{"id":3256,"date":"2023-01-27T15:36:22","date_gmt":"2023-01-27T14:36:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=3256"},"modified":"2023-01-27T16:05:37","modified_gmt":"2023-01-27T15:05:37","slug":"25-01-2023-dissens-im-taubertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2023\/01\/27\/25-01-2023-dissens-im-taubertal\/","title":{"rendered":"25.01.2023: Dissens im Taubertal"},"content":{"rendered":"\r\n<p><strong>1. &#8220;Der Taubertalexpress&#8221;<\/strong><br \/><br \/>Unsere verhaltene Kritik vom November letzten Jahres zu diesem Spiel \u00fcber das Transportieren von Passagieren und Waren im Taubertal, zusammen mit unserer Andeutung von Verbesserungsm\u00f6glichkeiten hat den Autor Christoph Kraus animiert, uns seine Ideen dazu vorzustellen. Er lie\u00df uns auch gleich die zugeh\u00f6rigen \u00c4nderungen am Spielplan zukommen. Heute fand zum ver\u00e4nderten Design der Probelauf statt.<\/p>\r\n<figure id=\"attachment_3260\" aria-describedby=\"caption-attachment-3260\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2023\/01\/27\/25-01-2023-dissens-im-taubertal\/dertaubertalexpress\/\" rel=\"attachment wp-att-3260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3260\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/DerTaubertalExpress.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"305\" srcset=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/DerTaubertalExpress.jpg 550w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/DerTaubertalExpress-300x166.jpg 300w, https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/DerTaubertalExpress-150x83.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3260\" class=\"wp-caption-text\">Der Taubertalexpress &#8211; Szenerie am Westpark<\/figcaption><\/figure>\r\n<p>Moritz war bei unserer Premiere nicht dabei gewesen und musste erst eine Stunde lang mit Material und Regeln vertraut gemacht werden. Dann bekundete er, sein Erfahrungsdefizit zum Ausreizen von Extremsituationen ausnutzen zu wollen. Insbesondere reizte ihn am Spieldesign, dass die Minuspunkte, die f\u00fcr unbezahlte Arbeiter oder mangelnden Platz f\u00fcr Passagiere vergeben werden, auf Minus-5 begrenzt sind? K\u00f6nnte man da nicht gleich zu Beginn mit seinen Anschaffungen ungebremst-gebremst in die Miesen gehen, um danach umso gr\u00f6\u00dferen Gewinn zu machen? Kann man nicht! So leicht l\u00e4sst sich Christoph nicht aushebeln. Eine \u201eHungerstrategie\u201c gibt es im Taubertal nicht, zumindest keine gewinntr\u00e4chtige. Auch Moritz musste sich der m\u00fchsamen Arbeit von Ackerbau und Viehzucht unterziehen, um seine G\u00fcterwaggons mit den daraus gewonnenen G\u00fctern beladen zu k\u00f6nnen.<\/p>\r\n<p>Walter mit Stammsitz im Badischen verzichtete wie beim letzten Mal auf den G\u00fcterverkehr und versuchte allein \u00fcber schnellen Passagierverkehr seine Kassen zu f\u00fcllen. Dieses Vorgehen fand Moritz unter seiner geistigen W\u00fcrde, sondern h\u00f6chstenfalls passend zum Intelligenzquotienten seines rechten Nachbarn, der mit dieser Qualifikation durchaus leben konnte. Aber irgendwie verschob sich der Stimmungsschwerpunkt ins Negative.<\/p>\r\n<p>Auch Aaron verlegte seinen Wirtschaftsschwerpunkt auf Passagiere. Dazu baute er seinen Zug gleich auf drei Personenwaggons aus. Aus seiner Hessenecke ert\u00f6nte dann allerdings periodisch ein verzweifeltes \u201egeil\u201c, wenn der Kraichgauer gerade mal wieder einen Passagier auflud, den er selber gerne transportiert h\u00e4tte. Oder es ert\u00f6nte ein \u00e4rgerliches \u201eSchwachsinn&#8221;, wenn die Ressourcensteine nicht die geforderten Farben hatten. Vielleicht auch umgekehrt. (Vielleicht auch aus einem anderen Grund, der mir bis jetzt nicht ersichtlich ist.) Diese vorzeitige monotone \u201eWertung\u201c wies der geb\u00fcrtige Unterfranke Walter zur\u00fcck, der sich das gen\u00fcssliche Herumreisen in seiner Heimat nicht vermiesen lassen wollte.<\/p>\r\n<p>Der zugereiste \u201eUnterfranke\u201c G\u00fcnther war der einzige, der ruhig und sachlich alle Gegebenheiten des Spieldesigns kennenlernen, ausreizen und erst hinterher sein Werturteil dazu abgeben wollte.