{"id":2533,"date":"2017-07-27T17:31:55","date_gmt":"2017-07-27T15:31:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2533"},"modified":"2017-07-28T10:59:15","modified_gmt":"2017-07-28T08:59:15","slug":"27-07-2017-zeus-im-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2017\/07\/27\/27-07-2017-zeus-im-wasser\/","title":{"rendered":"27.07.2017: Zeus im Wasser"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2017\/07\/27\/27-07-2017-zeus-im-wasser\/wpgpunktestefanfeld\/\" rel=\"attachment wp-att-2538\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2538\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/WPGPunkteStefanFeld.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/WPGPunkteStefanFeld.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/WPGPunkteStefanFeld-150x115.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/WPGPunkteStefanFeld-300x230.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>Bei Luding sind 26 Spiele von Stefan Feld registriert. Daneben noch einige Variationen dieser Spiele. Wir am Westpark haben 15 von ihm gespielt. Kein Spiel bekam bisher weniger als 5 Punkte. Der Spitzenreiter ist \u201eStrasbourg\u201c mit 8 Punkten. 7 mal zeichneten wir seine Spiele mit unserer Auszeichnung \u201eSpiel des Monats\u201c aus. Er und Pegasus werden es verschmerzen, wenn sein neuestes Produkt diesmal bei uns recht mager bewertet wird. Wenn man die stark schwankende Kurve seines Schaffens &#8211; mit den Augen der Westpark-Gamers \u2013 betrachtet, dann besteht durchaus die berechtigte Hoffnung, dass demn\u00e4chst wieder ein 7 bis 8 Pf\u00fcnder auf den Markt kommen wird.<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Das Orakel von Delphi&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Dies ist also Stefan Felds j\u00fcngste Sch\u00f6pfung, die bei uns nicht so recht punkten konnte. Das fing schon mit dem Spielaufbau an. Eine ganze Weile r\u00e4tselten Aaron und G\u00fcnther allein daran herum, wie die zw\u00f6lf Poly-Hexagons zu dem <strong>kompakten<\/strong> Spielplan zusammengesetzt werden sollten, den das Regelheft f\u00fcr den Anfang und zur Verk\u00fcrzung der Spielzeit vorschl\u00e4gt. Es dauerte 50 Minuten, bis alle Felder auf dem Spielplan identifiziert und Kleinteile (Insel-Pl\u00e4ttchen, Opfergaben, Tempel, Statuen und Monster) darauf verteilt waren. Und bis Zeus, nicht Neptun (!), auf seinem geb\u00fchrenden Platz im T\u00fcmpel von Delphi untergetaucht war.<\/p>\n<p>Dann aber fing erst die Regelerkl\u00e4rung an. Nochmals 50 Minuten vergingen, bis G\u00fcnther die G\u00f6tter, Kultst\u00e4tten, Schilde, Schiffspl\u00e4ttchen und Orakelw\u00fcrfel auf den Spielertableaus erkl\u00e4rt und wir das halbwegs verstanden hatten, und bis das zus\u00e4tzliche, zweifelsfrei h\u00fcbsche Material (Gunstpl\u00e4ttchen, Titanen- und Kampfw\u00fcrfel, Orakel-, Wunder-, Ausr\u00fcstungs- und Begleiterkarten) entziffert und auf dem Tisch darum herum positioniert war.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2540\" aria-describedby=\"caption-attachment-2540\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2017\/07\/27\/27-07-2017-zeus-im-wasser\/delphiaufbau\/\" rel=\"attachment wp-att-2540\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2540\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DelphiAufbau.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"523\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DelphiAufbau.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DelphiAufbau-150x143.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DelphiAufbau-300x285.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2540\" class=\"wp-caption-text\">Aaron und G\u00fcnther r\u00e4tseln \u00fcber den Aufbau von &#8220;Delphi&#8221;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Jetzt entdeckte G\u00fcnther noch sechs weitere, wundersch\u00f6ne Holzpoller (woran gew\u00f6hnlich die Schiffe im Hafen festgemacht werden), f\u00fcr die es aber im Regelheft weder einen Hinweis noch eine Funktion noch eine L\u00fccke gab. Vielleicht hat ein(e) PackerIn des Spielzeugherstellers beim Einpacken der Kleinteile einmal daneben gegriffen. Vielleicht hatte G\u00fcnther auch eine unautorisierte Version \u201eDelphi de Luxe\u201c erworben. Leicht verunsichert legten wir die Poller zur\u00fcck in die Schachtel und begannen mit den Wettfahrten rund um den Delphischen Meerbusen.