{"id":3026,"date":"2020-07-16T19:09:12","date_gmt":"2020-07-16T17:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=3026"},"modified":"2020-07-16T23:06:55","modified_gmt":"2020-07-16T21:06:55","slug":"15-07-2020-kein-wind-und-kein-korn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2020\/07\/16\/15-07-2020-kein-wind-und-kein-korn\/","title":{"rendered":"15.07.2020: Kein Wind und kein Korn"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. &#8220;The Grand Trunk Journey&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Ein Eisenbahnspiel. Moritz durfte beruhigt sein: ohne Aktien und ohne Pr\u00e4sidenten. (Na ja, die sind heutzutage auch nicht mehr das!) Eher ein Transportoptimierungsprogramm. Wir fahren mit einer Lok und einem (sp\u00e4ter auch zwei) Wagons durch die Gegend, liefern in einer Stadt (oder einem Hafen) die dort begehrte Ware ab und laden das auf, was sie produziert. Damit fahren wir in unserem n\u00e4chsten Spielzug die n\u00e4chste Stadt an. Bis eine Reihe von Tagen vergangen ist und der beste Transporteur gewonnen hat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3027\" aria-describedby=\"caption-attachment-3027\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2020\/07\/16\/15-07-2020-kein-wind-und-kein-korn\/thegrandtrunkjourney\/\" rel=\"attachment wp-att-3027\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3027\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/TheGrandTrunkJourney.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"565\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/TheGrandTrunkJourney.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/TheGrandTrunkJourney-292x300.jpg 292w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/TheGrandTrunkJourney-146x150.jpg 146w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3027\" class=\"wp-caption-text\">\u201eThe Grand Trunk Journey\u201c \u2013 Wasser statt Wein<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die St\u00e4dte, um die es geht, sind durch ein Schienennetz miteinander verbunden. Die Schienen liegen alle schon komplett auf dem Spielplan vor, von den St\u00e4dten sind zu Spielbeginn aber nur vier f\u00fcr unseren Handel zug\u00e4nglich, die weiteren m\u00fcssen im Laufe des Spiels erst er\u00f6ffnet werden. Soweit so gut.<\/p>\n<p>Die Spieler machen ihre Spielz\u00fcge \u00fcber ein Kartendeck, das wrap around genutzt wird. 12 Karten gibt es insgesamt, 5 davon h\u00e4lt der Spieler in seiner Hand, und spielt sie \u2013 soweit passend &#8211; \u201ebeliebig\u201c aus. Die multifunktionalen Karten geben an:<\/p>\n<p>1) Die Zielstadt bzw. einen Hafen, wohin ein Spieler in seinem n\u00e4chste Zug fahren darf.<\/p>\n<p>2) Die Wagons, die er an seinen Zug anh\u00e4ngen darf. Jeder Wagen kann nur definierte Waren laden.<\/p>\n<p>3) Sonderfunktionen, wie:<\/p>\n<ul>\n<li>eine beliebige der noch geschlossenen St\u00e4dte f\u00fcr den Handel zu er\u00f6ffnen<\/li>\n<li>die Zugst\u00e4rke der Lokomotive um einen Wagen zu erh\u00f6hen.<\/li>\n<li>einmal einem Wagen eine erh\u00f6hte Ladekapazit\u00e4t zu geben.<\/li>\n<li>eine Stahl-Einheit von einer Stadt in eine Nachbarstadt zu verschieben; entweder weil man sie dort selber laden will, oder weil man sie einem Mitspieler aus dem Rachen holen will, oder aus einer \u00e4hnlichen miesnickeligen Ambition.<\/li>\n<li>eine (von 12) Fortschrittskarten an sich zu nehmen, die marginale Vorteile im Spielgeschehen bieten, vor allem aber in der Siegpunktabrechnung bei Spielende einen h\u00fcbschen Faktor abgeben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nicht alle Karten k\u00f6nnen alles. Manche Karte sind nur als Wagons, andere nur f\u00fcr St\u00e4dte und Sonderfunktionen nutzbar.<\/p>\n<p>Bis hierher k\u00f6nnen wir mit dem Spieldesign noch ganz gut leben. Aber jetzt kommt Not und Elend. Die f\u00fcnf Karten, mit denen wir hantieren m\u00fcssen, reichen vorne und hinten nicht aus, eine auch nur minimal befriedigende Transportleistung abzuwickeln.