{"id":3420,"date":"2025-02-07T16:36:16","date_gmt":"2025-02-07T15:36:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=3420"},"modified":"2025-02-07T18:57:12","modified_gmt":"2025-02-07T17:57:12","slug":"05-02-2025-fischen-auf-den-hebriden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2025\/02\/07\/05-02-2025-fischen-auf-den-hebriden\/","title":{"rendered":"05.02.2025: Fischen auf den Hebriden"},"content":{"rendered":"\r\n<p><strong>1. &#8220;Tiny Epic Game of Thrones&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>Ein Ausbreitungs- und Kampfspiel f\u00fcr Clans in einer sehr gedr\u00e4ngten Geographie, die einem\u00a0 schlanken Britannien nachempfunden ist. A la Trump mit Geld oder a la Putin via Invasion m\u00fcssen uns ausbreiten, mit neutralen Clans Allianzen schmieden, gegen Mitspielerclans und deren Allianzen k\u00e4mpfen und \u00fcber diese oder jene Entwicklung Siegpunkte einheimsen. Selbst der Tod unseres H\u00e4uptlings bringt uns noch Siegpunkte ein.<\/p>\r\n<p>Eigentlich ganz einfach, denn jedem Spieler stehen in insgesamt sechs Runden nur je zwei Aktionen zur Verf\u00fcgung. \u201eVermehrung\u201c ist eine solche Aktion, im Nu abgewickelt, \u201eBewegen\u201c bzw. \u201eVerschiffen\u201c sind zwei weitere Aktionen, \u00fcber die man ebenfalls nicht viel Denkschmalz verschwenden muss. Noch schneller geht das \u201eEintauschen\u201c von Eventkarten in Geld. \u201eAllianzen Schlie\u00dfen\u201c ist etwas komplizierter, aber auch noch zu schaffen.<\/p>\r\n<p>Das Komplizierteste sind die hunderttausend verschiedenen Eventkarten, von denen jeder Spieler quasi jederzeit vier St\u00fcck auf der Hand hat und \u00fcber der Aktion \u201eEvent\u201c realisieren kann. Ihre Effekte bewegen sich im gleichen Aktionsrahmen, nur kombiniert, etwas umfangreicher und perfider.<\/p>\r\n<p>Die m\u00f6glichen Aktionen sind hier so locker hingeschrieben, sie sind aber nicht frei w\u00e4hlbar. Eine wird per Platzierungsbrett entschieden, wo au\u00dfer f\u00fcr den Startspieler einer Runde schnell die besten bzw. ben\u00f6tigsten Aktionen belegt sind. Die andere Aktion wird per W\u00fcrfel entschieden, wobei sogar selbst der Startspieler \u00e4u\u00dferst limitiert sein kann, auch wenn hier ein paar Weichmacher eingebaut sind.<\/p>\r\n<p>Aaron war hoch im Norden der britischen Insel angesiedelt und konnte mangels passender Aktionsauswahl kaum einen Schritt weg von den Hebriden ins Gelobte Land tun. G\u00fcnther und Walter werkelten ganz im S\u00fcden links und rechts von Cornwall und bem\u00fchten sich redlich und abgesprochen, sich gegenseitig nicht ins Gehege zu kommen, was sich in dem sehr beschr\u00e4nkten Raum gegen Schluss des Spiels aber nicht mehr aufrechterhalten lie\u00df. Unser Matador Moritz startete in Midlands, lie\u00df sich vors\u00e4tzlich etwas zur\u00fcckfallen, um in der ersten Wertungsrunde den Ultimus-Bonus einzustreichen, und rupfte nur hier und da gezielt unserem zweiten Matador G\u00fcnther ein paar Federn aus. Doch sein R\u00fcckstand war zu gro\u00df, er konnte sich in den verbleibenden Runden nicht mehr nach vorne und aufs Treppchen schwingen.<\/p>\r\n<p>G\u00fcnther baute Runde f\u00fcr Runde seinen Vorsprung aus und war schon fast dabei, seine Mitspieler zu \u00fcberrunden, da trafen ihn in der letzten Runde drei Schicksalsschl\u00e4ge, geschlagen von seinen drei Mitstreitern, und er w\u00e4re fast wieder bei den Leuten gewesen. Nur einen Punkt hinter ihm (fast so gut wie vor ihm) landete Walter, der von solchen Kriegsspielen ja \u00fcberhaupt nichts versteht. Lag das an seinem Startpunkt Cornwall, an der sehr dichten Grundbesiedelung, die a priori keine hochfliegenden Pl\u00e4ne und Planungen aufkommen l\u00e4sst, an der z\u00e4hen Aktionsauswahl oder daran, dass die W\u00f6lfe vom Westpark keine Schafe rei\u00dfen?<\/p>\r\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (der W\u00fcrfelmechanismus gef\u00e4llt mir gar nicht, damit verliert man noch mehr Flexibilit\u00e4t, die ohnehin schon sehr begrenzt ist), G\u00fcnther: 6 (es gibt eine Reihe von strategischen und taktischen M\u00f6glichkeiten), Moritz: 7 (in der tollen kleinen Spieleschachtel ist ein vollwertiges Brettspiel drin), Walter: 6 (selbst das dolce Vita in Cornwall kann Lorbeeren tragen).