{"id":2684,"date":"2018-08-12T15:26:01","date_gmt":"2018-08-12T13:26:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2684"},"modified":"2018-08-25T16:28:04","modified_gmt":"2018-08-25T14:28:04","slug":"8-8-2018-10-punkte-von-den-westpark-gamers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2018\/08\/12\/8-8-2018-10-punkte-von-den-westpark-gamers\/","title":{"rendered":"8.8.2018: 10 Punkte von den Westpark-Gamers"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. &#8220;Sagrada&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Farbenfrohes, solides Material wie bei AZUL. Jede Menge bunter W\u00fcrfel, neunzig St\u00fcck, f\u00fchlt sich fast an wie die Spielsteine bei AZUL. Doch ein ganz anderes Spiel! Zwei W\u00fcrfel pro Spieler plus ein Zusatzw\u00fcrfel werden pro Zug blind aus einem S\u00e4ckchen gezogen und alle zusammen ausgew\u00fcrfelt. Jetzt darf sich jeder Spieler zweimal einen davon f\u00fcr sich ausw\u00e4hlen: Der reihum wechselnde Startspieler f\u00e4ngt \u2013 wie der Name schon sagt &#8211; an und bekommt den ersten und den letzten W\u00fcrfel. Der zweite Spieler bekommt den zweiten und den vorletzten W\u00fcrfel, und so weiter; der letzte in der Zugreihenfolge darf dann gleich zweimal hintereinander w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Die W\u00fcrfel muss jeder Spieler auf seine private 5 x 4 Matrix einordnen. Hier ist f\u00fcr einen erheblichen Teil der Felder vorgeschrieben, welche Farbe oder welche Augenzahl der hier zu platzierende W\u00fcrfel haben muss; die restlichen Felder d\u00fcrfen beliebig belegt werden. Mit gewissen Nebenbedingungen.<\/p>\n<p>Ziel des Spieles ist es, seine Matrix vollst\u00e4ndig zu\u00a0belegen und dabei\u00a0 Siegpunkte f\u00fcr die Erf\u00fcllung \u201e\u00f6ffentlicher Auftr\u00e4ge\u201c zu erhalten, z.B. f\u00fcr jedes P\u00e4rchen von W\u00fcrfeln mit den Augenzahlen 3 und 4, oder f\u00fcr drei gleichfarbige W\u00fcrfel in diagonaler Nachbarschaft. Au\u00dferdem bekommt jeder Spieler zu Spielbeginn eine Spezialfarbe zugeteilt; W\u00fcrfel in dieser Farbe werfen ebenfalls Siegpunkte ab.<\/p>\n<p>So weit so gut. W\u00fcrfeln und kalkulieren, welches der beste erste zu nehmende W\u00fcrfel ist unter der Ber\u00fccksichtigung, welcher W\u00fcrfel dann wohl auf der R\u00fcckrunde als zweiter zu nehmender W\u00fcrfel \u00fcbrig bleibt, das kann man in einer akzeptabel langen Denkzeit zustande bringen.<\/p>\n<p>Dann aber gibt es noch eine \u201eWerkstatt\u201c, die es gestattet, unter Einsatz eines Obolus die geworfenen oder bereits in die Matrix eingef\u00fcgten W\u00fcrfel zu manipulieren. Z.B. darf man einen W\u00fcrfel auf die Kehrseite drehen oder einen W\u00fcrfel in der eigenen Matrix versetzen. Jetzt w\u00e4chst die m\u00f6gliche Denkzeit ins Gigantische. Stellen wir uns nur vor, wir h\u00e4tten bereits 10 W\u00fcrfel platziert. Jeden der 10 W\u00fcrfel k\u00f6nnen wir dann auf die restlichen 10 freien Felder der 20-feldrigen Matix versetzen, das sind einhundert M\u00f6glichkeiten, die zu \u00fcberpr\u00fcfen sind. Werden diese M\u00f6glichkeiten auch noch mit den 7 (in einer Dreierrunde geworfenen) neuen W\u00fcrfeln kombiniert, wobei man noch in Ansatz nehmen muss, dass die neuen W\u00fcrfel auf die R\u00fcckseite gedreht werden k\u00f6nnen, so kann man in erster N\u00e4herung schon 1400 (eintausendvierhundert) Kombinationsm\u00f6glichkeiten auf das Optimum abchecken. Ein guter, ehrgeiziger Spieler MUSS das sogar tun, er MUSS doch optimal spielen und vielleicht auch auf diese Weise gewinnen. In jedem Fall leidet das Spielerische gewaltig unter den eigenen, noch mehr aber unter den fremden Denkprozessen in dieser Kombinier-Richtung.