{"id":2432,"date":"2016-09-30T21:55:05","date_gmt":"2016-09-30T19:55:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2432"},"modified":"2016-10-01T09:47:55","modified_gmt":"2016-10-01T07:47:55","slug":"28-09-2016-urlaub-im-rokoko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2016\/09\/30\/28-09-2016-urlaub-im-rokoko\/","title":{"rendered":"28.09.2016: Urlaub im Rokoko"},"content":{"rendered":"<p>Wir sind immer von Herzen froh, wenn wir ein sch\u00f6nes Spiel kennenlernen und in unserer Spielkritik eitel Lob und Honig flie\u00dfen lassen k\u00f6nnen. Das Leben ist leider nicht immer so. Deshalb haben wir uns besonders gefreut, als uns vom urlaubenden G\u00fcnther folgende Zeilen erreichten:<\/p>\n<p><em>\u201cHallo, das diesj\u00e4hrige 2-Personenspiel Highlight in unserem Urlaub ist &#8220;7 Wonders &#8211; Duell&#8221;. Eine gute Prise Zufall, nicht zu lang, spannend. Sch\u00f6ne, auf das 2-Personenspiel angepasste Draftingmethode. Vorzeitige Gewinnm\u00f6glichkeiten durch \u00dcberlegenheit in Milit\u00e4r oder Wissenschaft erfordern ein st\u00e4ndiges Beobachten des Gegners.<br \/>\nTrotzdem gen\u00fcgend leicht und locker f\u00fcr ein gelungenes Urlaubsspiel! Ein echtes Highlight!<\/em><\/p>\n<p>VIP Wilhelm schlug in die gleiche Kerbe:<br \/>\n<em>Diese Einsch\u00e4tzung kann ich zur G\u00e4nze best\u00e4tigen. Auch ich halte &#8220;7 Wonders &#8211; Duell&#8221; f\u00fcr ein sehr gutes Zweierspiel &#8211; genau in der Art, wie G\u00fcnther es beschrieben hast.<br \/>\nUnd wo wir gerade dabei sind, kann ich meinerseits ebenfalls eine Empfehlung beisteuern, die mir und allen meinen (Viel-)Spielgruppen in letzter Zeit sehr positiv aufgefallen ist: &#8220;Costa Rica&#8221; (Lookout Games). Es ist ein gl\u00fccksabh\u00e4ngiges Familienspiel (da h\u00f6re ich den M\u00fcnchner Westpark bereits kollektiv aufst\u00f6hnen), dabei aber spannend und ebenso kurz wie kurzweilig. Selbst in gr\u00fcbellastigen Runden sollte man nach einer halben Stunde fertig sein. Hauptspielprinzipien: Can&#8217;t Stop-Effekt und Set Collection. Auch gut zu f\u00fcnft spielbar.<\/em><\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Rokoko&#8221;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2434\" aria-describedby=\"caption-attachment-2434\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2016\/09\/30\/28-09-2016-urlaub-im-rokoko\/rokoko-szenerie\/\" rel=\"attachment wp-att-2434\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2434\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Rokoko-Szenerie.jpg\" alt=\"Szenerie im \u201eRokoko\u201c\" width=\"550\" height=\"412\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Rokoko-Szenerie.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Rokoko-Szenerie-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Rokoko-Szenerie-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2434\" class=\"wp-caption-text\">Szenerie im \u201eRokoko\u201c<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als Deckbuilding-Spiel k\u00fcndigte es uns Helmut an. Auch wenn dahinter Strategie stecken kann, was bekanntlich zu unseren Vorlieben z\u00e4hlt, ist es immer m\u00fchsam, in solche Spiele einzusteigen. Zu verstehen, welche Karten man aufnehmen und sammeln bzw. von welchen man sich zu welchem Zeitpunkt trennen soll, ist eine Wissenschaft f\u00fcr sich. Und ehe man dies halbwegswegs verstanden hat, ist ein Spiel schon vorbei. Und wenn man ein Spiel nur einmal spielt, was bekanntlich ja auch eine unserer Schw\u00e4chen ist, ist das gesammelte Wissen h\u00f6chstenfalls f\u00fcr eine post mortem Diskussion nutzbar.