{"id":3552,"date":"2004-11-07T12:00:00","date_gmt":"2004-11-07T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2004\/11\/07\/derherr-der-ringe-der-ringkrieg\/"},"modified":"2004-11-07T12:00:00","modified_gmt":"2004-11-07T11:00:00","slug":"derherr-der-ringe-der-ringkrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2004\/11\/07\/derherr-der-ringe-der-ringkrieg\/","title":{"rendered":"Der\nHerr der Ringe: Der Ringkrieg"},"content":{"rendered":"<p align=\"right\">\n<div align=\"right\">\n<form><input style=\"font-weight:bold\" type=\"button\" value=\"im Forum diskutieren\" onclick=\"location.replace('..\/PBLang\/index.php')\"\/><\/form>\n<\/div>\n<table align=\"right\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/warofthering_t.jpg\" width=\"353\" height=\"260\" border=\"0\" alt=\"War of the Ring cover\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"right\">\n<td>\n<table class=\"ybackgr\" align=\"center\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\" width=\"353\">\n<tr>\n<td>Autor<\/td>\n<td align=\"right\">Marco Maggi<br \/>\n<br \/>\nFrancesco Nepitello<br \/>\n<br \/>\nRoberto di Meglio<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Verlag<\/td>\n<td align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.phalanxgames.nl\/\" target=\"_blank\">Phalanx Games<br \/>\nb.v.<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>erschienen<\/td>\n<td align=\"right\">2004<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielerzahl<\/td>\n<td align=\"right\">2-4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielzeit<\/td>\n<td align=\"right\">3-4 Stunden<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/16283\" target=\"_blank\">Der<br \/>\nHerr der Ringe: Der Ringkrieg<\/a><\/h2>\n<p><i>Rezension von Moritz Eggert<\/i><\/p>\n<p>Ganz am Ende des nun langsam ausklingenden Rummels um die immens erfolgreiche<br \/>\n&#8220;Herr der Ringe&#8221;-Verfilmung kommt vollkommen unerwartet ein Spiel &#8220;sie<br \/>\nalle zu knechten&#8221;, oder zumindest mit einer sehr gro\u00dfen Chance dazu&#8230;<\/p>\n<p>Quasi aus dem Nichts haben drei bisher unbekannte italienische Designer (<a href=\"http:\/\/sunsite.informatik.rwth-aachen.de\/cgi-bin\/luding\/AuthorData.py?f=00Q^E4X&amp;authorid=2543\" target=\"_blank\">Francesco Nepitello<\/a>, <a href=\"http:\/\/sunsite.informatik.rwth-aachen.de\/cgi-bin\/luding\/AuthorData.py?f=00Q^E4X&amp;authorid=2542\" target=\"_blank\">Marco Maggi<\/a>, <a href=\"http:\/\/sunsite.informatik.rwth-aachen.de\/cgi-bin\/luding\/AuthorData.py?f=00Q^E4X&amp;authorid=3165\" target=\"_blank\">Roberto Di Meglio<\/a>) ein Spiel geschaffen (<a href=\"http:\/\/www.warofthering.it\/\" target=\"_blank\">www.warofthering.it\/<\/a> ), das wie<br \/>\n   wenige Spiele vorher versucht, den epischen Gehalt der Saga um die Hobbits aus dem<br \/>\n   Auenland auf das Spielbrett zu bringen. Es ist daher eins von wenigen Spielen, das<br \/>\n   wirklich den <i>gesamten<\/i> Ringkrieg spielbar macht, und nicht nur<br \/>\n   Detailereignisse.