{"id":2577,"date":"2017-12-02T22:40:55","date_gmt":"2017-12-02T21:40:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2577"},"modified":"2017-12-02T22:40:55","modified_gmt":"2017-12-02T21:40:55","slug":"29-11-2017-eisenbahnen-zum-ueberleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2017\/12\/02\/29-11-2017-eisenbahnen-zum-ueberleben\/","title":{"rendered":"29.11.2017: Eisenbahnen zum \u00dcberleben"},"content":{"rendered":"<p>Nochmals Bridge.<br \/>\nDa wurden vor etwa drei Jahren zwei deutsche Bridgespieler Senioren-Weltmeister. Anschlie\u00dfend hat man sie des Betruges \u00fcberf\u00fchrt: Entgegen dem Regelwerk und entgegen jeglicher Sportsmoral habe sie sich mittels H\u00fcsteln \u00fcber die Screens hinweg unerlaubte Informationen \u00fcber ihre jeweilige Kartenhand ausgetauscht. Motto: \u201eeinmal H\u00fcsteln ist Karo, zweimal h\u00fcsteln ist Pik!\u201c Ein offizielles Video, das den gesamten Finalkampf festgehalten hatte, war der Beweis. Die World Bridge Federation (WBF) hat ihnen Titel aberkannt und sie lebenslang gesperrt, als Paar noch einmal zu einem Bridge-Turnier antreten zu d\u00fcrfen. Z\u00e4hneknirschend hat der Deutsche Bridge Verband (DBV) diese Sperre \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Die beiden Spieler sind sofort in die Revision gegangen und haben diese Urteile vor einem deutschen Gericht angefochten. Ein Spieler sei Asthmatiker, da sei das H\u00fcsteln leider unvermeidlich. Zudem sei in Bali, wo das Finale ausgetragen wurde, die Luft so feucht, dass das H\u00fcsteln quasi \u00fcberlebensnotwenig sei. Und \u00fcberhaupt: das Beweisvideo sei gef\u00e4lscht.<\/p>\n<p>Drei Jahre lang hat sich der Prozess hingezogen, jetzt wurden sie freigesprochen, ohne \u00fcberhaupt auf das Video oder die Beweislage einzugehen. Ja sogar WBF und DBV wurden verklagt, den beiden Spielern alle ideellen und materiellen Verluste aus dem Verband-Vorgehen zu ersetzen!<\/p>\n<p>Wie dieses Urteil gegen\u00fcber dem WBF durchgesetzt werden kann, das wissen die Juristen. Oder auch nicht. Der der DBV k\u00f6nnte dabei pleite gehen, zumindest wenn die Ersatzanspr\u00fcche von einem amerikanischen Gericht festgesetzt w\u00fcrden. Oremus!<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Mini Rails&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_2581\" aria-describedby=\"caption-attachment-2581\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2017\/12\/02\/29-11-2017-eisenbahnen-zum-ueberleben\/auswahlundspielbrettvonminirails\/\" rel=\"attachment wp-att-2581\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/AuswahlUndSpielbrettVonMiniRails.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"413\" class=\"size-full wp-image-2581\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/AuswahlUndSpielbrettVonMiniRails.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/AuswahlUndSpielbrettVonMiniRails-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/AuswahlUndSpielbrettVonMiniRails-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2581\" class=\"wp-caption-text\">Aktions-Auslage und Spielbrett in \u201eMini Rails\u201c<\/figcaption><\/figure>Ein h\u00fcbsches kleines Eisenbahn-Aktienspiel ohne Aktien und ohne Eisenbahnlinien. In 6 Spielrunden d\u00fcrfen wir uns je eine \u201eAktie\u201c einer vor 6 Eisenbahngesellschaften