{"id":2457,"date":"2016-12-01T16:12:06","date_gmt":"2016-12-01T15:12:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2457"},"modified":"2016-12-01T17:01:14","modified_gmt":"2016-12-01T16:01:14","slug":"30-11-2016-trump-am-westpark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2016\/12\/01\/30-11-2016-trump-am-westpark\/","title":{"rendered":"30.11.2016: Trump am Westpark"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. &#8220;Trump: the Game&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2016\/12\/01\/30-11-2016-trump-am-westpark\/trumpthegame\/\" rel=\"attachment wp-att-2460\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2460\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/TrumpTheGame.jpg\" alt=\"trumpthegame\" width=\"550\" height=\"423\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/TrumpTheGame.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/TrumpTheGame-150x115.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/TrumpTheGame-300x231.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a>Claro, dass dieses 28 Jahre alte, unscheinbare Spiel nach dem spektakul\u00e4ren Sieg seines Namensgebers wieder \u00fcberall ausgegraben werden w\u00fcrde. Bei Boardgamegeek \u00fcberschlugen sich in diesem November die neuen Bewertungen mit 1 Punkt (Demokraten) und 10 Punkten (Republikaner). G\u00fcnther war nat\u00fcrlich auch im Besitz der Erst-Edition dieses Spieles und grub es aus den untersten Schichten seines Archivs hervor, um es am Westpark zum Besten zu geben.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich geht es um Geld, um viel Geld. Die kleinste Einheit ist 10 Millionen Dollar. Mit 400 Millionen Barverm\u00f6gen f\u00e4ngt jeder Spieler an. Auf den ersten Anschein wirkt das Spiel wie ein verkapptes Monopoly. Der Rand eines quadratischen Spielbretts ist in Spielfelder aufgeteilt, auf denen Immobilien liegen. Wir w\u00fcrfeln, ziehen entsprechend der Augenzahl mit unserem einzigen P\u00f6ppel um das Spielbrett herum und l\u00f6sen K\u00e4ufe, Verk\u00e4ufe sowie Mieteinnahmen aus. Doch au\u00dfer dem vielen Geld ist alles anders als bei Monopoly.<\/p>\n<p>Die herumliegenden Immobilien geh\u00f6ren \u2013 wie zu erwarten \u2013 zun\u00e4chst mal niemandem. Wer mit seinem P\u00f6ppel darauf landet, kann es auch nicht kaufen und muss keine Miete bezahlen. Er bewirkt lediglich, dass die <strong>BANK<\/strong> 10 Millionen in den Tresor dieser Immobilie hineinstecken muss. Es sind andere Felder, \u00fcber die ein Immobilienhandel ausgel\u00f6st wird. Wer hier mit einem P\u00f6ppel landet, kann ein beliebiges Geb\u00e4ude vom Spielbrett (u.U. sogar solche, die im Besitz eines fremden Spielers sind) aussuchen und zur allgemeinen Versteigerung anbieten.<\/p>\n<p>Bei der Versteigerung macht jeder Spieler geheim ein erstes Gebot. Wenn weiters kein Spieler eine \u201eTrump-Karte\u201c mit \u201eOutside Investor\u201c zum Erh\u00f6hen seines Gebotes spielt, war\u2019s das dann auch schon, und das Geb\u00e4ude geht an den Meistbietenden. Spielt ein Spieler eine \u201eOutside Investor\u201c-Karte, kann jetzt reihum mit Geld oder weiteren Investor-Karten beliebig oft und beliebig hoch gesteigert werden. Alles ganz normal. Es gibt \u201eTrump-Karten\u201c mit der Aufschrift \u201eYou\u2019re out of the bidding\u201c, wenn man die gegen einen Mitspieler spielt, ist er aus dem Bietprozess drau\u00dfen, sein Gebot ist obsolet, er darf es wieder einpacken. Allerdings kann er seinerseits eine \u201eTrump-Karte\u201c mit dem Text \u201eI\u2019m back in the bidding\u201c spielen, dann ist er wieder ganz normal dabei.<\/p>\n<p>Woher stammen die \u201eTrump-Karten\u201c, die ein Spieler spielen kann? Richtig, au\u00dfer dem W\u00fcrfelzug mit seinem P\u00f6ppel darf Spieler innerhalb seines Zuges auch noch jeweils eine \u201eTrump-Karte\u201c von einem verdeckten Stapel ziehen. Au\u00dfer den bereits genannten Sonderkarten sind auf diesen Karten zum \u00fcberwiegenden Teil Mieteinnahmen verzeichnet, die ein Spieler erh\u00e4lt, wenn er bestimmte Geb\u00e4ude oder Geb\u00e4ude-Kombinationen besitzt.