{"id":2453,"date":"2016-11-18T21:15:01","date_gmt":"2016-11-18T20:15:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2453"},"modified":"2016-11-19T07:28:52","modified_gmt":"2016-11-19T06:28:52","slug":"16-11-2016-glueck-auf-und-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2016\/11\/18\/16-11-2016-glueck-auf-und-ab\/","title":{"rendered":"16.11.2016: Gl\u00fcck auf und ab"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIch beurteile amerikanische Pr\u00e4sidentn nicht danach, was sie getan haben, sondern danach, was sie nicht getan haben.\u201c \u2013 Das wurde heute mit einem offensichtlich positiven Unterton gesagt. Kann man daraus schlie\u00dfen, dass alles, was amerikanische Pr\u00e4sidenten tun, eher mit einem negativen Anstrich zu versehen ist?<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Gl\u00fcck Auf: Das grosse Kartenspiel&#8221;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2455\" aria-describedby=\"caption-attachment-2455\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2016\/11\/18\/16-11-2016-glueck-auf-und-ab\/aktionskarteninglueckauf\/\" rel=\"attachment wp-att-2455\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2455\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/AktionskartenInGlueckAuf.jpg\" alt=\"Aktionskarten-Auslage in \u201eGl\u00fcck Auf\u201c\" width=\"550\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/AktionskartenInGlueckAuf.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/AktionskartenInGlueckAuf-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/AktionskartenInGlueckAuf-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2455\" class=\"wp-caption-text\">Aktionskarten-Auslage in \u201eGl\u00fcck Auf\u201c<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das gleichnamige Brettspiel der Gro\u00dfmeister Kramer \/ Kiesling wurde von ihnen in eine Kartenspiel-Version umgemodelt. Die meisten Elemente des Brettspiels sind noch vorhanden. Wir schicken unsere Arbeiter (als Karten realisiert) aus, um uns aus den offen auf dem Tisch ausliegenden Aktionskarten die uns gef\u00e4lligen und zueinander passenden herauszupicken:<\/p>\n<ul>\n<li>Kohle-Karten als die Ware, die gehandelt wird.<\/li>\n<li>\u00a0Waggon-Karten f\u00fcr einen beliebig langen Zug zum Transportieren der Kohle.<\/li>\n<li>\u00a0Eine Lokomotiven-Karte f\u00fcr jeden Zug, um ihn in Bewegung zu setzen.<\/li>\n<li>\u00a0Auftragskarten mit der Menge an Kohle, die ein Abnehmer haben m\u00f6chte.<\/li>\n<li>\u00a0Pr\u00e4mien-Karten, die f\u00fcr erf\u00fcllte Auftr\u00e4ge Zusatzpr\u00e4mien aussch\u00fctten<\/li>\n<li>\u00a0Gesch\u00e4ftsziel-Karten, die im Prinzip genauso wie Pr\u00e4mien-Karten wirken. [Den high-sophisticated Unterschied zwischen diesen beiden Kartenarten mag mir mal ein Fachmann erkl\u00e4ren.]<\/li>\n<li>\u00a0Sonderkarten, die wie eine der oben beschriebenen Karten genutzt werden k\u00f6nnen, und die so etwas wie eine Timing-Option darstellen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir die Kohle auch auf unsere Waggons aufladen, und wir m\u00fcssen sie beim Kunden ausliefern. Daf\u00fcr gibt es weitere Arbeitspl\u00e4tze, an denen wir unsere Arbeiterkarten ablegen m\u00fcssen, um die entsprechende Aktion durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Wie beim \u201eGl\u00fcck Auf\u201c &#8211; Brettspiel d\u00fcrfen wir auch beim Kartenspiel jeden Aktions- und jeden Arbeitsplatz beliebig oft belegen, auch wenn vor uns bereits Mitspieler hier aktiv geworden sind, und genauso wie dort kostet es hier immer mehr Substanz, je \u00f6fter eine Aktion vor uns bereits durchgef\u00fchrt wurde: das erste Aktiv-Werden kostet 1 Arbeitskraft, das zweite Aktiv-Werden kostet 2 Arbeitskr\u00e4fte usw.