{"id":3145,"date":"2022-05-06T21:47:16","date_gmt":"2022-05-06T19:47:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=3145"},"modified":"2022-05-06T23:48:35","modified_gmt":"2022-05-06T21:48:35","slug":"04-05-2022-was-fuer-ein-ding-the-thing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2022\/05\/06\/04-05-2022-was-fuer-ein-ding-the-thing\/","title":{"rendered":"04.05.2022: Was f\u00fcr ein Ding &#8220;The Thing&#8221;!"},"content":{"rendered":"\r\n<p><strong>1. &#8220;The Thing&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<figure id=\"attachment_3149\" aria-describedby=\"caption-attachment-3149\" style=\"width: 425px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2022\/05\/06\/04-05-2022-was-fuer-ein-ding-the-thing\/moritz-thething\/\" rel=\"attachment wp-att-3149\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3149\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Moritz-TheThing.jpg\" alt=\"\" width=\"425\" height=\"529\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Moritz-TheThing.jpg 425w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Moritz-TheThing-241x300.jpg 241w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Moritz-TheThing-121x150.jpg 121w\" sizes=\"auto, (max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3149\" class=\"wp-caption-text\">Moritz in seinem Phantasy &amp; Fiction-Element<\/figcaption><\/figure>\r\n<p>Moritz schlug das Spiel vor. Kurzer Wortwechsel zu Beginn: &#8220;Eine super Umsetzung des Films!&#8221; Aaron: &#8220;Das muss nicht unbedingt gut sein!&#8221; Moritz: &#8220;Ein legend\u00e4rer Film!&#8221; Anmerkung bei Nachschrift: &#8220;Muss das dann besser sein?&#8221;<\/p>\r\n<figure id=\"attachment_3150\" aria-describedby=\"caption-attachment-3150\" style=\"width: 425px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2022\/05\/06\/04-05-2022-was-fuer-ein-ding-the-thing\/thething\/\" rel=\"attachment wp-att-3150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3150\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/TheThing.jpg\" alt=\"\" width=\"425\" height=\"313\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/TheThing.jpg 425w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/TheThing-300x221.jpg 300w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/TheThing-150x110.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3150\" class=\"wp-caption-text\">P\u00f6ppel und Hunde in &#8220;The Thing&#8221;<\/figcaption><\/figure>\r\n<p>Schauen wir uns erst mal an, was im Internet zum Film steht.<br \/><em>&#8220;Unter die Mitglieder einer antarktischen Forschungsstation mischt sich ein Alien, das die Forschungsarbeit sabotiert und die Gruppe systematisch infizieren und damit auf seine &#8220;b\u00f6se&#8221; Seite ziehen will. Das Alien ist nicht erkennbar, vor allem ist sp\u00e4ter auch nicht erkennbar, welches Mitglied der Gruppe bereits infiziert ist und damit die b\u00f6se Rolle mitspielt. Der Stromgenerator wird sabotiert, Vorr\u00e4te werden zerst\u00f6rt, die ganze Station wird St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck unbrauchbar. Hunde laufen herum und erh\u00f6hen das Infektionsrisiko.<br \/><\/em><\/p>\r\n<p class=\"SpielStandard\"><em>Bald w\u00fcrde in der gesamten Station t\u00f6dliche K\u00e4lte herrschen und das Alien k\u00f6nnte \u00fcberdauern, bis die Rettungsmannschaft eintrifft. Die Gruppe beschlie\u00dft, die gesamte Station in die Luft zu jagen. Am Schluss treffen die letzten beiden \u00dcberlebenden zusammen und haben sich bis zuletzt argw\u00f6hnisch im Auge, sehen aber ohnehin dem offensichtlich sicheren Tod im Eis entgegen. Die Frage, ob einer der beiden M\u00e4nner vom Alien infiziert worden ist, bleibt f\u00fcr den Zuschauer offen.