{"id":3315,"date":"2023-09-28T17:52:36","date_gmt":"2023-09-28T15:52:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=3315"},"modified":"2023-09-28T20:21:28","modified_gmt":"2023-09-28T18:21:28","slug":"27-09-2023-dorfromantik-und-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2023\/09\/28\/27-09-2023-dorfromantik-und-mehr\/","title":{"rendered":"27.09.2023: Dorfromantik und mehr"},"content":{"rendered":"\r\n<p><strong>1. &#8220;Dorfromantik&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>Nolens volens hat sich Aaron dieses Spiel-des-Jahres-2023 zugelegt, obwohl er schon unmittelbar nach dessen K\u00fcr die Nase ger\u00fcmpft hatte. Aber das ist ja das \u00fcbliche Ritual, an dem wir Vielspieler allj\u00e4hrlich nicht drumrum-kommen.<\/p>\r\n<p>Kooperativ f\u00fcgen wir quadratische Pl\u00e4ttchen mit Landschaftstypen (Feld, Wald, Wiese, Stadt, Bahn Fluss)\u00a0 zusammenh\u00e4ngend zu einem beliebigen Gebilde auf dem Tisch. Nur Teile mit Fl\u00fcssen und Bahnen m\u00fcssen passend gelegt werden, bei den anderen Landschaftsarten ist es wurscht.<\/p>\r\n<p>Beim Legen m\u00fcssen fortlaufend topologische Aufgaben erf\u00fcllt werden, z.B. 4 Waldst\u00fccke, 5 Stadteile, 6 Felder usw. nebeneinander.<\/p>\r\n<p>Dabei\u00a0 hat jeder Spieler immer nur ein einziges Pl\u00e4ttchen auf der Hand, das er \u201eoptimal\u201c auf das\u00a0 Gebilde am Tisch einf\u00fcgen soll. Ratschl\u00e4ge durch die Mitspieler sind erw\u00fcnscht, aber nach einer gewissen Spielerfahrung nicht mehr notwendig. Aber auch das ist wurscht. Es gibt keinen individuellen, pers\u00f6nlichen Ehrgeiz, dem Team zum gr\u00f6\u00dften Punktesegen verholfen zu haben.<\/p>\r\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (im Prinzip ein Solit\u00e4rspiel), G\u00fcnther: 6 (es hat irgendwie doch Spa\u00df gemacht), Moritz: 7 (chillig [so viel wie \u201eentspannt\u201c] und locker), Walter: 5 (ziemlich repetitiv und schnell ausgelutscht, auch wenn uns der eingebaute Fortschritts-Mechanismus eine Weile bei der Stange h\u00e4lt).<\/em><br \/><br \/><strong>2. &#8220;Mille Fiori&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>G\u00fcnther traute sich gar nicht, den thematischen Abschnitt aus der Spielregel vorzulesen. Den brauchten wir dann wenigstens auch nicht zu kritisieren.<\/p>\r\n<p>Es gibt sechs farbige Arbeitsbereiche, auf denen wir uns engagieren k\u00f6nnen, indem wir dort unsere Duftmarken hinterlassen.<\/p>\r\n<ul>\r\n<li>In Orange bekommen wir Punkte, je gr\u00f6\u00dfer die zusammenh\u00e4ngende Fl\u00e4che unserer Duftmarken ist.<\/li>\r\n<li>In Lila bekommen wir unterschiedlich viel Basispunkte f\u00fcr jede einzelne Duftmarke und dazu noch Punkte f\u00fcr zusammenh\u00e4ngende Ketten.<\/li>\r\n<li>In Gr\u00fcn (hell und dunkel) bauen wir Pyramiden und bekommen Punkte entsprechend der H\u00f6he, auf der wir unsere Duftmarke platzieren k\u00f6nnen.