kaufen, d.h. eine runde Holzscheibe in einer von sechs Gesellschaftsfarben von der offenen Auslage auf unser privates Kurstableau legen. Pro Runde d\u00fcrfen wir au\u00dferdem einmal den Kurs einer Gesellschaft steigen oder fallen lassen. Dazu nehmen wir eine weitere Holzscheibe in einer der sechs Gesellschaftsfarben von der Auslage, legen sie auf das gro\u00dfe gemeinsame Spielbrett, bedecken damit ein Feld mit Werten von 1 bis 5 im Plus- oder Minus-Bereich, und ver\u00e4ndern damit entsprechend den Kurs der Gesellschaft.<\/p>\n<p>In welcher Reihenfolge wir \u201ekaufen\u201c oder \u201eKurs \u00e4ndern\u201c ist frei w\u00e4hlbar. Geld flie\u00dft keines. Eine frisch gekaufte Holzscheibe kommt immer auf das Feld 0 in unserem Kurstableau. Beim \u00c4ndern des Aktienkurses m\u00fcssen alle Spieler ihre Holzscheiben mit der betroffenen Farbe entsprechend dem \u00fcberdeckten Wert eine Anzahl von Einheiten nach oben oder unten verschieben.<\/p>\n<p>Und jetzt kommen die h\u00fcbschen Knackpunkte des Spiel-Designs:<br \/>\n<br \/>\n1.\tBeim Kaufen d\u00fcrfen die Spieler sich nicht irgendeine beliebige Holzscheibe aussuchen, sondern sie m\u00fcssen eine aus der offenen Auslage w\u00e4hlen. Genauso k\u00f6nnen die Spieler beim Kurs-\u00c4ndern nicht eine frei w\u00e4hlbare Gesellschaft f\u00f6rdern oder sch\u00e4digen, sondern sie m\u00fcssen daf\u00fcr ebenfalls eine Holzscheibe aus der offenen Auslage hernehmen. Das Angebot ist klar begrenzt, und es wird enger und enger.<br \/>\n<br \/>\n2.\tZu Beginn einer Runde wird in die offene Auslage <strong>eine<\/strong> Holzscheibe <strong>mehr<\/strong> gelegt, als f\u00fcr die beiden Aktionen aller Spieler ben\u00f6tigt werden. Diese letzte, \u00fcbrig bleibende Holzscheibe kennzeichnet eine Gesellschaft, die &#8220;ordentlich ihre Steuern\u201c bezahlt&#8221; hat. Hat eine Gesellschaft bis zum Spielende keine Steuern bezahlt, so ist ihr Aktienkurs nichts wert, die besitzenden Spieler erhalten daf\u00fcr keine Verg\u00fctung. Hat umgekehrt eine Gesellschaft bis zum Spielende wenigstens einmal Steuern bezahlt, so werden etwaige Kursverluste neutralisiert, die besitzenden Spieler bekommen f\u00fcr Aktienwerte im Minusbereich nichts abgezogen.<br \/>\n<br \/>\n3.\tH\u00fcbsch ist auch der Zugreihenfolge-Effekt: die Holzscheiben in der offenen Auslage geben auch die Reihenfolge an, in der die Spieler in der n\u00e4chsten Runde ziehen. Zuweilen ist es hilfreich, der Erste zu sein, um das beste St\u00fcck zu erwischen; zuweilen ist es aber noch wichtiger, der Letzte zu sein, um eine definierte Gesellschaft als Steuers\u00fcnder bzw. Nicht-Steuers\u00fcnder ausweisen zu k\u00f6nnen.<br \/>\n<\/p>\n<p>Einfach aber tricky! In zwei Durchg\u00e4ngen wurde Walter zweimal weit abgeschlagen Letzter. Er war sich keines Spielfehlers bewu\u00dft. Die Z\u00fcge waren einfach abgefahren, bevor er aufgesprungen war. Doch seine Mitspieler bescheinigten ihm jede Menge Fehler, die er gemacht haben soll.<\/p>\n<p>Moritz hatte den Weg zum Sieg sofort durchschaut. Er wollte ihn sogar beweisen k\u00f6nnen. \u201eBei jedem Kurs-\u00c4nderungszug kann ich genau ausrechnen, welchen Effekt er in der gegebenen Situation auf jeden Spieler aus\u00fcbt, d.h. welcher Zug mir selber die meisten Punkte bringt oder den Mitspielern die meisten Punkte wegnimmt. <strong>Und das ist der beste Zug!