{"id":3491,"date":"2026-01-30T20:34:16","date_gmt":"2026-01-30T19:34:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/?p=3491"},"modified":"2026-02-02T19:40:05","modified_gmt":"2026-02-02T18:40:05","slug":"28-01-2026-nimm-dir-zeit-und-einen-baum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2026\/01\/30\/28-01-2026-nimm-dir-zeit-und-einen-baum\/","title":{"rendered":"28.01.2026: Nimm\u2018 Dir Zeit und einen Baum!"},"content":{"rendered":"\r\n<p><strong>1. &#8220;Click A Tree&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>Jeder legt f\u00fcr sich eine Landschaft aus Hexagons zusammen. Auf den Hexagons sind entweder Fr\u00fcchte und B\u00e4ume (je 7 an der Zahl) aufgemalt, oder es sind sogenannte Erntepl\u00e4ttchen mit definierten Erntekanten. Pro Zug darf jeder Spieler drei Hexagons in seine Landschaft einbauen. St\u00f6\u00dft dabei eine Frucht an eine Erntekante an, darf geerntet werden. Geerntet werden d\u00fcrfen so viele Einheiten einer Frucht wie Hexagons\u00a0 mit dieser Frucht aneinandersto\u00dfen. Man darf von jeder Sorte aber nur soviel ernten, wie in den eigenen Keller passt. \u00dcberz\u00e4hlige Fr\u00fcchte verfallen.<\/p>\r\n<p>Um den Keller zu vergr\u00f6\u00dfern, muss man beim Legen der Hexagons bestimmte Muster erzielen, z.B. vier gleiche B\u00e4ume in einer Reihe, oder vier ungleiche B\u00e4ume um ein Erntepl\u00e4ttchen, oder alle Kanten eines Erntepl\u00e4ttchen belegt, und was dergleichen an Kombinationen m\u00f6glich ist. Ungef\u00e4hr 10 dieser topologischen Muster werden honoriert.<\/p>\r\n<p>Jeder Spieler muss beim Anlegen also antagonistische Ziele vor Augen haben: gleichartige vs. verschiedenartige B\u00e4ume zusammenlegen, gleichartige Fr\u00fcchte vs. verschiedenartige Fr\u00fcchte zusammenlegen, gestreckte Formen oder Kugelformen gleicher Hexagons bauen, Fr\u00fcchte an Erntepl\u00e4ttchen oder nur unter sich anlegen. Alles auf einmal ist nicht m\u00f6glich, aber je gr\u00f6\u00dfer die eigene Landschaft geworden ist, desto h\u00e4ufiger wird sich dieses oder jenes honorierte Muster finden lassen. Sofern man nicht von vorneherein dieses oder jenes Muster angestrebt hat.<\/p>\r\n<p>Gewonnen hat der Spieler, der als erster von einer variablen Anzahl Fr\u00fcchten eine variable Mindestanzahl in seinem entsprechend erweiterten Keller liegen hat. Wie viele ben\u00f6tigt sind, das hat Rosenberg nach einem cleveren System anschaulich bereitgestellt, in Worten l\u00e4sst sich das aber nur schwer ausdr\u00fccken.<\/p>\r\n<p><em>WPG-Wertung: Aaron: 5 (wohlwollend, nicht schlecht, aber die verr\u00fcckte Grafik macht es jedem Spieler schwer, die Struktur seiner Landschaft zu erkennen; alles ist k\u00fcnstlich verkompliziert, keinerlei Interaktion, das Regelheft ist kurz aber falsch und unvollst\u00e4ndig; eine akzeptable Solo-Aufgabe), G\u00fcnther: 6 (die Grafik sollte abstrakter sein, wenn wir 30 Jahre j\u00fcnger w\u00e4ren, k\u00e4men wir mit der komplexen Szenerie besser zurecht), Walter: 5 (das Legen von Hexateilen ist konstruktiv, dabei die tausend anzustrebenden topologischen Muster zu ber\u00fccksichtigen, ist unbefriedigend).