{"id":3009,"date":"2020-06-29T18:20:49","date_gmt":"2020-06-29T16:20:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=3009"},"modified":"2024-01-16T11:49:56","modified_gmt":"2024-01-16T10:49:56","slug":"3009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2020\/06\/29\/3009\/","title":{"rendered":"24.06.2020: Wir sind wieder da"},"content":{"rendered":"<p>Die Corona-Krise hat den Westpark-Gamers nicht den Garaus gemacht. Ganz im Gegenteil. Jeden Mittwoch zur gewohnten Zeit haben wir im Internet auf der wundersch\u00f6nen Boardgame-Arena-Plattform unsere Session abgehalten. Mit der vorz\u00fcglichen Sprach-Unterst\u00fctzung via SKYPE hatten wir fast das gleiche Spielgef\u00fchl, wie bei unserer Realpr\u00e4sens am Westpark.<\/p>\n<p>Was haben wir gespielt?<br \/>\n<strong>\u201e6 Nimmt!\u201c<\/strong> : eine problemlose Implementierung unseres ehemaligen Fast-Lieblings-Absackers. Moritz machte uns mit der Profi-Variante vertraut, bei der in jeder Reihe auch EINE Karte VOR der niedrigsten Karte angelegt werden kann. Nat\u00fcrlich auch mit dem zuweilen \u00fcberraschenden, peinlichen \u201e6-Nimmt\u201c-Effekt. Die kleinere Differenz \u2013 zur niedrigsten Karte einer h\u00f6herwertigen Reihe bzw. zur h\u00f6chsten eine niedrigerwertigen Reihe &#8211; bestimmt, wohin das System die Karte legt. Der gro\u00dfe Vorteil: Auch mit ganz niedrigen Karten ist man nicht hilflos dem Schicksal ausgeliefert. Walter sprang &#8211; beim zweiten Hinsehen \u2013 gleich auf diesen Zug auf. G\u00fcnther gefiel dieses Prinzip auch beim dritten Hinsehen nicht: aus dem lockeren Absackerspiel w\u00fcrde so ein Spiel zum Denken. Aber hallo: auch beim Basis-\u201e6-nimmt!\u201c kann (sollte) man seine Kartenhand nicht ohne \u00dcberlegung abspielen.<\/p>\n<p><strong>\u201eCan\u2019t Stop\u201c<\/strong> : ein gelungener Absacker, den man sich auch dann noch einmal \u201ereinziehen\u201c kann, wenn die geistigen Batterien schon langsam am Abflauen sind. (Im Gegensatz zu \u201e6-Nimmt\u201c). Vom Computer wird in der Regel auch nur eine 3er Spieler-Runde zusammengestellt und alle Mitspieler geben meist sofort ihr \u201ePlacet\u201c, w\u00e4hrend es bei \u201e6-Nimmt!\u201c schon h\u00e4ufiger vorkommt, dass einer oder mehrere der automatisch eingeladenen Mitspieler ablehnen und man l\u00e4ngere Zeit vergeblich auf eine Spielerrunde wartet.<\/p>\n<p>Die gravierende Startspieler-Problematik wird nur dadurch gel\u00f6st, dass man mehrere Runden spielt, so dass jeder einmal anfangen darf, aber so weit kommt es im Internet nie.<\/p>\n<p><strong>\u201e7 Wonders\u201c<\/strong> : auch zum Warming-Up gut geeignet, die Kartenablage erfolgt schnell und ist \u00fcbersichtlich.<\/p>\n<p><strong>\u201eTea Time\u201c<\/strong> : ebenfalls ein lockerer Spielespa\u00df. Aus einer Reihe von Mosaiksteinen muss man sich m\u00f6glichst viele von einer Sorte oder aber gar keinen einer Sorte ausw\u00e4hlen. Zu jeder Sorte gibt es Negativ- und Positiv-Kopien, die sich gegenseitig auspatten, was von Nach- oder auch von Vorteil ist, je nachdem, ob man diese Sorte sammelt oder aber vermeiden m\u00f6chte. Alles Gl\u00fccksache, aber man kann nat\u00fcrlich auch gezielt GEGEN einen Mitspieler spielen, und das macht doch ebenfalls Spa\u00df.<\/p>\n<p><strong>\u201cPerudo\u201c<\/strong> : zum Vergessen. Wer \u201eBluff\u201c gewohnt ist, wundert sich, warum man hier die Wahl-Freiheiten derma\u00dfen unmotiviert und primitiv eingeschr\u00e4nkt hat.<\/p>\n<p><strong>\u201eK2\u201c<\/strong> : ordentliche Implementierung des Brettspiels. Wir vermissten eine \u201efinish\u201c-Taste, mit der ein Spieler das Ende seiner Zugeingaben best\u00e4tigt. Zu leicht sind \u2013 zumindest am Anfang &#8211; Fehleingabe m\u00f6glich, f\u00fcr die es dann kein \u201eundo\u201c zum Korrigieren gibt.