<\/li>\r\n<li>In Blau (hell und dunkel) produzieren wir Waren und bekommen in quadratisch steigender Menge Punkte f\u00fcr gleichartige Waren. Und ebenfalls quadratisch steigend sind die Punkte, wenn wir die Waren virtuell abtransportieren k\u00f6nnen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p>Wer sich auf den verschiedenen Arbeitsbereichen in vorgeschriebener Weise differenziert hat, grast zus\u00e4tzlich gewaltige Bonuspunkte ab. Und wer mit seinen Duftmarken wohldefinierte Muster erzeugt, darf gleich noch einen weiteren Zug machen.<\/p>\r\n<p>Ja, wenn wir nur ein bisschen Freiheit h\u00e4tten, uns in gew\u00fcnschter und geplanter Weise auf den Arbeitsbereichen zu engagieren! Aber nix da. Pro Phase bekommt jeder Spieler f\u00fcnf Karten auf die Hand, die genau die Koordinaten vorgeben, an denen wir Duftmarken ablegen k\u00f6nnen. Eine davon d\u00fcrfen wir ausw\u00e4hlen, die restlichen geben wir an unseren linken Nachbarn weiter und bekommen daf\u00fcr vom rechten Nachbarn dessen restliche Karten. Zuerst vier, dann drei und dann zwei. Die letzte Karte wird nicht mehr genutzt. Riesenauswahl! Und jedes Mal unbekannt, was uns da geboten wird. Kartenpflege Null!<\/p>\r\n<p>Reiner Knizia fungiert als Autor des Spieles. In kaum einem seiner tausend erfundenen Spiele hat er den Spielern so wenig Freiheit gelassen.<\/p>\r\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (zu viel Brimborium f\u00fcr zu wenig Effekt, man lebt von der Hand in den Mund, die Balance zwischen Frust und Erfolg stimmt nicht), G\u00fcnther: 5 (das Spiel besitzt viele h\u00fcbsche Stellen, einen Knizia mussten wir halt auch mal wieder ausprobieren), Moritz: 5 (zu wenig Handlungsfreiheit, zu viele Noten), Walter: 5 (das Spiel bietet keinen Peil, es planm\u00e4\u00dfig anzugehen [G\u00fcnther: ist doch gut so!], Wir tr\u00e4umen von optimalen Karten und backen schlie\u00dflich doch nur kleine Br\u00f6tchen, w\u00e4hrend unsere Mitspieler pl\u00f6tzlich ganz unverhofft einen gigantischen Reibach einheimsen. Oder umgekehrt).<\/em><br \/><br \/><strong>3. &#8220;Order Overload Cafe&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>Kooperatives Memory. Ein \u201eVorleser\u201c zieht aus einem Stapel von Bestellungskarten in steigender Menge 4, 8, 12, 16 \u2026 Bestellungen und liest sie vor, z.B. \u201eEspresso\u201c, \u201eEistee mit Milch\u201c oder \u201eSchokocroissant\u201c. Anschlie\u00dfend verteilt er die Karten verdeckt an die Mitspieler und diese m\u00fcssen nun reihum eine der vorgelesenen Bestellungen nennen, bis alle vorgelesenen Bestellungen wieder memorisiert und abgelegt wurden. Oder bis sich keiner mehr an noch offene Bestellungen erinnern kann und alle gemeinsam das Spiel verloren haben.<\/p>\r\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (das Spiel ist nix f\u00fcr mich, aber das Design funktioniert), G\u00fcnther: 4, Moritz: 3 (gl\u00fccklicherweise haben wir gelacht [\u00fcber unsere ge\u00f6lten Ged\u00e4chtnisse], obwohl es eigentlich nichts zu lachen gibt), Walter: (Kein Spiel f\u00fcr alte Herren. Schon bei \u201eSagaland\u201c komme ich mit meiner Enkeltochter nicht mehr mit.).<\/em><br \/><br \/><strong>4. &#8220;Town 66&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>Jeder Spieler hat jeweils vier Pl\u00e4ttchen auf der Hand, von denen reihum immer eines innerhalb einer 6 mal 6 Matrix abgelegt werden muss. Danach zieht er verdeckt ein neues Pl\u00e4ttchen.