<\/p>\n<p>Es kommt mehr als oft vor, ja es ist fast Standard, dass<\/p>\n<ul>\n<li>wir keinen geeigneten Wagon haben, um in unserer aktuellen Stadt eine der dort vorhandenen Waren aufzuladen. Wir m\u00fcssen leer abfahren.<\/li>\n<li>wir keine Karte f\u00fcr irgendeine Stadt haben, an der wir unsere Ladung loswerden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>wir keine Ware f\u00fcr die wenigen St\u00e4dte haben, die wir \u00fcberhaupt anfahren d\u00fcrfen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Entsprechend h\u00e4ufig kamen bei uns Ausspr\u00fcche vor wie:<\/p>\n<ul>\n<li>Das kann ich jetzt wieder nicht mehr spielen.<\/li>\n<li>Dort kann ich eh nicht hinfahren.<\/li>\n<li>Ist das wirklich sinnvoll?<\/li>\n<li>Himmeldonnerwetter!<\/li>\n<li>Das ist doch Kacke!<\/li>\n<li>Ich krieg die Krise!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das extreme Eingesperrt-Sein durch die sehr engen Warenabnahme- und Warenlieferungs-Kapazit\u00e4ten der St\u00e4dte, die begrenzte Wagonpalette des eigenen Zuges (bis zu Null!), die extrem eingeschr\u00e4nkte Auswahl anzufahrender St\u00e4dte (bis zu Null!) machen aus dem erwarteten saftigen Transportspiel ein trockenes Befreiungspuzzle.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Spielelemente kann allein von den Randbedingungen her nicht genutzt werden. Theoretisch kann man seine Lokomotive auf bis zu vier Wagenst\u00e4rken ausbauen, aber was soll denn das, wenn man nie und nimmer vier zur Stadt passende Wagons auf der Hand hat und f\u00fcr einen blinden \u201eAufbau in Hoffnung\u201c das Spiel zu kurz ist!?<\/p>\n<p>Wie soll ich in dieser engen Zwangsjacke Tage, Strecken und Ladung einrichten, damit ich genau am 36ten Tag der Reise mit Kohle (das bringt was) und Stahl (das g\u00e4be Sonderpunkte) in Utica ankomme? Diese Sonderlieferungen hat bei uns Frau Random weitgehend der Katz \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Welchem der aufgef\u00fchrten Tester ist dieses unabl\u00e4ssige \u201eNichts-geht-mehr\u201c denn nicht aufgefallen? Frust ohne Schadenfreude (wir <strong>sehen<\/strong> noch nicht einmal die Malaise eines Spielers bei der Planung seines Zuges, wir k\u00f6nnen sie ggf. nur h\u00f6ren) ist in jedem Spieldesign kontraproduktiv. TGTJ ist ein Meister darin!<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (eigentlich ein sch\u00f6nes Spiel; ich w\u00fcrde ihm liebend gerne 7 Punkte geben, aber es steckt voller Frust-Elemente und ist dementsprechend entt\u00e4uschend), G\u00fcnther: 4 (oft kann man gar nichts machen; die Fortschrittskarten sind nicht ausgegoren; nur zwei sind gut, und diese schnappen die beiden weg, die zuf\u00e4llig als Erste die entsprechende Sonderaktione nutzen k\u00f6nnen), Moritz: 4 (wenn man alles beseitigt, was man hier weglassen muss, damit das Spiel funktioniert, landet man bei \u201eAge of Steam\u201c, ein Spiel das viel spannender und kompetitiver ist), Walter: 4 (Wir leben von der Hand in den Mund, und zwar von einer Knochenhand; ohne Aarons Stahl-Sieg schm\u00e4lern zu wollen, zeigt sich der Spielcharakter schon dadurch, das Moritz Vorletzter und G\u00fcnther Letzter wurden!<\/em><\/p>\n<p><strong>2. &#8220;Abluxxen&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Ein dutzenmal lag dieses schnelle Kartenspiel schon bei uns auf dem Tisch, das letzte Mal allerdings schon vor anderthalb Jahren, so dass uns Moritz heute nochmals in die Regeln einf\u00fchren musste. Gekonnt wie immer. Sein Fazit am Ende: \u201eEines der besten Kartenspiele\u201c! Diesem Ausspruch stimmten alle zu.<\/p>\n<p><em>WPG-Wertung: Keine \u00c4nderungen f\u00fcr ein 8 Punkte-Spiel.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;The Grand Trunk Journey&#8221; Ein Eisenbahnspiel. Moritz durfte beruhigt sein: ohne Aktien und ohne Pr\u00e4sidenten. (Na ja, die sind heutzutage auch nicht mehr das!) Eher ein Transportoptimierungsprogramm. 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