<\/p>\n<p><strong>\u201eRoll for the Galaxy\u201c<\/strong> und <strong>&#8220;Puerto Rico&#8221;<\/strong>: sehr \u00fcbersichtliche Handhabung des Kartenmaterials und seiner Effekte.<\/p>\n<p><strong>\u201eNippon\u201c <\/strong> : eine gelungene Mischung aus Planung und Konkurrieren um die Industrialisierung von Japan. Das Spiel l\u00e4sst sich gut spielen, ohne dass dabei der Schwei\u00df ausbricht. Wir wollten zuerst nur eine kurze Kennenlern-Runde spielen, waren aber mit den Mechanismen schnell so gut vertraut, dass wir das Spiel fast unbemerkt zu Ende gespielt haben, ohne dass einer darauf bestand, die \u201eTest-Runde\u201c abzubrechen.<\/p>\n<p><strong>\u201eRallyman GT\u201c<\/strong> : F\u00fcrchterlich! Erst kombiniert man seine W\u00fcrfel zu einer jeweils optimalen Streckenf\u00fchrung mit Geschwindigkeiten am Limit zusammen, und dann macht der Zufall einen Strich durch die gesamte Rechnung. Wenn\u2019s nur kurz w\u00e4re! Doch diese frustrierende Mischung aus Puzzlei und W\u00fcrfelgl\u00fcck dauert eine geschlagene Stunde.<\/p>\n<p><strong>\u201eTerra Mystica\u201c<\/strong> : das Brettspiel fand Aaron: \u201etotal langweilig\u201c, hier, wo der Computer die Ressourcen verwaltet, geht es flott. An sein \u201etotal langweilig\u201c kann ich mich nicht mehr erinnern, es wurde wohl auch nicht abgegeben.<\/p>\n<p>Aber kommen wir zum realen Spielabend, der nach langer Zeit mal wieder real auf der Terrasse am Westpark stattgefunden hat.<\/p>\n<p><strong>1. &#8220;Rollecate&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt eine wundersch\u00f6n geformte Lokomotive aus &#8220;Blei&#8221;, und es gibt Gleisst\u00fccke aus Karton, die von allen Spielern reihum zu einer gemeinsamen linearen Strecke zusammengef\u00fcgt werden. Diesem Spielmaterial konnte G\u00fcnther nicht widerstehen und hatte zugegriffen. Heute legte er es uns vor.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3010\" aria-describedby=\"caption-attachment-3010\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2020\/06\/29\/3009\/rollecatediegeilelokomotive\/\" rel=\"attachment wp-att-3010\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3010\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/RollecateDieGeileLokomotive.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/RollecateDieGeileLokomotive.jpg 500w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/RollecateDieGeileLokomotive-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/RollecateDieGeileLokomotive-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3010\" class=\"wp-caption-text\">\u201eRollecate\u201c \u2013 die geile Lokomotive<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Lokomotive ist aber lediglich ein Marker, mit der der Kopf der Gleisstrecke angezeigt wird. Rein funktionell h\u00e4tte daf\u00fcr auch ein Holzkl\u00f6tzchen gereicht.<\/p>\n<p>Jeder Spieler hat eine Kartenhand von wechselnd vielen, in der Regel aber nur ca. zwei Gleis-Karten mit Zahlenwerten von 1 bis 4 auf der Hand. Vor seinem Zug zieht er noch eine weitere Karte nach und darf dann beliebig viele davon zum Strecken-Weiterbau ablegen. Ablage-Bedingungen: a) Es d\u00fcrfen nur Karten mit dem gleichen Kartenwert abgelegt werden, und b) endet die aktuelle Strecke mit einer geraden Zahl, m\u00fcssen die abgelegten Karten ungerade sein bzw. umgekehrt oder c) anstatt dieses Gerade-Ungerade-Wechsels d\u00fcrfen auch Karten mit Zahlenwerten identisch zum letzten Gleisst\u00fcck abgelegt werden.<\/p>\n<p>\u201eBeliebig viele\u201c ist hier schon ein Euphemismus: Wenn ich 2 bis 3 Karten mit Zahlenwerten zwischen 1 und 4 auf der Hand haben, wie vielen davon besitzen wohl den gleichen Zahlenwert?