<\/em><em>&#8220;<\/em><\/p>\r\n<p>Die Kritik schreibt dazu: <em>&#8220;Der seine Horroreffekte perfekt setzende Film wurde in erster Linie eine Demonstration der verbl\u00fcffenden M\u00f6glichkeiten der Tricktechniken des modernen Hollywood-Kinos. Doch angesichts der damit produzierten Ekelszenen, Blutorgien und Leichensezierereien mag man solche Trickkunst kaum w\u00fcrdigen. Der Regisseur begn\u00fcgt sich mit der Sensation; innere Spannung und ironische Brechungen kommen zu kurz.&#8221;<\/em><\/p>\r\n<p>Zum Spiel. Wir Spieler begeben uns (unseren P\u00f6ppel) frei w\u00e4hlbar in die verschiedenen R\u00e4ume der Forschungsstation, um dort Sch\u00e4den zu reparieren, Essen zu kochen, Generator und Heizung f\u00fcr Licht und W\u00e4rme zu betreiben, sowie nach Waffen und Hilfsmitteln zu suchen, mit denen wir infizierte Mitglieder identifizieren und unsere Kampf-Chancen gegen sie erh\u00f6hen k\u00f6nnen. Vor allem aber m\u00fcssen wir die Radar-Station funktionsf\u00e4hig kriegen, den Hubschrauber holen und ALLE Gesunde vollst\u00e4ndig damit abtransportieren.<\/p>\r\n<p>Die Aktionen, die wir tun k\u00f6nnen:<br \/>1) an Ort und Stelle Sch\u00e4den beseitigen.<br \/>2) die Funktion des jeweiligen Raumes nutzen.<br \/>3) oder auch einfach b\u00f6sartigerweise Sabotage anstellen.<\/p>\r\n<p>Die Aktionen w\u00e4hlen wir mittels Karten, die wir verdeckt dem &#8220;Leader&#8221; geben, der sie sammelt, mischt und zuf\u00e4llig den einzelnen Personen zuteilt, die sich in der Forschungsstation aufgestellt haben. Es ist nicht so, dass jeder von jedem Typ Aktionskarte mindestens eine auf der Hand h\u00e4lt; wer Pech hat, h\u00e4lt als &#8220;Gutmensch&#8221; nur Sabotage-Karten oder ggf. als &#8220;B\u00f6ser&#8221; nur Reparier- oder Nutz-Karten.<\/p>\r\n<p>Wer in einem Raum ohne Schaden eine &#8220;repair&#8221;-Karte zugeteilt bekommt, hat nix zu tun, die Karte verf\u00e4llt. Wer in einem schadhaften Raum eine &#8220;use&#8221;-Karte zugeteilt bekommt, kann ebenfalls nix ausrichten, der Schaden muss zuerst beseitigt werden. Wer aber gar eine Sabotage-Karte ausgeteilt bekommt (von einem b\u00f6sen Mitspieler eingebracht oder als Zusatzkarte unter die Aktionskarten gemischt), muss nolens volens den Schaden tun.<\/p>\r\n<p>Haben zwei Spieler absichtlich oder unabsichtlich den gleichen Aktionsort gew\u00e4hlt, m\u00fcssen sie ein definiertes Identifizierungsritual ausf\u00fchren. Dabei kann es geschehen, dass ein &#8220;Gesunder&#8221; von einem &#8220;B\u00f6sen&#8221; infiziert und unverz\u00fcglich &#8220;umgedreht&#8221; wird.<\/p>\r\n<p>Ein aufmerksamer Spiel-Logiker kann jetzt nat\u00fcrlich fragen, warum ein Spieler sich \u00fcberhaupt zu einem anderen Mitspieler zugesellen sollte? Daf\u00fcr gibt es mehrere Gr\u00fcnde. Erstens braucht man zwei Personen, um einen der b\u00f6sen herumlaufenden Hunde zu fangen; zweitens verst\u00e4rkt sich die Wirkung von Aktionen \u00fcberproportional mit der Anzahl der Anwesenden; drittens liegt das Sich-Zugesellen nat\u00fcrlich im Bestreben der &#8220;B\u00f6sen&#8221;, andere zu identifizieren, und die Guten k\u00f6nnen nicht verhindern, dass sich ein nachziehender B\u00f6ser ihnen zugesellt. Das einzige Mittel dagegen ist die Spielerreihenfolge im Auge zu haben. Der &#8220;Leader&#8221; zieht immer als Letzter, und diese Rolle kann man gewollt auf sich nehmen.