<\/p>\n<p>Der Spielablauf bzw. die Aufgabe des Spiels ist f\u00fcr jeden Spieler eine zw\u00f6lffache Transport-Optimierung:<\/p>\n<ul>\n<li>Lade dreimal an einer der sechs \u00f6ffentlichen Ausgabestellen je eine Opfergabe auf dein Segelboot und bringe sie zum passenden Tempel.<\/li>\n<li>Lade dreimal in einer der sechs St\u00e4dte einen Tempel auf und bringt sie zum passenden Bauplatz.<\/li>\n<li>Fahre mit deinem Boot dreimal zu einer der neun Monsterh\u00f6hlen und besiege ein vorgegebenes Monster.<\/li>\n<li>Fahre dreimal zu einem der 24 Inselpl\u00e4ttchen, lege ihren Rang und Namen offen, und wenn sie eine von den dir vorgeschriebenen Inseln ist, errichte einen Tempel darauf.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie und wo fahren wir? Der Delphische Meerbusen besteht aus zusammenh\u00e4ngenden Hexafeldern. Auf jedem Feld ist eine Augenzahl aufgedruckt. Jeder Spieler w\u00fcrfelt mit drei W\u00fcrfeln und darf dann mit seinem Schiffchen pro W\u00fcrfel auf eines der Hexafelder ziehen, das seine Augenzahl aufweist. Das Zielfeld darf dabei aber nicht weiter als drei Felder vom Ausgangsfeld entfernt sein, allerdings kann man mit Gunstpl\u00e4ttchen diese Standard-Reichweite steigern.<\/p>\n<p>Zum Aufladen und Abladen von Opfergaben, Tempeln etc. muss man ebenfalls einen W\u00fcrfel bereit haben, dessen Augenzahl mit der Augenzahl auf dem Auf- oder Abladefeld \u00fcbereinstimmt. Auch hier darf man mittels Gunstpl\u00e4ttchen die Augenzahl der W\u00fcrfel \u00e4ndern. An Gunstpl\u00e4ttchen h\u00e4ngt doch alles. Sie sind aber auch sehr leicht zu bekommen. Stefan Feld hat mit \u201eDelphi\u201c keinen &#8220;Siegpunkt-Salat&#8221;, sondern eher einen &#8220;Gunstpl\u00e4ttchen-Salat&#8221; zubereitet.<\/p>\n<p>Mit drei W\u00fcrfel w\u00fcrfeln und dabei die vorhandene Gunstpl\u00e4ttchen-Potenz ber\u00fccksichtigen, das ergibt<br \/>\n<strong>(3 + Opferkarten) * (1 + Richtung * Gunstkarten)<\/strong> M\u00f6glichkeiten,<br \/>\ndie Augenzahl-Topologie der Umgebung zu studieren und die optimalen Zwischen- und Zielfelder abzuchecken. Bei einer Opferkarte (die hagelt es auch recht schnell ins Kontor) und drei Gunstkarten und nur einer Richtung (vorw\u00e4rts) haben wir hier schon 16 Kombinationen zu \u00fcberlegen, wie wir uns \u00fcber die Strecke zwischen den verschiedenen anvisierten Auflade- und Abladefeldern bewegen k\u00f6nnen und wollen. Gl\u00fccklicherweise kann jeder gleichzeitig \u00fcberlegen, denn in die Quere kommt man sich (fast) \u00fcberhaupt nicht. So macht uns ein l\u00e4ngerer Denkprozess der Mitspieler nicht viel aus. Es sei denn, man hat gerade von den regelm\u00e4\u00dfig auftauchenden Titanen eine entscheidende Wunde zugef\u00fcgt bekommen und muss einmal aussetzen. Dann muss man halt die doppelte Anzahl von Denkprozessen \u00fcber sich ergehen lassen. Pech gehabt. Die ungl\u00fcckliche F\u00fcgung eines ungl\u00fccklichen, absolut \u00fcberfl\u00fcssigen Spielelements hat zugeschlagen.<\/p>\n<p>Helmut war in der Startaufstellung als Herkules ins Rennen gegangen: schon zwei Schilde f\u00fchrt er im Schilde. Mutig machte er sich gleich in seinem ersten Zug an das Abmurksen seiner Monster. Wir durften den gerade frisch begonnenen Spielablauf wieder unterbrechen und noch einmal nachlesen, wie diese geforderten Monsterk\u00e4mpfe im Detail geregelt sind. Nicht schwer, wenn man\u2019s kann ungef\u00e4hr: Es wird gew\u00fcrfelt; man muss st\u00e4rker sein als das Monster; man darf so oft w\u00fcrfeln, wie man Gunstpl\u00e4ttchen besitzt; die St\u00e4rke des Monsters nimmt von Zug zu Zug ab; solange man selber keine Null w\u00fcrfelt, hat man nichts zu bef\u00fcrchten. Bei ein paar Nuller zuviel muss man halt einmal aussetzen. Helmuts Wagemut kam uns angesichts seiner sonstigen mageren Kampfausr\u00fcstung schon etwas frivol vor. War es aber nicht. Schon nach zwei W\u00fcrfen hatte er mit 63 % Wahrscheinlichkeit das Monster erschlagen, nach drei W\u00fcrfen w\u00e4ren es schon 84% gewesen.