{"id":2736,"date":"2018-11-30T00:55:20","date_gmt":"2018-11-29T23:55:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2736"},"modified":"2018-11-30T09:11:20","modified_gmt":"2018-11-30T08:11:20","slug":"28-11-2018-tudor-und-tararam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2018\/11\/30\/28-11-2018-tudor-und-tararam\/","title":{"rendered":"28.11.2018: Tudor und Tar\u2019aram"},"content":{"rendered":"<p>Aaron war als Autoren-Kompetenz im \u00d6si-Land und traf dort ein altes M\u00fctterlein, das auch gerade ein Spiel erfunden hatte und es gerne zu Markte getragen h\u00e4tte. Als erstes erkl\u00e4rte sie Aaron, dass sie das Spiel doch wohl patentieren m\u00fcsse. Von der Ehrlichkeit der handelnden Verlage beim Pr\u00fcfen ihrer Spielidee war sie nicht zu \u00fcberzeugen. Aaron empfahl ihr dann, einfach die Regeln niederzuschreiben, sie einem Freund zu zeigen, und sie dann gemeinsam zu unterschreiben. Skeptischer Einwand: <em> \u201eIch habe ja nur alte Freunde! Was ist wenn der dann stirbt?!\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Tudor&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Anstelle bei Louis Quatorze sind wir diesmal bei Henry Eighth (dem \u201eVerteidiger des Glaubens\u201c mit den 7 Frauen) und versuchen uns hier in die h\u00f6chsten Adelskreise hineinzuintrigieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2741\" aria-describedby=\"caption-attachment-2741\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2018\/11\/30\/28-11-2018-tudor-und-tararam\/moritz-tudor\/\" rel=\"attachment wp-att-2741\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2741\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Moritz-Tudor.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Moritz-Tudor.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Moritz-Tudor-112x150.jpg 112w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Moritz-Tudor-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Moritz-Tudor-480x640.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2741\" class=\"wp-caption-text\">Denker \u00fcber der Materialschlacht von \u201eTudor\u201c<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zu Beginn bekommt jeder Spieler zwei Ringe. Mittels Ringen bekommen wir Karten. Mittels Ringen oder Karten d\u00fcrfen wir die Adelsleiter hinaufklettern und bekommen daf\u00fcr bunte Pl\u00e4ttchen. Sind wir weit genug hinaufgeklettert bekommen wir neue Ringe und daf\u00fcr Siegpunkte.<\/p>\n<p>Die Farben der Ringe und ihre Position auf unserer Fingerhand bewirken unterschiedliche Vorteile, dar\u00fcber darf\/muss man sich vom Start weg und von Ring zu Ring ernsthafte Gedanken machen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Pl\u00e4ttchen bekommen wir ebenfalls Siegpunkte, je mehr gleichfarbige Pl\u00e4ttchen desto besser. Einzel-Pl\u00e4ttchen d\u00fcrfen wir begrenzt in Schritte vorw\u00e4rts\/seitw\u00e4rts umsetzen.<\/p>\n<p>In Gang gehalten wird das Ganze durch H\u00f6felinge, die wir auf Manpower-Placement-Areals (MPA) zur Karten-Erzeugungs- bzw. Karten-Nutzung einsetzen. Zur Aktivierung dieser H\u00f6felinge m\u00fcssen wir (wenigstens einer der Mitspieler) zus\u00e4tzlich einen Lord auf das MAP setzen.<\/p>\n<p>Da das Platzangeobt auf den MPAs beschr\u00e4nkt ist, k\u00f6nnen alteingesessene H\u00f6flinge hier von Neuplatzierten verdr\u00e4ngt werden. Damit ist ein bisschen Interaktion gegeben. Der Rest ist Schweigen.<\/p>\n<p>Man kann \u00fcber jeden Zug lange gr\u00fcbeln. Fast wie bei Robbo Ralley: Die falsche Farbe f\u00fcr Karten oder Ring gew\u00e4hlt, und schon ist der Riesen-Raibach-Zug futsch. Da haben wir am Westpark f\u00fcr die intellektuell doch beherrschbaren Einzelz\u00fcge \u2013 Karte(n) nehmen oder ausgeben \u2013 doch tats\u00e4chlich stundenlang gegr\u00fcbelt. Mehr als drei Stunden lang. Dahingegen kam uns die 1 \u00bc Stunde Einf\u00fchrung schon kurz wie eine Liebesnacht vor.