<\/p>\r\n<p>Aaron hatte sich recht fr\u00fch das \u201eStellwerk\u201c zugelegt, das ihm bei jedem Durchfahren der Hauptstadt Lauda einen Kohlestein zuschusterte. Im kleinen Grenzverkehr zwischen Tauberbischofsheim, Gr\u00fcnsfeld und K\u00f6nigshofen konnte er fast beliebig Passagiere transportieren, ohne dabei wesentlich Treibstoff zu verbrauchen. Als er dabei aber auch versehentlich eine nicht-vorhandene Direkt-Verbindung zwischen K\u00f6nigshofen und Schw\u00e4bisch Hall pr\u00e4judizierte, konnte sich Walter nicht enthalten, den Zicke-Zacke-Kurs-Irrtum durch Lauda zu bewitzeln. Das war zu viel f\u00fcr Aaron. Er wollte nicht mehr weiterspielen. Walter vollendete diesen Vorsatz. Wir hatte ja auch schon zwei Stunden lang eine knappe H\u00e4lfte des Spiels absolviert.<\/p>\r\n<p>Fazit: Auch wenn das Spiel h\u00fcbsche Mechanismen pr\u00e4sentiert und eine Vielzahl verschiedenartiger Strategien zul\u00e4sst, ist die Spielzeit f\u00fcr ungeduldige, gr\u00fcblerische, die Lokalit\u00e4ten nicht goutierende Spieler zu lang. Wo geht die Zeit fl\u00f6ten?<\/p>\r\n<ol>\r\n<li>Das Abchecken der st\u00e4ndig wechselnden abholbereiten Passagiere nach Start und Zielort und ihre Integration in die eigene aktuelle Streckenf\u00fchrung stellt ein nicht unerhebliches Transportoptimierungs-Problem dar, das bei jedem Zug neu gel\u00f6st werden muss.<\/li>\r\n<li>Das Aufnehmen und Abliefern von Passagieren mit dem damit verbundenen Umschlag von Ressourcen kann eine gewaltige Kettenreaktion nach sich ziehen, besonders wenn man bereits eine ganze Reihe von Personenwaggons gef\u00fcllt mit Passagieren in seinen Zug aufgenommen hat.<\/li>\r\n<li>Das Handling der bunten Ressourcen-Steine ist nach wie vor unn\u00f6tig kompliziert. Das \u00dcberlegen, welche Farben ich mir zulege, um zusammen mit den Farb-Ertr\u00e4gen durch die Passagier-Ablieferung im richtigen Moment die richtige Farbauswahl f\u00fcr geplante Bauvorhaben zur Verf\u00fcgung zu haben, ist zeitaufw\u00e4ndig und fehleranf\u00e4llig.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<p>Wie k\u00f6nnte man die Spielzeit verk\u00fcrzen?<\/p>\r\n<ul>\r\n<li>Moritz kam mit dem Vorschlag, die beim Abliefern eines Passagiers erhaltenen Ressourcen nicht sofort wieder in Kohle f\u00fcr die Weiterfahrt umsetzen zu d\u00fcrfen. Das k\u00f6nnte noch eleganter dadurch gel\u00f6st werden, dass beim Abliefern von Passagieren \u00fcberhaupt keine Ressourcen ausgesch\u00fcttet werden, sondern ausschlie\u00dflich Siegpunkte und Geld.<\/li>\r\n<li>Die Kettenreaktion beim Personentransport k\u00f6nnte auch dadurch eingeschr\u00e4nkt und die Auszeit f\u00fcr die Mitspieler entsprechend verk\u00fcrzt werden, wenn jeder Passagier mindestens f\u00fcr die Dauer eines Aktionszuges im Zug bleiben m\u00fcsste. Aber das ist nur ein Schnellschuss.<\/li>\r\n<li>Die Mehrfarbigkeit der Ressourcen k\u00f6nnte \u00fcberhaupt abgeschafft werden. Wenn ich an verschiedenen Stellen schon wei\u00dfe, gelbe, blaue oder lila Ressourcen in beliebiger Zusammensetzung an mich nehmen kann, warum werden dann die Farben \u00fcberhaupt unterschieden?<\/li>\r\n<li>Das m\u00fchsame Erkennen von Start- und Zielort f\u00fcr jeden Passagier k\u00f6nnte durch eine massive Farbgebung unterst\u00fctzt werden. Dann w\u00e4re viel schneller zu erkennen, welche roten Passagiere f\u00fcr meine anvisierte Fahrt ins Blauland passen k\u00f6nnten. Aber das w\u00e4re nat\u00fcrlich kontraproduktiv zu den Ambitionen des Verkehrs- und Tourismus-Amtes in Lauda-K\u00f6nigshofen. Wir sollen uns doch allgemein und lokal-geographisch bilden, wenn wir den Wilhelm Conrad R\u00f6ntgen von Heilbronn nach W\u00fcrzburg transportieren und nicht einen gelben P\u00f6ppel ins schwarze Rechts-Au\u00dfen.<\/li>\r\n<li>Bleibt noch der triviale Vorschlag, jedem Zug gleich zur Startausstattung einen G\u00fcterwaggon mitzugeben und daf\u00fcr die Rundenzahl von 7 auf 6 zu verk\u00fcrzen. Christoph Kraus wird schon wissen, warum er das anders eingerichtet hat.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p>Auf jeden Fall ist \u201eDer Taubertalexpress\u201c ein gelungenes Objekt im Portefeuille f\u00fcr \u00d6ffentlichkeit der Stadt Lauda und quasi ein \u201eMust Have\u201c f\u00fcr Spielkenner aus dem Drei-L\u00e4nder-Eck. Noch dazu offenbart es im Spiel zu zweit seine besonderen Duell-Qualit\u00e4ten. Spielekenner aus anderen Regionen unserer Republik werden dagegen nicht so schnell ein Auge gegen\u00fcber dieser oder jener Schw\u00e4chelei zudr\u00fccken.