<\/p>\r\n<p>Jetzt Schluss mit der Regel-Pr\u00e4sentation. Moritz brauchte in einem einigerma\u00dfen strukturierten Vortrag anderthalb Stunden, um uns mit dem Spiel vertraut zu machen. Bei uns wurde G\u00fcnther der Alien. Als erstes infizierte er Aaron, dann Walter. Moritz blieb als einziger Gutmensch \u00fcbrig. Selbst mit den H\u00e4nden voller Maschinengewehre und Flammenwerfer w\u00e4re es ihm nicht gelungen, einen intakten Hubschrauber zu betreten und zu fl\u00fcchten. G\u00fcnther lie\u00df ihn noch ein paar Runden drehen, bis er auch ihn zu sich (uns) in die ewigen Jagdgr\u00fcnde hin\u00fcberzog.<\/p>\r\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (es geht in die Richtung eines Party-Spiels, sehr viele Zw\u00e4nge, sehr viele chaotische Elemente), G\u00fcnther: 5 (als Startup-Alien hatte ich eine klare Strategie und Taktik), Moritz: 8 (die Mechanismen stimmen, vor allem fasziniert mich die Umsetzung des Films), Walter: 4 (alles Zufall; ich habe keinerlei Peil f\u00fcr ein gutes taktisches oder strategisches Vorgehen).<\/em><\/p>\r\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen studierte Aaron noch einmal die Regeln und fand einen gravierenden Fehler in unserer Handhabung:<\/p>\r\n<p><em>&#8220;1) Uns war gestern dieser merkw\u00fcrdige Mechanismus aufgesto\u00dfen wonach die Zuordnung der Aktionen zu den Charakteren zuf\u00e4llig erfolgt. Dies ist falsch! Der Leader deckt zuerst die oberste Aktionskarte auf und weist dann diese Aktion einem Character zu. Damit gibt es dort also gar kein Gl\u00fcckselement und stattdessen bekommt die Rolle des Leaders noch mehr Gewicht (nach der Spielreihenfolge jetzt also auch noch die Entscheidung, wer was macht).<\/em><\/p>\r\n<p><em>2) Die \u201eSchadens-Token\u201c, die das Thing mitf\u00fchrt, nachdem es entdeckt wurde (oder sich selber offenbart hat), wirken in den R\u00e4umen auch als Sabotage. Der Thing Spieler kann also gezielt R\u00e4ume sabotieren, auch wenn dort dann sp\u00e4ter kein anderer Spieler hingehen sollte. Das macht das Thing allerdings noch st\u00e4rker als es sowieso schon ist.<\/em><\/p>\r\n<p><em>Ich ziehe damit meine Wertung von gestern erst einmal zur\u00fcck, da das Spiel grundlegend anders funktioniert als wir es gestern gespielt haben. Ob es wirklich besser ist bezweifle ich allerdings wegen Punkt 2.&#8221;<\/em><br \/><br \/><strong>2. &#8220;Prinz &amp; Prinzessin&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>Obwohl das Spiel letzte Woche durchgefallen war, versuchten wir es in einer Vierer-Runde noch einmal. Vielleicht w\u00fcrde Moritz uns hier in die Geheimnisse von Prinz&amp;Prinzessinnen-Lust&amp;Spa\u00df einf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\r\n<p>Sein erstes Statement: <em>&#8220;Ich bestehe auf&#8217;s Reden&#8221;<\/em>, d.h. wir sollten alle zum Kartentausch laut ein von uns verp\u00f6ntes: &#8220;Ich bin die Prinzessin und suche den Fisch&#8221; \u2013 oder so \u00e4hnlich &#8211; von uns geben, denn &#8220;<em>das ist ein wesentliches Spielelement<\/em>&#8221; &amp; &#8220;<em>das ist genau das Interessante daran<\/em>&#8220;. Geschm\u00e4cker sind verschieden. Das, was bei uns am Westpark \u00fcberhaupt nicht ankommt, soll vom Autor also als Kernelement in das Spiel hineindesaint worden sein?<\/p>\r\n<p>Tats\u00e4chlich: Moritz fing an und rief in die Runde: &#8220;Ich bin der Prinz, wer ist die Prinzessin&#8221;. Unabh\u00e4ngig davon, was Moritz gesagt hatte oder gesagt h\u00e4tte meldete sich Walter als Prinzessin. Die einzige gesicherte statistische Aussage zu dem Spiel ist doch wohl, dass man umso mehr Punkte machen kann, je h\u00e4ufiger man tauscht. Jetzt war Walter aber in Wirklichkeit der &#8220;b\u00f6se Zauberer&#8221; und Moritz der &#8220;gute Zauberer&#8221;; und schon konnte sich Moritz triumphierend ob seiner erfolgreichen Gewinnstrategie einen Siegpunkt zugute schreiben.