<\/p>\n<p>Ein weiterer Mechanismus: Nach dem Ablegen der Karten an den Anfang der Strecke muss man Strafkarten vom Ende der Strecke an sich nehmen, je h\u00f6her die Summe der Augenzahlen der abgelegten Karten, desto mehr Strafkarten. Die finale Anzahl wird dann noch per W\u00fcrfelwurf modifiziert. Strafkarten sind nat\u00fcrlich grunds\u00e4tzlich schlecht, hier gibt es aber einen m\u00e4\u00dfigenden Einfluss: Strafkarten mit gleichen Zahlenwerten patten sich aus. Dementsprechend ist es zuweilen besser, z.B. gleiche 10 Strafkarten (wenn\u2019s nur ginge!) aufzunehmen und sie sich auspatten zu lassen, als nur zwei, die dann mit den hohen Werten von 3 und 4 ganz sch\u00f6n viel aufs Kerbholz bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ansonsten aber wird man bei \u201eRattecate\u201c vollst\u00e4ndig gespielt. Von Not und Elend: geringe Auswahl vorne, keine Auswahl hinten und begrenztes Mitleid durch die W\u00fcrfel. Ein langweiliges, repetitives Legen und Nehmen weniger Karten pro Zug. Man kann es allerdings auch euphemistisch (schon wieder!) wie Aaron ausdr\u00fccken: \u201eDie Spannung wird unertr\u00e4glich\u201c.<\/p>\n<p>Und die Lokomotive? Nachdem die Strecke vorne verl\u00e4ngert und hinten abgebaut wird, verschiebt sich nat\u00fcrlich ihr Kopf. Und die Lokomotive mit ihm. Abh\u00e4ngig von den Augenzahlen der gelegten neuen Gleise und dem Ergebnis der daraus abgeleiteten W\u00fcrfel immer ein paar Schritte nach vorn. Ansonsten hat sie keinen Effekt. Aber sie sieht gut aus. Deswegen hat sich G\u00fcnther ja auch f\u00fcr 21 Euro dieses Spiel zugelegt.<\/p>\n<p>Weil Moritz erst sp\u00e4ter dazukam, und damit er \u201eRollecate\u201c mit eigenen Spielerfahrungen in seiner Datenbank abhaken konnte, spielten wir es gleich ein zweites Mal. Einmal wurde G\u00fcnther Erster, einmal Letzter, einmal wurde Walter Letzter, einmal Erster. Das zeigt den Charakter der Herausforderung.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 3 (Plus 1 Punkt f\u00fcr die Lokomotive. Reines Gl\u00fccksspiel), G\u00fcnther: 3 (plus 1 Punkt f\u00fcr die Lokomotive), Moritz: 3 (keinen Punkt f\u00fcr die Lokomotive: das Spiel ist fast eine Frechheit), Walter: 3 (ohne jede Handlungsfreiheit).<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Treelings&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcnf \u201eZunftkarten\u201c (Karten verschiedene Farben) liegen jeweils in der Tischmitte. Wer am Zug ist darf davon a) entweder alle Karten einer Farbe, oder b) alle Karten, deren Farbe nur einmal vorkommt oder c) eine einzige Karte einer Farbe, die nur einmal vorkommt, nehmen und vor sich in seiner Auslage ablegen. Am Ende (nachdem vom Nachziehstapel die Ende-Karte aufgedeckt wurde) bestimmen die Karten in den einzelnen Spieler-Auslagen derer Siegpunkte.<\/p>\n<p>Der Stapel einer Kartenfarbe, die DIREKT NEBEN dem H\u00d6HEREN Stapel einer anderen Farbe liegt, z\u00e4hlt \u00dcBERHAUPT nichts. Nur die Stapel, die gegen\u00fcber ihren andersfarbigen Nachbarn rechts und links die H\u00d6CHSTEN sind, liefern einen Siegpunktanteil. Das Besondere dabei ist, dass man mit seinen beiden Rand-Stapeln auch die jeweils angrenzenden Rand-Stapel der Mitspieler beeinflusst: entweder z\u00e4hlt deren Stapel oder der eigene nichts. (Bei Gleichzeit z\u00e4hlen beide.) Zur Taktik geh\u00f6rt es also, an seinen R\u00e4ndern den wirklich H\u00d6CHSTEN zu haben, oder seinen hohen Randstapel, der aber nicht ganz so hoch ist wie der des Nachbarn, durch ein Einzelkarte einer anderen Farbe zu SCH\u00dcTZEN. Immerhin eine Art von Interaktion, die sogar noch eine Spur gr\u00f6\u00dfer wird, indem man aus der Tischmitte nach M\u00f6glichkeit diejenigen Karten nimmt, die der Nachfolger gebrauchen k\u00f6nnte. (Und man selber nat\u00fcrlich ebenfalls.)