<br \/><br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 4 (bleibt, zu viele Frustelemente), G\u00fcnther: 5 (die Tendenz realisiert, eine halbe Stunde f\u00fcr eine Hauptrunde ist immer noch zu lang), Moritz: 4 (eine Mischung aus \u201eAge of Steam\u201c mit \u201eThurn &amp; Taxis\u201c; die verschiedenen Strategien sind gut ausbalanciert, Development im Sinne von \u201estream lining\u201c hat gefehlt), Walter: 7 (f\u00fcr die Ingenieurleistung und die Heimat).<\/em><br \/><br \/><strong>2. &#8220;QE (Quantitative Easing)&#8221;<\/strong><br \/><br \/>Letzte Woche hatte Walter schlechte Noten hierf\u00fcr verteilt, heute sollte auch Moritz seinen Senf dazu geben k\u00f6nnen. Er konzentrierte sich dabei stark auf Walters vermeintliche Behauptung: \u201edas Spiel ist broken\u201c, dabei hatte der nur gesagt: \u201cdas Spielprinzip macht mir keinen Spa\u00df\u201c.<\/p>\r\n<p>Walter begann mit der Drohung, das Spiel so zu spielen, dass sein \u201eKaputt-Machen-K\u00f6nnen\u201c zum Tragen kommt. Sollte das jetzt hei\u00dfen, dass er wieder nichts bieten wolle oder dass er mit superhohen Geboten alle Scheiben erwerben und so das Spiel verderben wollte?<\/p>\r\n<p>Moritz als Neuling begann die Auktion mit einem vorsichtigen 100er Gebot, und Walter bekam die erste Scheibe. Wieviel hatte er geboten? G\u00fcnther raunte etwas von Millionen.<\/p>\r\n<p>Aaron versteigerte die zweite Scheibe f\u00fcr 1000 Euro, und wieder bekam Walter den Zuschlag. Selbst die dritte Scheibe, f\u00fcr die G\u00fcnther schon mal 10.000 Euro angesetzt hatte, ging an Walter. Der lie\u00df die Katze aus dem Sack, als er die vierte Scheibe f\u00fcr 30.000 Euro auf den Markt brachte. Er hatte sich also anders besonnen und &#8211; semi-geplant aber h\u00f6chst erfreut \u2013 die ersten drei Scheiben f\u00fcr etwa diese Summe unter den Nagel rei\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\r\n<p>Das war auch die Gr\u00f6\u00dfenordnung, in der ab sofort die restlichen Scheiben ihren Besitzer fanden.<\/p>\r\n<p>Der Vorsprung war fast nicht mehr einzuholen. Moritz h\u00e4tte der Forderung von 30.000 Euro f\u00fcr die letzte Scheibe widerstehen sollen, dann w\u00e4re Walter doch noch ausgehebelt worden.<\/p>\r\n<p>Hallo Michael, das Spiel \u201cfunktioniert zu viert oder f\u00fcnft\u201d. Tats\u00e4chlich! Zu dritt m\u00f6chte ich das Funktionieren immer noch bezweifeln. Aber weder zu dritt, zu viert oder zu f\u00fcnft m\u00f6chte ich mich noch einmal darauf einlassen. Nicht einmal als Absacker.<br \/><br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (bleibt; ich k\u00f6nnte es den ganzen Abend spielen), G\u00fcnther: 7 (bleibt), Moritz: 6 (das Spiel ist nicht broken. [WS: die beste Aussage, die sich Moritz zu QE herausquetschen lie\u00df]); Walter: 4 (1 Punkt mehr; ich habe das Spielprinzip jetzt verstanden, aber mehr Spa\u00df hat es nicht gemacht. Ich w\u00fcsste nicht, warum ich es noch einmal spielen sollte).<\/em><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Der Taubertalexpress&#8221; Unsere verhaltene Kritik vom November letzten Jahres zu diesem Spiel \u00fcber das Transportieren von Passagieren und Waren im Taubertal, zusammen mit unserer Andeutung von Verbesserungsm\u00f6glichkeiten hat den Autor Christoph Kraus animiert, uns seine Ideen dazu vorzustellen. Er lie\u00df uns auch gleich die zugeh\u00f6rigen \u00c4nderungen am Spielplan zukommen. Heute fand zum ver\u00e4nderten Design &hellip; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2023\/01\/27\/25-01-2023-dissens-im-taubertal\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">25.01.2023: Dissens im Taubertal<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[867,872],"class_list":["post-3256","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spieleabende","tag-der-taubertal-express","tag-qe"],"views":704,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3256\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}