{"id":2727,"date":"2018-11-10T15:01:39","date_gmt":"2018-11-10T14:01:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2727"},"modified":"2018-11-10T18:28:45","modified_gmt":"2018-11-10T17:28:45","slug":"07-11-2018-18lilliput-mit-dellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2018\/11\/10\/07-11-2018-18lilliput-mit-dellen\/","title":{"rendered":"07.11.2018: &#8220;18Lilliput&#8221; mit Dellen"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. &#8220;18Lilliput&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>So wie die Br\u00fcder Dassler alias Adidas und Puma ein Markenzeichen f\u00fcr Sportartikel sind, so sind Ohley &amp; Orgler ein Markenzeichen f\u00fcr die Produktion von 18xx-Spielen, einstmals vereint, heute getrennt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2734\" aria-describedby=\"caption-attachment-2734\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2734 size-full\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/18Lilliput.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/18Lilliput.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/18Lilliput-150x116.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/18Lilliput-300x231.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2734\" class=\"wp-caption-text\">Gleisbau, Gleise, Aktionsk\u00e4rten und (\u00fcberfl\u00fcssiges) Geld von \u201e18Lilliput\u201c<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit \u201e18Lilliput\u201c hat Leonard Orgler versucht, die gut 4 Stunden Spielzeit f\u00fcr unser \u201ebest ever\u201c Spiel \u201e1830\u201c durch Beschleunigung mancher Spielabl\u00e4ufe, Einschr\u00e4nkung von Optionen und Kalamit\u00e4ten, sowie durch Verk\u00fcrzung der Rundenzahl zu reduzieren. 60 bis 90 Minuten sollen es sein.<\/p>\n<p>Die wesentlichen Ver\u00e4nderungen seien hier skizziert und bewertet.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Geld<\/strong>: Wer will, kann zwar weiterhin mittels Geldscheinen sein Besitztum in Privatbesitz und Eisenbahngesellschaften durch die Finger gehen lassen, es wird aber auch ein bargeldloses Vorgehen angeboten: auf einem sinnf\u00e4lligen Tableau kann jeder Spieler per Bleistift diese verschiedenen Konten f\u00fchren. (Sehr gut!) Es beschleunigt den Geldverkehr, l\u00e4sst Kontostand und Einnahmen jeder Linie auf einen Blick erkennen und vermeidet Fehler beim Vermischen der verschiedenen Geldbest\u00e4nde eines Spielers.<\/li>\n<li><strong>Einschwingen<\/strong>: Jeder Spieler ist gleich zu Beginn Pr\u00e4sident einer Gesellschaft mit einer Lok und einer einkommen-generierenden Strecke. Das beschleunigt zweifellos den Start (plus), geht aber auf Kosten der Spannung durch die Asymmetrie in \u201c1830\u201d (viel minus), wenn sich ein Spieler aufgrund seiner Barmittel bei Spielbeginn der Spiel keine eigene Linie leisten kann, sondern sich bei einem Mitspieler einkaufen muss \/ kann.<\/li>\n<li><strong>Floaten<\/strong>: Das erste Share einer Linie beinhaltet gleich 50% des Aktienbesitzes. Mit dem Kauf dieser ersten, einzigen Aktie wird ein Spieler bereits Pr\u00e4sident der Gesellschaft und die Gesellschaft wird handlungsf\u00e4hig. Zweifellos eine Beschleunigung (halbes plus), allerdings geht damit das Lavieren und Feilschen um die Pr\u00e4sidentschaft neuer Linien verloren (ganzes minus)<\/li>\n<li><strong>Pr\u00e4sidentschaft<\/strong>: Es gibt keinen Wechsel der Pr\u00e4sidentschaft, die erste-einzige 50% Aktie einer Gesellschaft kann nie wieder den Besitzer wechseln. So ist weder eine feindliche \u00dcbernahme noch eine betr\u00fcgerische \u00dcbergabe einer Gesellschaft m\u00f6glich. Nat\u00fcrlich spart das Wegfallen der periodischen Bankrunden viel Zeit, aber auf Kosten eines der sch\u00f6nsten Spielelemente in \u201c1830\u201d (dickes minus).