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (1 Punkt weniger als f\u00fcr das \u201eForum Trajanum\u201c; <strong>very<\/strong> much ado about nothing, da gr\u00fcbelt man bis zu Schluss rum um nichts und wieder nichts), G\u00fcnther: 6 (die Regeln sind durchsichtig, sprich nicht komplex, die Sonderregeln [z.B. die verschiedenen Verg\u00fcnstigungen der Ring-Positionen] sind eher undurchsichtig), Moritz: 4 (macht mich nicht an), Walter: 5 (schon wieder ist in dieser geringen Punktzahl auch noch ein Punkt f\u00fcr die Ingenieursleistung enthalten; ein Ablauf wie in einem Ameisenhaufen [in dem ich allerdings noch nicht war]).<\/em><\/p>\n<p>G\u00fcnther war verzweifelt: \u201eWelche Qualtit\u00e4ten muss ein Spiel denn haben, um am Westpark noch Punkte zu bekommen?\u201c Wir werden zweifellos \u00e4lter, reifer, weiser, aber Interaktion, Dynamik, klare Spielziele, Positionen die angreifbar sind, die man aber auch verteidigen kann (und muss), das w\u00e4ren doch schon ein paar Kriterien &#8230; Im Grunde also ein stinknormales \u201e1830\u201c.<\/p>\n<p><strong>2. &#8220;tar\u2019aram&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Auf einer karierten Fl\u00e4che sind feste und bewegliche Hinternisse gegeben. Wir m\u00fcssen mit unseren zwei P\u00f6ppeln von der Startlinie bis zur Ziellinie orthogonal vorw\u00e4rts ziehen. F\u00fcr die Bewegung spielen wir aus unserer Kartenhand mit fix drei Karten die gustierte Kombination aus, mit der wir a) einen unserer Spielsteine b) einen beliebigen Spielstein eines Gegners oder c) eines der beweglichen Hindernisse um \u2013 je nachdem \u2013 1, 2 oder 3 Felder bewegen.<\/p>\n<p>Man braucht ja nicht viel Phantasie, um den chaotischen Ablauf dieses Spiels vorauszusehen. Kein Spieler kann gewinnen, wenn alle gegen ihn spielen. Kann es eine Taktik sein, m\u00f6glichst nicht aufzufallen und ggf. aus dem Hintergrund irgendwann mal eine Reihe guter \u00dcberraschungsz\u00fcge zu tun? Wohl kaum! Wenn die Mitspieler aufpassen, gewinnt keiner! Wenn alle sehr aggressiv spielen, d.h. wenn immer es geht, irgendwelche gegnerischen Steine nach hinten zu ziehen, hat das Spiel kein Ende. Q.e.d.<\/p>\n<p>Als Spiel im Spiel ist ein Ratemechanismus eingebaut. Jeder Spieler muss seinen f\u00fcnf Karten A bis E geheim jeweils eines von 8 Symbolen zuordnen (alles h\u00f6chst thematisch \u00e4gyptische G\u00f6tter, Pharaonen und Hieroglyphen). Wenn man die Zuordnung seines rechten Nachbarn err\u00e4t &#8211; jeder Versuch dazu ist ebenfalls einer der m\u00f6glichen Z\u00fcge, die man mit seinen Handkarten machen kann &#8211; dann werden die zuk\u00fcnftigen Handkarten alle m\u00e4chtiger, d.h. man kann mit ihnen als Doppelzug bewegliche Hindernisse und anschlie\u00dfend noch eigene Steine versetzen. \u2013 Na ja, vielleicht hat ein Spiel dann doch einmal ein Ende. Q.e.d.<\/p>\n<p>Wir haben das Spiel auf Moritz\u2019 Vorschlag hin mit der Love\u2013Hate-Variante angereichert. Jeder Spieler bekommt verdeckt eine Love-Karte zugeteilt, die ihn mit einem Mitspieler verbandelt, dessen Plus-Punkte am Ende sind auch seine Pluspunkte. Und er bekommt eine Hate-Karte zugeteilt zu einem Mitspieler, dessen Plus-Punkte sind am Ende seine Minuspunkte. Walter war mit sich selbst in Liebe verbandelt (aus diesem Alter ist er schon heraus) und mit Moritz in Hass (dazu war ihm ebenfalls nicht zu Mute). G\u00fcnther hingegen war Walter mit Hass zu getan und bekam auch gleich zu Beginn die richtigen Karten auf die Hand, um nach wenigen Z\u00fcgen Walters beide Steine bis an die Startlinie zur\u00fcckzudr\u00fccken. Diese Love-Hate-Kombination gab Walter den Rest. Er setze jetzt seine gesamte Potenz daf\u00fcr ein, Moritz zu bef\u00f6rdern und ihm alle Steine aus dem Weg zu r\u00e4umen. In einer Rekordzeit konnte Moritz das Spiel siegreich beenden. \u2013 Zugegeben, nach einer logischen Love-Hate-Technik h\u00e4tte Walter besser einen beliebigen anderen Spieler ausgesucht. Aber ihm war halt danach. D\u00fcrfen wir nicht auch im Alter noch Gef\u00fchle haben?