<\/p>\n<p>Die Szene d\u00fcrstet ja nicht gerade nach neuen Spielen dieser Thematik. Bis jetzt gibt<br \/>\nes sicherlich knapp hundert Spiele, die Themen aus dem &#8220;Herrn der Ringe&#8221;<br \/>\nbehandeln (und nat\u00fcrlich ebenso zahllose Computerspiele) &#8211; <a href=\"http:\/\/www.freewebs.com\/tolkienboardgamecollecting\/\" target=\"_blank\">www.freewebs.com\/tolkienboardgamecollecting\/<\/a>. Am Anfang des Rollenspielbooms<br \/>\nwar der &#8220;Herr der Ringe&#8221; Vorbild f\u00fcr zahllose unlizensierte Brett- und<br \/>\nRollenspiele, meistens &#8220;Wargames&#8221; oder Miniaturenspiele, die sich den diversen<br \/>\nSchlachten des Ringkriegs widmen. Doch schon bald gebot der dunkle Schatten Mordors (oder<br \/>\ndie damals zum ersten Mal verschacherte Filmlizenz, die in dem leider schon wieder etwas<br \/>\nvergessenen ersten &#8220;Herr der Ringe&#8221;-Zeichentrickfilm resultierte) der freien<br \/>\nPhantasie Einhalt. Schnell nannte Gary Gygax, Miterfinder von D&amp;D, die Hobbits in<br \/>\n&#8220;Halblinge&#8221; um, und bescherte damit der Fantasy Welt einen neuen<br \/>\nArchetypen.<\/p>\n<p>Nur wenige Spielefirmen hatten das Budget, sich die Lizenzen zu leisten. Die ersten<br \/>\nwirklich ambitionierten Umsetzungen kamen dann von SPI, deren hochkomplexes Wargame<br \/>\n&#8220;War of the Ring&#8221; (&#8220;Der Ringkrieg&#8221;) von Altmeister Richard Berg,<br \/>\nlange Zeit das Ma\u00df der Dinge war. Auch wenn Richard Berg angeblich an einem Remake zu<br \/>\ndiesem Spiel arbeitet, er wird sich sehr bem\u00fchen m\u00fcssen, &#8220;Der Ringkrieg&#8221; zu<br \/>\n\u00fcbertreffen, denn bei seinem alten &#8220;War of the Ring&#8221; handelte es sich zwar um<br \/>\nein episches aber auch legend\u00e4r unausgegorenes Spiel.<\/p>\n<p>In den 80er Jahren tat sich dann die junge Firma &#8220;ICE&#8221; mit einigen<br \/>\ninteressanten Spielen hervor, die die Thematik zum Teil sehr frei weiterentwickelten,<br \/>\naber auch in dem grandiosen (und untersch\u00e4tzten) &#8220;Fellowship of the Ring&#8221;<br \/>\nm\u00fcndeten, dem bis heute komplexesten Spiel zum Thema.<\/p>\n<p>Heute sind die meisten dieser Spiele gesuchte Sammlerst\u00fccke, was nicht verwundert!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/warofthering_b1.jpg\" align=\"left\" width=\"310\" height=\"272\" border=\"0\" alt=\"War of the Ring board\"\/>Nach ca. einem Jahrzehnt relativer Stille begann der Rummel um die neue<br \/>\nPeter-Jackson-Verfilmung, und damit eine bisher nicht gekannte Welle neuer Spiele.<br \/>\nSicherlich sind in den letzten 4 Jahren mehr &#8220;Herr der Ringe&#8221;-Spiele<br \/>\nerschienen, als in allen Jahren zuvor. Es gibt Miniaturenspiele (Games Workshop),<br \/>\nSammelkartenspiele (Decipher, ICE), Skirmishspiele (Sabertooth) und nat\u00fcrlich zahllose<br \/>\nBrett- und Kartenspiele. Von diesen Spielen sind sicherlich die von Kosmos in Deutschland<br \/>\ndie erfolgreichsten, allen voran das gro\u00dfe &#8220;Herr der Ringe&#8221;-Spiel von Knizia,<br \/>\ndas jedoch f\u00fcr viele Geschm\u00e4cker ein wenig zu abstrakt und &#8220;berechenbar&#8221; ist,<br \/>\nund daher relativ wenig Atmosph\u00e4re r\u00fcberbringt.<\/p>\n<p>Doch was bisher tats\u00e4chlich fehlte, ist ein &#8220;episches&#8221; Brettspiel, das<br \/>\nwirklich die gesamte Geschichte umsetzt. &#8220;Herr der Ringe Risiko&#8221; war zwar f\u00fcr<br \/>\nviele Fans ein Muss, doch letztlich ist es nur ein relativ unbemerkenswerter Risiko-Klon<br \/>\nohne n\u00e4heren Bezug zur Geschichte.