{"id":2722,"date":"2018-10-26T19:17:38","date_gmt":"2018-10-26T17:17:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2722"},"modified":"2018-10-27T13:59:50","modified_gmt":"2018-10-27T11:59:50","slug":"17-10-2018-ground-floor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2018\/10\/26\/17-10-2018-ground-floor\/","title":{"rendered":"17.10.2018: Ground Floor"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. &#8220;Ground Floor&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich ein Worker-Placement-Spiel. Eigentlich ein Planspiel. Wir besitzen Arbeiter und lassen sie an den verschiedenen Einsatzgebieten werkeln. Sie produzieren Geld, Information (schlie\u00dflich sind wir thematisch in der Unternehmensberatung t\u00e4tig) und Rohstoffe. Wir modernisieren B\u00fcro f\u00fcr B\u00fcro in unserem Erdgeschoss-Unternehmen (daher der Name des Spiels), stocken das ganze Gebilde Stockwerk f\u00fcr Stockwerk auf, und haben damit am Ende mehr oder weniger beil\u00e4ufig ein paar Siegpunkte auf unsere Seite gebracht, die unseren Sieg bedeuten, oder auch nicht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2724\" aria-describedby=\"caption-attachment-2724\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2724 size-full\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/GroundFloor.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"499\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/GroundFloor.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/GroundFloor-150x136.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/GroundFloor-300x272.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2724\" class=\"wp-caption-text\">Rauchende K\u00f6pfe in den B\u00fcros von \u201eGround Floor\u201c<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aber warum ist das Spiel nur \u201eeigentlich\u201c, d.h. dem Anschein nach, ein Planspiel um Unternehmenspolitik, in Wirklichkeit aber eher eine Not-&amp;Elend-Lotterie? Meiner Meinung nach m\u00fcssen bei einem redlichen, selbst bei einem hart kapitalistisch ausgerichteten Worker-Placement-Spiel die Arbeiter in irgendeiner Weise Mehrwert schaffen, und zwar jeder einzelne, auch wenn mal eine Investition in die Hose gehen kann. Aber wenn ich bei jeder einzelnen Aktion bef\u00fcrchten muss, mit Verlusten zu enden, wenn \u00fcberhaupt keine klare Linie f\u00fcr Erfolg und Gewinn sichtbar ist, wenn (fast) alles durch Spiel- und Mitspieler-Chaos zum (fast) Scheitern gebracht werden kann, dann ist das kein Wirtschaftsspiel, sondern eher ein W\u00fcrfelspiel ohne W\u00fcrfel.<\/p>\n<p>Das soll keine Kritik sein, denn vielleicht hat der Autor David Short ja gar nichts anderes gewollt.<\/p>\n<p>Kommen wir zu den einzelnen Aktionsfeldern, an denen wir unsere Arbeiter einsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<ol>\n<li>In der <strong>\u201cUnternehmensberatung\u201d <\/strong> setzten wir einen Arbeiter ein und bezahlen in absteigenden Portionen 6, 5, 4 bis 3 Geldeinheiten, um 10 Informationseinheiten zu erhalten. Wir erhalten diese Infos aber nicht sofort, sondern erst in der n\u00e4chsten Runde. Und das auch nur dann, wenn auch in dieser n\u00e4chsten Runde ein Mitspieler oder wir selber einen Arbeiter in genau die Einsatzzeile setzen, wo unser Arbeiter aus der vorigen Runde steht. Ein h\u00fcbscher, gelungener Mechanismus. In meinen Augen hat er 10 Punkte verdient.