<\/strong>\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend beim ersten Teil dieser Ausf\u00fchrung die Mitspieler noch mit trivial-zustimmenden Gem\u00fctern zuh\u00f6rten, erfolgte zu seiner abschlie\u00dfenden Behauptung ein allseitiger Einspruch. Walter, der als Mathematiker allergisch ist gegen\u00fcber falschen Behauptungen und noch f\u00e4lscheren Beweisen, wollte Moritz beim Wort nehmen und vor dessen Beweisf\u00fchrung eine genaue Formulierung seiner Behauptung niederschreiben. Dies f\u00fchrte fast zu einem Eklat, weil der eine auf eine exakte Formulierung der urspr\u00fcnglichen Behauptung pochte, der andere aber schon kalte F\u00fc\u00dfe bekommen hatte und windelweiche Ausreden suchte. Schlu\u00dfendlich einigten wir uns auf Moritz\u2019 Aussage: \u201eWenn wir die Wahrscheinlichkeiten in Ansatz bringen, mit denen die verschiedenen Holzscheiben auf die Auslage kommen, welchen Einflu\u00df sie damit auf die Zugreihenfolge aus\u00fcben, dabei auch noch ber\u00fccksichtigen, mit welcher Wahrscheinlichkeit die einzelnen Spieler f\u00fcr oder gegen eine Gesellschaft agieren, und dies alles noch in Relation zu den m\u00f6glichen Wertefeldern auf dem gro\u00dfen Spielbrett sehen, dann sind wir mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit kl\u00fcger, als wenn wir das nicht tun.\u201c<\/p>\n<p>Welche Aussage er zur Auswahl beim Kaufen einer Aktie gemacht hatte, das habe ich vergessen.<\/p>\n<p>Andere Zitate aus dem Spielverlauf:<br \/>\n\u201eIch muss jetzt einen fahren lassen.\u201c<br \/>\n\u201eIch werden jetzt das Maximum an Punkten zerst\u00f6ren\u201c<br \/>\n\u201eGrau haben wir alle, bis auf NN, der hat zwei!\u201c<br \/>\n\u201eIch nehme jetzt nur eine von den beiden mir-nichtsnutzigen aber NN-sch\u00e4digenden gelben Scheiben, nimm\u2019 du auch eine!\u201c<br \/>\n\u201eNN macht die ganze Zeit schlechte Z\u00fcge!\u201c<br \/>\n\u201eWenn NN nicht vorne ist, brauchst Du ihm auch nicht zu schaden.\u201c<br \/>\n\u201eDieser Zug war die einzige M\u00f6glichkeit, nicht Dritter zu werden, sondern mit NN gemeinsam Zweiter.\u201c<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 9 (herrlich, ich w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte das gemacht), G\u00fcnther: 7 (erfordert eine Schach-\u00e4hnliche Berechnung [AbN: War das jetzt gut oder schlecht?]), Moritz: 5 (das Spiel funktioniert, man kann aber keine Strategien fahren, sondern nur taktisch auf die gegebene Situation reagieren), Walter: 7 (hat einige h\u00fcbsche, neue Ideen umgesetzt und ist schnell, das sind eigentlich genau die Kritiken f\u00fcr gute neue Spieleerfindungen).<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Loot Island&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_2582\" aria-describedby=\"caption-attachment-2582\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2017\/12\/02\/29-11-2017-eisenbahnen-zum-ueberleben\/auchderautormussimregelheftnachschauen\/\" rel=\"attachment wp-att-2582\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/AuchDerAutorMussImRegelheftNachschauen.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"size-full wp-image-2582\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/AuchDerAutorMussImRegelheftNachschauen.