{"id":3521,"date":"2005-03-13T12:00:00","date_gmt":"2005-03-13T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/03\/13\/allesim-eimer\/"},"modified":"2005-03-13T12:00:00","modified_gmt":"2005-03-13T11:00:00","slug":"allesim-eimer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/03\/13\/allesim-eimer\/","title":{"rendered":"Alles\nim Eimer"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/18819\" target=\"_blank\">Alles<br \/>\nim Eimer<\/a><\/h2>\n<p><i>rezensiert von Walter Sorger<\/i><\/p>\n<p>Das Spiel besitzt deutlich den Charakter eines Stichspiels, d.h. es ist ein<br \/>\nKartenspiel, bei dem um Stiche gespielt wird. Es geht allerdings nicht darum, die meisten<br \/>\nStiche zu gewinnen, sondern darum, Stiche am wenigsten oft zu verlieren. Das sieht wie<br \/>\nfolgt aus:<\/p>\n<p>Jeder Spieler erh\u00e4lt zu Beginn 8 Karten von insgesamt 80 Karten in 5 Kartenfarben; die<br \/>\nrestlichen Karten kommen auf einen verdeckten Stapel. Der Startspieler spielt eine Karte<br \/>\neiner beliebigen Farbe und einem beliebigen Kartenwert (Zahlen 1 bis 8) aus. Der n\u00e4chste<br \/>\nSpieler kommt an die Reihe und darf nun aus seiner Hand 1 bis 3 Karten dieser Stichfarbe<br \/>\nzugeben, wobei der Kartenwert in Summe aber h\u00f6her sein mu\u00df, als der bereits ausliegende<br \/>\nWert. Anschlie\u00dfend zieht der Spieler eine neue Karte vom verdeckten Stapel und der<br \/>\nn\u00e4chste Spieler ist dran.<\/p>\n<p>Kann ein Spieler den ausliegenden Kartenwert nicht \u00fcberbieten (oder will er es nicht,<br \/>\nweil er seine guten Karten f\u00fcr etwas Besseres aufheben will), hat er den Stich verloren.<br \/>\nEr mu\u00df einen Lebenspunkt hergeben, oder richtiger gesagt, er verliert einen Eimer aus<br \/>\nseiner &#8220;Eimerpyramide&#8221;. Daf\u00fcr darf er dann eine beliebige Karte zum n\u00e4chsten<br \/>\nStich ausspielen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/allesimeimer\/eimer_b1.jpg\" align=\"left\" width=\"241\" height=\"274\" border=\"0\" alt=\"board\"\/><\/p>\n<p>In der &#8220;Eimerpyramide&#8221; hat jeder Spieler insgesamt 10 Eimer aufgestapelt,<br \/>\nvon jeder Kartenfarbe zwei. Ganz oben ist nur ein Eimer, in der untersten Reihe sind vier<br \/>\nEimer. Beim Verlust eines Stiches verliert man nat\u00fcrlich nicht irgendeinen Eimer, sondern<br \/>\neinen in der Farbe des Stiches. Wer Gl\u00fcck hat, kann einen Eimer aus der obersten Reihe<br \/>\nhergeben, wer Pech hat, mu\u00df einen Eimer mitten aus seiner Pyramide herauspulen und<br \/>\nverliert damit zugleich alle dar\u00fcberliegenden Eimer, die wegen Instabilit\u00e4t jetzt die<br \/>\nPyramide hinunterpurzeln.<\/p>\n<p>Zur Taktik des Spieles geh\u00f6rt es, seine Pyramide optimal aufgebaut zu haben, so da\u00df<br \/>\nman immer die obersten Eimer verliert. Deswegen sollten die Eimer der schw\u00e4chsten Farbe<br \/>\nm\u00f6glichst oben liegen. Da sich die Kartenhand aber durch Ausspielen und Nachziehen<br \/>\nziemlich schnell \u00e4ndert, und da au\u00dferdem starke und schwache Farben im wesentlichen von<br \/>\nden Kartenh\u00e4nden und den Ambitionen der Mitspieler definiert sind, unterliegt der<br \/>\n&#8220;optimale&#8221; Aufbau der Pyramide zu einem erheblichen Teil dem Zufall.<\/p>\n<p>Doch unabh\u00e4ngig von dieser zufallsbedingten Unw\u00e4gbarkeit sollte die Pyramide so<br \/>\nzusammengestellt werden, da\u00df jeweils der zweite Eimer einer Farbe frei liegt, wenn der<br \/>\nerste wegger\u00e4umt werden mu\u00df. Diese Regel hat G\u00fcnther formuliert. Wie das im Einzelnen<br \/>\ndann auszusehen hat, und ob es topologisch \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, bleibt sein Geheimnis.