<\/p>\n<p>Das Besondere an diesem Prozess ist, dass die lineare Erh\u00f6hung der \u201eKosten\u201c genau eingehalten werden muss, ich muss z.B. als <strong>Dritter<\/strong> an einem Arbeitsplatz <strong>genau drei<\/strong> einsetzen, und darf <strong>nicht vier<\/strong> Arbeiter einsetzen. \u201eWo ist das Problem?\u201c k\u00f6nnte man fragen. Dazu haben sich Kramer \/ Kiesling aber etwas Sinniges ausgedacht: Unsere Arbeiter-Karten sind n\u00e4mlich paketiert: 5 mal ein 1-Arbeiter-Paket, 2 mal ein 2-Arbeiter-Paket und je 1 mal ein 3-, 4-, bzw. 5-Arbeiter-Paket steht jedem Spieler zur Verf\u00fcgung. Arbeiter d\u00fcrfen beliebig addiert werden. Das 5-Arbeiter-Paket z.B. kann ich aber nicht loswerden, innerhalb einer ganzen Runde nicht, wenn nicht vor mir an einem der Aktions-Pl\u00e4tze ein 4-Arbeiter-Paket liegt. Der erste Anschein einer gro\u00dfen Flexibilit\u00e4t bei der vorhandenen St\u00fcckelung tr\u00fcgt, vor allem auch deshalb, da die ausliegenden Aktionskarten untereinander innere Abh\u00e4ngigkeiten besitzen, weswegen eine m\u00f6gliche Aktionskarte f\u00fcr uns evtl. gerade nicht nutzbar ist, dieser Aktionsplatz in der n\u00e4chsten Runde aber schon eine andere Wertigkeit bekommen hat.<\/p>\n<p>Und wie werden die Siegpunkte verteilt? Bei jeder Auftrags-Erf\u00fcllung werden alle ben\u00f6tigten Karten (Kohle, Waggons, Lokomotive und Auftrag) abger\u00e4umt; der Spieler nimmt sie in seinen Auslieferungsstapel. Nach f\u00fcnf Runden ist Spielende und jeder Spieler wertet seinen Auslieferungsstapel nach den darin aufgef\u00fchrten Punkten und Sonderpunkten aus. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat gewonnen.<\/p>\n<p>G\u00fcnther kannte das Spiel, kannte und meisterte seine Herausforderungen am besten und gewann das Spiel. Moritz setzte alles auf eine Karte, d.h. auf das Abliefern mehrere Z\u00fcge mit massig Kohle f\u00fcr mehrere Auftr\u00e4ge in der letzten Runde. Doch das Schicksal verwehrte ihm die letzte Auslieferung. Andernfalls h\u00e4tte er seine Siegpunkte verdoppelt und G\u00fcnthers Einlauf vielleicht sogar noch gef\u00e4hrden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (Romm\u00e9 f\u00fcr Ruhrpottler, langweilig, das Ursprungsspiel ist besser), G\u00fcnther: 6 (opportunistisch, antizyklisches Vorgehen ist die einzige Interaktion des Spiels), Moritz: 5 (nicht steuerbar, das Bietsystem ist langweilig bis bl\u00f6d; meistens sind alle Aktions-Karten in der Auslage uninteressant, pl\u00f6tzlich kommt eine begehrenswerte Karte zum Vorschein, aber bevor man am Zug ist, ist sie schon wieder weg), Walter: 5 (Konkurrenz ist Fehlanzeige, autistisches Sammeln passender Karten, alles ist mehr oder weniger gut, am Ende eher weniger).<\/em><\/p>\n<p>Das gleichnamige Brettspiel vom gleichen Autorenpaar bekam im Durchschnitt einen Punkt mehr.<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;North American Railways&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem wir dieses seltene und seltsame Spiel von Peer Sylvester schon oft genug falsch gespielt und damit jedesmal seine ausgekl\u00fcgelte Balance ausgehobelt hatten, wollten wir seinen Geheimnissen doch noch einmal auf den Grund gehen.