<\/li>\n<li><strong>Handlungsfreiheit<\/strong>: Es gibt kein freies Handeln der Spieler mehr, kein beliebig langes Aktien Kaufen oder Verkaufen, kein beliebiges Neue-Lok-Kaufen, Strecke-Bauen oder Token-Legen, alles wird \u00fcber Aktionskarten geregelt und limitiert. Unter 3 mal eine Aktie kaufen (und beliebig viele verkaufen), 5 mal eine Strecke bauen, 2 mal eine Lok kaufen, 1 mal ein Token legen und ein paar marginalen Geldzuwendungen f\u00fcr Gesellschaft oder Privatverm\u00f6gen muss man rechtzeitig seine Wahl treffen. Bei vier Spielern kann nur maximal die H\u00e4lfte von ihnen pro Runde eine Lok kaufen; ein Spieler kann in einer Runde \u00fcberhaupt keine Aktie kaufen und 3 von vier Spielern k\u00f6nnen kein Token legen. Dieses Element kastriert die gesamte Freudenpotenz von \u201c1830\u201d und l\u00e4sst das Spiel zu einem simplen Manpower-Placement verkommen (zwei dicke minus von der H\u00e4lfte der Westpark-Gamers).<\/li>\n<li><strong>Spielende<\/strong>: Nach fest vorgegebenen 8 Runden ist das Spiel zu Ende. In der letzten Runde wird nochmals doppelt ausgesch\u00fcttet. Das erspart die letzten, weniger spannungsvollen Betriebsrunden von \u201c1830, wo dort zu diesem Zeitpunkt doch meist schon l\u00e4ngst die Belegung des Siegertreppchens entschieden ist. (plus)<\/li>\n<li><strong>Streckenbau<\/strong> und <strong>Streckennutzung<\/strong>: Keine nennenswerten Vorteile bringt \u201c18Lilliput\u201d f\u00fcr das Gewusel beim Streckenbau sowie beim l\u00e4stigen Ausrechnen der besten Streckenf\u00fchrung mit den h\u00f6chsten Einnahmen. Hier w\u00e4re noch viel Optimierungspotential gewesen (null plus, null minus).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei all dieser Kritik wollen wir aber nicht vergessen, dass \u201c18Lilliput\u201d hier am besten aller Spiele dieser Welt gemessen wurde. Das es dabei Federn lassen musste, ist wohl unvermeidlich. Dass es Federn lassen wollte, ist verzeihlich, ja sogar ein Lob wert.<\/p>\n<p>Die angegebenen Spielzeit ist am Westpark nat\u00fcrlich eine illusorische Zahl: Wir sind nicht unter 3 Stunden davongekommen. Plus Einf\u00fchrung!<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (keine Aktionsvorteile, keine \u201esch\u00f6nen\u201c Verk\u00fcrzungen, \u201e18Lilliput\u201c ist schlechter als \u201e1830\u201c), G\u00fcnther: 8 (der Mechanismus zur Aktionsauswahl ist gut, man h\u00e4tte aber noch mehr vereinfachen sollen), Moritz: 6 (das Spiel ist \u201espielbarer\u201c, die Abrechnung wurde erleichtert, der Aktienmarkt ist leider uninteressant geworden [WS: zumindest haben wir ihn absolut links liegen gelassen], die Aktionsauswahl ist ein Plus), Walter: 7 (viele Reduktionen sind ein direkter Angriff auf den Charakter von \u201e1830\u201c, dessen vorz\u00fcgliche, geniale Dynamik ging nahezu vollst\u00e4ndig vor die Hunde, die k\u00fcnstliche Konkurrenz bei der Aktionsauswahl gab ihm (mir!) den Rest.<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Dubbe&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Lieber Spieleautor Klaus Geis, ich muss mich bei dir entschuldigen. Letzte Woche haben wir dein \u201eDubbe\u201c an einer entscheidenden Stelle falsch gespielt: Wenn ein Spieler einen Stich in der Farbe macht, in der er den zugeh\u00f6rigen Farb-Charakter bereits besitzt, dann bleibt der Punkte-Z\u00e4hler nicht konstant (wie wir es gespielt haben), sondern erh\u00f6ht sich. Dadurch kommt viel mehr Umsatz und viel mehr Spannung ins Spiel: Man kann eine Minus-Farbe nicht risikolos bis zum Schluss auslutschen und man muss die potente Trumpf-Minus-Farbe weit vorausschauend behandeln. Ein h\u00fcbsches Stichkartenspiel mit einem akzeptablen Chaos-Anteil.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (bleibt), G\u00fcnther: 7 (bleibt), Moritz: 8 (auch wenn das Thema nicht \u00fcberzeugt und in den Flaschen f\u00fcr die Punkte-Abrechnung die Linien fehlen), Walter: 7 (ein Punkt mehr).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;18Lilliput&#8221; So wie die Br\u00fcder Dassler alias Adidas und Puma ein Markenzeichen f\u00fcr Sportartikel sind, so sind Ohley &amp; Orgler ein Markenzeichen f\u00fcr die Produktion von 18xx-Spielen, einstmals vereint, heute getrennt. 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