\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\"><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>Das Gegenteil dieser Wertsch\u00e4tzung gilt f\u00fcr die <strong>\u201cWerbeagentur\u201d <\/strong>. Hier k\u00f6nnen wir unsere Arbeiter mittels \u201cNetworking\u201d, \u201cSocial Media\u201d und \u201cRundfunk\u201d einsetzen, um unserer Popularit\u00e4t zu f\u00f6rdern. Wer die h\u00f6chste Popularit\u00e4t hat, besitzt innerhalb bestimmter Spielz\u00fcge Priorit\u00e4t, d.h. er hat das Recht des ersten Zuschlags. Nicht schlecht. Des weiteren darf jeder in der Reihenfolge seiner Popularit\u00e4t einen \u201cMarketing-Bonus\u201d einstreichen, das geht von Ware, Geld und Info bis zu einem Aushilfsarbeiter. Die Gr\u00f6\u00dfenordnung schwankt relativ eng zwischen 2 und (umgerechnet) 4 Geldeinheiten. Den letzten bei\u00dfen allerdings die Hunde, der bekommt nichts, gar nichts.Sollen wir uns jetzt alle anstrengen, um die h\u00f6chste, oder wenigstens die zweith\u00f6chste Popularit\u00e4t zu erhalten? Selbst wenn wir alle Unsummen auf diesem Gebiet investieren: falls wir das alle in gleicher Menge tun, dann \u00e4ndern wir an der Priorit\u00e4ten-Reihenfolge rein gar nichts, sondern haben alle nur unser gutes Geld nutzlos verpulvert! Wer innerhalb der Priorit\u00e4ten-Reihenfolge oben steht, darf Gott danken und die ihm zustehenden Verg\u00fcnstigungen einstreichen. Wer am Ende steht, sollte sich am besten damit abfinden und in Hiobs Klageruf einstimmen: \u201cDer HErr hat&#8217;s nicht gegeben, der HErr hat&#8217;s nicht genommen; irgend jemand sei auch noch gelobt.\u201d 0 Punkte vom Westpark!Bei uns hatte sich Aaron gleich in der Anfangsphase einen gewissen Popularit\u00e4tsvorsprung herausgeholt, erkannte das aber gleich als Fehlinvestition und hielt sich im Folgenden damit zur\u00fcck. Sp\u00e4ter \u00fcbernahm Moritz hier die F\u00fchrungsrolle und konnte vier Runden lang die Segnungen der Popularit\u00e4t einheimsen. Nach Moritz\u2019 F\u00fchrung war Walter der Letzte und ging regelm\u00e4\u00dfig leer aus. Mehrmals machte er zaghafte Ans\u00e4tze, aus diesem Schattendasein herauszukommen, aber seine Mitspieler hielten ihn immer im Zaum. So bedauert er noch heute jeden Appel und Ei, die er hier vergeblich investiert hat.\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\"><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>In der <strong>\u201cFabrik\u201d<\/strong> wird produziert. Einzeln kommt jeweils ein Arbeiter an die Reihe, verbraucht 2 Geld + 2 Infos + 1 Rohstoff, um damit eine einzige Ware zu produzieren. Diese Ware darf er dann im Einzelhandelsgesch\u00e4ft mit dem Preisetikett 16, 12, 10, 8 oder 6 \u20ac auszeichnen. Das teuerste Preisetikett ist nur einmal vorhanden, die billigeren gleich viermal. Doch ob und zu welchem Preis wir unsere Ware an den Mann bringen, das ist noch offen. Den Verkauf kriegen wir sp\u00e4ter.\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\"><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>An der <strong>B\u00f6rse<\/strong> wird normalerweise spekuliert. Im \u201cGround Floor\u201d ist die B\u00f6rse aber ganz harmlos. Bis zu vier Arbeiter k\u00f6nnen sich an der B\u00f6rse zu schaffen machen, setzen Geld, Infos oder beides ein und schieben sich dann gegenseitig auf einer Werteskala nach oben, d.h. ein unterer Nachz\u00fcgler schiebt alle dar\u00fcber liegenden Mitb\u00f6rsianer Stufe f\u00fcr Stufe nach oben. Konjunktur-abh\u00e4ngig wird noch ein bisschen weiter geschoben. Anschlie\u00dfend kann jeder Spieler entscheiden, ob er seinen Arbeiter abzieht und entsprechend dem erreichten Faktor auf der Werteskala