{"id":3343,"date":"2024-01-26T23:11:44","date_gmt":"2024-01-26T22:11:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=3343"},"modified":"2024-01-28T00:13:52","modified_gmt":"2024-01-27T23:13:52","slug":"23-1-2024-traenenreicher-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2024\/01\/26\/23-1-2024-traenenreicher-tag\/","title":{"rendered":"23.1.2024: Tr\u00e4nenreicher Tag"},"content":{"rendered":"\r\n<p><strong>1. &#8220;Lacrimosa&#8221;<\/strong><br \/><br \/>Welch ein Wohlklang liegt in den Vokalen dieses Titels. Und welche Wonne zieht durch unser Gem\u00fct, wenn wir an diesen Teil der katholischen Totenmesse denken, insbesondere an die allergr\u00f6\u00dfte, allerbewegendste, allerbekannteste, die von Mozart pers\u00f6nlich komponiert wurde. (Sorry, Moritz, ich wei\u00df, dass Du ebenfalls eine \u201eMessa\u201c komponiert hast, bei deren Urauff\u00fchrung ich sogar Zuh\u00f6rer war; aber sie war nur eine \u201enormale\u201c Messe, keine Totenmesse, und enthielt dementsprechend auch keine \u201eSequenz\u201c.)<br \/><br \/>\u201eLacrimosa\u201c ist also eine Sequenz aus Mozarts Requiem, dessen Melodief\u00fchrung, Harmonierung und Instrumentierung uns heute noch wohlige Tr\u00e4nen in die Augen treiben und uns selber auf Wolke Sieben versetzen kann. Obwohl der Text eigentlich best\u00fcrzend ist: \u201eLacrimosa (\u201etr\u00e4nenreich\u201c) ist jener letzte Tag\u201c, wenn eine \u201eseltsame Tuba\u201c ert\u00f6nt und der \u201eschreckliche K\u00f6nig\u201c sein Gericht h\u00e4lt. (Das ist ja das Gesch\u00e4ftsgeheimnis der Katholischen Kirche, dass sie ihre kleinen Dosen von Tr\u00f6stung in Tonnen von Bedrohung versteckt.)<br \/><br \/>Warum schreibe ich das in einem Spielbericht? Nun ja, \u201eLacrimosa\u201c ist als Titel eines Brettspiels verwendet worden. Ferran Renalias aus Catalunya und Gerard Ascensi aus Andorra haben sich liebevoll und akribisch mit Mozart und seinem letzten Werk besch\u00e4ftigt und es thematisch ihrem Spiel untergelegt.<br \/><br \/>Wir sind M\u00e4zene Mozarts bzw. die seiner Witwe und suchen Komponisten, die Mozarts bekanntlich unvollendetes Requiem (eindr\u00fccklich dargestellt in dem Filmdrama \u201eAmadeus\u201c von Milo\u0161 Forman) fertigstellen, damit die arme Constanze den Vorschuss von 50 Tausend Gulden nicht zur\u00fcckzahlen muss.<br \/><br \/>Als Spielelemente steuern wir T\u00f6ne verschiedener Instrumente zu den verschiedenen St\u00fccken des Requiems (nicht nur zum \u201eLacrimosa\u201c) bei. Oder wir erfinden gleich komplette neue (bzw. alte) Kompositionen Mozarts in sakraler oder weltlicher Stilrichtung hinzu, f\u00fchren sie auf oder verkaufen sie. Dazwischen lassen wir den offensichtlich noch lebenden Mozart (oder ist es nur sein Schatten?) Reisen in die Musikhauptst\u00e4dte Europas unternehmen und Werbung f\u00fcr sich und seine Kunst machen.<br \/><br \/>Genug der Musik. In \u201eLacrimosa\u201c dreht sich alles nur um Geld und Ressourcen in Form von Tinte, Tickets oder Verleger, mit einem leichten Deck-Building-Charakter. Jeder hat 4 aus 9 Karten auf der Hand, von denen er pro Runde viermal je zwei paarweise als Aktion und als Remuneration ausspielt. Mit den Aktionen steuert er die oben beschriebenen Aktionen und mit der Remuneration sorgt er f\u00fcr einen gewissen R\u00fcckfluss an Ressourcen und Geld, die er f\u00fcr seine Aktionen ausgeben muss.<br \/><br \/>Wie es sich geh\u00f6rt, ist immer irgendetwas knapp, mal fehlt es an Geld, mal an Tinte und mal an Verlegern. Und manchmal hat man leider auch nicht die gew\u00fcnschte oder ben\u00f6tigte Aktionskarte auf der Hand. Lohnend ist es, sich als \u201eErinnerungsaktion\u201c Karten mit gesteigerter Remunerationsleistung zuzulegen. Da muss man am Anfang nat\u00fcrlich k\u00fcrzer treten, aber wie gew\u00f6hnlich zahlen sich solche Investitionen am Ende doppelt und dreifach aus. Moritz hat das als einziger konsequent praktiziert und wurde entsprechend auch Sieger.<br \/><br \/><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (eigentlich 8 Punkte, 1 Punkt weniger wegen der Thema-Verfehlung, \u201eDinosaurier\u201c w\u00e4re als Thema g<\/em><em>enauso geeignet gewesen, 2 Punkte weniger, weil das Spiel schwerf\u00e4llig, solit\u00e4r und extrem repetitiv ist, 1 Punkt weniger f\u00fcr das ergonomisch extrem ung\u00fcnstig designte Material [WS: falls die Mathematik hier nicht stimmt, dann m\u00fcssen wir entweder an der 5 oder an der 8 etwas drehen] [AH: die 8 stimmt und die Abz\u00fcge auch, das Ergebnis hast du ausgerechnet, nicht ich][WS: Claro, die Mathematik stammt von mir, aber ich wollte dem guten St\u00fcck doch nicht nur 4, VIER, Punkte vorn Dir vergeben lassen.]), G\u00fcnther: 6 (das Regelheft ist voller Mozart, aber das hilft uns beim Spielen leider nicht), Moritz: 6 (aus Sympathie, [WS: eine emotionale Reaktion ob des Sujets war bei ihm nicht zu erkennen], besser als das \u201eBuch-Spiel\u201c von letzter Woche, aber kein Tempo, keine Spannung, kein Mozart), Walter: 6 (eigentlich w\u00fcrde ich auch gerne 8 Punkte vergeben, schon f\u00fcr das Engagement unserer beiden westeurop\u00e4ischen Autoren f\u00fcr unser osteurop\u00e4isches (na ja, ostm\u00e4rkisches) Musikgenie, die Entt\u00e4uschung f\u00fcr so wenig Requiem und Lacrimosa und f\u00fcr so viel nackten Gesch\u00e4ftssinn im Spielablauf muss ich erst verkraften; wie gut h\u00e4tten hier Salieri, der Erzbischof von Salzburg und Kaiser Franz II ein bisschen Pfeffer hereinbringen k\u00f6nnen).<\/em><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Lacrimosa&#8221; Welch ein Wohlklang liegt in den Vokalen dieses Titels. 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