{"id":252,"date":"2009-11-05T10:32:01","date_gmt":"2009-11-05T10:32:01","guid":{"rendered":"http:\/\/westpark-gamers.de\/blog\/?p=252"},"modified":"2009-12-01T17:39:58","modified_gmt":"2009-12-01T16:39:58","slug":"04112009-nagelprobe-fur-egizia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2009\/11\/05\/04112009-nagelprobe-fur-egizia\/","title":{"rendered":"04.11.2009: Nagelprobe f\u00fcr Egizia"},"content":{"rendered":"<p>Die Einsch\u00e4tzungen unserer Essen-Fahrer \u00fcber &#8220;Vor den Toren von Loyang&#8221; sind schlecht bis vernichtend. Der Agricola Vorg\u00e4nger wurde in Essen hoch gehandelt, und deshalb hat es G\u00fcnther selbstverst\u00e4ndlich in seinen Koffer gepackt. Heute urteilt Moritz &#8220;Es ist mit Abstand eines der langweiligsten Spiele, die ich je gespielt habe, 3 1\/2 Stunden \u00f6deste Buchhalterei.&#8221; Die Siegpunkt-Vergabe ist anti-progessiv. Wer am Anfang ins Hintertreffen ger\u00e4t, bleibt im Punktem\u00fchsal der letzten Phase hoffnungslos hinten. &#8220;Ihr werdet es hassen!&#8221;<br \/>G\u00fcnther setzt die Hoffnung auf einen Spielabend ohne Moritz: &#8220;Da ich es habe, werden wir es dann irgendwann auch am Westpark probieren &#8230;&#8221; Wie lautet das bekannteste Zitat von unserem noch lebenden Kaiser: &#8220;Schaun mer mal!&#8221;<br \/><strong>1. &#8220;Egizia&#8221;<\/strong><br \/>G\u00fcnther, Moritz und Peter hatten bei Hans im Gl\u00fcck schon den Prototyp ausprobieren k\u00f6nnen und waren begeistert. In der Serienversion ist ein Spielbrett mit Anleihen vom Stone-Age-Design dazugekommen, bunt und antik, aber mit Einbu\u00dfen in der funktionalen \u00dcbersichtlichkeit. Der Nil m\u00e4andert sich in einem diagonalen Zickzack-Bogen quer durchs Spielbrett und es ist beim fl\u00fcchtigen Hinsehen nicht immer klar, in welcher Reihenfolge die Stationen angeordnet sind.<br \/>Die Spieler setzen reihum ein Schiffchen auf eine beliebige Station auf dem Spielbrett und bekommen daf\u00fcr die individuellen Vorteile der Station: Ern\u00e4hrung f\u00fcr die Arbeiter, Steine f\u00fcr allerlei Bauwerke, Zuwachs an Arbeitern, Baugenehmigungen und dergleichen. Diese verschiedenen Vorteile werden pro Runde als &#8220;Nil-Karten&#8221; zuf\u00e4llig auf die Stationen verteilt.<br \/>Die Beliebigkeit beim Setzen ist allein dadurch eingeschr\u00e4nkt, da\u00df man ein weiteres Schiffchen nur nilabw\u00e4rts zu seinem Vorg\u00e4ngerschiff plazieren darf. Wer sich also sehr fr\u00fch weit nach vorn auf eine besonders begehrte Station begibt, \u00fcberl\u00e4\u00dft seinen Mitspielern ohne Gegenwehr alle dazwischenliegenen Stationen. Wer die letzte Station erreicht hat, f\u00fcr den ist die Setzrunde zu Ende, unabh\u00e4ngig davon, wieviele Schiffchen die anderen noch setzen.<br \/>Jeder hat sein Gl\u00fcck weitgehend in der Hand. Nat\u00fcrlich im scharfen Wettbewerb mit seinen Mitstreitern. Die st\u00e4ndig wechselnde Szenerie mit den ausliegenden Nil-Karten, die konkurrierenden Ambitionen der Mitspieler und ihr sich sehr schnell unterschiedlich entwickelnder Besitzstand sind die Herausforderung des Spiel. Engp\u00e4sse gibt es in jeder Beziehung, aber gleichzeitig auch Entwicklungspotential in jede Richtung; Freud und Leid halten sich vorz\u00fcglich die Waage. Ein harmonisches Weiterbringen der ben\u00f6tigten Fortschrittskr\u00e4fte ist der Schl\u00fcssel zum Sieg.<br \/>Der Spielverlauf bietet f\u00fcr jeden Spieler eine deutliche Steigerung seines Handlungsspielraums: die vergebenen Siegpunkte wachsen von Runde zu Runde, und die zu Beginn unvermeidlichen Engp\u00e4sse k\u00f6nnen immer leichter beseitigt werden. Ein solches Design zeigt eine erfahrene Handschrift beim Autor und vor allem in der jahrelangen Testphase im Verlag.<br \/>G\u00fcnther und Moritz mit ihrer HiG- und Essen-Erfahrung rissen sich sofort um das Baumaterial. Moritz konnte sich dann auch noch die Ern\u00e4hrung sichern und mit ein paar g\u00fcnstigen Siegpunktquellen den Sieg davon tragen. Aber nur knapp. Doch auch f\u00fcr die Neulinge in &#8220;Egizia&#8221; waren die zwei Stunden Spielzeit ein ungetr\u00fcbtes spannendes Vergn\u00fcgen.