{"id":3053,"date":"2020-09-11T18:14:01","date_gmt":"2020-09-11T16:14:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=3053"},"modified":"2020-09-12T10:07:20","modified_gmt":"2020-09-12T08:07:20","slug":"09-09-2020-nieuw-amsterdam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2020\/09\/11\/09-09-2020-nieuw-amsterdam\/","title":{"rendered":"09.09.2020: Nieuw Amsterdam"},"content":{"rendered":"\r\n<p><strong>1. &#8220;Nieuw Amsterdam&#8221;<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>2012 erschienen, ein Jahr sp\u00e4ter in einer Dreierrunde am Westpark erstmals gespielt und f\u00fcr (sehr) gut befunden, wurde es, noch bevor Moritz auch nur sein Placet geben konnte, schon unser \u201eSpiel des Monats\u201c. Dann war sieben Jahre Ruhe. Heute hat es Aaron aus seinem Fundus noch einmal hervorgeholt. Auch G\u00fcnther, der bisher nie dabei war, sollte sein Urteil dazu abgeben k\u00f6nnen. Kurz und gut, er reihte sich am unteren Ende unserer Wertungsskala ein.<br \/><br \/><a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2020\/09\/11\/09-09-2020-nieuw-amsterdam\/nieuwamsterdam\/\" rel=\"attachment wp-att-3055\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3055\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/NieuwAmsterdam-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/NieuwAmsterdam-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/NieuwAmsterdam-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/NieuwAmsterdam-640x480.jpg 640w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/NieuwAmsterdam-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/NieuwAmsterdam-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/NieuwAmsterdam-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a>Was soll ich zum Spiel sagen? Im Internet haben wir es bereits zweimal beschrieben und auch andere Spielefreunde haben Kritiken dazu ver\u00f6ffentlicht. Das Spiel ist nicht mehr im Handel, wen interessiert es da noch, welches Material geboten ist und wie man damit umgeht? Schauen wir doch mal nach, was andere Kritiker dazu bemerkt haben, und ob wir etwas daraus lernen k\u00f6nnen. Bei H@LL9000 habe ich mich umgesehen.<br \/><br \/>Als Kurzeinf\u00fchrung zun\u00e4chst ein Satz aus unserem eigenen Spielbericht: <em>Wir sind Mitglieder der Niederl\u00e4ndischen Westindien-Kompanie und treiben Fellhandel mit den nordamerikanischen Indianern. In der Grundidee tauschen wir Waren gegen Felle, verschiffen die F\u00e4lle und erhalten daf\u00fcr Geld, Siegpunkte und neue Waren.\u201c<\/em><br \/><br \/>Sandra Lemberger hat vor allem das Thema sehr gut gefallen, endlich mal <em>\u201ekeines der sich oft wiederholenden Mittelalter- oder Italienspiele. Zur Abwechslung taucht man gerne mal in die Geschichte der von den Siedlern immer mehr vertriebenen Ureinwohner Amerikas ein.\u201c<\/em><br \/><br \/>Aber wo findet sich das Thema? Machen Felle, die man vor der Landkarte von Manhattan mit konkreten Schiffskarten in ein abstraktes Nirgendwo verschifft, bereits die Geschichte der nordamerikanischen Indianer aus? Wohl kaum. Sandra findet <em>\u201edas Ganze optisch recht sch\u00f6n dargestellt, indem bei jedem L\u00e4nderkauf durch einen Spieler ein Langhaus der Indianer weiter flussaufw\u00e4rts versetzt wird.