<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (ich habe das Spiel jetzt zweimal gespielt und habe keinen Anreiz, es jemals noch einmal zu spielen), G\u00fcnther: 5 (mit Tendenz zu 4, der Angriff auf die gegnerischen R\u00e4nder enth\u00e4lt ein starkes Zufallselement; das Sichern des eigenen Bestandes macht den Spielablauf langweilig), Moritz: 5 (einfach, nicht komplett doof, doch der Wiederspielwert ist fraglich), Walter: 5 (schnell mit wenigstens Spuren von Interaktion).<\/em><\/p>\n<p><strong>3. &#8220;Age of Civilisation&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Nach Art von \u201eSmall World\u201c f\u00fchren wir ein Volk (ggf. auch noch bis zu zwei Nachfolge-V\u00f6lker) in den Kampf um die besten Pl\u00e4tze an der Sonne. \u201eKampf\u201c ist \u00fcbertrieben, es ist eher ein &#8211; fast \u2013 friedliches Platzieren unserer Arbeiter auf Aktionspl\u00e4tzen zum Erwerben von Geld, Kulturstufen, Technikfortschritten oder Weltwundern, wobei uns die spezifischen Eigenschaften der V\u00f6lker \u2013 mehr Geld, mehr Waffen, mehr Arbeitspl\u00e4tze, mehr Kultur, mehr Siegpunkte \u2013 dabei unterst\u00fctzen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3011\" aria-describedby=\"caption-attachment-3011\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2020\/06\/29\/3009\/ageofcivilisation\/\" rel=\"attachment wp-att-3011\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3011\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/AgeOfCivilisation.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"386\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/AgeOfCivilisation.jpg 600w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/AgeOfCivilisation-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/AgeOfCivilisation-150x97.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3011\" class=\"wp-caption-text\">\u201eAge von Civilisation\u201c: Aaron bewegt die Mongolen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ganz selten und f\u00fcr die meisten Spieler fast nebens\u00e4chlich profitieren einige wenige V\u00f6lker, wenn sie am st\u00e4rksten bewaffnet sind und dann auch noch in den Krieg ziehen. Sie bekommen daf\u00fcr halt auf ihre Art Siegpunkte und eliminieren von ihren Mitspielern je einen Arbeiter. Ansonsten werkelt jeder vor sich hin und tauscht sein Volk, wenn es ausreichend dezimiert ist &#8211; auch bestimmte Aktionen gehen auf Kosten von Arbeitskr\u00e4ften \u2013 , gegen ein anderes Volk aus und bekommt umso mehr Geld daf\u00fcr, je l\u00e4nger das neue Volk ungeliebt auf seinen F\u00fchrer gewartet hatte.<\/p>\n<p>Nach sechs Runden ist das Werkeln zu Ende und einer hat gewonnen. Moritz, der sich wohl zuhause ein bisschen mit den inneren Strukturen befasst hatte, verlegte sich auf die aggressiven Franken, ging mit ihnen Runde f\u00fcr Runde auf Eroberung aus und konnte daf\u00fcr ganz sch\u00f6n Siegpunkte anh\u00e4ufen. Weil aber weder Aaron noch Walter \u2013 mangels Anreiz \u2013 G\u00fcnther die Weltwunder streitig machen wollten, reichte es nur zum zweiten Platz. G\u00fcnther hat gewonnen, was hier aber keineswegs f\u00fcr die planerische Herausforderung des Spiel spricht.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 3 (solit\u00e4res Puzzle, keinerlei Spannung, nur Warten, bis man wieder dran ist. Grottiger als alles, was wir heute gespielt haben), G\u00fcnther: 6, Moritz: 8 (die Variabilit\u00e4t [der Auslage an V\u00f6lkern, Szenarien und Aktionen] und ist sehr hoch, dadurch gibt es viele Strategien), Walter: 6 (nichts Neues unter der Sonne).