{"id":243,"date":"2009-09-03T11:16:37","date_gmt":"2009-09-03T11:16:37","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=243"},"modified":"2009-12-01T17:48:06","modified_gmt":"2009-12-01T16:48:06","slug":"01092009-mit-tulipmania-aus-dem-urlaub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/09\/03\/01092009-mit-tulipmania-aus-dem-urlaub\/","title":{"rendered":"01.09.2009: Mit &#8220;Tulipmania&#8221; aus dem Urlaub"},"content":{"rendered":"<p>Cannes, Malediven, Plattensee, wie reimt sich das zusammen?<br \/>In Cannes der Peter seine Loredana braucht,<br \/>auf den Malediven der Aaron in die Tiefe taucht,<br \/>am Plattensee der Walter sich sein Kreuz verstaucht &#8211;<br \/>so reimt sich das zusammen.<br \/>Die Urlaubssaison ist hoffentlich vor\u00fcber. Der Westpark ist wieder zum normalen Spiele-Alltag zur\u00fcckgekehrt.<br \/><strong>1. &#8220;Tulipmania&#8221;<\/strong><br \/>Ein einfaches, h\u00fcbsches Wirtschaftsspiel. Die einzige Schwierigkeit gab es am Anfang, als jeder Spieler 5 Hundert-Gulden-Scheine ausgeteilt bekommen sollte, im Spielmaterial aber insgesamt nur 24 Hunderter vorhanden waren.<br \/>Wir handeln und spekulieren mit Tulpen. Jeder Spieler mu\u00df reihum eine Tulpe aus seinem Besitztum verkaufen, in Konkurrenz zueinander bieten die anderem darum, sie zu kaufen. Entsprechend ver\u00e4ndert sich der Kurs der gehandelten Tulpensorte. Bei einem &#8220;normalen&#8221; Kauf steigt der Aktienwert um ein paar Prozente an, bei einem &#8220;Spekulationskauf&#8221; vervielfacht sich ihr Wert.<br \/>F\u00fcnf verschiedene Tulpensorten gibt es; ihr Kurswert geht praktisch ununterbrochen nach oben, dynamisch und dennoch friedlich, folgerichtig und dennoch chaotisch. Bis der Kurs einen H\u00f6chstwert erreicht und die Spekulation platzt. Jetzt m\u00fcssen alle Spieler alle Tulpen dieser Sorte auf den Markt werfen. Die Erl\u00f6se gehen dabei schrittweise drastisch in den Keller. Wer passende Marktkarten gesammelt hat, ist bei den Spitzenpreisen dabei, wer hier zu kurz gekommen ist, mu\u00df seine Restbest\u00e4nde f\u00fcr einen Appel und ein Ei verkaufen.<br \/>Bemerkenswert noch der Bietproze\u00df um die angebotene Tulpe: Jeder zieht verdeckt eine Aktionskarte \u00fcber Kauf oder Spekulation, \u00fcber Eigenerwerb oder Verkauf an die Bank. Wer die h\u00f6chste Aktionskarte gezogen hat, macht den Deal. Bei Gleichheit entscheidet eine um den Tisch wandernde Priorit\u00e4ts-Karte dar\u00fcber, wer den Deal macht.<br \/>Am Anfang, wenn das Geld noch knapp ist, sind die Aktionen der Spieler recht zur\u00fcckhaltend; da sind Interessen und Marktverhalten der einzelnen Spieler noch sehr unterschiedlich und die Aktionskarten mit ihren abgestuften Wertigkeiten machen Sinn. Doch unweigerlich schwimmen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter alle im Geld. Dann spielt jeder zwangsl\u00e4ufig nur noch die h\u00f6chstwertige Aktionskarte. In dieser Phase entscheidet allein die Priorit\u00e4ts-Karte das Spiel. Schade.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (&#8220;hat Potential&#8221;), Birgit: 5 (&#8220;nicht aufregend&#8221;), G\u00fcnther: 6 (st\u00f6rte sich an der Ungerechtigkeit der Priorit\u00e4ts-Karte), Horst: 7 (&#8220;h\u00fcbsch, aber nicht planbar&#8221;), Walter: 7 (&#8220;interessant&#8221;).<\/em><br \/><strong>2. &#8220;Adel verpflichtet&#8221;<\/strong><br \/>Eigentlich war &#8220;Automobile&#8221; als Hauptspeise des heutigen Abends vorgesehen. Doch der Tulpenhandel hatte &#8211; einschlie\u00dflich einleitendem Palaver &#8211; \u00fcber anderthalb Stunden gedauert, und Birgit und Horst d\u00fcrfen nicht mit der vorletzten U-Bahn nach Hause fahren, sondern m\u00fcssen schon um halb zw\u00f6lf im Bettchen liegen. So begn\u00fcgten wir uns mit einem bew\u00e4hrten Gericht aus dem letzten Jahrtausend.<br \/>In &#8220;Adel verpflichtet&#8221; w\u00e4hlen wir mittels verdeckter Karten, ob wir ins Auktionshaus oder ins Schlo\u00df gehen. Alle Spieler, die in das Aktionshaus gegangen sind, w\u00e4hlen in einer zweiten verdeckten Entscheidung, ob sie dort einen Kunstgegenstand kaufen oder als Dieb den Kaufpreis klauen. Mehrere Diebe im Auktionshaus neutralisieren sich, keiner kriegt den Barscheck. Alle Spieler, die ins Schlo\u00df gegangen sind, w\u00e4hlen, ob sie dort ihre bisher ersteigerten Kunstgegenst\u00e4nde ausstellen, oder ob sie dort als Dieb die Ausstellungen beklauen, oder ob sie als Detektiv die evtl. vorhandenen Diebe ins Gef\u00e4ngnis bringen.