<\/p>\n<p>Diese Trump-Karten kann ein Spieler entweder in seiner Hand sammeln und erst am Spielende sequentiell einl\u00f6sen, oder er kann sie einzeln innerhalb seines Zuges ausspielen und ihren Effekt nutzen, solange das Eisen hei\u00df ist.<\/p>\n<p>Sind alle Geb\u00e4ude, acht St\u00fcck sind es insgesamt, in Spielerhand, wird das Spielende eingeleitet. Jeder Spieler spielt und nutzt reihum seine Trump-Karten, wobei jetzt nur noch diejenigen f\u00fcr Mieteinnahmen einen besonderen Sinn machen. Da manche Mieteinnahmen nur f\u00fcr einen bestimmten Kombinationsbesitz gelten, k\u00f6nnen die Spieler in dieser Phase beliebige \u201eDeals\u201c machen, um diese Besitzbedingungen zu erf\u00fcllen und gemeinsam an die Pr\u00e4mie heranzukommen, z.B. \u201eLeih\u2019 mir f\u00fcr eine Runde dein Hotel, dann bekommst Du 50 Millionen Dollar von mir.\u201c, oder \u201eVerkaufe mir die Miteinnahmen-Karte f\u00fcr die Airlines, du bekommst daf\u00fcr 20 Millionen Dollar.\u201c Eigentlich alles linear und rechtschaffen. Nach dem Regelheft muss man alle gesch\u00e4ftlichen Verabredungen auch brav einhalten.<\/p>\n<p>Und was ist nun der ber\u00fchmte \u201eTrump-Effekt\u201c? Bei uns kam er nicht vor, weil wir nicht darauf aus waren, und weil auch die richtigen Karten-Kombinationen nicht zusammenkamen. Mit der Trump-Karte \u201eForce the sale\u201c kann man einen Spieler zwingen, sein eigenes Geb\u00e4ude zu ver- bzw. ersteigern. Wenn ein auf diese Weise herausgeforderter Spieler eine erkleckliche Summe hingebl\u00e4ttert hat, um sein eigenes Geb\u00e4ude zu behalten, und wenn dann der n\u00e4chste Spieler nochmals eine solche Force-the-Sale-Karte gegen das gleiche, inzwischen erheblich wertvoller gewordene Geb\u00e4ude spielt, k\u00f6nnte ein Spieler u.U. seine gesamte Liquidit\u00e4t allein f\u00fcr die Erhaltung seines Besitzes investieren m\u00fcssen. Der \u00fcbern\u00e4chste Spieler k\u00f6nnte dann mit einer \u201eYou\u2019re out of the bidding\u201c-Karten daf\u00fcr sorgen, dass der Spieler sein wohlgeh\u00fctetes Besitztum doch noch f\u00fcr einen Appel-und-Ei verscherbeln muss. Oder man wendet die Trump-Karte \u201eZwangstausch\u201c auf ihn an und tauscht sein bestes Pferd im Stall gegen einen lahmenden Klepper. \u201eMillions of dollars can be won or lost in seconds\u201c \u2013 hei\u00dft es im Regelheft, aber zutreffender ist wohl der andere Satz\u201c It\u2019s not whether you win or lose but whether you win!\u201c<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 2 (das ist die Trump-Version vom \u201eSpiel des Lebens\u201c), G\u00fcnther: 4 (ein Pluspunkt f\u00fcr die 90er Jahre, in denen das Spiel entstanden ist; komisch ist die Endphase mit der absoluten Freiheit bei der Definition von Deals), Walter: 4 (einschlie\u00dflich eines Pluspunktes f\u00fcr die Aufmachung; es muss nicht noch einmal sein, aber es ist schon bemerkenswert, was auf der Monopoly-Seite des Atlantiks alles geboren wird.)<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Tragedy Looper&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Aaron hat das Spiel am Wochenende auf der DinxCon in Brixen kennengelernt, es mit Begeisterung gespielt und sich sofort ein eigenes Exemplar bestellt. Heute ist es angekommen und landete sogleich auf dem Spieltisch am Westpark. \u201eEin Spiel anders als alle anderen Spiele.\u201c<\/p>\n<p>Bei der Regeleinf\u00fchrung tat Aaron sehr geheinmnisvoll. Bei fast jeder Detailfrage kam nur eine ausweichende Antwort; wir sollten das alles wohl erst w\u00e4hrend des Spiels selber herausfinden. Offentlich geht es um eine Deduktion.