<\/em><br \/><br \/><strong>2. &#8220;Take Time&#8221;<\/strong><\/p>\r\n<p>Das kooperative Zahlenspiel, das wir am 5. 11. 2025 zum ersten Mail bei uns aufliegen hatten, sollte uns wohl noch eine Weile begleiten. Bis zur bitteren Neige.<\/p>\r\n<p>Wir m\u00fcssen 12 Karten mit Zahlen zwischen 1 und 12 reihum einzeln und verdeckt auf 6 S\u00e4ulen so verteilen, dass hinterher, wenn alle Karten gespielt sind und aufgedeckt werden, die Summe der Zahlenkarten an jeder S\u00e4ule eine aufsteigende Reihe bilden. Je 2 Zahlen sind doppelt und die H\u00e4lfte der Karten bleiben aus dem Spiel; es ist also nicht genau bekannt, welche Zahlenkarten im Spiel sind. Ach richtig, maximal 3 Karten d\u00fcrfen offen hingelegt werden.<\/p>\r\n<p>Mit steigendem Schwierigkeitsgrad werden an das Anlegen der Karten weitere und h\u00f6here Anforderungen gestellt. Von Ferne ist das Kooperationsprinzip mit dem vorz\u00fcglichen \u201eBomb Busters\u201c vergleichbar: Abstrakte mathematische Schlu\u00dffolgerungen anhand bekannter und unbekannter Zahlen. Vom Spielespa\u00df her gibt es aber einen gewaltigen Unterschied: Bei \u201eBomb Busters\u201c kann ein ungl\u00fccklicher Spieler eine offenliegende Schlussfolgerung \u00fcbersehen, das falsche Kabel durchschneiden und alle haben sofort verloren. Dann ist ein <strong>\u201eSorry, es tut mir leid, ich habe nicht aufgepasst\u201c<\/strong> f\u00e4llig und die Spielerweit ist wieder in Ordnung. Oder ein Spieler hat keine Chance f\u00fcr einen totsicheren Zug und bekennt das auch offen; er muss dann einen Risikozug tun, und wenn er damit falsch liegt, haben wieder alle sofort verloren, aber diesmal hat keiner einen Grund zu einem \u201eSorry!\u201c oder \u201e<strong>du Depp<\/strong>\u201c. Bei \u201eTake Time\u201c entscheidet sich Erfolg oder Misserfolg hingegen erst nach der allerletzten Karte, und dann k\u00f6nnen die unterschiedlichsten, strittigsten Argumente vorgebracht werden, wann welcher Spieler mit welcher Karte die Aufgabe nicht erfolgreich oder sogar unl\u00f6sbar gemacht hat.<\/p>\r\n<p>Heute galt es die Zusatzaufgabe zu l\u00f6sen, an die S\u00e4ulen 1 und 4 die beiden niedrigsten Karten des Spiel abzulegen. In der \u00fcblichen Strategiediskussion zu Beginn des Spiels wurde festgelegt, dass ein Spieler, sofern er eine \u201eEins\u201c oder \u201eZwei\u201c in der Hand hat, diese Karte gleich in seinem ersten Zug verdeckt ablegen solle, die ersten Karte an Stapel 1, die zweite Karte an Stapel 4.<\/p>\r\n<p>Nach Sichtung seiner Kartenhand begann Aaron unverz\u00fcglich mit einer verdeckten Karte an S\u00e4ule 1. Zweifellos eine \u201eEins\u201c. G\u00fcnther als Zweiter legte an S\u00e4ule 5 offen eine \u201eZehn\u201c. Zweifellos besa\u00df er keine \u201eZwei\u201c Jetzt war Walter an der Reihe. Er legte eine \u201eSieben\u201c <strong>OFFEN<\/strong> an der inkriminierten S\u00e4ule 4 ab.