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (AZUL ist lockerer, spannender, Sagrada ist knobeliger [WS: was hier nicht als Vorteil angesehen wird]; es gibt viele Fehlerm\u00f6glichkeiten f\u00fcr unzul\u00e4ssiges Platzieren. Auch ist das Material nicht funktionell, z.B. sieht man nicht, welche Kritierien UNTER einem zu versetzenden W\u00fcrfel erf\u00fcllt sind), G\u00fcnther: 8 (Sagrada ist anders als AZUL, hat aber einen sch\u00f6nen Knobelcharakter [WS: was hier als Vorteil angesehen wird]), Walter: 6 (h\u00fcbsches Legespiel, das relativ schnell \u00fcber die B\u00fchne geht; ohne die \u201eWerkstatt\u201c bek\u00e4me es mindestens einen Punkt mehr. [Man kann sie ja weglassen!]).<\/em><\/p>\n<p>PS: Nach welchen Designer-\u00dcberlegungen wurde die Leiste zum Z\u00e4hlen der Siegpunkte farblich und topologisch gestaltet? Wer mir hier (als erstes) einen mathematisch-logisch \u00fcberzeugenden Grund mitteilt, bekommt eine Flasche Rotwein, einen &#8220;Barbazul&#8221; aus Andalusien.<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Brass: Birmingham&#8221;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2694\" aria-describedby=\"caption-attachment-2694\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2018\/08\/12\/8-8-2018-10-punkte-von-den-westpark-gamers\/dasneuebrass\/\" rel=\"attachment wp-att-2694\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2694\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/DasNeueBrass.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/DasNeueBrass.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/DasNeueBrass-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/DasNeueBrass-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2694\" class=\"wp-caption-text\">Tolle Chips und mickrige Farben in &#8220;Brass&#8221;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das gleich Blech, das bereits vor 11 Jahren auf den Markt kam, und das wir am 10.7.2008 zum ersten Mal beschrieben haben. Nur diesmal in Gr\u00fcn. Damals von Marin Wallace erfunden, heute zusammen mit Matt Tolman und Gavan Brown weiterentwickelt.<\/p>\n<p>Nachdem wir uns im Laufe des Spielens so peu a peu an die alten Mechanismen erinnerten, blieb nichts mehr \u00fcbrig, was uns nicht von anno dazumal h\u00e4tte bekannt sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unver\u00e4ndert gilt: <em>\u201eEine ziemlich komplizierte Entwicklungsmaschinerie wird hier in Gang gesetzt. Die Spieler konkurrieren um die industrielle Entwicklung in Mittelengland, sie bauen Kohlegruben, errichten \u00d6lf\u00f6rderpumpen, Baumwollfabriken, Hafenanlagen und Schiffe. Sie verbinden ihre Produktionsst\u00e4tten entlang einer vorgegebenen Streckenf\u00fchrung mit Kan\u00e4len und Gleisen, um darauf Kohle und Eisen zu transportieren.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Immer noch wird zweimal gebaut, zweimal gewertet und dazwischen ein Gro\u00dfteil der Investitionen wieder abgebaut. Immer noch bringt der Ausbau der Industrieanlagen \u2013 kein Privat- sondern Gemeineigentum \u2013 mit dem eigenen Netz, das sie verbindet, die meisten Siegpunkte.