<\/p>\n<p>Es gibt einen \u201eMain-Plot\u201c und bis zu drei \u201eSub-Plots\u201c, in welcher Zusammensetzung wir damit konfrontiert werden, blieb offen. Es gibt acht \u201eRollen\u201c, von der Key-Person \u00fcber den Killer bis zum Friend und eine noch gr\u00f6\u00dfere Anzahl von \u201eCharakteren\u201c, z.B. einen Doktor mit Patienten, einen Polizei-Offizier mit einem Informer, und was man sich noch so alles vorstellen kann. Ob sie alle auftreten, irgendeine eine Rolle oder gar <strong>welche<\/strong> Rolle sie spielen, das bleibt ein Geheimnis. Vielleicht ist das sogar das Geheimnis, das wir \u201eProtagonisten\u201c herausfinden sollen. Ich habe die Aufgabestellung eigentlich bis zum Schluss nicht verstanden, aber ich gestehe, dass ich in aller Regel die erste Zeile eines Overview-Bogens vom Tragedy-Looper-Kaliber bereits vergessen habe, wenn ich irgendwo in der Mitte angelangt bin. Vom Ende, mit den \u201eIncidents\u201c und \u201eEffects\u201c ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Ein Mastermind-Spieler versucht uns Protagonisten innerhalb der f\u00fcnf Durchg\u00e4nge eines \u201eLoops\u201c abzumurksen, und wir versuchen das zu verhindern. Er spielt verdeckt insgesamt drei Karten mit \u201eIntrigue\u201c, \u201eParanoia\u201c, \u201eGoodwill\u201c oder \u201eMovement\u201c auf einzelne Charaktere oder \u00d6rtlichkeiten. Und wir spielen ebenfalls je drei Karten mit \u201eGoodwill\u201c, \u201eForbid Intrigue\u201c oder \u201eMovement\u201c. Was dann passiert, welche Person sich wohin und wozu durch die insgesamt vier \u00d6rtlichkeiten bewegt, das steht in den Sternen. Und was die einzelnen Personen mit den angesammelten Intrigues, Goodwills und Paranoias anfangen, ebenfalls. Na ja, manches steht auch im Overview-Bogen, aber was soll so ein Bogen, wenn man weder Einblick noch \u00dcberblick noch Durchblick hat.<\/p>\n<p>Es gibt ein \u201ePlayer\u2019s Handbook\u201c, mit 44 Seiten, das man wohl gr\u00fcndlich gelesen haben sollte, bevor man sich in die Trag\u00f6die begibt. Und es gibt ein 40 seitiges \u201eMastermind\u2019s Handbook\u201c, mit einer gro\u00dfen Warnung auf dem Deckblatt: \u201eWer Protagonist sein will, darf dieses Buch <strong>NICHT<\/strong> lesen.\u201c Das sollte also offensichtlich nur der b\u00f6se Gegenspieler lesen. Ich schaue auch jetzt beim Protokoll-Schreiben nicht hinein. Nicht, weil ich noch einmal in meinem Leben ein Protagonist sein m\u00f6chte. Das bin ich gl\u00fccklicherweise jeden Tag, aber nicht in der Tragedy. Gott-sei-Dank.<\/p>\n<p>Nach dem ersten Durchgang des ersten Loop war die \u201eLoss condition\u201c (was immer das ist, und welche das jetzt auch immer gewesen war) bereits eingetreten, offensichtlich waren wir alle tot und der Loop (oder ein Durchgang) zu Ende. Wir h\u00e4tten zum zweiten Loop oder zum zweiten Durchgang antreten d\u00fcrfen. Aber wir verzichteten weise auf den n\u00e4chsten Loop der Reise.<\/p>\n<p>Aaron musste nicht zur vorletzten U-Bahn, sondern mit dem Auto zum Bahnhof, um seine Frau abzuholen. Im Abspann konnte G\u00fcnther noch mitteilen, dass er solche Knobeleien im Prinzip sehr mag, aber nicht als Spiel, wo vielleicht sogar noch ein ungeduldiger Gastgeber zum n\u00e4chsten Zug (move) dr\u00e4ngt. Er mag solcher Knobeleien in ruhigen Stunden, wo er kontemplativ \u00fcber Aufgabenstellung und L\u00f6sung meditieren, und sie zur in einer harmonische Konstruktion verbinden kann.<\/p>\n<p><em>Noch keine WPG-Wertung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Trump: the Game&#8221; Claro, dass dieses 28 Jahre alte, unscheinbare Spiel nach dem spektakul\u00e4ren Sieg seines Namensgebers wieder \u00fcberall ausgegraben werden w\u00fcrde. Bei Boardgamegeek \u00fcberschlugen sich in diesem November die neuen Bewertungen mit 1 Punkt (Demokraten) und 10 Punkten (Republikaner). 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