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/AuchDerAutorMussImRegelheftNachschauen-112x150.jpg 112w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/AuchDerAutorMussImRegelheftNachschauen-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/AuchDerAutorMussImRegelheftNachschauen-480x640.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2582\" class=\"wp-caption-text\">\u201eLoot Island\u201c \u2013 Selbst der Autor muss im Regelheft nachschauen<\/figcaption><\/figure>Endlich lag Aarons Neusch\u00f6pfung als professionelles Produkt auf dem Tisch; 20 mal zuvor haben wir uns an den Prototypen versucht. Die jetzige offizielle Fassung war uns allen noch unbekannt.<\/p>\n<p>Der urspr\u00fcngliche Dreh- und Angelpunkt, das Mitsetzen auf die Ausgrabungsst\u00e4tte, in der nach Sch\u00e4tzen gebuddelt wird, ist geblieben und hat nichts von seiner Eleganz eingeb\u00fc\u00dft. Damit das Ganze aber nicht allzu denkerisch daherkommt, sondern ein spielerisch-chaotisches Element erh\u00e4lt, kann die Reihenfolge, nach der die Ausgrabungsst\u00e4tten gewertet werden, per taktischem Spielzug verschoben werden. Wer sich zu solit\u00e4r an einer Stelle engagiert, hat erhebliche Schwierigkeiten, hier seine Sch\u00e4fchen ins Trockene zu bekommen.<\/p>\n<p>Auch die Sch\u00e4tze, die jeweils gefunden werden, sind nicht mehr linear oder progressiv in ihrer Wertigkeit, sondern eine ganze Reihe von Sonderpr\u00e4mien sind damit verbunden, so dass jeder Spiele nach individuellen Priorit\u00e4ten ausw\u00e4hlen kann.<\/p>\n<p>Jetzt sind die Sch\u00e4tze auch mit einer Unmenge von Fl\u00fcchen versehen (das Spiel hei\u00dft ja auch nicht \u201eSchatzinsel\u201c sondern \u201eInsel der Fl\u00fcche\u201c), und es ist eine weitere Herausforderung des Spiels, diese bis zum Schluss alle wieder loszuwerden bzw. auf eine ertr\u00e4gliche Anzahl zu begrenzen.<\/p>\n<p>Jede Menge spielerisches Beiwerk machte aus der urspr\u00fcnglichen, h\u00f6chst interaktiven Denkerarbeit eine h\u00f6chst interaktive Spielerei. F\u00fcr intelligente Familien durchaus geeignet.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: (w\u00fcrde f\u00fcr sei eigenes Kind nat\u00fcrlich sehr gerne 10 Punkte vergeben, wollte sich diesbez\u00fcglich aber anders verhalten als Martin Wallace), G\u00fcnther: 7 (hohe Interaktion, das Herzst\u00fcck des Spiels, das gemeinsame Bauen, ist ein sehr gelungenes Element), Moritz: 8 (enth\u00e4lt viele ausgearbeitete Ideen, von den Rundenkarten angefangen, \u00fcber die Auswahlkarten und die Spielkarten bis hin zu den Pr\u00e4mien, besitzt Dynamik und hohe Variabilit\u00e4t), Walter: 7 (sehr gute, spannende Interaktion, 8 Punkte f\u00fcr das gemeinsame und doch konkurrierende Bauen, 6 Punkte f\u00fcr die verfluchten Sch\u00e4tze und den darin ausgelobten Pr\u00e4mien.)<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Les Poilus&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Ein kooperatives Mau-Mau-Spiel mit Schikanen. In mehreren Runden m\u00fcssen wir einen Vorrat von etwa 40 bis 60 Farbkarten loswerden. Mit 25 Karten fangen wir an, pro Runde kommen dann (mindestens) 3 weitere Karten dazu. Wieviele Karten pro Runde jeder Spieler auf die Hand bekommt, entscheiden wir von Fall zu Fall gemeinsam im Team. Zu Spielbeginn sind es 3 Karten pro Spieler.