<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (mit Walter kann man so ein Spiel sogar in 10 Minuten \u00fcber die B\u00fchne bringen; das Mastermind-Spiel-im-Spiel ist ein Witz, ein st\u00f6render Fremdk\u00f6rper), G\u00fcnther: 3, Moritz: 3, Walter: 2 (Karten spielen f\u00fcr Kingmaker oder \u00c4rgerz\u00fcge mit ausschlie\u00dflich dem Chaos zu verdankendem Sieger ist nicht mein Fall).<\/em><\/p>\n<p>Aaron fragte etwas pikiert den Spielverderber Walter, was ihm denn an Barrikade (einem Spiel mit offensichtlich \u00e4hnlichem Prinzip) besser gefalle. Hier die Liste:<\/p>\n<ul>\n<li>Meine P\u00f6ppel geh\u00f6ren mir, niemand darf sie bewegen.<\/li>\n<li>Ich w\u00fcrfele und habe danach einen eindeutigen Zug; ich muss meine Kartenhand nicht danach analysieren, welchen Brandherd ich jetzt damit bek\u00e4mpfen will resp. welche \u00c4rgerz\u00fcge damit m\u00f6glich sind.<\/li>\n<li>Ich kann nicht nur mickrige 1-3 Schritte vorw\u00e4rts gehen, wobei ich hier oft genug schon f\u00fcr einen einzigen Schritt von Hindernissen ausgebremst bin, sondern 1-6 Schritte. Und mit einer 6 darf ich nochmals w\u00fcrfeln. Da geht alles viel schneller.<\/li>\n<li>Ich habe 4 P\u00f6ppel und brauche nur einen einzigen ins Ziel zu bringen; das ist viel spritziger als das dr\u00f6ge Herumhantieren mit dem letzten Einzelp\u00f6ppel.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und jetzt kommen die wichtigsten Punkte:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Es ist immer spannend, teils taktisch, teils vom h\u00fcbschen W\u00fcrfelzufall abh\u00e4ngig, welche Seilschaften sich bei Barrikade auf beiden Seiten der Zielgeraden einfinden. Eine koordiniert ziehende P\u00f6ppelschar hat immer die M\u00f6glichkeit, selbst einen erheblichen Vorsprung eines Einzelspieler auf der anderen Seite wettzumachen.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ein einsamer Spieler oder eine Zweier-Seilschaft kann von einer ganzen P\u00f6ppel-Bande leicht noch von hinten eingeholt und somit mit ihr vereinigt werden. Dann ergibt es einen h\u00fcbschen, harten \u00dcberlebenskampf bis zum Ziel.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die taktischen Gewissensprobleme innerhalb einer Seilschaft sind \u00e4u\u00dferst spannend: Werfe ich kurz vor dem Ziel meinen Mitspielerkameraden noch heraus, um die wenigen letzten Schritte \u2013 vom eigenen Herausgeworfen-Werden ungef\u00e4hrdet &#8211; alleine zu versuchen, oder lasse ich ihn bei mir, weil wir zusammen deutlich schneller sind?<\/strong><\/li>\n<li><strong>Bei allen Z\u00fcgen brauche ich immer nur an mich zu denken! Jeder gute Zug f\u00f6rdert &#8211; rational nachvollziehbar &#8211; in erster Linie meine eigenen Vorteile. Absolut Kingmaker-frei!<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Reicht das?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aaron war als Autoren-Kompetenz im \u00d6si-Land und traf dort ein altes M\u00fctterlein, das auch gerade ein Spiel erfunden hatte und es gerne zu Markte getragen h\u00e4tte. Als erstes erkl\u00e4rte sie Aaron, dass sie das Spiel doch wohl patentieren m\u00fcsse. Von der Ehrlichkeit der handelnden Verlage beim Pr\u00fcfen ihrer Spielidee war sie nicht zu \u00fcberzeugen. 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