<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 8 (stimmige Mechanismen), G\u00fcnther: 9 (bisher bestes Spiel aus Essen), Moritz: 9 (spannende Konkurrenz), Walter: 9 (auf angenehme Weise komplex)<\/em><br \/>Walter schreibt eine Rezension.<br \/><strong>2. &#8220;The Adventurers&#8221;<\/strong><br \/>F\u00fcr einen zweiten Hauptgang reichte die Zeit nicht mehr. Moritz durfte ohne Widerspruch ein mittellanges Spiel aus seinem gro\u00dfen, zuweilen auch eigenwilligen Fundus auf den Tisch legen. Nat\u00fcrlich nicht ohne ein gewisses Mi\u00dftrauen durch die Mitspieler. &#8220;Ist das ein Fantasy Thema?&#8221; &#8220;Nein, ein Indiana Jones Thema! Und es hat einfach ein sehr sch\u00f6nes Spielmaterial&#8221;.<br \/>Auf ein kariertes Spielbrett werden zwei h\u00fcbsche Mauerabschnitte (nach Art des Ischtar-Tores im Pergamonmuseum) gelegt und ein Stein, der an die Aufgabenstellung vom Sisiphus erinnert. Die Spieler laufen mit ihren P\u00f6ppeln von Feld zu Feld, m\u00fcssen aufpassen, da\u00df sie von den sich aufeinanderzubewegenden Mauern nicht zerdr\u00fcckt werden, nicht in t\u00f6dliche Fallen fallen oder vom Sisiphus-Stein niedergew\u00e4lzt werden. Unterwegs k\u00f6nnen sie Sch\u00e4tze aufnehmen, die nat\u00fcrlich ihre weitere Laufgeschwindigkeit beeintr\u00e4chtigen. Auf dem Weg zum Ziel k\u00f6nnen sie auch einen Teil schwimmend zur\u00fccklegen, wobei sie aber Gefahr laufen, nicht wieder sie rechtzeitig herauskommen, und dann einen Wasserfall hinterfallen und ausscheiden.<br \/>Wer die wertvollsten Sch\u00e4tze ans Ziel bringt, hat gewonnen.<br \/>Und was ist der Motor des Spiels? Der W\u00fcrfel! Sogar f\u00fcnf St\u00fcck davon. Ein W\u00fcrfelwurf entscheidet, wieviele Felder wir pro Zug zur\u00fccklegen d\u00fcrfen, wieviele Felder der Sisiphus-Stein hinter uns her rollt, wie schnell sich die Ischtar-Mauern schlie\u00dfen, ob wir lebend \u00fcber eine bauf\u00e4llige Br\u00fccke kommen, und ob wir in den Wasserfall fallen. Wie nennt man auf gut deutsch so ein Spiel? Ein W\u00fcrfelspiel, und nichts anderes!<br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (Wenn ich in Stimmung bin, w\u00fcrde ich es nochmals spielen), G\u00fcnther: 4 (mag das Alles-oder-Nichts-Prinzip nicht, mit hohem Aufwand wenig erreicht), Moritz: 7 (sch\u00f6nes Material, schnell, eigentlich ein Meisterwerk), Walter: 3 (Sisiphus reicht nicht. Meine Noten beziehen sich auf die WPG-Runde und nicht auf eine fiktive lustige Kinderrunde).<\/em><br \/>Moritz war \u00fcber die schlechte Noten seiner Mitstreiter aufgebracht. Es war doch ein lustiges Spiel! Wir haben doch auch viel gelacht! &#8220;Du mu\u00dft jedes Spiel nehmen wie eine Frau. Manche sind rot, manche sind blond, manche sind dick, andere d\u00fcnn. Alle haben ihre Vorz\u00fcge, und die mu\u00dft Du sehen.&#8221; Aaron: &#8220;The Adventurers ist in diesem Sinne keine intelligente Frau, sondern eine, die einfach nur aufgemotzt ist.&#8221; Walter: &#8220;Ich v\u00f6gele nicht jede Frau!&#8221;<br \/><strong>3. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>Aaron schlug eine neue WPG-Variante vor: Jeder darf sich unter seinem W\u00fcrfelbecher aus Herzenslust eine beliebige W\u00fcrfelkombination zusammendrehen. Dann l\u00e4uft das Spiel wie normal an. Gesagt getan!<br \/>Walter startete mit der Vorgabe: 10 mal der Stern. Eigentlich wollte er auf 20 mal den Stern setzen, aber soweit reichte das Spielbrett nicht. Hilfsweise addierten wir beim \u00dcberrunden des Startfeldes noch 10 Sterne hinzu, so da\u00df Moritz auf 11 mal den Stern heben konnte. Aaron zweifelte an.<br \/>G\u00fcnther und Walter hatten je f\u00fcnf Sterne unter ihren Bechern, Aaron zwei Sterne und Moritz keinen. One Down is good Bluff.<br \/>Die Variante &#8211; obwohl \u00fcberraschend, lustig und sogar praktizierbar &#8211; wurde zun\u00e4chst noch einmal zur\u00fcckgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Einsch\u00e4tzungen unserer Essen-Fahrer \u00fcber &#8220;Vor den Toren von Loyang&#8221; sind schlecht bis vernichtend. Der Agricola Vorg\u00e4nger wurde in Essen hoch gehandelt, und deshalb hat es G\u00fcnther selbstverst\u00e4ndlich in seinen Koffer gepackt. 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