{"id":2515,"date":"2017-06-16T15:38:15","date_gmt":"2017-06-16T13:38:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2515"},"modified":"2017-06-19T16:59:26","modified_gmt":"2017-06-19T14:59:26","slug":"14-06-2017-nah-und-fern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2017\/06\/16\/14-06-2017-nah-und-fern\/","title":{"rendered":"14.06.2017: Nah und Fern"},"content":{"rendered":"<p>Aus verschiedenen Gr\u00fcnden bekamen wir in den ersten Monaten dieses Jahres oft nur mit M\u00fche auf die drei Teilnehmer als Minimum f\u00fcr unsere Spielabende. Jetzt, f\u00fcr diesen Mittwoch, schnellte die Teilnehmerzahl sprunghaft auf das Doppelte hoch. Aaron und G\u00fcnther sind wieder regelm\u00e4\u00dfig dabei, Moritz wollte seinen zehnj\u00e4hrigen Sohn Milo mitbringen, und auch Horst hatte mal wieder Lust zu einer Auseinandersetzung am Westpark.<\/p>\n<p>Sex war Horst zuviel und er zog seine Teilnahme wieder zur\u00fcck. Aaron bekam kurzfristig ein Rentnerdate eingeschoben, so dass er erst zwei Stunden sp\u00e4ter eintreffen konnte, da waren es nur noch vier.<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Near and Far&#8221;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2517\" aria-describedby=\"caption-attachment-2517\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2017\/06\/16\/14-06-2017-nah-und-fern\/moritzundmilok\/\" rel=\"attachment wp-att-2517\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2517\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/MoritzUndMiloK.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/MoritzUndMiloK.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/MoritzUndMiloK-150x124.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/MoritzUndMiloK-300x247.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2517\" class=\"wp-caption-text\">\u201eNear und Far\u201c: Moritz baut auf, Milo st\u00e4rkt sich<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das neueste Mitglied der Spielefamilie \u201eAb und An\u201c, \u201eDrunter und Dr\u00fcber\u201c bzw. \u201eAbove and Below\u201c. \u201eNear\u201c ist eine Stadt, mit mehreren Etablissements, wo wir Geld, Brote, Potenzkarten und Weggef\u00e4hrten erwerben, \u201eFar\u201c ist das Land, in das wir mit unseren Weggef\u00e4hrten ausziehen, Gl\u00fcckskarten finden, Abenteuer bestehen, Wertgegenst\u00e4nde ausgraben und unsere Tipis hinterlassen. Der Spielablauf besteht in einem st\u00e4ndigen Pendeln zwischen Stadt (zum Aufr\u00fcsten und Erholen) und Land (zum Siegpunkte machen).<\/p>\n<p>Siegpunkte bringen unsere Tipis, besonders wenn damit vordefinierte Endpunkte belegt oder sogar verbunden werden. Das sind aber nur marginale Werte gegen\u00fcber den viel \u00fcppigeren Siegpunkten f\u00fcr Weggef\u00e4hrten, Potenz- und Gl\u00fcckskarten, sowie einer ganze Latte von Besitztum. In der Endabrechnung werden zehn Kategorien aufgez\u00e4hlt, die alle in Siegpunkte einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Strecke, die wir im Far-Land jeweils zur\u00fccklegen d\u00fcrfen, ergibt sich aus den Schubkraft unserer Weggef\u00e4hrten. Die Schubkraft bewirkt aber auch noch andere Effekte: Wir brauchen sie zum Tipi bauen, und sie hilft uns, die Augenzahlen unserer Kampfw\u00fcrfel zu erh\u00f6hen, mit denen wir die Ungeheuer auf der Strecke zur Strecke bringen, um damit Siegpunkte und weitere Wertgegenst\u00e4nde einzuheimsen.