{"id":246,"date":"2009-10-01T10:41:47","date_gmt":"2009-10-01T10:41:47","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=246"},"modified":"2009-12-01T17:44:52","modified_gmt":"2009-12-01T16:44:52","slug":"30092009-entdeckungen-in-marracash-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/10\/01\/30092009-entdeckungen-in-marracash-2\/","title":{"rendered":"30.09.2009: Entdeckungen in Marracash"},"content":{"rendered":"<p>Aaron und Walter hatten heute beide ihren letzten Arbeitstag. In ihrem Leben!<br \/>Wenn dieser Session-Report im Internet steht, f\u00e4ngt das Leben an.<br \/><strong>1. &#8220;Zeitalter der Entdeckungen&#8221;<\/strong><br \/>Ein Wirtschaftsspiel mit Geld, Schiffen, Handel und siegpunkt-tr\u00e4chtiger Beteiligung an Forschungsunternehmen. Die Spieler haben ihr Schicksal vollst\u00e4ndig in der Hand. Sie kaufen Schiffe aus der offenen Auslage (gro\u00dfe teuere oder kleine billige), erledigen Handelsauftr\u00e4ge aus der offenen Auslage (gro\u00dfe oder kleine , kurz- oder langfristige), erzielen Gewinne und kaufen sich wieder neue Schiffe. Irgendwann mu\u00df man seine Schiffe aus dem Handelskreislauf ziehen und sie auf Forschungsreisen schicken, denn nur so werden Siegpunkte gemacht.<br \/>F\u00fcr die verschiedenen Spielentscheidungen ist ein wohlproportioniertes Abh\u00e4ngigkeitsnetz aufgebaut: Gro\u00dfe Schiffe kosten mehr Geld, k\u00f6nnen daf\u00fcr aber ein gr\u00f6\u00dferes Handelsvolumen bew\u00e4ltigen; in der Siegpunktwertung auf Forschungsreisen z\u00e4hlen dagegen alle Schiffe gleich viel. Gr\u00f6\u00dfere Handelsauftr\u00e4ge ben\u00f6tigen h\u00f6here Tonnagen, bringen aber auch einen h\u00f6heren Gewinn ein. Dabei kann frei gew\u00e4hlt werden, ob ein Handelsauftrag in 1, 2 oder 3 Runden abgewickelt wird. L\u00e4ngerfristige Abwicklung bindet Schiffskapazit\u00e4ten, erzielt am Ende aber auch einen h\u00f6heren Erl\u00f6s. Alles rational und stimmig.<br \/>Beim Handel ist Interaktion kaum sp\u00fcrbar; sie beschr\u00e4nkt sich auf die wetteifernde Auswahl um die am besten passenden Schiffe und Handelsauftr\u00e4ge.<br \/>Hier mu\u00dfte mutwillig etwas Schmalz dazugegeben werden. Moritz hatte gerade das erste Schiff gekauft, da fuhr ihn Aaron auch schon von der Seite an: &#8220;Das war \u00e4u\u00dferst aggressiv gegen mich!&#8221; &#8220;Ich habe selten einen unaggressiveren Zug gemacht!&#8221; &#8220;Ich war aber doch noch gar nicht dran, du Bl\u00f6dmann!&#8221; &#8220;Sag doch gleich: &#39;Du W.c.s.r&#39; zu mir!&#8221; &#8211; Keine Panik, kein Sittenverfall, alles nur Oktoberfeststimmung!<br \/>Erst wenn der Run auf die Forschungsauftr\u00e4ge einsetzt, entsteht Konkurrenz, und zwar ziemlich abrupt. Wer sich hier nicht schnell genug engagiert, kann seine teuer erworbenen Schiffe und die damit gewonnenen Barmittel in der Pfeife rauchen. Er bringt sie auf dem begrenzten Forschungsareal nicht mehr unter und kriegt daf\u00fcr keine Siegpunkte.<br \/>Die offen erzielbaren Siegpunkte werden durch eine f\u00fcr jeden Spieler verschiedene Sonderwertung erg\u00e4nzt: Spieler A bekommt 9 Punkte f\u00fcr jeden Forschungsauftrag, den er ganz alleine durchf\u00fchrt. Spieler B bekommt 7 Punkte f\u00fcr jeden Forschungsauftrag, bei dem er die absolut meisten Schiffe eingesetzt hat. Spieler C bekommt 6 Punkte f\u00fcr jeden Forschungsauftrag, bei dem er mindestens die H\u00e4lfte aller eingesetzten Schiffe besitzt. Spieler D bekommt 5 Punkte f\u00fcr jeden Forschungsauftrag, bei dem er mit mindestens einem Schiff beteiligt ist. Diese Punktwerte werden noch mit der Anzahl erledigter Handelsauftr\u00e4ge multipliziert. Dieses ist der einzige Schwachpunkt des Spiels. Kann da nicht bereits ein Blinder mit der Kr\u00fccke f\u00fchlen, da\u00df Spieler D am besten dran ist? Hans war der Gl\u00fcckliche und zog mit 30 Sonderpunkten an die Spitze.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (fr\u00fcher 7. &#8220;Das Spiel macht Spa\u00df, die Frustbedingung kommt hinter&#8221;), Hans: 4 (&#8220;Ohne die Sonderwertung w\u00e4re es ein 7 Punkte Spiel&#8221;), Moritz: 5 (&#8220;So viele Punkte weil&#8217;s funktioniert. So wenig Punkte, weil&#8217;s beim ersten Mal toller war.