<br \/>F\u00fcr erfolgreiche Ausstellungen sowie f\u00fcr das Dingfestmachen von Dieben gibt es Siegpunkte. Am Ende bringen die wertvollsten Sammlungen nochmals Bonuspunkte ein. Wer dann die meisten Siegpunkte hat, ist Sieger.<br \/>Birgit und Walter kooperierten erfolgreich im Auktionshaus. Einer erwarb einen Kunstgegenstand, der andere klaute den Kaufpreis. Immer abwechselnd. Bis G\u00fcnther dazwischenfunkte und mit seinem eigenen Dieb das Klauen neutralisierte und die Schecks in der Bank verschwanden. Birgit und Walter machten sich nun auf in das Schlo\u00df, um auch hier in Absprache zueinander abwechselnd Ausstellungen durchzuf\u00fchren und daf\u00fcr Punkte zu kassieren bzw. sich zu beklauen. (Da\u00df sie beide davon h\u00e4tten profitieren k\u00f6nnen, wenn jeder eine Ausstellung organisiert, das ist ihnen im Eifer des Gefechts entgangen.) Doch auch hier st\u00f6rte G\u00fcnther wieder das einvernehmliche Techtelmechtel und zerbrach mit seinem Detektiv die sch\u00f6ne Harmonie.<br \/>Inzwischen hatte sich Aaron ganz klammheimlich eine unschlagbare Kunstsammlung zusammengeklaut, sattelte zielgerichtet in eine ehrbare Galeristenlaufbahn um und wurde unangefochten Sieger.<br \/>1990 wurde dieses Spiel zum &#8220;Spiel des Jahres&#8221; gek\u00fcrt. Auch heute ist es in vieler Beziehung immer noch modern. Zumindest was seine Eignung als pfiffiges Familienspiel betrifft.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (&#8220;ein Spiel der 80er Jahre&#8221; &#8211; Das gilt als Einschr\u00e4nkung!), Birgit: 7 (&#8220;lustig, aber geistig nicht besonders anspruchsvoll&#8221; &#8211; Halt wie ein Spiel des Jahres), G\u00fcnther: 7 (&#8220;gelungenes Familienspiel&#8221;), Horst: 9 (&#8220;ein glatter Neuner&#8221;), Walter: 7 (&#8220;auf Dauer vielleicht etwas kantig&#8221;).<\/em><br \/><strong>3. &#8220;Poison&#8221;<\/strong><br \/>A la &#8220;6-nimmt&#8221; legen wir jeweils eine Karte aus der Hand an ausliegende Kartenstapel auf dem Tisch an: jede Karte (rot, blau, violett) mu\u00df zum passenden gleichfarbigen Stapel gelegt werden. \u00dcberschreitet die Summe der Kartenwerte eines Stapels den Wert 13, so mu\u00df der Spieler alle Karten dieses Stapels an sich nehmen.<br \/>Am Ende z\u00e4hlen alle kassierten Karten Minuspunkte, nur die Karten einer Farbe, von denen ein Spieler mehr als seine Mitspieler hat, sind kostenfrei.<br \/>Das Spiel ist ein schneller, gelungener Absacker. Wer glaubt, darf sich bei der Zugabe seiner Karten sogar tiefsch\u00fcrfende Gedanken machen. Wer weniger glaubt, lebt von der Hand in den Mund und hofft, da\u00df ihm am Ende gar nichts oder die Mehrheit einer Farbe in den Scho\u00df f\u00e4llt.<br \/>G\u00fcnther hatte eine Strategie. Verraten hat er sie allerdings nicht. Immerhin wurde er Sieger.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (&#8220;6 nimmt&#8221; ist besser), Birgit: 7 und Horst: 8 (&#8220;perfekter Absacker&#8221;) konnten mir ihren Noten den bisherigen WPG-Durchschnitt nur um einen Zehntel Punkt nach unten dr\u00fccken.<\/em><br \/><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>G\u00fcnther war in Zweifellaune. Aaron hatte das schnell durchschaut und G\u00fcnther bekam Gegenwind. Bei insgesamt 12 Wertungsw\u00fcrfeln zweifelte er 9 mal die F\u00fcnf an. Zu fr\u00fch. Jetzt wollte er mit dem Kopf durch die Wand und hob Aarons 4 mal Vier auf F\u00fcnf mal Zwei. Das war sein letztes Gebot des Abends.<br \/>Im Endkampf Walter gegen Aaron lies sich mit einer 5:1-Ausr\u00fcstung leicht Katz und Maus spielen.<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cannes, Malediven, Plattensee, wie reimt sich das zusammen?In Cannes der Peter seine Loredana braucht,auf den Malediven der Aaron in die Tiefe taucht,am Plattensee der Walter sich sein Kreuz verstaucht &#8211;so reimt sich das zusammen.Die Urlaubssaison ist hoffentlich vor\u00fcber. Der Westpark ist wieder zum normalen Spiele-Alltag zur\u00fcckgekehrt.1. &#8220;Tulipmania&#8221;Ein einfaches, h\u00fcbsches Wirtschaftsspiel. 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