<\/p>\n<p>Die richtigen Weggef\u00e4hrten sind das Allheilmittel zum Sieg. F\u00fcnf St\u00fcck von ihnen liegen offen zum Requirieren aus, man muss sie nur bezahlen k\u00f6nnen. Gerade am Anfang das richtige Geld in der Tasche zu haben \u2013 sehr, sehr m\u00fchsam, man bekommt es nur einzeln in kleinen M\u00fcnzen \u2013 und am Zug zu sein, wenn gerade der geilste Weggef\u00e4hrte aufgedeckt wird, das ist mehr als die halbe Miete.<\/p>\n<p>Fehler werden keine verziehen. Nicht gleich am Anfang mit den Gef\u00e4hrten zu Potte kommen, verpasst einem Spieler eine nicht mehr loszuwerdende rote Laterne. Eine Stunde hat dieser dann gebraucht, um seinen Fehlaufbau zu bewerkstelligen, eine weitere Stunde, um seinen Fehlaufbau zu verifizieren, und eine weitere Stunde, um mit seinem Fehlaufbau seinen Mitspielern hinterher zu trotteln. G\u00fcnther h\u00e4tte Walter, dem Obertrottler, gerne die letzte Stunde erspart, obwohl er selbst durchaus noch Chancen auf den Sieg hatte. Aber eine ganze Stunde lang nur noch zwischen Stadt und Land hin- und her zu pendeln, um die letzten Tipis zu verbauen, weil alles andere bereits abgegrast war, das war nicht nach seinem Gusto. Besonders da Aaron, der Sp\u00e4ter-Gekommene, schon eine ganze Stunde zugeschaut hatte. Aber Moritz und Milo hatten beide noch Lust, das Spiel in Ehren zu Ende zu bringen.<\/p>\n<p>Lustvoll hatte Milo das erste Duell vom Zaun gebrochen. Nat\u00fcrlich gegen seinen Vater. In der Stadt kann man n\u00e4mlich nicht beliebig in Banken oder B\u00e4ckereien einbrechen, sie m\u00fcssen leer stehen. Sind sie von einem Mitspieler besetzt, der erst mit seinem n\u00e4chsten Zug hier wieder herausgehen muss, und man will nicht warten, fordert man ihn zum Duell. Da Milo mit seinem W\u00fcrfel lediglich F\u00fcnfer und Sechser w\u00fcrfelte, war es f\u00fcr ihn ein Kinderspiel, sich gegen seinen Vater in die Bank zu dr\u00e4ngeln.<\/p>\n<p>Milo, der fast interesselos Moritz\u2019 Regelvortrag zugeh\u00f6rt hatte und dabei den Eindruck hinterlie\u00df, man m\u00fcsse ihm sp\u00e4ter beim Spielen unter die Arme greifen, war geistig aber h\u00f6chstenfalls unterfordert. Planvoll hatte er die erste Handelsroute fertiggestellt, zu einem Zeitpunkt, wo noch keiner seiner Mitspieler \u00fcberhaupt einen singul\u00e4ren Handelsposten belegt hatte.<\/p>\n<p>Er war es dann auch, der mit 64 Siegpunkten den Sieg davontrug. Allerdings nur einen Punkt vor G\u00fcnther und zwei Punkte vor Moritz. Es gab dann noch einen vierten Spieler, der aber nur die H\u00e4lfte dieser Siegpunkt-Summen anh\u00e4ufen k\u00f6nnte. Gut gemacht Milo!<\/p>\n<p>Was mir heute an ihm aber am allermeisten imponierte, war eine Replik zu seinem Vater, der sich \u00fcber einen zu Recht oder zu Unrecht irrt\u00fcmlichen Zug von Milo echauffierte: ein in absolut ruhigem ,sanften, \u00fcberlegenen Ton vorgebrachtes: \u201eBr\u00fcll noch lauter!