine frei w\u00e4hlbare Zahl drehen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Fazit, wenn man bei der \u00dcbernahme der Startspielerposition nicht noch weitere Vorteile einheimsen k\u00f6nnte, w\u00fcrde sich dieser Zug nicht lohnen.<\/p>\n<p>Was lohnt sich dann? Das ist die Crux des Spiels. Es lohnt sich zuviel! Zuerst muss man sich nat\u00fcrlich die \u201crichtige\u201d Produktionsmaschine zurechtlegen. Ein bi\u00dfchen W-Potenz, ein bi\u00dfchen Geld-Potenz, dann aber eine optimale Anzahl von Produktionsfeldern <strong>mit der gleichen W\u00fcrfelkombination<\/strong>. Mit einer bestimmen W\u00fcrfel-Kombination darf man n\u00e4mlich nicht nur ein einziges seiner Felder aktivieren, sondern <strong>alle<\/strong> Felder, f\u00fcr die diese Kombination vorgeschrieben ist.<\/p>\n<p>Da steht der Startspieler vor geschlagenen elf W\u00fcrfeln, von denen er nur zwei braucht, die er aber ggf. noch modizifieren bzw. auf beliebige Werte drehen darf. Er hat eine Menge zu denken. Vor allem am Anfang, wenn er beim Aufbau seiner Maschine noch als dem Vollen sch\u00f6pfen kann. Jeder Spieler darf dabei auch noch \u00fcberlegen, ob er mit bestimmten W\u00fcrfeln, die er f\u00fcr sich reserviert, seinen Mitspieler die Kombinierbarkeit unter den Restw\u00fcrfeln erschwert. Kurz und gut: es muss gedacht werden. Leider viel zu lange. Eine \u00fcberschl\u00e4gige Rechnung zeigt: Wir haben in drei Stunden Spielzeit (ohne Erkl\u00e4rung) das Spiel \u00fcber die Runden gebracht; dabei war jeder Spieler etwa 20 mal an der Reihe. Alle langen und breiten 9 Minuten durfte ein Spieler also einen Zug ausf\u00fchren. Ziemlich kontemplativ!<\/p>\n<p>G\u00fcnther baute sich eine h\u00fcbsche Handwerkersiedlung, \u00fcber die er sp\u00e4ter am laufenden Band (d.h. immer wenn er dran war) Kundenauftr\u00e4ge realisierte. Mit 68 Siegpunkten (Erster) bekam er ein Drittel mehr als Walter (Letzter), der nach ca. 60 Minuten resigniert hatte und mit seinen W-potenten Z\u00fcgen lediglich Bier braute, neue W-Potenz erzeugte, und sich um F\u00fcrbitter bem\u00fchte. Daf\u00fcr war G\u00fcnthers Vorsprung doch noch recht ertr\u00e4glich.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (das Spiel dauert doppelt so lang, wie ich diese Art von Spiel ertragen kann), G\u00fcnther: 6 (k\u00fcrzer w\u00e4re besser), Horst: 7 (die Spieldauer ist f\u00fcr diese Art von Spiel angemessen; wenn ich mit W\u00fcrfeln optimieren kann, m\u00f6chte ich dazu Zeit bekommen; ich liebe W\u00fcrfel-Aufbau-Optimierungsspiele), Walter: 5 (saubere Konstruktion, gute Balance, leider ohne jegliche Interaktion, nicht einmal beim Zugriff auf die Felder gibt es eine nennenswerte Konkurrenz; zu lange Wartezeit; als Solit\u00e4rspiel w\u00fcrde ich ihm 8 Punkte geben).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Aaron ist unter die Komparsen gegangen. Heute hatte er den letzten Drehtag f\u00fcr einen s\u00fc\u00dfen, kleinen Reklamefilm. 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