\u201c<\/em> Ja, wenn man die Geschichte kennt, kann man hier die Indianer-Vertreibung nachvollziehen und f\u00fcr die Beerdigung von Red Cloud&#8217;s Herz an der Biegung des Flusses noch ein paar Tr\u00e4nen vergie\u00dfen. Wenn man sie nicht kennt, bleiben die Indianer hier genauso unsichtbar wie in der Verfassung der Vereinigten Staaten.<br \/><br \/>Mahmut Dural: <em>\u201c Es ist ein thematisch toll umgesetztes Bietspiel, wobei hier das Bieten einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Reiz hat.\u201c<\/em> Michael Andersch: <em>\u201eDer Auktionsmechanismus gef\u00e4llt mir ausgezeichnet, ebenso die thematische Umsetzung.\u201c<\/em> Sandra: <em>\u201eN.A. besticht durch ein ausget\u00fcfteltes Versteigerungssystem.\u201c<\/em><br \/><br \/>Doch man kann es auch anders sehen. Maik Bretschneider: <em>\u201eDem mit Resourcenmanagement und Eintauschoptionen mittlerweile totgepr\u00fcgelten Spielschema wurde ein Bietmechanismus aufgesetzt, der zwar recht innovativ daherkommt, aber mit zunehmender Spieldauer einen immer tieferen Keil zwischen erfahrenen Durchrechnern und Neueinsteigern treibt. Wieso? In den ersten beiden Runden ist es unabdingbar, zu siedeln und zu roden. Wem das verwehrt bleibt, der verharrt bis zum Spielende in Mangel.\u201c<\/em><br \/><br \/>Maik\u2019s \u201eMuss\u201c k\u00f6nnen wir nicht best\u00e4tigen. Bei uns bekam Walter in der ersten Runde zwei Handels-Aktionen. Mit einer davon konnte er seine Grundausstattung an Waren bei den Indianern g\u00fcnstig in Felle eintauschen, mit der anderen verlud es sie auf ein Schiff und wurde daf\u00fcr mit Geld, Siegpunkten und Neuwaren-Potential reichlich belohnt. Ein Grundstein f\u00fcr seinen sp\u00e4teren Sieg.<br \/><br \/>Nora: <em>\u201cWir haben Nieuw Amsterdam zu viert gespielt und dabei festgestellt, dass die Versteigerung mehrmals ziemlich schief gehen kann, wenn zu viele gleichartige Pl\u00e4ttchen in einer Spalte liegen; insbesondere die Stadt. Wir konnten auch mit hohen Geboten nicht verhindern, dass einer drei Stadtpl\u00e4ttchen bekam, der er gut brauchen konnte. Den Rest des Spiels haben wir damit verbracht, ihn wieder einzuholen. Das macht keinen Spa\u00df.\u201c<br \/><br \/><\/em>So war es auch bei uns: Walter f\u00fchrte gerade in der Stadt, als er mehr oder weniger billig 3 Stadt-Aktionen ersteigern konnte. Das war der zweite Grundstein f\u00fcr den Sieg: 36 Punkte, ein Drittel seines Gesamt-Punkte-Erl\u00f6ses fielen ihm in einer einzigen Runde allein durch die 3 Hauptaktionen in den Scho\u00df. Und Aaron und G\u00fcnther verbrachten den Rest des Spieles damit, ihn wieder einzuholen.<em><br \/><br \/><\/em>Es machte ihnen aber trotzdem Spa\u00df. 3 geschlagene Stunden lang! (Plus 1 Stunde Regeleinf\u00fchrung und Regelwiederholung.) Warum wir f\u00fcr ein Spiel, das nach der Verlagsvorgabe in 90 Minuten zu absolvieren ist, und dem Mahmut eine <em>\u201eknackige Spieldauer\u201c<\/em> attestiert, glatt das Doppelte brauchen, das ist ein unerforschtes allt\u00e4gliches Ph\u00e4nomen am Westpark. Es tritt selbst dann auf, wenn unsere expliziten Paralysten \u2013 keine Namen genannt! &#8211; nicht dabei sind.