<\/em><\/p>\n<p>Moritz Pl\u00e4doyer f\u00fcr die vielseitigen \u201eStrategien\u201c von \u201eAge of Civilisation\u201c blieb nat\u00fcrlich nicht unwidersprochen. Wir fanden zwar heraus, dass es (mindestens) drei verschiedene Richtungen gibt, in die man sein Spiel gestalten kann: mit den \u201eFranken\u201c Kriege zu f\u00fchren, auf \u201eWeltwunder\u201c zu setzen oder in \u201eKultur\u201c zu machen. Doch unter diesen \u201eStrategien\u201c kann man nicht frei w\u00e4hlen, weil sie nicht immer angeboten werden, und weil das Overall-Optimum a priori festliegt. F\u00fcr den, der hier ein paar Stunden lang rechnet. Eigentlich gibt es nur ein taktisches Reagieren auf die jeweils angebotenen Auslagen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen schob Aaron noch eine Begr\u00fcndung f\u00fcr seine au\u00dfenseiterisch schlechte Wertungsnote nach:<\/p>\n<ul>\n<li>Die wesentlichen Elemente des Spiels (Technology Track und Action Track) sind von Beginn an offen. Damit l\u00e4sst sich also schon bei Spielbeginn die beste Strategie ziemlich gut festlegen \u2013 falls man rund 15 Minuten Analysezeit f\u00fcrs Auspuzzlen opfern m\u00f6chte. Dazu geh\u00f6rt dann noch die \u00dcberpr\u00fcfung, welche ausliegenden Zivilisationen und Wunder am besten dazu passen. Ich mag diese solit\u00e4ren Knobeleien nicht.<\/li>\n<li>Thema solit\u00e4r: Mir ist auch der Spielablauf viel zu solit\u00e4r. Die Interaktion beschr\u00e4nkt sich darauf, einem anderen Spieler ein Wunder \/ eine Zivilisation wegzunehmen, um ihm zu schaden ohne sich dabei selber aus dem Rennen zu schie\u00dfen (so wie es mir erging, als ich G\u00fcnther 2 Wunder weggenommen habe).<\/li>\n<li>Der Startspielerwechselmechanismus ist broken. Es darf nicht sein, dass der Spieler, der gerade Startspieler war, 6 Z\u00fcge lang (bei 4 Spielern) nicht mehr dran kommt. Gerade wenn es nur 7 Wunder und 5 Zivilisationen gibt, die ausliegen. Planbar ist dann da nix mehr. Ich frage mich, warum dieser Startspielerwechsel \u00fcberhaupt notwendig ist.<\/li>\n<li>Der bekannte Mechanismus, Nichtgew\u00e4hltes durch M\u00fcnzen attraktiver zu machen, macht m.E. hier keinen Sinn bzw. ist sogar kontraproduktiv: Alle Zivilisationen haben Sondereigenschaften, die je nach gew\u00e4hlter Strategie gut oder weniger gut f\u00fcr einen Spieler sind. Wenn bei einer Auslage die Interessen der Spieler zuf\u00e4llig disjunkt sind, werden Zivilisationen \u201eangeh\u00fcbscht\u201c obwohl das gar nicht sein muss (sein darf). Deutlich besser w\u00e4re es, Nichtgew\u00e4hltes altern zu lassen und dann zu entfernen.<\/li>\n<li>Das Spiel dauert deutlich zu lange. Gef\u00fchlt haben wir 90 Minuten gespielt. Auf der Schachtel stand 20-40 Minuten, das w\u00e4re okay f\u00fcr mich.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Im Endspiel 1:2 gegen Walter begann G\u00fcnther sehr erfolgreich mit seiner zweitbesten Immer-5-Strategie. Walter sprang auf den Zug auf und hob auf 2 mal die F\u00fcnf. \u00b4G\u00fcnther hatte aber geblufft. Es stand 1:1.<\/p>\n<p>Mit seinem zweiten mickrigen Wurf verlie\u00df G\u00fcnther der Mut und er seine Immer-5-Strategie, er wollte mit Walters bester Immer-4-Strategie gl\u00e4nzen. Doch damit hatte er kein Gl\u00fcck. Walter konnte ihn mit 1 mal die F\u00fcnf in die W\u00fcste schicken. Obwohl er keine 5 unter dem Becher hatte und weil G\u00fcnther die ihm verbliebene Chance nicht nutzte. Was hatte Walter unter seinem W\u00fcrfelbecher?<\/p>\n<p><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Krise hat den Westpark-Gamers nicht den Garaus gemacht. Ganz im Gegenteil. Jeden Mittwoch zur gewohnten Zeit haben wir im Internet auf der wundersch\u00f6nen Boardgame-Arena-Plattform unsere Session abgehalten. Mit der vorz\u00fcglichen Sprach-Unterst\u00fctzung via SKYPE hatten wir fast das gleiche Spielgef\u00fchl, wie bei unserer Realpr\u00e4sens am Westpark. 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