<\/p>\n<p>Doch zum Gl\u00fcck ist \u201eRokoko\u201c kein \u201eDeckbuilding-Spiel\u201c. Wir fangen zwar alle mit einem Deck von Aktionskarten an und k\u00f6nnen es im Laufe des Spiel ver\u00e4ndern, anreichern und ausd\u00fcnnen, doch dieser Effekt geht im Grundrauschen der tausend Siegpunktquellen, die es an ungez\u00e4hlten Stellen im Spiel bereith\u00e4lt, v\u00f6llig unter. Aaron assoziierte das Regelwerk nach Helmuts didaktisch vorz\u00fcglich aufgebautem Vortrag sogleich mit einer \u201eFeld\u2019schen Siegpunkt-Suppe\u201c.<\/p>\n<p>Drei Aktionskarten aus unserem Kartendeck d\u00fcrfen wir uns f\u00fcr jede der sieben Spielrunden verdeckt ausw\u00e4hlen. (Dabei m\u00fcssen wir das Kartendeck wrap-around ausnutzen.) Reihum spielt jeder einzeln eine Karte aus und f\u00fchrt die entsprechende Aktion durch.<\/p>\n<p>Alle Aktionskarten, selbst diejenigen, die wir uns im Laufe des Spiels erst aneignen, sind entweder Meister oder Geselle oder Lehrlinge im Schneiderberuf. Davon kann ein jeder:<\/p>\n<ul>\n<li>auf dem offenen Markt Stoffe, Garn oder Spitzen einkaufen,<\/li>\n<li>sind in den Ruhestand begeben, d.h. sich selbst aus dem Stapel der Aktionskarten eliminieren,<\/li>\n<li>den Rokoko-Hof des Spielbretts gegen Geld mit Springbrunnen, Feuerwerk, Musikern oder Statuen beleben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Geselle kann zus\u00e4tzlich<\/p>\n<ul>\n<li>Kleider schneidern und sie entweder verkaufen, um damit Geld zu machen, oder sie verleihen, um damit in den S\u00e4len des Hofes auf Siegpunktefang auszugehen,<\/li>\n<li>die \u201cGunst der K\u00f6nigin\u201d empfangen, d.h. in der n\u00e4chsten Runde Startspieler werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Meister kann weiterhin zus\u00e4tzlich<\/p>\n<ul>\n<li>Kollegen einstellen, d.h. eine der ausliegenden neuen Aktionskarten in sein Deck aufnehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jede einzelne der Aktionskarten hat noch weitere individuelle Nebeneffekte, wie Geldeinnahmen oder Zusatzaktionen. Nicht alle Meister sind gleich, genauso wenig wie alle Gesellen oder alle Lehrlinge.<\/p>\n<p>Der Markt f\u00fcr Stoffe, Garne und Spitzen ist beschr\u00e4nkt, nicht alle Stoffarten stehen in unbegrenzter Menge zur Verf\u00fcgung; vor allem unterscheiden sich die angebotenen Pakete auch in der Menge der zu kaufenden Objekte. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, muss allerdings auch mehr daf\u00fcr bezahlen.<\/p>\n<p>Die zu schneidernden Kleider sind in Stoffart und Appreturen genau vorgeschrieben. Au\u00dferdem liegen sie in einer fest vorgegebenen Reihenfolge vor. Wer ein Kleid aus den h\u00f6heren Positionen dieser Reihenfolge fertigstellen will, muss zus\u00e4tzlich noch eine Menge Geld daf\u00fcr hinlegen.<\/p>\n<p>Neue Kollegen einzustellen, ist (fast) in jedem Fall empfehlenswert. Wer zuerst t\u00e4tig wird, muss auch mehr bezahlen. Alles ganz ausbalanziert. Der Vorteil, der Erste zu sein, ist mit feinen Sticheleien verg\u00e4llt. (Nicht wirklich.)<\/p>\n<p>Siegpunkte gibt es am Spielende<\/p>\n<ul>\n<li>f\u00fcr die meisten und zweitmeisten verliehenen Kleider in jedem der f\u00fcnf S\u00e4le des Hofes,<\/li>\n<li>f\u00fcr die meisten und zweitmeisten veranstalteten Feuerwerke,<\/li>\n<li>f\u00fcr verschiedenes Sonderbesitztum.