<\/p>\r\n<p>Die Pl\u00e4ttchen gibt es in 6 verschiedenen Farben mit jeweils 6 verschiedenen Mustern. Beim Ablegen ist zu beachten, dass in keiner Zeile und keiner Spalte eine Farbe oder ein Muster doppelt vorkommen darf. Wer kein Pl\u00e4ttchen mehr ablegen kann, scheidet aus. Wer am l\u00e4ngsten ablegen kann, hat gewonnen.<\/p>\r\n<p>Im Gegensatz zu \u201eOrder Overload\u201c hatten wir die Spielregel im Nu begriffen und das Spiel in f\u00fcnf bis 10 Minuten absolviert. Nat\u00fcrlich war damit die 6&#215;6-Matrix noch lange nicht gef\u00fcllt.<\/p>\r\n<p>Mitternacht war schon vorbei, aber wir versuchten noch geschlagene zwei Stunden, kooperierend die Pl\u00e4ttchen neu zu ordnen, um damit die Matrix zu f\u00fcllen. Es gelang uns nicht. G\u00fcnther konnte dann die zun\u00e4chst verbl\u00fcffende Tatsache demonstrieren, dass nicht einmal eine 2&#215;2-Matrix gef\u00fcllt werden kann. (Trivial.) Bei einer 3&#215;3-Matrik ist es hingegen leicht und auch bei einer 4&#215;4 Matrik pr\u00e4sentierte G\u00fcnther durch konsequentes Ausschlie\u00dfen von Sackgassen noch relativ schnell eine L\u00f6sung. Mehr schafften wir nicht mehr.<\/p>\r\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen verschickte G\u00fcnther eine analytische Untersuchung: \u201e<a href=\"https:\/\/www.ams.org\/publicoutreach\/feature-column\/fcarc-latinii1\">https:\/\/www.ams.org\/publicoutreach\/feature-column\/fcarc-latinii1<\/a>\u201c. Fazit: Schon der gute Euler hat sich mit diesem Problem besch\u00e4ftigt. Heutiges Wissen: F\u00fcr ALLE Dimensionen au\u00dfer 2 und 6 gibt es L\u00f6sungen!!<\/p>\r\n<p>Aaron fragte unverz\u00fcglich beim Co-Autor Christoph Cantzler nach, ob ihm diese Unl\u00f6sbarkeit bei der 6&#215;6-Matrix bekannt gewesen sei? Dessen Antwort: <em>\u201eTats\u00e4chlich: bei TOWN 66 k\u00f6nnen zwei Pl\u00e4ttchen nicht regelkonform gelegt werden. Die Regel sagt deshalb, dass wir zwei Pl\u00e4ttchen mit der farbigen R\u00fcckseite ablegen d\u00fcrfen.<\/em><br \/><em>Jetzt kommen aber die News: Wir hatten das Spiel als 7&#215;7 Raster entwickelt. Da k\u00f6nnen tats\u00e4chlich &#8211; mit viel, viel Zufall &#8211; alle Pl\u00e4ttchen untergebracht werden. Wir haben uns dann aber f\u00fcr 6&#215;6 entschieden und haben &#8220;das Problem&#8221; zu sp\u00e4t erkannt und dann &#8220;regeltechnisch&#8221; gel\u00f6st. Das Sch\u00f6ne: N\u00e4chste Woche wird in Essen TOWN 77 vorgestellt. Es l\u00f6st TOWN 66 ab.<\/em>\u201c<\/p>\r\n<p>Unsere einhellige Meinung: Auch oder gerade weil die 6&#215;6-Matrix nicht vollst\u00e4ndig gef\u00fcllt werden kann, bietet Town-66 einen zus\u00e4tzlichen spieltaktischen Reiz.<\/p>\r\n<p><em>Die WPG-Wertung wurde nicht abgefragt, aber das kleine Spiel funktioniert, und sogar mehr als das. 6 Punkte von Walter.<\/em><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Dorfromantik&#8221; Nolens volens hat sich Aaron dieses Spiel-des-Jahres-2023 zugelegt, obwohl er schon unmittelbar nach dessen K\u00fcr die Nase ger\u00fcmpft hatte. Aber das ist ja das \u00fcbliche Ritual, an dem wir Vielspieler allj\u00e4hrlich nicht drumrum-kommen. 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