<\/p>\n<p>Jedes Spiel, das den &#8220;Herr der Ringe&#8221; in seiner Gesamtheit darstellen will,<br \/>\nhat grunds\u00e4tzlich mehrere Probleme zu bew\u00e4ltigen. Zuerst einmal ist der immense Reichtum<br \/>\nder Tolkienschen Sch\u00f6pfung in irgendeiner Form einzufangen. D.h. die Figuren m\u00fcssen<br \/>\nspezielle F\u00e4higkeiten haben (Gandalf und Aragorn machen zum Beispiel als Figuren tief<br \/>\ngreifende Ver\u00e4nderungen durch, die in irgendeiner Form ins Spiel geh\u00f6ren). Wenn diese<br \/>\nF\u00e4higkeiten aber all zu detailliert sind, k\u00f6nnen sie das Spiel komplett ausbremsen.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem aber ist das der Bewegung der Gemeinschaft des Ringes. Es muss eine<br \/>\nChance f\u00fcr den Spieler Saurons geben, spielerisch etwas gegen den Marsch der Hobbits zu<br \/>\ntun, gleichzeitig wei\u00df aber Sauron im Buch lange nichts von Frodo und Sams Plan, zum<br \/>\nSchicksalsberg vorzudringen. Bei Richard Bergs &#8220;War of the Ring&#8221; bestand die<br \/>\nKillertaktik einfach darin, alle Diener des B\u00f6sen schon in Erwartung des Ringtr\u00e4gers auf<br \/>\ndem Schicksalsberg zu versammeln, Frodo konnte dann gleich schon von Anfang an aufgeben,<br \/>\ndenn gegen 9 Nazguls plus diversen Monster hatten er und Sam dann doch keine Chance. Als<br \/>\nBuch w\u00e4re das sehr langweilig gewesen!<\/p>\n<p>Abgesehen davon, ist eine &#8220;geheime&#8221; Bewegung immer ein gro\u00dfes Problem f\u00fcr<br \/>\nein Brettspiel, in &#8220;Fellowship of the Ring&#8221; sind hierzu zum Beispiel dutzende<br \/>\nwinzige &#8220;W\u00fcrfeldummies&#8221; im Umlauf, die den dunklen Spieler verwirren<br \/>\nsollen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/warofthering_b2.jpg\" align=\"right\" width=\"310\" height=\"264\" border=\"0\" alt=\"War of the Ring board\"\/>Bisher sind diese Probleme noch nie vollkommen \u00fcberzeugend gel\u00f6st worden, umso<br \/>\n\u00fcberraschender ist es, das jetzt, quasi als Nachgedanke des Hypes, ein so wunderbares<br \/>\n&#8220;Herr der Ringe&#8221;-Spiel erscheint. Und es ist ein Spiel f\u00fcr SPIELER, nicht f\u00fcr<br \/>\nFans allein. Es ist mutig von Phalanx (die die hervorragende deutsche Ausgabe betreuen),<br \/>\nein solches Spiel herauszubringen, denn ein typisches Familienspiel ist &#8220;Der<br \/>\nRingkrieg&#8221; nicht (man muss nat\u00fcrlich sagen, dass schon Knizias Spiel keine leichte<br \/>\nKost war). Dennoch ist hier ein wunderbarer Kompromiss zwischen \u00fcberdetaillierten und<br \/>\n&#8220;zu simplen&#8221; Regeln gefunden worden, der einem gro\u00dfen Respekt abn\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Das Spielmaterial ist zuallererst einmal \u00fcberw\u00e4ltigend. Das Spiel ist zum Bersten voll<br \/>\nmit \u00fcber hundert (schon abgetrennten) Plastikfiguren (alle V\u00f6lker Mittelerdes haben<br \/>\neigene Figuren, und nat\u00fcrlich gibt es auch einzelne Figuren f\u00fcr die Haupthelden des<br \/>\nRingkrieges), Karten, Countern und einem gigantischen Spielplan, der in seiner Gr\u00f6\u00dfe noch<br \/>\ndazu Sinn macht und nicht nur aufgeblasen ist.