<\/p>\n<p>Diesmal wurde f\u00fcr die Aktien durchweg mehr eingesetzt als beim letzten Mal, sie gingen auch sehr viel langsamer weg, die Gesellschaften konnten sich lukrativere Strecken zulegen und diese auch noch l\u00e4nger nutzen, so dass es immer spannend blieb, wer wen wie hoch als Mitaktion\u00e4r bei sich einsteigen lie\u00df und wie gesellschaftssch\u00e4digend sich die Minderheitsaktion\u00e4re benehmen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Das Spiel hat was! Man muss nat\u00fcrlich seine tief sitzenden Gewohnheiten als 18xx-Empire-Builder g\u00e4nzlich beseite legen. Man muss das nur schwer berechenbare, eher schon chaotische Geschehen auf dem Aktien- wie Strecken-Tableau als schn\u00e4ppchenhaft mit erheblicher Potenz zu Miesnickligkeit ansehen und so genie\u00dfen wollen. Dann kann man es. Wenn das kapitalistische Gl\u00fcck nicht uns trifft, dann k\u00f6nnen wir dies innerhalb der Mehrheit der nicht-betroffenen Aktion\u00e4re leicht ertragen. Wenn dagegen ein miesnickliges Ungl\u00fcck einen Mitspieler trifft, d\u00fcrfen sich alle bis auf einen dar\u00fcber freuen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (1 Punkt mehr als mit unserem bisherigen falschen Regelverst\u00e4ndnis, es kommt immer noch sperrig daher, und es besitzt un\u00fcbersehbare Kingmaker-Effekte), G\u00fcnther: 6 ([zu Aaron: &#8220;und daf\u00fcr vergibst du 7 Punkte?!&#8221;]), Moritz: 6 (1 Punkt mehr, nicht mein Spiel, zu viele Punkte, an denen man gespielt wird, \u00f6fters auch eine langweilige Rechnerei, \u201eIhr wolltet halt alle mal wieder miesnicklig sein!\u201c), Walter: 7 ([bleibt] trotz einfacher Regeln ist die Gewinnstrategie, sind Fragen \u00fcber viel oder wenig, Geben oder Nehmen immer noch unbekannte Gr\u00f6\u00dfen; das spricht doch F\u00dcR das Spiel).<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Trans Europa&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Das kleine, fast unscheinbare Eisenbahn-Streckenbau-Spiel aus dem Jahren 2005 hat in all den Jahren, die wir es spielen, noch nichts von seinem Charme eingeb\u00fc\u00dft. 18 mal lag es bei uns bisher auf. Zum Warming-Up genauso gut geeignet wie als Absacker. Und von der Spieldauer her k\u00f6nnen es Kinder im Grundschulalter auch schnell noch einmal spielen, bevor es ins Bettchen geht.<\/p>\n<p>Konkurrenz, Interaktion, Kooperation wie auch eigenes S\u00fcppchen kochen, Sich-Verstecken und wohlproportioniertes Sich-erkennen-Geben ist zu einem gelungenen, runden Spiel zusammenkomponiert worden. 2 bis 6 Spieler k\u00f6nnen sich gleicherma\u00dfen damit vergn\u00fcgen. Und wer hat so sich ein h\u00fcbsches Spiel ausgedacht? Nat\u00fcrlich ein Gro\u00dfmeister: Franz-Benno Delonge. Vor 9 Jahren ist er verstorben. Aber ganz gewiss hat er einen Platz im Paradies f\u00fcr die \u201eFreude schaffenden K\u00fcnstler der Menschheit\u201c gefunden.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Keine \u00c4nderung f\u00fcr ein 8-Punkte-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch beurteile amerikanische Pr\u00e4sidentn nicht danach, was sie getan haben, sondern danach, was sie nicht getan haben.\u201c \u2013 Das wurde heute mit einem offensichtlich positiven Unterton gesagt. 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