<\/p>\n<p>Hat das Spiel etwa einen (kleinen) Kingmaker-Effekt, weil ich bei der Nutzung von Eisen einen beliebigen Mitspieler bevorzugen kann? D\u00fcrfen wir bei einem so begnadeten Spieleautor wie Martin Wallace es ist, dar\u00fcber hinwegsehen und m\u00fcssen wir es ihm gerade wegen seine genialen Kreativit\u00e4t ankreiden?<\/p>\n<p>Auch das Kartenhandling, das den Ort f\u00fcr und die Art von zu bauenden Industrieanlagen steuert, ist schwerf\u00e4llig, fehleranf\u00e4llig und ineffizient. Ansonsten ist das Spiel rund und sch\u00f6n (bis auf die sehr reduzierte und damit unfunktionelle Farbgebung). Es ist rein planerisch und enth\u00e4lt kein einziges Zufallselement. [WS: Das ist eindeutig positiv!].<\/p>\n<p>Nach der Wiedereinf\u00fchrung in das Regelwerk brauchten wir 1 Stunde und 10 Minuten f\u00fcr die erste Phase. Dann verzichteten wir weise (friedlich und leise) auf den weiteren Teil der Reise.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 8 (1 Punkt mehr als vor 10 Jahren), G\u00fcnther: 8 (bleibt), Walter: 8 (1 Punkt weniger als vor 10 Jahren).<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Ernst von Mansfeld&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Nicht zu verwechseln mit \u201eErich von Manstein\u201c oder \u201eG\u00fcnther von Manteuffel\u201c: Wir befinden uns nicht im 2. Weltkrieg, sondern ein paar Jahre fr\u00fcher im 30-j\u00e4hrigen Krieg. In der ersten Spielphase rekrutieren wir zun\u00e4chst mal Soldaten bzw. Kampfkarten. Mit einem pfiffigen W\u00fcrfel-Mechanismus.<\/p>\n<p>Jeweils eine feste Anzahl von Kampfkarten (eine weniger als Mitspieler) mit \u201eKosten\u201c zwischen 5 und 18 Einheiten wird offen ausgelegt, die m\u00fcssen wir uns erw\u00fcrfeln. Um eine davon zu bekommen, muss man mit beliebig vielen W\u00fcrfeln durch Addition beliebiger Augenzahlen auf genau die definierten Karten-Kosten kommen. Jeder gibt verdeckt vor, mit wievielen W\u00fcrfeln er hier ins Rennen gehen m\u00f6chte. Der Knackpunkt: Je mehr W\u00fcrfel man w\u00e4hlt, desto sp\u00e4ter kommt man dran, oder umgekehrt, je weniger W\u00fcrfel man einsetzen m\u00f6chte, desto fr\u00fcher darf man versuchen, eine der Kampfkarten zu erw\u00fcrfeln. Nat\u00fcrlich hat man Pech und geht leer aus, wenn mit den Minimal-W\u00fcrfeln keiner der ausliegenden Karten-Kosten-Werte genau erreicht werden kann. Umgekehrt geht der letzte Spieler trotz einer W\u00fcrfel-Potenz von massig Super-W\u00fcrfeln leer aus, wenn alle Spieler vor ihm je eine Karte bekommen haben und die Auslage leer ist.<\/p>\n<p>Pferdefu\u00df: Es d\u00fcrfte ziemlich h\u00e4ufig vorkommen, dass mehrere Spieler die gleiche Anzahl W\u00fcrfel gew\u00e4hlt haben. Dann bekommt der J\u00fcngste von ihnen den Zuschlag. So haben wir den Tiebreak gel\u00f6st, und das kam uns ziemlich dr\u00f6ge vor. G\u00fcnther durfte immer triumphieren und Walter konnte ohne nennenswerte Chancenminderung immer die H\u00f6chstzahl an W\u00fcrfeln w\u00e4hlen, er kam ohnehin immer als Letzer dran.