<\/p>\r\n<p>Nach einem kurzen Schreckensmoment erhob sich ein lautloses lautes Staunen, wie er es noch nie erlebt hat. Aaron und G\u00fcnther schauten ihn mit offenen M\u00fcndern an und versicherten sich gegenseitig verwundert verwundernd immer lauter werdend, dass Walter jetzt unbedingt noch eine \u201eZwei\u201c auf der Hand haben m\u00fcsse. Walter war schockiert.<\/p>\r\n<p>Wie kann man gem\u00e4\u00df der Vereinbarung, im ersten Zug verdeckt eine \u201eEins\u201c oder \u201eZwei\u201c abzulegen, aus dem offenen Ablegen einer \u201eSieben\u201c schlie\u00dfen, dass der Besitzer auch noch eine \u201eZwei\u201c haben m\u00fcsse? Nur weil die Karte an die inkriminierte S\u00e4ule 4 abgelegt wurde?<\/p>\r\n<p>Selbst unser Logik-Riese G\u00fcnther, mit einer \u201eDrei\u201c auf den Hand, w\u00e4re Walter fast ins Gesicht gesprungen, als sich herausstelle, dass Walter keine \u201eZwei\u201c auf der Hand hatte.<\/p>\r\n<p>Als n\u00e4chstes wurde Walter lautstark mit dem Vorwurf konfrontiert, er habe mit seinem Ablegen eine <strong>\u201eNull-Information\u201c<\/strong> gegeben. Dabei hatte er eindeutig \u2013 soweit es hier \u00fcberhaupt Eindeutigkeit geben kann \u2013 gezeigt, dass er keine 12, 11 und 10, ja wahrscheinlich noch nicht einmal eine 9 hatte, die h\u00e4tte er n\u00e4mlich an den oberen S\u00e4ulen 5 oder 6 abgelegt. Und dass er auch keine 1, 2 und 3 auf der Hand hatte, die h\u00e4tte er ja an S\u00e4ule 4 abgelegt. Ist das eine \u201eNull-Information\u201c??!!<\/p>\r\n<p>In der Streitdiskussion \u00fcber Sinn und Unsinn seines Zuges wurde Walter dann weiter vorgeworfen, er habe seine Karte <strong>\u201eohne Not\u201c<\/strong> an Stapel 4 abgelegt. Was hei\u00dft denn \u201eohne Not\u201c? Hat er denn damit unsere L\u00f6sungschancen auch nur um ein Milligramm geschm\u00e4lert? War die \u201eSieben\u201c an S\u00e4ule 4 denn nicht vorz\u00fcglich placiert und h\u00e4tte sich mit der hier noch zu placierenden n\u00e4chstniedrigen Zahl, im Zweifelsfall auch mit zwei niedigen Zahlen,\u00a0 die in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 3 bis 5 zu erwarten waren, eine ideale Kartensumme ergeben? Zweifellos! Ohne Not!<\/p>\r\n<p>Jetzt kann ich nur noch einen Satz aus dem Spielbericht vom 5. November letzten Jahres zitieren: <em>\u201eNach einem verbissenen uneinsichtigen Austausch von Vorw\u00fcrfen und Argumenten warf Walter das Handtuch und wollte dieses Spiel nicht mehr weiterspielen. Nie mehr.\u201c<\/em><\/p>\r\n<p><em>WPG-Wertung: Der bisherigen Durchschnitt von 7,3 bleibt. Walter geht mit seiner Wertung nur deshalb keinen Punkt nach unten, weil die Strategie-Diskussion zu Beginn des Spiels Spa\u00df machen k\u00f6nnte.<\/em><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. &#8220;Click A Tree&#8221; Jeder legt f\u00fcr sich eine Landschaft aus Hexagons zusammen. Auf den Hexagons sind entweder Fr\u00fcchte und B\u00e4ume (je 7 an der Zahl) aufgemalt, oder es sind sogenannte Erntepl\u00e4ttchen mit definierten Erntekanten. Pro Zug darf jeder Spieler drei Hexagons in seine Landschaft einbauen. 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