<\/p>\r\n<p>In der n\u00e4chsten Runde fing Aaron lautstark an und rief: &#8220;Ich bin der Prinz, wer ist \u2026&#8221; oder so \u00e4hnlich. Walter bedachte wieder \u2013 ohne Aarons Aussage auch nur zu verinnerlichen &#8211; die statistischen Gewinnaussichten und meldete sich sogleich unter dem gew\u00fcnschten Namen. Und siehe da, Duplizit\u00e4t der Ereignisse, statistisch schon etwas au\u00dferhalb des normalen Rahmens, Aaron war die gute Hexe, Walter die b\u00f6se, und Aaron konnte einen Siegpunkt verbuchen.<\/p>\r\n<p>Man registriere das Spiel-Design: Bevor G\u00fcnther auch nur den ersten Muckserer von sich geben konnte, hatten Moritz und Aaron bereits je einen Siegpunkt \u2013 ein Drittel zum Gesamt-Sieg \u2013 verbuchen k\u00f6nnen. Auch im Weiteren spielte der Zufall sein Spiel, die n\u00e4chsten beiden Runden dauerten ebenfalls nur 1 bzw. 2 Z\u00fcge und Aaron konnte sich zwei weitere Siegpunkte gutschreiben. Das Spiel war \u2013 Gott-sei-Dank \u2013 zu Ende.<\/p>\r\n<p>Es schloss sich eine Diskussion \u00fcber diese Gaudi-f\u00f6rdernde (? in welchen Spieler-Kreisen?) marktschreierische L\u00fcgerei an. Hat man taktische Vorteile, wenn man schreit oder nicht? Moritz bestand darauf, dass man &#8220;wie beim Poker&#8221; nach einer gewissen Erfahrung seine Mitspieler &#8220;lesen&#8221; k\u00f6nne. Er erbot sich sogar, eine Excel-Tabelle aufzustellen, nach der man als Person X mit der Wahrscheinlichkeit p sich als Person Y ausgeben und mit der Wahrscheinlichkeit q nach der Person Z fragen soll. Diese Tabelle sollte dann die Siegchancen des Marktschreiers gegen\u00fcber einem Schweiger signifikant erh\u00f6hen.<\/p>\r\n<p>Selbst unser Mathematiker G\u00fcnther, der aus der Spieltheorie heraus solche Wahrscheinlichkeits-Matrizen zur Gen\u00fcge kennt, schlug sich auf Moritz&#8217; Seite. Vergeblich brachte Walter vor, dass die jeweilige Suchfrage \u2013 wenn &#8220;richtig&#8221;, d.h. unsystematisch vorgegangen wird \u2013 Null Relation mit der Wirklichkeit hat, und dementsprechend auch GAR NICHTS zu den Siegchance beitragen kann. Aber er blieb ein einsamer Rufer in der W\u00fcste.<\/p>\r\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (das Spiel ist mit einem zuf\u00e4lligen Ausgang zu Ende, bevor man ein (Teil-)Wissen \u00fcber die Karten-Personen-Verteilung erworben hat und ausnutzen kann), G\u00fcnther: 4, Moritz: 5, Walter: 3 (ein reines Zeit-Totschlagen, und so viel davon habe ich nicht mehr!)<\/em><br \/><br \/><strong>3. &#8220;Kameloot&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>Eine Art Quartett-Spiel, vollgepackt mit Chaos-Elementen. Das Spiel besteht aus 6 verschiedenen Kartenarten, auf denen die Zahlen 2 bis 7 aufgedruckt sind. Alle Spieler sind zuf\u00e4llig den Fraktionen A oder B zugeteilt. Wer am Zug ist, zieht seine Kartenhand vom verdeckten Stapel auf 4 Karten auf und legt dann beliebig viele davon offen in eine seiner Sammlungen. Eine Sammlung ist vollst\u00e4ndig, wenn sie \u2013 abh\u00e4ngig von der Kartenart &#8211; aus 2, 3 \u2026 oder 7 Karten besteht.<\/p>\r\n<p>Besonderheit 1: Es z\u00e4hlen nicht nur die Karten in den eigenen Sammlungen, sondern auch die in denen der Mitspieler, die zur gleichen Fraktion geh\u00f6ren. Es bringt also nichts ein, 5 wundersch\u00f6ne 6er Karten in seine Sammlung zu legen und auf die erf\u00fcllende 6te zu warten: wenn ein Mitspieler diese Karte auf der Hand hat und sie zeitlich vor uns auslegt, wird die Sammlung vollst\u00e4ndig und geh\u00f6rt dem Mitspieler, also dem, er als letztes eine oder mehrere zugeh\u00f6rige Karten auslegen konnte.