&#8221;), Walter: 6 (&#8220;f\u00fcr die Balance, abz\u00fcglich Sonderwertung&#8221;).<\/em><br \/>Walter hat schon eine Rezension geschrieben.<br \/><strong>2. &#8220;Marracash&#8221;<\/strong><br \/>1996 von Kosmos herausgebracht lag das Spiel schon im vorigen Jahrtausend am Westpark auf dem Tisch. Allerdings hatten wir damals noch keine Internet-Seite, und deshalb hat das Spiel noch keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Selbst die Freaks unter uns waren nicht einmal sicher, ob sie das Spiel schon gespielt hatten oder nicht.<br \/>Wir ersteigern oder versteigern L\u00e4den, bringen K\u00e4ufergruppen in die Altstadt, f\u00fchren die K\u00e4ufergruppen durch die Stra\u00dfen, wo sie sich in den verschiedenen L\u00e4den verlieren. F\u00fcr <strong>er<\/strong>steigerte L\u00e4den zahlen wir viel Geld, f\u00fcr <strong>ver<\/strong>steigerte L\u00e4den bekommen wir Provision. Jeder Kunde in unserem Laden bringt progressive Einnahmen; wurden sie von Mitspielern angeschleppt, m\u00fcssen wir ihnen Provisionen zahlen. Die Topologie der Stra\u00dfen von Marracash in Verbindung mit der Verteilung des Ladenbesitzes der einzelnen Mitspieler, die Zusammensetzung und die Gr\u00f6\u00dfe der vor den Stadtmauern wartenden K\u00e4ufergruppen und die nur zu ahnenden Ambitionen der Mitspieler stellen eine h\u00fcbsche Herausforderung dar. Mitspielerchaos eingeschlossen. Immerhin befand unser Hausdenker ziemlich schnell: &#8220;Schon lustig, das Spiel!&#8221; Klar, f\u00fcr einen Hobbydenker!<br \/>Irgendwie lag heute ein bemerkenswerter Spieleifer in der Luft. Versteigerungen um lauter gleichartige L\u00e4den wurden mit einer Ernsthaftigkeit durchgef\u00fchrt, als gelte es die Pr\u00e4sidentschaft der Baltimore &amp; Ohio zu erwerben. Bei einem Aktionspreis von 475 Dirham wurden gewaltige Denkprozesse in Gang gesetzt, nur um zu bestimmen, ob ein Laden nicht doch 500 Dirham wert sei.<br \/>Dabei wird das Spiel nicht durch die meisten oder besten L\u00e4den entschieden, sondern durch eine gute Mischung aus Geben und Nehmen. Vielleicht kann man sogar ohne eigenen Laden das Spiel gewinnen, wenn man nur immer seinen Mitspielern gen\u00fcgend Kunden zuf\u00fchrt und die Provisionen kassiert. Walter hatte nur einen einzigen Laden, Aaron einen einzigen Laden zuviel ersteigert. Dazwischen lagen die Welten von Sieg und Niederlage.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (&#8220;flott&#8221;), Hans: 7 (&#8220;richtiges Timing gefordert&#8221;), Moritz: 6, Walter: 7 (&#8220;locker&#8221;).<\/em><br \/><strong>3. &#8220;6 nimmt&#8221;<\/strong><br \/>Dieser fr\u00fchere Standardabsacker lag vor gut 2 Jahren zum letzten Mal bei uns auf dem Tisch. Bis heute hat er nichts von seinen Qualit\u00e4ten verloren.<br \/>Wir erfanden zwei neue Verteilungsprinzipien:<br \/>a) Moritz-Variante : Um mehr Verteilungsgerechtigkeit zu erzielen und die bisherigen Gewinn-Strategien zu ersch\u00fcttern: Jeder Spieler bekommt aus jedem Zehnerbereich (1-10, 11-20, \u0085 , 91-100) genau 1 Karte.<br \/>Effekt (statistisch noch nicht gesichert): Die Zahlen in den ausliegenden Stapel liegen deutlich n\u00e4her beisammen. Die Minuspunkte in der Endabrechnung ebenso.<br \/>b) Flaschenteufel-Variante: Die Karten werden normal ausgeteilt, hinterher gibt jeder Spieler an jeden anderen je eine beliebige Karte ab.<br \/>Effekt: Extreme Ungleichgewichte in der Kartenverteilung werden ausgeglichen, da ein Spieler mit vielen hohen Karten in der Hand eher ein paar hohe Karten abgibt, und ein Spieler mit vielen niedrigen Karten eher ein paar niedrige. (Statistisch noch nicht gesichert, aber pfiffig.)<br \/><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aaron und Walter hatten heute beide ihren letzten Arbeitstag. In ihrem Leben!Wenn dieser Session-Report im Internet steht, f\u00e4ngt das Leben an.1. &#8220;Zeitalter der Entdeckungen&#8221;Ein Wirtschaftsspiel mit Geld, Schiffen, Handel und siegpunkt-tr\u00e4chtiger Beteiligung an Forschungsunternehmen. Die Spieler haben ihr Schicksal vollst\u00e4ndig in der Hand. 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