<br \/><br \/>Warum bekam Walter \u00fcberhaupt die 3 Stadt-Aktionen? Warum besa\u00df er zu diesem Zeitpunkt gerade in Manhattan so viele Mehrheiten? Haben die Mitspieler dort die Gesch\u00e4fte verschlafen? H\u00e4tte ihm ein Mitspieler nicht die Preise verderben m\u00fcssen? Mit einer Stadt-Aktion ein paar Mehrheiten in Manhattan zu kippen und dann selber 2 mal zur B\u00fcrgermeisterwahl anzutreten, daf\u00fcr h\u00e4tte jeder ein paar mehr Kr\u00f6ten springen lassen k\u00f6nnen! Offene Fragen, aber klare Erkenntnis: Man muss den Spielablauf schon gut kennen, um Chancen und Risiken des Bietprozesses richtig zu kalkulieren. Unser Nicht-Wissen d\u00fcrfen wir keineswegs dem Spiel anlasten.<br \/><br \/>Dazu m\u00fcssen wir noch gestehen: wir haben eine Regel \u00fcbersehen, die wir eigentlich genau kennen mussten, denn sie wurde fr\u00fcher schon einmal in unserem eigenen Spielbericht erw\u00e4hnt: \u201e<em>Jede Art von \u00dcberflussgut kann ohne Umtauschverlust als Geld im Bietprozess eingesetzt werden.<\/em>\u201c Damit k\u00f6nnen selbst monet\u00e4re Armh\u00e4lse, die aber gesegnete Kornbauern oder holzige Siedler sind, beim Bietprozess als Kr\u00f6sus auftreten. Schade um dieses \u00dcbersehen, denn dadurch geriet die gesamte Biet-Balance ins Wanken,<br \/><br \/>Vielleicht sind Regelunsicherheiten mit beteiligt, wenn Solveig Zaeske konstatiert: <em>\u201eN.A. ist eigentlich ein thematisches und atmosph\u00e4risches Spiel, aber nach einer Weile bleibt doch der Eindruck, dass doch einiges an Potential verschenkt wurde, und das Spiel nicht fertig ist. Schade drum, denn so ist es nur Mittelma\u00df.\u201c<\/em><br \/><br \/>Nochmals Mahmut: <em>\u201cNeben Suburbia und Tzolkin ist Nieuw Amsterdam das Highlight der letzten Messe <\/em>[2012]<em>. Leider etwas untersch\u00e4tzt, bef\u00fcrchte ich.\u201c <\/em>Diese Bef\u00fcrchtung von Mahmut Dural war leider berechtigt. Der Markt ist \u00fcber \u201eNieuw Amsterdam\u201c hinweggegangen. Nach unserer 3-Stunden Orgie f\u00fcrchte ich, dass auch wir \u00fcber dieses im Prinzip doch sehr sch\u00f6ne Spiel hinweggehen.<em><br \/><br \/>WPG-Wertung: Aaron: 7 ([nach 8 Punkten vor 7 Jahren:] das l\u00e4stige, genaue Vorausplanen beim Eintauschen der reichlich vorhandenen Ressourcen in f\u00fcr die n\u00e4chsten Z\u00fcge notwendige Ressourcen geht auf Kosten des Spielflusses), G\u00fcnther: 6 (Man k\u00f6nnte auch schon mal 7 Punkte vergeben; der Bietprozess ist zweifelhaft, die Sonderaktionen st\u00f6ren den Spielfluss, man h\u00e4tte das fl\u00fcssiger einbauen k\u00f6nnen; ich bin mit dem Spiel nicht warm geworden), Walter: 8 ([bleibt] der Bietprozess ist gut, dem Vorteil des Startspielers beim Ziehen wird durch seinen Nachteil beim Bieten in der n\u00e4chsten Runde entgegengewirkt, reichlich Interaktion durch Konkurrenz, gute Balance innerhalb einer Vielzahl von verschiedenen \u201eSchienen\u201c, die man durch die heuristischen Ergebnisse des Bietprozessen fahren muss).<\/em><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Nieuw Amsterdam&#8221; 2012 erschienen, ein Jahr sp\u00e4ter in einer Dreierrunde am Westpark erstmals gespielt und f\u00fcr (sehr) gut befunden, wurde es, noch bevor Moritz auch nur sein Placet geben konnte, schon unser \u201eSpiel des Monats\u201c. 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