<br \/>\nImmerhin hat er so (oder \u00e4hnlich) mit seinen Spuiratzn in diesem Jahr die regionale<br \/>\nVorausscheidung f\u00fcr die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel \u00fcberstanden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/allesimeimer\/eimer_b2.jpg\" align=\"right\" width=\"250\" height=\"281\" border=\"0\" alt=\"cards\"\/><\/p>\n<p>Dem Aufbau der Pyramiden ist in der Spielanleitung zu wenig Beachtung geschenkt<br \/>\nworden. Soll der Aufbau geheim oder \u00f6ffentlich erfolgen? D\u00fcrfen sich die Spieler dabei<br \/>\ngegenseitig beobachten? \u00dcber diesen wichtigen Punkt ist \u00fcberhaupt nichts ausgesagt. Ich<br \/>\nhielte es f\u00fcr eine gute L\u00f6sung, wenn alle Spieler reihum \u00f6ffentlich jeweils einen Eimer<br \/>\nin ihre Pyramide einf\u00fcgen, und zwar von oben nach unten. Aus dem Bau der Mitspieler kann<br \/>\nman dann ein bi\u00dfchen auf ihre Kartenverteilung schlie\u00dfen und diese Erkenntnisse in seine<br \/>\neigene Eimer-Verteilung einflie\u00dfen lassen. Es bleibt Herzschmerz erspart, wenn man eine<br \/>\nvermeintlich gute Farbe ziemlich weit unten plaziert hat und bei der Ver\u00f6ffentlichung der<br \/>\ngeheim gebauten Pyramiden seines Vorg\u00e4ngers erkennen mu\u00df, da\u00df er sich in dieser Farbe<br \/>\noffensichtlich auch sehr stark f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Was kann man noch f\u00fcr sein Gl\u00fcck tun? Beim eigentlichen Stichspiel hat man nat\u00fcrlich<br \/>\n\u00fcberhaupt keine Handlungsfreiheit, wenn man keine h\u00f6here Karte(n) in der Stichfarbe<br \/>\nbesitzt und unausweichlich einen Eimer abgeben mu\u00df. Aber selbst wenn man den Stich nicht<br \/>\nzwangsweise verloren hat, kann man noch \u00fcberlegen, ob man ihn nicht freiwillig verloren<br \/>\ngibt, um damit Vorteile f\u00fcr die Zukunft zu gewinnen:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"a\">\n<li>Vielleicht wird durch das Wegnehmen eines Eimers in der aktuellen Stichfarbe die<br \/>\nrestliche Pyramide insgesamt etwas &#8220;flexibler&#8221;.<\/p>\n<\/li>\n<li>Vielleicht kann ich die ben\u00f6tigten Karten in einer sp\u00e4teren Spielphase viel<br \/>\ndringlicher gebrauchen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Vielleicht kann ich nach dem Verlust von Stich und Eimer eine neue Stichfarbe w\u00e4hlen,<br \/>\nmit der ich meinem Nachfolger in seiner aktuellen Pyramidenruine bekannterma\u00dfen einen<br \/>\nnoch gr\u00f6\u00dferen Schaden zuf\u00fcgen kann.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nat\u00fcrlich ergeben diese taktischen \u00dcberlegungen noch kein Dichter- und Denkerspiel.<br \/>\nDas soll es auch gar nicht sein. &#8220;Alles im Eimer&#8221; ist ein Spiel der<br \/>\nSchadenfreude. Freude daran, einen eigenen Schaden vermieden zu haben und Freude daran,<br \/>\neinen fremden Schaden verursacht zu haben. Das alles geht wunderbar schnell \u00fcber die<br \/>\nB\u00fchne, das eigene Leid ist schnell vergessen, und das Leid der Konkurrenten ist immer<br \/>\neinen herzhaften Lacher wert. Bei insgesamt 4 Mitspielern kommt man damit auf einen<br \/>\ndeutlich positiven Lach-Erwartungswert.<\/p>\n<p>Und wenn alles schief gelaufen ist und ich meinen letzten Eimer verloren haben, dann<br \/>\nfangen wir schnell ein neues Spielchen an und ich mache mir von neuem Hoffnungen auf<br \/>\neinen optimalen Pyramideaufbau, auf eine gesegnete Kartenhand und auf taktisches<br \/>\nGeschick. Wie sagte schon Carmen zu ihrem Torero: &#8220;Es ist immer s\u00fc\u00df zu<br \/>\nhoffen.&#8221;<\/p>\n<p>Am Tisch: Andrea, G\u00fcnther, Moritz, Walter.<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles im Eimer rezensiert von Walter Sorger Das Spiel besitzt deutlich den Charakter eines Stichspiels, d.h. es ist ein Kartenspiel, bei dem um Stiche gespielt wird. Es geht allerdings nicht darum, die meisten Stiche zu gewinnen, sondern darum, Stiche am wenigsten oft zu verlieren. 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