<\/p>\n<p>Reihum w\u00e4hlt jeder Spieler jeweils eine Karte aus seiner Hand und legt sie entweder auf den gemeinsamen offenen Abwurfstapel oder in seine private Auslage.<\/p>\n<p>Pro Karte ist vorgeschrieben, wohin sie abgelegt werden muss. Es gibt \u201eStandardkarten\u201c in sechs verschiedenen Farben, die meisten davon sind zweifarbig, einige auch dreifarbig; diese Karten m\u00fcssen auf den Abwurfstapel. Und es gibt \u201eSonderkarten\u201c, diese muss ein Spieler nach dem Ausspielen in seine private Auslage nehmen. Zwei Grund-Abwurfregeln sind zu beachten:<\/p>\n<p>1.\tAuf dem Ablagestapel d\u00fcrfen kein drei Karten vorkommen, die die gleiche Farbe aufweisen, und<br \/>\n<br \/>\n2.\tKein Spieler darf vier Sonderkarten in seiner privaten Auslage haben.<\/p>\n<p>Kann ein Spieler entsprechend diesen beiden Regel keine Karte mehr spielen, so muss er f\u00fcr diese Runde passen. Haben alle Spieler gepasst, so ist eine Runde \u201eerfolgreich\u201c abgeschlossen: der offene Abwurfstapel wird beseitigt; die Spieler behalten die nicht gespielten Handkarten und bekommen dazu eine entsprechend der Team-Entscheidung definierte Anzahl neuer Karten. Zus\u00e4tzlich kommen soviele Karten, wie die Spieler insgesamt nicht spielen konnten oder wollten, aus der Reserve in den Vorrat. Je mehr Runden wir spielen, desto mehr Karten m\u00fcssen wir also insgesamt loswerden.<\/p>\n<p>Eigentlich ganz einfach, und es sollte fast ein Kinderspiel sein, den Vorrat in 6 bis 7 Runden abgelegt zu haben. Aber jetzt kommen die Schikanen.<\/p>\n<p>Auf den Sonderkarten stehen weitere Bedingungen f\u00fcr das Ablegen. Z.B. \u201eKeiner darf passen, solange er noch eine Karte auf der Hand hat.\u201c Oder \u201eder Spieler, der diese Karte in seiner Auslage hat, darf nur als Letzter passen.\u201c Was sind die Konsequenzen dieser Bedingungen? Die Grund-Abwurfregeln k\u00f6nnten verletzt werden. Z.B. kann ein Spieler dadurch gezwungen, die unerlaubte dritte Karte einer Farbe auf den Abwurfstapel zu legen. In diesem Fall ist eine Runde ebenfalls beendet, allerdings \u201eohne Erfolg\u201c: der offene Abwurfstapel wird nicht beseitigt, sondern wird wieder in den Vorrat gemischt.<\/p>\n<p>Falls ein Spieler \u00fcber eine dieser Schikanen-Regeln sogar eine vierte Sonderkarte in seine private Ablage legen muss, so ist das Spiel aus und alle Spieler haben verloren. Gewonnen haben sie, wenn sie den gesamten Vorrat ablegen konnten ohne dabei gegen die Grund-Abwurfregeln versto\u00dfen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Da mit dem gew\u00f6hnlichen Kartenmix ein totaler Abwurfsieg nur schwer zu erzielen ist, gibt es ein paar Warmduscher-Regeln:<\/p>\n<p>1.\tJedem Spieler ist eine definierte Farbe zugewiesen; er darf einmal pro Spiel eine Karte dieser Farbe vom offenen Abwurfstapel entfernen.<br \/>\n<br \/>\n2.\tDie Spieler d\u00fcrfen pro Runde einem beliebigen Spieler \u201eR\u00fcckhalt\u201c gew\u00e4hren, so dass er zwei Karten aus seiner privaten Ablage beseitigen darf.<\/p>\n<p>Weil damit ein Sieg aber wiederum zu leicht w\u00fcrde, ist auf einigen Farbkarten noch ein \u201eHandicap\u201c eingezeichnet. Wenn eine solche Karte gespielt wird, muss von der Reserve her eine zus\u00e4tzliche Karte gespielt werden. Damit kann es passieren, dass damit bereits die dritte Karte eine Farbe auf den Abwurfstapel kommt und die Runde erfolglos beendet werden muss.