{"id":2984,"date":"2020-02-29T19:00:22","date_gmt":"2020-02-29T18:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=2984"},"modified":"2020-02-29T19:53:59","modified_gmt":"2020-02-29T18:53:59","slug":"26-02-2020-die-macher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2020\/02\/29\/26-02-2020-die-macher\/","title":{"rendered":"26.02.2020: Die Macher"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. &#8220;Die Macher&#8221;<\/strong><br \/>\n1986 hatte der Gro\u00dfvater von \u201eDie Macher\u201c das Licht der Welt erblickt, und die Spielerwelt war \u00fcberfordert: so viele geniale neue Erfindungen in einem einzigen Spiel hatte es noch nie gegeben. Aaron lernte 1986 die Mechanismen an einer Flipchart kennen, noch bevor Moskito Spiele die erste professionelle Produktion \u00fcbernommen hatte. Sein damaliger Eindruck: \u201eWas Autor Herr Schmiel da erkl\u00e4rte, ging in Bezug auf Komplexit\u00e4t weit \u00fcber alles, was ich jemals in einem Spiel kennengelernt hatte.\u201c Zehn Jahre sp\u00e4ter schrieb der legend\u00e4re Brian Walker in seinem \u201eGames International\u201c: \u201e\u2019Die Macher\u2019 ist in Bezug auf die Spielmechanismen unbestreitbar eines der raffiniertesten Spiele auf dem Weltmarkt\u201c.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2988\" aria-describedby=\"caption-attachment-2988\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2988 size-full\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DieMacher-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DieMacher-1.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DieMacher-1-245x300.jpg 245w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DieMacher-1-122x150.jpg 122w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2988\" class=\"wp-caption-text\">Milo sucht ein Land f\u00fcr sein Schattenkabinett<\/figcaption><\/figure>\n<p>1997 \u2013 die geographische und politische Landschaft in Deutschland hatte sich ge\u00e4ndert &#8211; kam bei HiG der Vater heraus. Mit welchem finanziellen Erfolg sei dahingestellt; Qualit\u00e4t und Verkaufszahlen in der Kunst waren ja noch nicht sehr eng miteinander korreliert. Jedenfalls verzichtete HiG auf eine weitere Generation und VAlley Games aus Kanada wurde 2006 der Geburtshelfer f\u00fcr das Kind dieser Adelsfamilie. Und letztes Jahr erschien bei Spielworxx\u00a0 der Enkel. Alles immer noch reinrassig aus den Genen von Karl-Heinz Schmiel hervorgegangen.<\/p>\n<p>Das Thema des Spiel ist das Gehabe in und um die politischen Parteien in Deutschland, bei vier sequentiellen Wahlen in verschiedenen Bundesl\u00e4ndern als Bester abzuschneiden. Zu sieben vorgegebenen Themen (Bildung, Digitalisierung, Gentechnik, Innere Sicherheit, Soziales, Umwelt und Verkehr) gibt es je Bundesland eine \u00f6ffentlich bekannte Volksmeinung im Schwarz-Wei\u00df-Raster: das Volk ist also entweder daf\u00fcr oder dagegen. In jedem Bundesland kann diese Meinung anders sein. Jede Parteien hat zu vier dieser Themen eine Parteimeinung, im gleichen Schwarz-Wei\u00df-Raster. Um Wahlen zu gewinnen, braucht die Partei eine m\u00f6glichst hohe \u00dcbereinstimmung zwischen Partei- und Volksmeinung. Dazu gibt es, wie im richtigen Leben, die beiden M\u00f6glichkeiten, n\u00e4mlich das Parteiprogramm zu \u00e4ndern oder die Volksmeinung.<\/p>\n<p>Jeder Spieler kann pro Spielzug grunds\u00e4tzlich zu zwei Themen die Meinung der von ihm gef\u00fchrten Partei \u00e4ndern. Installiert er f\u00fcr teures Geld einen Fraktionsvorsitzenden, kann er auch noch zu einem dritten Thema die Parteimeinung \u00e4ndern.<\/p>\n<p>An die Volksmeinung kommt man via Medien heran. Hat man in einem Bundesland eine relative Mehrheit an den Medien erworben, kann man zu einem Thema die Volksmeinung \u00e4ndern. Nat\u00fcrlich versuchen die anderen Parteien mit Energie eine solche Medienmehrheit zu verhindern, vor allem wenn die Gegenpartei sich politisch erheblich unterscheidet. Bei Gleichstand gibt es keine Mehrheit. Aber mit dem &#8211; versteigerten &#8211; Startspielervorteil und mit Hilfe eines installierten Pressesprechers oder Generalsekret\u00e4rs im Schattenkabinett kann man hier der Konkurrenz unliebsame \u00dcberraschungen bereiten.