multipliziert mit dem aktuellen Konjunktur-Pegel daf\u00fcr Spekulatiusgeld kassiert, oder ob er den Arbeiter stehen l\u00e4sst, um auch noch die Bef\u00f6rderungen der n\u00e4chsten Runde abzuwarten bzw. mitzunehmen.Eigentlich ein h\u00fcbsches spielerisches Prinzip. Auch schon wieder 10 WPG-Punkte wert. Doch durch die mehr als zur\u00fcckhaltende, nahezu defizit\u00e4re Honorierung der B\u00f6rsen-Aktivit\u00e4ten wird dieses Prinzip fast ganz ausgehebelt.Der h\u00f6chste Faktor auf der Werteskala ist 4, weiter geht es \u00fcber mehrere 3er und 2er bis zu einmal die 1 und einmal die 0. Den H\u00f6chstwert erreicht man auf Anhieb nie. Allerdings k\u00f6nnte man auch mit Faktor 2 oder 3 bereits zufrieden sein, zumindest falls die Konjunktur stimmt. Und damit kommen wir zu einem mutwillig eingebauten gewaltigen Zufallseffekt, n\u00e4mlich der Konjunktur.Die aktuelle Konjunktur wird durch Pl\u00e4ttchen angezeigt, die in zuf\u00e4lliger Reihenfolge von Runde zu Runde wechseln. Es gibt Boom, Stabilit\u00e4t, Rezession und Depression. Bei Depression erh\u00e4lt jeder Arbeiter bei seinem Abzug von der B\u00f6rse gar nichts, egal welchen Faktor er auf der Werteskala erreicht hat. Bei Rezession wird der erreichte Faktor genau einmal ausgezahlt, bei Stabilit\u00e4t doppelt und in Boomzeiten gleich dreifach.Lediglich in Boom-Zeiten, d.h. durchschnittlich in einem F\u00fcnftel der Spielzeit, ist es lukrativ, an der B\u00f6rse zu spekulieren. Falls alle vier B\u00f6rsenpl\u00e4tze besetzt werden, hat der oberste Spieler 1 Mann + 1 Geld + 2 Infos eingesetzt, das entspricht insgesamt einem Geldwert von 6,0 \u20ac. (Zur Geld-Umrechnung kommen wir sp\u00e4ter.) Er wird auf Faktor 3 geschoben und kommt anschlie\u00dfend mit 9 \u20ac nach Hause. Das entspricht einer Rendite von etwa 50%; f\u00fcr die sp\u00e4rlichen Renditen im gesamten \u201cGround Floor\u201d ist das ganz h\u00fcbsch. Noch besser ist der zweite Spieler dran. Er muss n\u00e4mlich neben seinem einen Mann nur 1 Geldeinheit einsetzen (Gesamt-Geldwert von 3,4 \u20ac), wird ebenfalls auf den Faktor 3 geschoben und kassiert beim Abgang ebenfalls 9 \u20ac. Das entspricht sogar der phantastischen Rendite von 170%!Theoretische Tr\u00e4umerei: Wenn die Mitspieler alle still halten und man entsprechend Kies &amp; Knete besitzt, kann man gleich alle vier Arbeitspl\u00e4tze an der B\u00f6rse belegen. Dann setzt man mit 4 Mann, 3 Geld- und 3 Info-Einheiten umgerechnet 17,7 \u20ac ein und kommt zu Boomzeiten mit 30 \u20ac nach Hause. Diesen Absolut- und Relativ-Zuwachs bietet kein anderer Arbeitsplatz in \u201cGround Floor\u201d.<br \/>\nDeutlich magerer sieht es aber schon bei \u201cnur\u201d stabiler Konjunktur aus. Dann kommt man &#8211; bei vier B\u00f6rsianern &#8211; mit 6 bzw. 4 \u20ac nach Hause, was f\u00fcr drei Spieler jeweils nur knapp mehr als der Einsatz ist. F\u00fcr den dritten in dieser 4er Bande, der f\u00fcr 1 Mann + 1 Geld + 1 Info umgerechnet 4,7 \u20ac hingelegt hat, kommt dabei schon ein Verlust heraus. F\u00fcr alle vier B\u00f6rsenpl\u00e4tze zusammen w\u00fcrden jetzt 18 \u20ac ausgesch\u00fcttet; das ist nur unwesentlich mehr als der Einsatz, der, wie oben bereits erw\u00e4hnt, 17,7 \u20ac betr\u00e4gt.Bei Rezession lohnt es sich schon gar nicht auf die B\u00f6rse zu gehen. Zumindest wenn man kurzfristig Geld braucht. Der erzielbare Erl\u00f6s liegt in jedem Fall unter dem Einstandspreis. Und bei Depression wird ohnehin an niemanden nichts ausgesch\u00fcttet.Zugegeben, die Effekte der B\u00f6rse