<\/p>\n<p>Sind wir den gesamten Vorrat losgeworden, so haben wir alle gemeinsam gewonnen. Sind alle Karten aus der Reserve ins Spiel gekommen, ohne dass wir den Vorrat abgearbeitet haben, so haben wir alle verloren. Aus die Maus.<\/p>\n<p>Und warum hei\u00dft das Spiel \u201eLes Poilus\u201c? Nach Wikipedia (und nach dem Regelheft) bedeutet das franz\u00f6sisch \u201eder Behaarte\u201c und ist eine umgangssprachliche Bezeichnung f\u00fcr einen franz\u00f6sischen Frontsoldaten des Ersten Weltkrieges. Und was haben die franz\u00f6sischen Frontsoldaten mit Mau-Mau zu tun? Spieleautoren und Spielverlag entschuldigt meine \u201e\u00dcbersetzung\u201c eueres Spiels. Die Karten in \u201eLes Poilus\u201c sind n\u00e4mlich keine Farbkarten, sondern \u201eBedrohungskarten\u201c auf denen anstelle von Farben die \u201eBedrohungen\u201c Giftgas und Granate, sowie Wetterunbilden abgebildet sind. Die Sonderkarten sind \u201eSchwere Schl\u00e4ge\u201c, und jedem Spieler wird keine Farbe zugewiesen, sondern ein definierter Soldatentyp, der einmal eine der zugewiesenen Bedrohungen abwehren kann.<\/p>\n<p>In der neuesten Spielbox schreibt doch tats\u00e4chlich ein Kritiker: <em>\u201eObwohl das Thema d\u00fcster und grauenvoll ist, und wohl das Ernsthafteste, das jemals auf den Tisch kam, ist die Qualit\u00e4t des Spiels nichtsdestoweniger herausragend. Mit einfachen Mitteln eines Kartenspiels ist es gelungen, die harte historische Realit\u00e4t einf\u00fchlsam darzustellen!\u201c<\/em> Die Spielautoren selber bekunden: \u201eWir haben uns entschieden, diesen Massenwahnsinn aus der Sicht des Einzelnen zu betrachten, durch die Brille seiner t\u00e4glichen Sorgen und \u00c4ngste. F\u00fcr diese Menschen war die einzige Erleichterung ihr Zusammenhalt, ihre Br\u00fcderlichkeit und ihr Verm\u00f6gen, sich gegenseitig zu unterst\u00fctzen und zu helfen, einzeln und gemeinsam.\u201c \u2013 Oh mein Gott, und dass alles sollen wir spielerisch nachempfinden? F\u00fcr mich wird damit eher die Mentalit\u00e4t f\u00fcr den n\u00e4chsten wahnsinnigen Weltkriegseinsatz vorbereitet. Schaut euch doch mal den Film \u201eKolberg\u201c von Veit Harlan an und vergegenw\u00e4rtigt euch, wer diesen Film und warum finanziert hat! Hat Sylvie Goulard vielleicht einen gro\u00dfen Batzen Geld zur Entwicklung von \u201eLes Poilus\u201c beigesteuert?<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (nichts, was ich noch einmal spielen m\u00f6chte, auch nicht in einer gr\u00f6\u00dferen Runde), G\u00fcnther: 3 (Ich bin am gr\u00fcbeln &#8230;, warum musste man ausgerechnet dieses Kriegs-Schlamm-Thema zugrunde legen; der ganze Gag sind die &#8230; Effekte, und \u00fcber diese wird man gespielt), Walter: 3 (kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diese Art von Kooperation, das Spiel k\u00f6nnte man besser als offenes Knobelspiel abwickeln.).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nochmals Bridge. Da wurden vor etwa drei Jahren zwei deutsche Bridgespieler Senioren-Weltmeister. Anschlie\u00dfend hat man sie des Betruges \u00fcberf\u00fchrt: Entgegen dem Regelwerk und entgegen jeglicher Sportsmoral habe sie sich mittels H\u00fcsteln \u00fcber die Screens hinweg unerlaubte Informationen \u00fcber ihre jeweilige Kartenhand ausgetauscht. 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