<\/em><br \/><br \/><strong>2. &#8220;Fischen&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>Ein Stichkartenspiel. Offiziell soll es etwas mit Deckbuilding zu tun haben. Richtig daran ist: jeder hat 8 (in sp\u00e4teren Runden 9, 10, 11 oder 12) Karten in der Hand, und spielt jeweils eine davon zu einem Stich aus. Man muss bedienen und die h\u00f6chste Karte bzw. der h\u00f6chste Trumpf macht den Stich. Soweit Stichkartenspiel.<\/p>\r\n<p>Die Karten eines Stiches z\u00e4hlen a) als Siegpunkte und b) sind sie es, mit der man die n\u00e4chste Runde bestreiten muss. Wer hohe Karten in seinen Stichen einkassieren konnte, hat f\u00fcr die n\u00e4chste Runde einen gewissen Vorteil. Aber nur bedingt. Denn wer nicht gen\u00fcgend Karten stechen konnte, darf seine n\u00e4chsten Karten vom Nachziehstapel ziehen, und dort gibt es via gewolltem Design deutlich st\u00e4rkere Karten. Es geht f\u00fcr jeden Spieler also um das Abw\u00e4gen, ob er einen Stich und damit sofort ein paar Punkte macht, oder ob er lieber auf einen Stich verzichtet, um sp\u00e4ter \u00fcber die Karten vom Nachziehstapel seinen Reibach zu machen. \u2013 Sofern ihm die Chance f\u00fcr diese Alternative \u00fcberhaupt geboten ist. Deckbuilding gleich Null.<\/p>\r\n<p>Es kommt aber noch schlimmer. Im Kartenspiel sind Sonderkarten enthalten, die man jederzeit zugeben darf, auch wenn man eine ausgespielte Farbe bedienen m\u00fcsste. Damit ist erstens das planm\u00e4\u00dfige Kalkulierten vom Abspielen einer Kartenhand unm\u00f6glich gemacht, und anstelle eines Stiches erh\u00e4lt man z.B. nur Dreiviertel davon, noch dazu das schlechtere, denn die beste Karte wird sich der Sonderkartenspieler nat\u00fcrlich selber aneignen. Damit ger\u00e4t das Deckbuilding sogar noch unter Null. Mit einer Sonderkarte kann man sogar das Ausspielrecht zum n\u00e4chsten Stich sichern; damit wird die Planbarkeit der Kartenhand noch weiter ausgehebelt.<\/p>\r\n<p>Diese b\u00f6se Kritik schreibe ich jetzt als Bridgespieler. Der anerkannte Spieleautor Friedemann Friese m\u00f6ge es mir verzeihen. \u201eFischen\u201c ist nicht f\u00fcr unsereiner gedacht, sondern als \u201e\u201eBier- und Bretzelspiel\u201c, ein Spiel mit wenigen Regeln und Strategien sowie einem hohen Ma\u00df an Zufall und einem lockeren Thema. Die KI definiert diesen Begriff als: \u201eein Spiel, das leicht zug\u00e4nglich und vor allem auf Spa\u00df und Geselligkeit ausgerichtet ist. Es eignet sich besonders gut f\u00fcr zwanglose Spielabende mit Freunden, bei denen weniger die strategische Tiefe oder komplexe Spielmechaniken im Vordergrund stehen, sondern vielmehr der gemeinsame Spa\u00df am Spielen, die lockere Atmosph\u00e4re f\u00fcr entspannte Abende mit Gummib\u00e4rchen und Chips.\u201c<\/p>\r\n<p>Meine pers\u00f6nliche Abneigung gegen\u00fcber chaotischen Kartenspielen nur zum Zeitvertreib m\u00f6chte ich mit einer (Ab-)Qualifikation von Schopenhauer unterstreichen: \u201eDas Bier- und Bretzelspiel ist eine Form der Zeitverschwendung und Ausdruck geistiger Tr\u00e4gheit. Menschen, die sich diesem Kartenspiel hingeben, neigen dazu, ihre wertvolle Lebenszeit mit blo\u00dfer Zerstreuung zu vergeuden, anstatt sich mit sinnvollen T\u00e4tigkeiten wie philosophischem Nachdenken, Bildung oder kreativen T\u00e4tigkeiten zu besch\u00e4ftigen. Weil sie keine Gedanken auszutauschen haben, tauschen sie Karten aus. O, kl\u00e4gliches Geschlecht!\u201c<\/p>\r\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 7 (f\u00fcr das, was es ist: einfaches Stichspiel mit Chaos), G\u00fcnther: 6 (als Chaos-Spielchen), Moritz: 7 (originell, ich w\u00fcrde es noch einmal spielen), Walter: 3 (f\u00fcr meine Restlebenszeit muss ich mit Zeitvertreibern vorsichtig umgehen).<\/em><br \/><br \/><strong>3. &#8220;Wer macht jetzt Schluss?&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>Aaron hat von einer seiner Spieleautorenreisen die fast fertigen Regeln eines neuen Kartenspiels mitgebracht. Es strotz voller origineller Ideen. Wo man hinschaut sitzt alles. Fraglich ist allein, ob man der Willk\u00fcr eines Spielers oder dem Zufall das Herbeif\u00fchren des Spielendes \u00fcberlassen soll. Na ja, auch an der Punktewertung darf man noch ein bisschen drehen, das hat unsere Begeisterung f\u00fcr die zahlreichen gelungenen Mechanismen aber nicht geschm\u00e4lert.<\/p>\r\n<p><em>Keine WPG-Wertung f\u00fcr ein Spiel in der Entstehungsphase.<\/em><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Tiny Epic Game of Thrones&#8221; Ein Ausbreitungs- und Kampfspiel f\u00fcr Clans in einer sehr gedr\u00e4ngten Geographie, die einem\u00a0 schlanken Britannien nachempfunden ist. 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