{"id":2759,"date":"2019-01-05T01:00:04","date_gmt":"2019-01-05T00:00:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2759"},"modified":"2019-01-05T01:00:04","modified_gmt":"2019-01-05T00:00:04","slug":"19-12-2018-von-ceylon-bis-indonesien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2019\/01\/05\/19-12-2018-von-ceylon-bis-indonesien\/","title":{"rendered":"19.12.2018: Von Ceylon bis Indonesien"},"content":{"rendered":"<p>Aaron teilte mit, dass er vom Finanzamt als \u201eLiebhaber\u201c anerkannt worden sei. G\u00fcnther fragte, ob er jetzt seine Kondome absetzen k\u00f6nne. Leider ist genau das Gegenteil der Fall: er darf jetzt Materialen und Spesen nicht mehr absetzen. Daf\u00fcr braucht er aber \u2013 bis auf Weiteres \u2013 die Ertr\u00e4ge seine Lendenleistung nicht mehr zu versteuern.<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Ceylon&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_2762\" aria-describedby=\"caption-attachment-2762\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2019\/01\/05\/19-12-2018-von-ceylon-bis-indonesien\/aaron-ceylon\/\" rel=\"attachment wp-att-2762\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Aaron-Ceylon.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" class=\"size-full wp-image-2762\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Aaron-Ceylon.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Aaron-Ceylon-112x150.jpg 112w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Aaron-Ceylon-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Aaron-Ceylon-480x640.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2762\" class=\"wp-caption-text\">Aaron hinter &#8220;Ceylon&#8221;<\/figcaption><\/figure>Wir pflanzen und ernten Tee. In Ceylon, einem Land, das aus hexagonalen Feldern besteht. Abh\u00e4ngig von der &#8220;geographischen&#8221; H\u00f6he, in der unsere Plantagen stehen, gibt es schwarzen, gr\u00fcnen oder wei\u00dfen Tee. Wir ziehen mit unserem P\u00f6ppel durch die ceylonische Landschaft, bauen Plantagen, ernten sie ab und verkaufen den Tee . Bei der Ernte d\u00fcrfen wir uns von allen an unseren P\u00f6ppel angrenzenen Plantagen bedienen; in einer Hexa-Landschaft sind das maximal immerhin 7 Plantagen. Allerdings fasst unser Lager nur 5 Tee-Einheiten. Was zuviel ist, verf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen auch von den Plantagen unserer Mitspielern ernten. Daf\u00fcr bekommen sie aber jedesmal einen Siegpunkt. Man muss j\u00f6nne k\u00f6nne!<\/p>\n<p>Beim Verkaufen m\u00fcssen wir ausliegende Auftr\u00e4ge mit genau definierten Tee-Mengen und vorgegebenen Tee-Farben erf\u00fcllen. Als Erl\u00f6s bekommen wir entweder Geld oder Siegpunkte.<\/p>\n<p>Geld brauchen wir zun\u00e4chst mal f\u00fcr die Anlage von Plantagen, recht bald aber auch, um die sonstigen bonus- und siegpunkt-tr\u00e4chtigen Sonderaktionen zu finanzieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Wir schreiten auf der Technologie-Achse fort und erhalten Siegpunkte, wenn wir hier ein gewisses Niveau erreicht haben. Der gr\u00f6\u00dfte Effekt trifft hier allerdings den F\u00fchrenden: Er gewinnt jedes Mehrheiten-Tie-Break an den Quellen, an denen die Siegpunkte sprudeln.<\/li>\n<p><\/p>\n<li>Wir finanzieren Ratsmitglieder und erhalten den jeweiligen Bonus, den sie vergeben: mehr Geld beim Standard-Inkasso, Siegpunkte plus (etwas) Geld beim Tee-Verkauf, Siegpunkte f\u00fcr jedes Fortschreiten auf der Technologie-Achse, usw.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der entscheidende Motor f\u00fcr den Spielablauf sind Aktionskarten, die uns S\u00e4en, Ernten, Verkaufen oder Sonderaktionen erlauben. Jeder Spieler hat drei davon auf der Hand, jede Karten erlaubt eine von zwei verschiedenen Aktionen, die Auswahl sollte also nicht allzu eingeschr\u00e4nkt sein. Ist sie zuweilen aber doch.