<\/p>\r\n<p>Besonderheit 2: Die Karten in einer vollst\u00e4ndigen Sammlung z\u00e4hlen als Siegpunkte. Allerdings geh\u00f6ren sie nicht dem, der sie vervollst\u00e4ndigt hat, auch nicht anteilig entsprechend den beigesteuerten Karten, sondern sie werden einzeln reihum im Uhrzeigersinn unter den Mitspielern der gleichen Fraktion verteilt. Dabei bekommen auch diejenigen Mitspieler etwas ab \u2013 genauso viel wie die anderen \u2013, die \u00fcberhaupt KEINE Karte zu Vervollst\u00e4ndigung der Sammlung beigetragen haben. Einziger Vorteil des Vervollst\u00e4ndigers: das Verteilen f\u00e4ngt bei ihm an, so dass er mindestens genauso viele Karten bekommt, wie die Mitspieler, und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch (maximal) eine Karte mehr als die Letzten in der Verteilungsrunde.<\/p>\r\n<p>Alle Karten haben aber noch einen Nebeneffekt, und jeder Spieler kann bei seinem Zug w\u00e4hlen, ob er Karten in seine Sammlungen gibt oder (exklusiv) eine Karte auf den Ablagestapel gibt und stattdessen deren Nebeneffekt ausn\u00fctzt. Nebeneffekte k\u00f6nnen sein: Die eigene Fraktion zu wechseln, einen fremden Spieler zu zwingen, die Fraktion zu wechseln, eine seiner Sammlungen mit einer Sammlung eines beliebigen Mitspielers zu tauschen, aus dem Ablagestapel alle Karten einer Kartenart herauszusuchen und in seine Sammlung \u00fcbernehmen, und dergleichen mehr, was einer linearen Quartett-Sammeltechnik zuwiderl\u00e4uft.<\/p>\r\n<p>Wir haben uns <strong>keine<\/strong> Gedanken dar\u00fcber gemacht, wie man das Spiel gut spielt. Ganz sicher kann man taktisch gut oder schlecht ablegen und tauschen; man kann in der Auswahl seiner Sammlungskarten und in der Anzahl der jeweils dort liegenden Karten taktisch vorgehen. Und nat\u00fcrlich kann man beim Nutzen der Nebeneffekte \u2013 soweit sie einem das Schicksal in die H\u00e4nde gegeben hat &#8211; geschickt oder weniger geschickt vorgehen. Beim ersten Kennenlernen des Spiels haben wir uns einfach den zuf\u00e4lligen Ereignissen hingegeben und waren \u00f6fters gelustet als gefrustet. Das ist doch schon mal ein Pluspunkt f\u00fcr ein Gaudi-Spiel.<\/p>\r\n<p>Vielleicht steckt im Verteilungsmechanismus ein Bug. Er ist zu gleichf\u00f6rmig. Am Ende hatten 3 von 4 Spielern exakt die gleiche Punktzahl. Da gab es nat\u00fcrlich dreifache Freude, anstatt nur eine bei nur einem Sieger. Aber ist das gut? Wof\u00fcr soll man sich dann anstrengen, wenn die eingebaute Gleichmacherei hinterher alles wieder nivelliert?<\/p>\r\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 6 (die Gleichmacherei k\u00f6nnte ein Problem sein), G\u00fcnther: 6 (machte sich Gedanken \u00fcber eine m\u00f6gliche Fraktions-Strategie), Moritz: 6 (lockeres Sammelspiel), Walter: 6 (gelungenes Chaos-Spiel, das nicht mehr verlangt und nicht mehr verspricht, als es hergibt).<\/em><br \/><br \/><strong>4. &#8220;Bluff&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>Endlich mal wieder ein reales Bluff am realen Spieltisch.<br \/>Moritz ging mit 4 :2 gegen G\u00fcnther in das Endspiel. Aber er \u00fcbersch\u00e4tzte seinen W\u00fcrfelbecher. Mit seinen Vorgaben 4 mal die F\u00fcnf, 2 mal Stern und 3 mal F\u00fcnf verlor er jedes Mal einen W\u00fcrfel.<br \/>Im Endspiel 1 : 1 wandte er die \u00fcberlegene Immer-4-Strategie an. Ausgerechnet gegen G\u00fcnther, der als Erfinder der Immer-5-Strategie mit deren Schw\u00e4chen am besten zurechtkommt.<\/p>\r\n<p><em>Keine neue WPG-Wertung f\u00fcr ein Super-Spiel.<\/em><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;The Thing&#8221; Moritz schlug das Spiel vor. 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