\u201c. So einen Ton m\u00f6chte ich liebend gerne in aggressiven Diskussionen mit meiner Frau annehmen, wenn ich nur diese Selbstbeherrschung h\u00e4tte &#8230;<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (es gibt Spiele, da macht es mehr Spa\u00df zuzuschauen; N&amp;F reizt mich \u00fcberhaupt nicht), G\u00fcnther: 5 (das Geschichtenbuch ist absolut \u00fcberfl\u00fcssig, es ist auch noch weniger in den Spielablauf eingebunden als bei \u201eAbove and Below\u201c, lauter monotone W\u00fcrfel-5 oder W\u00fcrfel-7 Alternativen), Milo: 6 (fast 7, das Spiel enth\u00e4lt gute Ideen, das Herumlaufen ist etwas langweilig und das Einschwingen am Anfang dauert etwas zu lange), Moritz: 9 (\u201eihr habe gar nicht verstanden, was f\u00fcr ein tolles Spiel das ist\u201c), Walter: 5 (Interaktion ist Fehlanzeige, man steht sich h\u00f6chstenfalls ungewollt im Wege herum. Die Menschenmassen in den \u00fcberf\u00fcllten U-Bahnen zu den Rushhours sind \u2013 in der Regel \u2013 auch keine Interaktion).<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Saami&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre lang hat Aaron sein \u201eSaami\u201c auf Dr\u00e4ngen des Verlages und dessen verschiedener Testgruppen aufgemotzt. Als er endlich ein komplettes Workerplacement-Spiel besammen hatte, kam die Devise: Abstrippen! Jetzt hat Aaron einen radikalen Schnitt gemacht, die Arbeitspl\u00e4tze gnadenlos zusammengestrichen, und nur ein paar gleichgewichtige Rentierz\u00fcchter- und Holzhacker-H\u00fctten \u00fcbrig gelassen. Aber er hat mit der Teilung des Spielablaufes in zwei Phasen dem Spiel eine sehr \u00fcberraschende, pfiffige Wendung eingebaut:<\/p>\n<p>In der ersten Phase, \u201eruhiges Dorfleben\u201c, bauen wir H\u00fctten, sch\u00fctzen sie gegen Wind und Wetter und z\u00fcchten Rentiere f\u00fcr den Winter. Ruhig, gemeinschaftlich, ohne Konkurrenz. In der zweiten Phase fallen die Wikinger ein, und wir m\u00fcssen in Windeseile retten, was zu retten ist: Die Feinde bek\u00e4mpfen, gegebenenfalls die Flucht ergreifen, aber auch nicht aus dem Auge verlieren, dass die Politiker am meisten absahnen, wenn das Fu\u00dfvolk erfolgreich gek\u00e4mpft hat. Damit die Windeseile auch Realit\u00e4t wird (, und damit hier ein langwieriges Abwarten, Lavieren, Spekulieren, Analysieren, Paralysieren vermieden wird), waltet \u00fcber dieser Phase eine Sanduhr; wenn diese abgelaufen ist, sind unsere Rettungs- und Siegpunkt-Ergatterungsma\u00dfnahmen vorbei. Sehr gut passend zu Thema und Spielablauf.<\/p>\n<p>Aaron wollte uns diese neue Ablaufstruktur nur eine Runde lang antesten lassen. Doch nach einer Runde waren alle von den Abl\u00e4ufen gefesselt und gespannt, wie sich die Sache weiterentwickeln w\u00fcrde. Wir h\u00e4ngten noch eine Runde dran, und noch eine, und noch eine, und hatten das Spiel \u2013 gem\u00e4\u00df der aktuell geplanten Rundenzahl \u2013 in einer halben Stunde vollst\u00e4ndig zu Ende gespielt.<\/p>\n<p>Es gab viel zu diskutieren. Noch ist nicht alles im Lot. Noch muss an der Balance f\u00fcr H\u00fcttenbau und Ertrag, f\u00fcr Nutzen und Schaden, f\u00fcr Freund und Feind gedreht werden. Doch die Richtung ist sehr gut.<\/p>\n<p>Nur G\u00fcnther bedauerte, dass mit dieser Stopuhr die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Psychologie und Analyse verloren gegangen sind. Aber er kann ja die Stoppuhr weglassen, wenn er mit seinen Gr\u00fcbelgenossen spielt.<\/p>\n<p><em>Noch keine WPG-Wertung f\u00fcr ein Spiel in der Entstehungsphase.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus verschiedenen Gr\u00fcnden bekamen wir in den ersten Monaten dieses Jahres oft nur mit M\u00fche auf die drei Teilnehmer als Minimum f\u00fcr unsere Spielabende. 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