<\/p>\n<p>Der Spieler w\u00e4hlt eine Karte, spielt sie aus und f\u00fchrt eine der beiden aufgedruckten Aktionen aus. Das Besondere daran ist, dass jetzt alle Mitspieler die zweite, nicht ausgef\u00fchrte Aktion auf der ausgespielten Aktionskarte ausf\u00fchren d\u00fcrfen. Das geht nat\u00fcrlich nicht immer. Wenn ein Spieler z.B. ein volles Tee-Lager hat, kann er nicht ernten; wenn er ein leeres Warenlager hat, kann er nichts verkaufen. Und was dergleichen Handicaps mehr sind, die der aktive Spieler nat\u00fcrlich mit Vorliebe bei seiner Aktionsauswahl beachtet hat. Wer diese Aktion nicht nutzen kann, was zweifellos ein Nachteil ist, darf sich immerhin zwei Geldeinheiten nehmen oder seinen P\u00f6ppel zwei Schritte weit bewegen. Auch nicht schlecht.<\/p>\n<p>Am Ende des Spiels werden zus\u00e4tzlich zu den per Tee-Verkauf bereits erzielten Siegpunkten progressiv steigende Mengen an zus\u00e4tzlichen Siegpunkten f\u00fcr Mehrheiten ausgesch\u00fcttet: Mehrheiten gibt es bei der Anzahl der Tee-Plantagen in jedem der vier Gebiete Ceylons, f\u00fcr die h\u00f6chste Position auf der Technologie-Achse und f\u00fcr das meistes Restgeld. Beispielsweise bringt eine einzige Rupie mehr als die Mitspieler am Ende in einer 4er Runde 10 anstelle von 6 Siegpunkten. Und wer auf der Technologie-Achse f\u00fchrend ist, braucht in jedem Gebiet Ceylons nur genauso viele Tee-Plantagen wie seine Mitspieler, um f\u00fcr jede \u201eGleich-Mehrheit\u201c vier Punkte mehr zu kassieren. Hier ist eine scharfe Kalkulation unter Betrachtung des Mitspieler-Besitztums und der Mitspieler-Potenzen gefragt. G\u00fcnther schaffte das weitaus am besten. Na klar!<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (gut ausbalanziert, gef\u00e4llig, kurze Spielzeit, reichlich Interaktion), G\u00fcnther: 6 (nichts Neues unter der Sonne), Walter: 6 (spielt sich sehr sch\u00f6n, ideal f\u00fcr Spieler, die gerne \u00fcberall vorne sein wollen und <strong>k\u00f6nnen<\/strong> und entsprechend das Potential ihrer Mitspieler unter Kontrolle halten; mir pers\u00f6nlich w\u00e4re eine Siegpunktaussch\u00fcttung nach absolutem, individuellem Besitztum lieber).<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Stockastic&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Wir kaufen Aktien von 1 bis 4 Gesellschaften und \u00fcberlassen sie dem Spiel von Zeit und Markt. Wer am Ende das meiste Kapital erwirtschaftet hat, ist Sieger.<\/p>\n<p>Ob die Konjunktur einer Firma gut oder schlecht ist, wird durch Hoch- oder Runter-Marker angezeigt. Die Marker werden pro Runde zuf\u00e4llig gezogen und verdeckt jeder Gesellschaft zugeordnet. Am Ende der Runde werden sie aufgedeckt und bewirken ein Steigen oder Fallen des zugeh\u00f6rigen Aktienkurses.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein bisschen Geld kann man sich diese Marker ansehen und danach entsprechend entscheiden, ob man die zugeordnete Gesellschaft kauft oder nicht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seines Zuges kann man sich auch \u201eGer\u00fcchte-Karten\u201c zulegen, die man einer beliebigen Gesellschaft zuschustern kann, wonach der Kurs dieser Gesellschaft ebenfalls steigt oder f\u00e4llt.<\/p>\n<p>In zwei Spielphasen kann man Aktien auch von Mitspielern kaufen oder verkaufen. Das wurde von uns in echter WPG-Manier kein einziges Mal praktiziert. Wie geht nochmal das Sprichwort? \u201eWer Lust hat zu tauschen, hat Lust zu betr\u00fcgen\u201c! In einem auch nur mittelm\u00e4\u00dfig planbaren Wirtschafts-<strong>SPIEL<\/strong> sind in solchen unw\u00e4gbaren Situationen Tauschaktionen einfach unsinnig.<\/p>\n<p>OK, wir kaufen also, warten ab, informieren und oder manipulieren ein bisschen: Am Ende hat einer gewonnen. Zur Demonstration eines Bruchteils dessen, warum und wie sich Aktienkurse bewegen, ist das Spiel sicherlich geeignet. F\u00fcr Sch\u00fcler mit echten wirtschaftspolitischen Ambitionen auf dem Aktienmarkt ist es hingegen viel zu eckig.<\/p>\n<p>Dass man aber bereits in der ersten Spielrunde abgekackt hat, wenn man sich bei der Wirtschaftsentwicklung auf sein Gl\u00fcck verlassen hat und dabei verlassen wurde, musste Walter erfahren. Dumm gelaufen oder schlecht gespielt!<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (zu viel Chaos, das Spiel ist nicht planbar), G\u00fcnther: 4 (die Mechanismen funktionieren. [AbN: Das ist wohl das einzige Positive, was dir dazu eingefallen ist?]), Walter: 4 (ein Lehrspiel f\u00fcr die Mittelschule \u00fcber Marktmodelle und die zugeh\u00f6rige Statistik).