k\u00f6nnte man etwas positiver betrachten, wenn man auch ber\u00fccksichtigt, dass ein Arbeiter hier eine oder mehrere Runden lang stehen bleiben und auf den Geldsegen in sp\u00e4teren Runden warten und hoffen kann. Der Modell-Betrachtungen gibt es viele. Angesichts des unweigerlichen Verlustes f\u00fcr totes Kapital habe ich darauf verzichtet, hier die Chancen auf magere Renditen n\u00e4her zu quantifizieren. Bei uns hat Moritz einmal mehrere Arbeiter zwei Runden lang mit der Hoffnung auf eine Besserung der Konjunktur an der B\u00f6rse ausharren lassen. Als sich der Wirtschaftshimmel dann endlich aufklarte, setzte nat\u00fcrlich ein Run auf die vier neuen B\u00f6rsenpl\u00e4tze ein und die eingesessenen Arbeiter von Moritz wurde oben aus der Skala herausgeschoben und mit dem Zwangsfaktor 2 abgefunden. Damit waren seine Auslagen keinesfalls abgedeckt.<\/p>\n<p>Fazit: Ein Wirtschaftselement, das in 80% der Spielzeit ungenutzt bleiben sollte, ist schlichtweg falsch ausbalanziert.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\"><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>Nach der B\u00f6rse kommen wir endlich ins Gesch\u00e4ft, n\u00e4mlich zum Verkauf unserer Waren im <strong>\u201cEinzelhandelsgesch\u00e4ft\u201d<\/strong>. Wir haben unsere Ware bereits nach der Produktion in der Fabrik mit Preisetiketten versehen und warten nur noch auf die K\u00e4ufer. Jetzt schl\u00e4gt wieder die Konjunktur zu, und zwar noch unberechenbarer als auf der B\u00f6rse.Abh\u00e4ngig von Boom, Stabilit\u00e4t, Rezession und Depression betreten 4 bis 5, 2 bis 4, 1 bis 3 oder 0 bis 1 K\u00e4ufer f\u00fcr jeweils genau eine Ware die B\u00fchne. Wie viele K\u00e4ufer es genau sind, erf\u00e4hrt man nicht zu Beginn einer Runde und auch nicht beim Produzieren, sondern erst unmittelbar vor dem Verkauf. Wenn jeder Spieler nur eine einzige Ware produziert hat, dann werden nur zu Boom-Zeiten alle an den Mann gebracht, bei Stabilit\u00e4t geht durchschnittlich schon ein Produzent leer aus, es kann aber auch schlimmer kommen. Und bei schlechterer Konjunktur sind die Aussichten grunds\u00e4tzlich nur noch betr\u00fcblich.Wer geht leer aus? Die Produzenten mit dem h\u00f6chsten Preisen, denn die Kunden kaufen \u2013 naturgem\u00e4\u00df \u2013 zuerst die Waren mit den billigsten Preisen. Wie kann man als Produzent darauf reagieren? Indem man bei schlechter Konjunktur seine Waren mit den billigsten Preis-Etiketten versieht. Lohnt sich das?Um eine Ware zu produzieren, ben\u00f6tigen wir 1 Arbeiter + 2 Geld + 2 Infos + 1 Rohstoff; das entspricht einem Geldwert von 11 \u20ac. Um Verluste zu vermeiden sollten wir unsere Ware keinesfalls unter diesem Preis verkaufen. Dar\u00fcber gibt es aber nur drei Etiketten, n\u00e4mlich einmal die 16 und zweimal die 12. Bei vier Waren im Angebot muss also einer schon mal unter den Gestehungskosten verkaufen. Wobei es nat\u00fcrlich noch peinlicher ist, wenn man seine Ware \u2013 mangels K\u00e4ufer-Konjunktur &#8211; \u00fcberhaupt nicht verkaufen kann, und ihr Preis damit f\u00fcr die n\u00e4chste Runde um eine Stufe sinkt.Fazit: Produzieren ist teuer und Verkaufen tendenziell ein Verlustgesch\u00e4ft, Finger davon lassen. Au\u00dfer man ist hier ganz allein bzw. die Mitspieler schlafen. Walter war es bei Spielbeginn gelungen, die Unaufmerksamkeit seiner Mitspieler auszunutzen und konkurrenzlos gleich 2 Waren in das Einzelhandelsgesch\u00e4ft zu bringen. Mit dem Erl\u00f6s von 16 + 12 \u20ac war er f\u00fcr die n\u00e4chsten paar Runden alle