<\/p>\n<p>Die Anzahl von Wahlveranstaltungen, die eine Partei abh\u00e4lt, hat einen betr\u00e4chtlichen Einfluss auf die Stimmen, die sie bei den Wahlen bekommt hat. Diese Veranstaltungen kosten aber Geld. Alles in \u201eDie Macher\u201c kostet Geld, und mit der Summe, die zu Spielbeginn ausgezahlt wird, und mit den Betr\u00e4gen, die Runde f\u00fcr Runde zus\u00e4tzlich ausgesch\u00fcttet werden, kann man lange nicht alles das bezahlen, was w\u00fcnschenswert w\u00e4re. Dazu geh\u00f6ren auch Umfragen, die reihum versteigert werden, und deren Ergebnis den \u201eTrend\u201c einer Partei f\u00f6rdern oder beeintr\u00e4chtigen. Bei schlechten Ergebnissen f\u00fcr eine Partei kann man eine Umfrage auch lediglich deshalb ersteigern, um sie unter den Tisch fallen zu lassen und den negativen Einfluss auf den Parteitrend zu verhindern.<\/p>\n<p>So werden reihum in den vier Bundesl\u00e4ndern die Wahlen abgehalten. Die erzielten Stimmen bringen Punkte und \u2013 fr\u00fcher oder sp\u00e4ter &#8211; Geld; die Wahlsieger, vor allem bei Anteilen von \u00fcber 50 Stimmen, erhalten auch noch erkleckliche Siegpunkte.<\/p>\n<p>In den Beispielen der Spielanleitung gewinnt \u201edie Linke\u201c mittels exakter \u00dcbereinstimmung von Partei- und Volksmeinung. Kann man daraus etwas \u00fcber die Vorliebe des Autos ablesen? Bei uns gewann die FDP (gelb, na klar, der G\u00fcnther) u.a. mittels gro\u00dfen Engagements in Umfragen und durch starke Medienbeeinflussung. Aber das waren wohl eher gute Spielz\u00fcge als politische \u00dcberzeugung.<\/p>\n<p>Moritz hatte gleich zu Beginn ein Mitglied seines Schattenkabinetts irrt\u00fcmlich falsch eingesetzt \u2013 ihm fehlte nach der Inthronisierung seines Pressesprechers das n\u00f6tige Kleingeld, um hinterher auch noch den Medienvertreter der Gegenpartei herauszukicken -, ein Fehler, den ihn Walter nach dem Aufdecken und der Teilauswertung der \u00fcbrigen Schattenkabinette nicht korrigieren lie\u00df. Das warf ihn weit zur\u00fcck und lie\u00df seine Lorbeeren Trauer tragen. Daf\u00fcr konnte er sich damit tr\u00f6sten, dass sein 12-j\u00e4hriger Milo mit kluger Dominanz in Bayern nur von G\u00fcnthers FDP knapp geschlagen worden war.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: G\u00fcnther: 8 (bleibt, nicht mehr Punkte, weil der \u201eSchmetterlingseffekt\u201c [eine einzige Einheit Differenz kann bei vielen Aktionen gewaltige Auswirkungen haben] zu gro\u00df ist), Milo: 9 (alle Aktionen einschlie\u00dflich der Geldwirtschaft sind cool, ebenso die Interaktion, weil jeder jedem jederzeit an den Wagen fahren kann), Moritz: 9 (bleibt, es ist ein Klassiker, einen Punkt-Abzug wegen fast nicht nennenswerter Kleinigkeiten und wegen des starken Shifts), Walter: 8 (eigentlich ein 10 Punkte Spiel, doch die Zufallseffekte und das Mitspielerchaos beim blinden Bieten um den Startspieler sowie beim Versteigern der Umfragen mit unvorhersehbaren Umfrageergebnissen und ihren Effekten, sind zu krass f\u00fcr dieses \u00fcberw\u00e4ltigende Planspiel).<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><br \/>\nNach der harten, dreist\u00fcndigen Auseinandersetzung in der Politik waren alle mit \u201eBluff\u201c, dem idealsten aller Absackerspiele, zufrieden. Seit \u00fcber einem halben Jahr nicht mehr gespielt. Das letzte Mal, als Willi bei uns zu Gast war.<\/p>\n<p>Im Endspiel 1:1 Moritz gegen Walter versuchte es Ersterer mit der Immer-4-Strategie. Man muss solche Strategien aber nicht nur in der Theorie kennen, man muss sie auch in der Praxis richtig anzuwenden verstehen. Das Ergebnis war f\u00fcr ihn aber weniger peinlich als f\u00fcr G\u00fcnther, der mit seinem Setzen auf \u201e5 mal Stern\u201c gleich alle seine (restlichen) 4 W\u00fcrfel abgeben musste.<\/p>\n<p><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Die Macher&#8221; 1986 hatte der Gro\u00dfvater von \u201eDie Macher\u201c das Licht der Welt erblickt, und die Spielerwelt war \u00fcberfordert: so viele geniale neue Erfindungen in einem einzigen Spiel hatte es noch nie gegeben. 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