<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Coffeetopia&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Da G\u00fcnther beim Kauf von \u201eStockastic\u201c auf der Spiel-2018 in Essen schon mal in Indonesien gelandet war, nahm er mit \u201eCoffetopie\u201c gleich auch noch \u201eIndonesia\u2019s Official Souvenir\u201c mit.<\/p>\n<p>Jeder Spieler bekommt ein identisches Set von f\u00fcnf \u201eAktionskarten\u201c. Jeweils eine davon w\u00e4hlen wir \u2013 ohne nachlegen \u2013 aus und bestreiten damit unseren Zug.<\/p>\n<ol>\n<li>Mit der \u201cIncome\u201d-Karte bekommen wir eine Geldeinheit.<\/li>\n<p><\/p>\n<li>Mit der \u201cContract\u201d-Karte ziehen wir aus der offenen Auslage einen Export-Auftrag, f\u00fcr den wir eine genau definierte Menge roter, gr\u00fcner und\/oder blauer Kaffeebohnen (Karten) abliefern sollen.<\/li>\n<p><\/p>\n<li>Mit der \u201cExport\u201d-Karte erf\u00fcllen wir den Export-Auftrag, nachdem wir mindestens die genau definierte Menge und Farbe an Kaffeebohnen (Karten) in unserem Speicher haben.<\/li>\n<p><\/p>\n<li>Mit der \u201cTrade\u201d-Karte tauschen wird eine bereits geerntete Kaffeebohnen-Karte von einer Farbe in eine andere. (Damit das geerntete Set nat\u00fcrlich zu dem bereits gezogenen Export-Auftrag passt.)<\/li>\n<p><\/p>\n<li>Mit der \u201cRest\u201d-Karte tun wir nichts, sondern wir nehmen alle abgelegten Aktionskarten wieder auf die Hand.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Und wie ernten wir? Indonesien ist in drei Kaffee-Regionen unterteilt. Hier wachsen regelm\u00e4\u00dfig in zuf\u00e4lliger Menge rote, gr\u00fcne und blaue Kaffeebohnen. Mit jeder ausgespielten Aktionskarte entscheiden wir als Nebeneffekt, in welcher Kaffee-Region wir t\u00e4tig werden. Alle dort ausliegenden, sich ggf. auch angesammelt habenden Kaffeebohnen werden gerecht an alle dort anwesenden Mitspieler verteilt.<\/p>\n<p>In diesem stets gleichen rhythmischen Ablauf von Saat und Ernte, von Auftrag entgegennehmen und erf\u00fcllen, l\u00e4uft das Spiel ab. Kleines Problem: Unser Kaffeebohnenspeicher ist nur sehr begrenzt. Wenn er voll ist, m\u00fcssen wir vor der n\u00e4chsten Ernte entweder einige Bohnen entfernen oder wir k\u00f6nnen die neue Ernte nicht unterbringen. Das erschwert das Erf\u00fcllen von Auftr\u00e4gen. Dagegen gibt es aber ein Hilfsmittel: Durch das Erf\u00fcllen bestimmter Auftr\u00e4ge wird unser Speicher erweitert. Lebensnotwenig, bzw. siegnotwendig. Aber trivial.<\/p>\n<p>Manche Auftr\u00e4ge besitzen aber noch geilere Effekte. Z.B. gibt es den REWARD: <em>\u201cYou may complete any Export Card form the Market at the end of your turn, if your Warehouse is full\u201d<\/em>! Mensch Meier, jetzt brauchen wir uns um nichts mehr zu k\u00fcmmern: Die Kaffeebohnen flattern von alleine in unseren Speicher, reichlich! Und bei vollem Speicher gibt es mehr oder weniger immer  erf\u00fcllbare Auftr\u00e4ge auf dem Markt. Aber hallo: Was ist denn der \u201cMarkt\u201d? Ist das \u201cnur\u201d die Sammlung von Auftr\u00e4gen, die ich mir bereits angeeignet habe (so h\u00e4tte das Aaron gerne sehen), oder ist das die offene Auslage f\u00fcr alle (so h\u00e4tte das Walter gerne gesehen, denn er hatte diesen Super-Auftrag erf\u00fcllt und erfreute sich im Dolce-fa-niente). Im gesamten Regelheft ist das Wort \u201cMarkt\u201d nicht erkl\u00e4rt. Nicht nur deswegen brachen wir ab.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 3 (es funktioniert, ist aber langweilig und macht \u2013 nicht zuletzt auf Grund von Regeldefiziten &#8211; keinen Spa\u00df), G\u00fcnther: 4 (so ganz daneben ist es ja nicht; es lebt von den Eigenschaften auf den erf\u00fcllten Karten), Walter: 3 (au\u00dfer den entweder trivialen oder aber extrem unausbalancierten Effekten auf den Karten besteht das Spiel nur aus einem stupiden, linearen Wiederholen gleichartiger Vorg\u00e4nge.)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aaron teilte mit, dass er vom Finanzamt als \u201eLiebhaber\u201c anerkannt worden sei. G\u00fcnther fragte, ob er jetzt seine Kondome absetzen k\u00f6nne. Leider ist genau das Gegenteil der Fall: er darf jetzt Materialen und Spesen nicht mehr absetzen. 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