<\/p>\n<p>Nur Aaron h\u00e4tte unter diesen Umst\u00e4nden 6 W\u00fcrfe gebraucht, um damit an die 99,86% Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen Sieg heranzukommen. Bei seinem sprichw\u00f6rtlichen Gl\u00fcck h\u00e4tte er hingegen wohl nie eine Chance gehabt, das Spiel zu gewinnen. Wenn das von ihm geforderte Inselpl\u00e4ttchen nicht zuf\u00e4llig aufgedeckt wird, pendelt er noch heute zwischen Olymp und Parnass hin und her, um den Bauplatz f\u00fcr seinen Tempel zu finden.<\/p>\n<p>Helmut war auch sonst sehr zielstrebig und erfolgreich. Nach 90 Minuten hatte er die (verk\u00fcrzte) Aufgabenstellung von 8 Transport- und Kampfeins\u00e4tzen hinter sich gebracht. Die angegebene Spielzeit ist mit 60 Minuten also recht realistisch, vielleicht sogar reichlich angegeben, denn wir haben sicherlich 30 Minuten allein daf\u00fcr verbraucht, jeweils unsere vergessene bzw. fehlgerechnete Zugausf\u00fchrung zur\u00fcckzunehmen und neu zu \u00fcberlegen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (bis 5, zu viel Zufall, m\u00f6chte es nicht noch einmal spielen), G\u00fcnther: 4 (Mikro-Optimierung, bei der man sich st\u00e4ndig vertut), Helmut: 6 (nicht weniger, weil es Spa\u00df gemacht hat, nicht mehr, weil das Spiel Schw\u00e4chen besitzt, schon allein beim grafischen Design; eine Mischung aus Planung und Umplanung, fast \u00fcberhaupt keine Interaktion), Walter: 4 (das Material w\u00e4re 5 Punkte wert; Zufall ohne Interaktion, als Solospiel akzeptabel).<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Kanagawa&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Wir malen die Buch von Tokio. Daher der Name. Dazu m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich zuerst unsere k\u00fcnstlerischen F\u00e4higkeiten zur Pinself\u00fchrung erh\u00f6hen, bevor wir uns an die verschiedenen Motive heranmachen.<\/p>\n<p>Getrieben wird das Spiel von Karten, von denen jeder Spieler pro Zug ein bis drei St\u00fcck an sich nehmen darf. Jede Karte besitzt zwei Alternativ-Funktionen: entweder machen sie uns in Bezug auf Motivwahl flexibler (mehr Motive gleichzeitig, schnelleres Wechseln von einem Motiv zum anderen) oder sie sind Motive, die wir malen \u2013 falls wir sie bereits malen k\u00f6nnen \u2013 und damit in unser Gesamtgem\u00e4lde einf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Wer als erster eine bestimmte Anzahl von B\u00e4umen, H\u00e4usern, Menschen oder Tierkombinationen gemalt hat, bekommt daf\u00fcr Siegpunkte. Am Schluss gibt es noch einmal Siegpunkte f\u00fcr die Gesamtl\u00e4nge unseres Gem\u00e4ldes, f\u00fcr die l\u00e4ngste Kette von Gem\u00e4ldeteilen in einer festen Jahreszeit, sowie direkte Siegpunkte f\u00fcr einzelne Karten.<\/p>\n<p>Bemerkenswert, wenn auch nicht ganz neu, ist die Auswahl der Karten, die jeder Spieler pro Zug an sich nehmen darf. Die Karten liegen in einer 4 x 3 Matrix teils offen, teils verdeckt aus. Zun\u00e4chst wird nur die erste <strong>Zeile<\/strong> mit Karten gef\u00fcllt. Wer am Zug ist, darf sich eine <strong>Spalte<\/strong> von Karten nehmen; dies w\u00e4re zun\u00e4chst also nur eine einzige Karte. Ein Spieler darf allerdings auch passen, bis die zweite, und am Ende auch die dritte Zeile gef\u00fcllt ist. Wer es f\u00fcr lohnend h\u00e4lt, sich vorzeitig zu bedienen, bekommt entsprechend weniger Karten. Der Startspieler ist aber in jedem Fall am besten dran. Er wechselt &#8211; leider \u2013 nicht, sondern es gibt Karten, die einen zum neuen Startspieler machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (gro\u00dfer Gl\u00fccksfaktor, welche Karten kommen, insbesondere auch, was in den verdeckt aufzunehmenden Karten steckt), G\u00fcnther: 5 (bis 6; man sollte das Spiel nicht so verkniffen sehen. [das sagte er zum Schluss, obwohl er sich das ganze Spiel \u00fcber bem\u00fc\u00dfigt f\u00fchlte, die Pinsel seiner Mitspieler zu kontrollieren), Helmut: 5 (mostly harmless, ganz nett, 6 Punkte f\u00fcr das Material), Walter: 4 (f\u00fcr das Pinseln, 5 Punkte f\u00fcr den Auswahlmechanismus).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Luding sind 26 Spiele von Stefan Feld registriert. Daneben noch einige Variationen dieser Spiele. Wir am Westpark haben 15 von ihm gespielt. Kein Spiel bekam bisher weniger als 5 Punkte. 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