Geldsorgen los. Bei der geringen Rendite, die \u201cGround Floor\u201d f\u00fcr ALLE Investitionen bietet, h\u00e4tte das sogar den Sieg bedeuten m\u00fcssen. Wenn nicht, ja wenn er nicht sp\u00e4ter durch euphorisches Engagement auf den hier beschriebenen verlustreichen Lotteriepl\u00e4tzen sein Geld verplempert h\u00e4tte \u2026\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\"><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>Der letzte Arbeitsplatz f\u00fcr unsere Arbeiter in \u201cGround Floor\u201d sind die <strong>\u201cBauunternehmen\u201d<\/strong>. Jetzt kommen wir endlich dazu, unsere erwirtschafteten Geld- und Info-Summen in etwas Handfestes zu konvertieren.Die ersten Bauma\u00dfnahmen erfolgen noch ohne Bauunternehmen. F\u00fcr je 3 Geld + 3 Infos k\u00f6nnen wir ohne zus\u00e4tzlichen Manpower-Einsatz jeweils eines unserer sechs B\u00fcros der Grundausstattung modernisieren. Sie arbeiten dann effizienter.In der <strong>\u201cMontage\u201d<\/strong>, im <strong>\u201cTrainingslager\u201d<\/strong> und im modernisierten <strong>\u201cBesprechungsraum\u201d<\/strong> sparen wir uns jeweils 1 Arbeiter, um an eine vergleichbar gleiche Leistung heranzukommen. Manche B\u00fcros k\u00f6nnen a priori nur vorgegeben oft genutzt werden, andere sind durch unsere verf\u00fcgbare Manpower und durch die Rundenzahl begrenzt, oder sie werden fr\u00fcher oder sp\u00e4ter durch noch effizientere M\u00f6glichkeiten ersetzt und werden damit obsolet. Rundumadum sparen wir f\u00fcr jede einzelne dieser Modernisierungen im gesamten Spiel etwa 4 Arbeiter. Keine nennenswerte Variation innerhalb der Wertsch\u00f6pfung dieser B\u00fcros.Auch die Modernisierung von <strong>\u201cForschung &amp; Tests\u201d <\/strong> bringt in etwa den gleichen Vorteil wie die vorgenannten B\u00fcros: einen Arbeiter weniger pro Aktion. Allerdings m\u00fcssen wir f\u00fcr die Fr\u00fcchte unserer Arbeit noch jeweils einen teuren Rohstoff erwirtschaftet haben und hergegeben. Damit arbeitet die Forschungstruppe wesentlich ineffizienter als die anderen Teams. Was soll diese Konstruktion eigentlich? Ich verstehe nicht, warum ich f\u00fcr das gleiche Ergebnis lieber teuer forschen als billig palavern sollte! Oder ist das eine pro domo Lektion von Unternehmensberatern in modernem Marketing?<br \/>\nDiese Effizienzbetrachtungen werden aber noch st\u00e4rker strapaziert! Im modernisierten <strong>\u201cLagerraum\u201d<\/strong> k\u00f6nnen wir 1 Rohstoff mehr lagern als im herk\u00f6mmlichen. Was soll das bringen? Es gibt keine einzige Aktion, in der man 2 Rohstoffe auf einmal braucht. Au\u00dferdem verl\u00e4uft in \u201cGround Floor\u201d die gesamte Wirtschaftsentwicklung so unprogressiv, dass es nahezu v\u00f6llig egal ist, ob man seine Investitionen sofort t\u00e4tigt oder sie zur\u00fcckh\u00e4lt und erst eine Runde sp\u00e4ter t\u00e4tigt. So wird man wohl immer mit der urspr\u00fcnglichen Lager-Kapazit\u00e4t von 1 Rohstoff auskommen. Lediglich in der Schlussabrechnung bekommt man \u2013 sofern man das entsprechende \u201cErrungenschaften\u201d-Geb\u00e4ude erworben hat &#8211; f\u00fcr jeden Rohstoff im Lager 3 Siegpunkte. Erst dann ist es sinnvoll, den Lagerraum modernisiert und mit 2 Rohstoffen best\u00fcckt zu haben.