<\/p>\n<p>Das war nicht regelgerecht. Der gute \u201eErnst\u201c hat noch mehr Regeln f\u00fcr den Tiebreak definiert. Aaron fand es erst am n\u00e4chsten Morgen im privaten post mortem. \u201eBei einem Gleichstand der Kartenzahl w\u00e4hlt derjenige zuletzt, der die teuerste Karte auf der Hand hat; bei weiterem Gleichstand der j\u00fcngste Spieler zuerst.\u201c<\/p>\n<p>Noch ein Pferdefu\u00df: Das Karten-Erw\u00fcrfeln bringt dem erfolgreichen Kartenersteigerer zahlreiche progressive Vorteile: Nachdem ein Spieler eine Kampfkarte mit Ersteigerungsbonus erw\u00fcrfelt hat, bekommt er beispielsweise alle weiteren Karten billiger, oder er darf die Augenzahlen zum Erzielen der Kombination f\u00fcr die Kosten auch abziehen oder er gewinnt grunds\u00e4tzlich den Tiebreak. Der Teufel schei\u00dft immer auf den gr\u00f6\u00dften Haufen. Aber doch nicht ein seri\u00f6ser Spieleautor!<\/p>\n<p>Nachdem alle Kampfkarten erw\u00fcrfelt wurden, beginnt die zweite Phase des Spiels. Wir setzen unsere Kampfkarten gezielt ein, um damit Siegpunkte zu ersteigern. Dazu werden sechs W\u00fcrfel mit den Augenzahlen 1 bis 6 ausgelegt; zu jedem dieser W\u00fcrfel wird ein weiterer W\u00fcrfel mit zuf\u00e4lliger Augenzahl daneben gelegt. Jedes dieser W\u00fcrfelpaare bringt dann die Summe der Augenzahlen an Siegpunkten. Die eingesetzen Kampfkarten \u2013 sowohl des Siegers wie diejenigen aller Verlieren \u2013 sind nach jeder Versteigerung ersatzlos weg!<\/p>\n<p>Hier haben wir einen zweiten, entscheidenden Fehler gemacht, den uns Aaron ebenfalls erst am n\u00e4chsten Morgen mitgeteilt hat: Wir haben alle 6 W\u00fcrfelpaare gleich zu Beginn der zweiten Phase ermittelt. Jetzt war es f\u00fcr den Spieler mit den meisten Kampfkarten recht leicht, sein Potential auf genau die paar W\u00fcrfelpaare zu konzentrieren, die ihm den Sieg garantieren. Nach dem Regelheft wird jeweils nur ein einziges W\u00fcrfelpaar gebildet und versteigert. Damit wird dem Soldatenk\u00f6nig ein bisschen Vorausplanung genommen und allen Spielern wird ein deutlicher Zufallsanteil geschenkt. Immerhin k\u00f6nnte der Spieler mit den wenigsten Kampfkarten jetzt f\u00fcr sich noch eine Siegeschance sehen. Sehen kostet ja nichts!<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 3 (da stimmt was hinten und vorne nicht! [WS: Richtig, siehe seine nachgereichten Korreturen]), G\u00fcnther: 3 (2 oder 3, das ist hier die Frage), Walter: 3 (nicht ausgereift, funktioniert nicht, reines Chaos; wenn das Spiel nach der ersten Phase zu Ende w\u00e4re, h\u00e4tte es mehr Punkte verdient).<br \/>\n9 Punkte von der Westpark-Gamers! Wenn Aaron auf Grund der Regelkorrekturen noch einen Punkt drauflegt, dann sind es sogar 10! Zusammen!<\/em><\/p>\n<p>PS: Wie angezeigt, haben wir hier eine Reihe wichtiger Regeln \u00fcberlesen. Nostra culpa! Entschuldigung an den Autor. Wenn der Autor allerdings in seinem Regelheft die komplette Beschreibung der Kampfkarten vergessen hat und diese erst per Internet nachreicht, dann sollte er jetzt mit dem Steine-Werfen zur\u00fcckhaltend sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Sagrada&#8221; Farbenfrohes, solides Material wie bei AZUL. Jede Menge bunter W\u00fcrfel, neunzig St\u00fcck, f\u00fchlt sich fast an wie die Spielsteine bei AZUL. Doch ein ganz anderes Spiel! Zwei W\u00fcrfel pro Spieler plus ein Zusatzw\u00fcrfel werden pro Zug blind aus einem S\u00e4ckchen gezogen und alle zusammen ausgew\u00fcrfelt. 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