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer sich in der letzten und vorletzten Runde mit der Aktion \u201cKollegen einstellen\u201d einen der dort angebotenen \u201cPr\u00e4mien-Kollegen\u201d zugelegt hat, bekommt zus\u00e4tzlich massig (!) Siegpunkte<\/p>\n<ul>\n<li>f\u00fcr sein \u00fcbriges Garn und Spitze,<\/li>\n<li>f\u00fcr bestimmte Kombinationen von verliehenen Kleidern,<\/li>\n<li>f\u00fcr die Anzahl Aktionskarten in seinem Schluss-Kartendeck.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alles liefert Siegpunkte, solange man bei einem Engagement der Erste oder der Zweite ist. Und weil alle Spieler nur eine begrenzte Aktionsreichweite haben, bleibt f\u00fcr jeden etwas \u00fcbrig, wo er sich an die Spitze stellen kann.<\/p>\n<p>Drei Mitspieler sahen vor lauter Siegpunktquellen kein Land mehr, nur Helmut hatte einen Peil und ging mit Strategie und Taktik seine Mehrheiten an. Nach drei (!) Stunden Spielzeit hatte er 83 Siegpunkte auf seine Seite gebracht, \u00fcber 40% mehr als der Zweitplatzierte. Da er in jeder Runde auch mindestens einen neuen Kollegen eingestellt hatte und somit 4 Aktionen durchf\u00fchren konnte, bekam er im Durchschnitt 3 Siegpunkte pro Zug. Viel oder wenig? Zumindest sollte man die kleinen Mehrheitspr\u00e4mien nicht verachten und die gro\u00dfen Siegpunktquellen, vor allem diejenigen, die durch Pr\u00e4mien-Kollegen erst zu sprudeln beginnen, sich gezielt nutzbar machen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (das Spiel dauert viel zu lang), Helmut: 7 (das Spiel h\u00e4lt viele Taktiken bereit, die aber nicht alle in den Griff zu kriegen sind; die Bonus-Karten am Ende stellen ein Balance-Problem dar. Ein sehr gutes 2-er Spiel mit der spielbegeisterten [wo gibt\u2019s das schon!] Ehefrau; der Deckbuilding-Mechanismus ist nur rudiment\u00e4r umgesetzt), Moritz: 6 (eine individuelle Siegpunkt-Maximierung ohne viel Interferenzen, das Thema ist aufgesetzt; fraglich, ob ich es noch einmal spielen m\u00f6chte), Walter: 6 (solide, alles rund und sch\u00f6n, aber \u2013 gerade deswegen &#8211; ohne den gewissen Kick).<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Abluxxen&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>\u201eRokoko\u201c hatte Platz nur noch f\u00fcr einen Absacker gelassen. Da Helmut aber aus einem anderen Spielestall kommt, sollte er bei uns zugleich auch noch ein neues Spiel kennenlernen. Da kam \u201eAbluxxen\u201c gerade recht.<\/p>\n<p>Entweder wurden die Karten zu gleichm\u00e4\u00dfig gut \/ schlecht verteilt oder wir waren alle zu brav eingestimmt (kann eigentlich nicht sein), oder in einer 3er Runde spielt es sich halt zwangsl\u00e4ufig so: Mehr oder weniger linear spielte jeder seine eigene Kartenhand ab. \u201eAbluxxen\u201c konnte nur ein Bruchteil seiner spritzigen \u00dcberraschungseffekte zeigen. So wie ein rassiges Rennpferd eingespannt vor den Ackerpflug.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Unser \u201eSpiel der Monats April 2014\u201c mit unisono guten Wertungsnoten zwischen 8 und 9 erhielt von Helmut \u201enur\u201c vorsichtige 7 Punkte (\u201ekein Kommentar\u201c).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind immer von Herzen froh, wenn wir ein sch\u00f6nes Spiel kennenlernen und in unserer Spielkritik eitel Lob und Honig flie\u00dfen lassen k\u00f6nnen. Das Leben ist leider nicht immer so. 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