<br \/>\nIn meinen Augen am sinnlosesten ist eine Modernisierung des B\u00fcros <strong>\u201cWerbung\u201d<\/strong>. Hier wird an der Erh\u00f6hung unserer Popularit\u00e4t gearbeitet. Nach den obigen Betrachtungen zur Popularit\u00e4t (\u201cbeliebig hoher Einsatz f\u00fcr eine Null \u00c4nderung\u201d) ist jegliche \u201cWerbung\u201d unproduktiv. Wenn alle Spieler werben \u2013 und alle Spieler haben gleicherma\u00dfen die F\u00e4higkeiten dazu \u2013 , dann \u00e4ndert sich am wirtschaftlichen Geschehen gar nichts, nur haben alle Spieler mal kurzzeitig ihre Muskeln spielen lassen.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\"><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>Kommen wir jetzt zu den echten Geb\u00e4ude-Erweiterung, die wir \u00fcber \u201e<strong>Bauunternehmen<\/strong>\u201c bewerkstelligen m\u00fcssen. Es gibt eine Reihe von Stockwerk-Typen, mit denen wir unsere B\u00fcros aufstocken k\u00f6nnen. F\u00fcr teures Geld (4 Geld + 4 Infos) d\u00fcrfen wir unsere Bauvorhaben erst einmal planen, und sp\u00e4ter f\u00fcr nochmals teures und noch teuereres Geld (von 2 Geld + 2 Infos f\u00fcr das erste, bis zu 10 Geld + 10 Infos f\u00fcr das f\u00fcnfte Stockwerk) auch realisieren.Diese Stockwerke erlauben uns, wie gehabt, effizienter Geld oder Infos zu produzieren, entweder per Arbeitereinsatz oder durch Zusatz-Dotationen bei der rundenspezifischen Einkommensauszahlung. In jedem Fall geben wir Riesensummen aus, um am Ende doch nur einen m\u00e4\u00dfigen Ertrag daf\u00fcr zu bekommen. Warum tun wir das \u00fcberhaupt? Weil hieran die Siegpunkte gekoppelt sind! Das ganze Werkeln und Wursteln um Geld, Infos und Rohstoffe geht im Prinzip nur darum, die Siegpunkt-relevanten B\u00fcros und Stockwerke erwerben.Die Siegpunkte f\u00fcr diese Objekte sind allerdings ziemlich einf\u00e4ltig vergeben. Jede B\u00fcro-Modernisierung bringt unisono 2 Siegpunkte und jedes Stockwerk bringt abh\u00e4ngig von der Klasse, in die es eingeteilt ist, entweder 5 oder 11 Siegpunkte. F\u00fcr die 11 Siegpunkte muss man bis zum Spielende einen vorgegebenen Mindestbesitz erworben haben, was aber in allen F\u00e4llen problemlos m\u00f6glich ist. Lediglich zwei Stockwerke der zweiten Klasse sind nur 8 Siegpunkte wert; hier kann sich dann die Popularit\u00e4t auswirken, die einen priorisierten Zugriff auf die besseren Stockwerke erlaubt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zum Schluss noch die \u00dcberlegung, die ich meiner Quantifizierung von Arbeitern, Infos und Rohstoffen zugrunde gelegt habe. Ich gestehe, dass es sich hierbei nicht um mathematische Wahrheiten, sondern um ingenieurm\u00e4\u00dfige L\u00f6sungsbeschaffung handelt.<\/p>\n<p>Im \u201eWarenlager\u201c kann ich \u2013 in eingeschwungenem Zustand \u2013 f\u00fcr entweder 4 Geld oder f\u00fcr 3 Infos einen Rohstoff bekommen. Danach ist 1 Info ungef\u00e4hr 1 1\/3 \u20ac wert. Dieses Verh\u00e4ltnis wird auch durch die Betrachtung anderer Arbeitererl\u00f6se in den verschiedenen B\u00fcros gest\u00fctzt.<\/p>\n<p>Einen Rohstoff bekomme ich im \u201eWarenlager\u201c demnach f\u00fcr 4 \u20ac. Auch in den anderen M\u00f6glichkeiten, sich Rohstoffe zu besorgen, z.B. in der modernisierten Montage, ergibt sich f\u00fcr Rohstoffe ein Wert von etwa 4 \u20ac.<\/p>\n<p>Bei Spielbeginn besitzt ein Spieler 4 Arbeiter, 7 Infos und 1 Holz. Damit erwirtschaftet er bis Spielende (so war es zumindest bei uns) 5 Stockwerke und modernisiert 5 B\u00fcros. F\u00fcr Planen und Errichten hat er insgesamt je 50 Einheiten in Geld in Infos ausgegeben, f\u00fcr 5 B\u00fcro-Modernisierungen nochmals je 15 Einheiten.<\/p>\n<p>In der zweiten, dritten und vierten Runde hat er sich jeweils 3 zus\u00e4tzliche Arbeiter eingekauft. Das kostet ihn nochmals insgesamt 12 Geld- und 12 Infos. Insgesamt hat er also Investitionen in H\u00f6he von 77 \u20ac und 70 Infos mit einem Gesamtwert von get\u00e4tigt.Damit hat er in den 7 Spielrunden, abz\u00fcglich der Einheiten f\u00fcr das Angestellten-Training, 61 Manpower-Aktionen durchf\u00fchren k\u00f6nnen und en passant hat er dabei noch 27 \u20ac an Standard-Rundeneinnahmen bezogen. Insgesamt ergibt das ein Wirtschaftsvolumen von 143 Geldeinheiten. Endwert minus Startwert ergibt einen Zuwachs von 2,35 Geldeinheiten pro Arbeiter. Q.e.d.<\/p>\n<p>Nebenbei bemerkt: Wenn man gar nichts tut, d.h. sich mit seiner Anfangsausstattung von 4 Arbeitern begn\u00fcgt, dabei pro Runde friedliche 9 \u20ac Rundeneinnahmen kassiert, und seine Arbeiter &#8211; nolens volens &#8211; an einem \u201emittelm\u00e4\u00dfig vern\u00fcnftigen\u201c, Arbeitsplatz unterbringt, z.B. im modernisierten \u201eBesprechungsraum\u201c, wo man f\u00fcr 2 Arbeiter 3 Infos bekommen, so hat man zum Spielende 63 \u20ac kassiert und 42 Infos erworben, in Summe ein Gesamtwert von 119 \u20ac. Auch wenn diese Rechnung etwas schief ist, kann sich das doch gegen\u00fcber dem \u201erealen\u201c Zuwachs von 143 Geldeinheiten durchaus messen lassen. Viel mehr als Faulenzen ist in \u201eGround Floor\u201c nicht drin.<\/p>\n<p>Wir haben uns zwei Stunden lang mit der Einf\u00fchrung aufgehalten, anschlie\u00dfend hat das Spiel weitere drei Stunden gedauert, es war schon nach Mitternacht, als Moritz zur vorletzten U-Bahn eilte, danach hat das Rest-Trio noch weitere zwei Stunden \u00fcber das Spiel palavert. Soviel war in \u201eGround Floor\u201c also auch drin.<\/p>\n<p>Das Spielmaterial ist von der Stabilit\u00e4t her vorz\u00fcglich, die Verwechselm\u00f6glichkeiten von Geld- und Info-Markern sind unn\u00f6tig, und die Identit\u00e4t von (limitierten und teuren) Arbeitern und (kostenlosen) Aktivit\u00e4tsmarkern ist \u00e4rgerlich bis peinlich.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (das Spiel ist sperrig, es verzeiht keine Fehler, drau\u00dfen ist drau\u00dfen, man braucht viel Erfahrung, ich vermisse das Spielerische), G\u00fcnther: 5 (man kann sich keine kreative Maschine zusammenbauen), Moritz: 5 (wahnsinnig lang, spr\u00f6de wie die H\u00f6lle), Walter: 5 (sauber aber repetitiv, es gibt keine Strategie oder \u201eSchiene\u201c, die man sich vornehmen kann, alle guten Z\u00fcge ergeben sich mehr oder weniger zuf\u00e4llig. Die schlechten auch.)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Ground Floor&#8221; Eigentlich ein Worker-Placement-Spiel. Eigentlich ein Planspiel. Wir besitzen Arbeiter und lassen sie an den verschiedenen Einsatzgebieten werkeln. Sie produzieren Geld, Information (schlie\u00dflich sind wir thematisch in der Unternehmensberatung t\u00e4tig) und Rohstoffe. Wir modernisieren B\u00fcro f\u00fcr B\u00fcro in unserem Erdgeschoss-Unternehmen (daher der Name des Spiels), stocken das ganze Gebilde Stockwerk f\u00fcr Stockwerk auf, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2018\/10\/26\/17-10-2018-ground-floor\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">17.10.2018: Ground Floor<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[740],"class_list":["post-2722","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spieleabende","tag-ground-floor"],"views":2039,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2722"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2722\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2722"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}