<\/p>\n<p>Man hat (wahrscheinlich aus Kostengr\u00fcnden) auf die teure Filmlizenz verzichtet, und<br \/>\nstattdessen auf den schon mehrmals bew\u00e4hrten Tolkien-Illustrator <a href=\"http:\/\/sunsite.informatik.rwth-aachen.de\/cgi-bin\/luding\/AuthorData.py?f=00Q^E4X&amp;authorid=3170\" target=\"_blank\">John Howe<\/a> zur\u00fcckgegriffen, der mit diesem Spiel seine vielleicht<br \/>\n   sch\u00f6nste Arbeit vollbracht hat. Tats\u00e4chlich muss man es sehr loben, wenn auf der<br \/>\n   ohnehin detailreichen Karte, alle Regionen liebevoll benannt sind, sowie selbst die<br \/>\n   kleinsten Fl\u00fcsse namentlich bezeichnet sind. Gleichzeitig bietet das Spielbrett Platz<br \/>\n   f\u00fcr alle Karten, Elbenringe, und das westliche Meer bietet so viel Platz zum W\u00fcrfeln,<br \/>\n   dass man fast meint, Tolkien h\u00e4tte es speziell hierf\u00fcr erfunden. Es versteht sich von<br \/>\n   selbst, dass auch jede noch so unwichtige Karte ihr eigenes Design erhalten hat.<\/p>\n<p>Die Regeln sind in klarem Deutsch (die hervorragende deutsche \u00dcbersetzung stammt von<br \/>\n&#8220;Phalanx&#8221;&#8216;s Uli Blennemann), es gibt auch ein Basisspiel f\u00fcr Einsteiger &#8211;<br \/>\nder Fan wird aber vermutlich sofort das &#8220;Ganze&#8221; spielen wollen).<\/p>\n<p>Wie spielt sich das Spiel nun? Es ist klar, dass es ein waschechtes 2er-Spiel ist: Gut<br \/>\ngegen B\u00f6se, die freien V\u00f6lker gegen Horden von Orks, Uruk-Hais und H\u00f6hlentrollen. Obwohl<br \/>\ndas Spiel Varianten f\u00fcr mehrere Spieler beinhaltet &#8211; auch hieran hat man gedacht.<\/p>\n<p>Herz des Spielsystems sind die Aktionsw\u00fcrfel. Sauron startet mit 7, die freien V\u00f6lker<br \/>\nmit 4 (sp\u00e4ter werden es mehr werden, wenn bestimmte Figuren wie der Hexenk\u00f6nig von Angmar<br \/>\noder Saurons Mund ins Spiel kommen, oder Gandalf der Weisse und K\u00f6nig Aragorn). Der b\u00f6se<br \/>\nSpieler muss sich vor dem W\u00fcrfeln entscheiden, wie viele W\u00fcrfel er zum &#8220;Suchen&#8221;<br \/>\nabkommandiert. Je mehr W\u00fcrfel in der Suchbox liegen, desto h\u00f6her ist die<br \/>\nWahrscheinlichkeit, dass die Gemeinschaft bei einer Bewegung erkannt wird.<\/p>\n<p>Die gew\u00fcrfelten Symbole k\u00f6nnen nun f\u00fcr vielerlei Aktionen verwendet werden (manche<br \/>\nAktionen k\u00f6nnen durch verschiedene W\u00fcrfel ausgef\u00fchrt werden, so dass das Gl\u00fcckselement<br \/>\neine nicht so gro\u00dfe Rolle spielt, wie man zuerst meint). Will man eine Aktion, die nicht<br \/>\n&#8220;gew\u00fcrfelt&#8221; wurde, kann man auch einen &#8220;Elbenring&#8221; benutzen. Jeder<br \/>\nSpieler hat nun abwechselnd die M\u00f6glichkeit, zu rekrutieren (neue Armeen ins Spiel zu<br \/>\nbringen), Armeen zu bewegen, Anf\u00fchrer mit Armeen zu bewegen, die Gemeinschaft zu bewegen<br \/>\n(nur der Spieler der Freien V\u00f6lker), Individuen zu bewegen, Ereigniskarten zu spielen<br \/>\noder zu ziehen, Politik zu betreiben&#8230; man sieht, die Auswahl ist enorm! Durch die<br \/>\nabwechselnden Kleinaktionen wird die &#8220;Downtime&#8221; (das Warten auf das das Ziehen<br \/>\ndes Anderen) m\u00f6glichst reduziert und der Spielfluss gewahrt. Gelegentlich sollte man auch<br \/>\npassen (wenn der andere Spieler mehr noch zu spielende W\u00fcrfel hat), sonst gibt man dem<br \/>\nGegner die Chance, die eigenen Truppen zu \u00fcberrennen.<\/p>\n<p>Die Bewegung der Gemeinschaft ist genial gel\u00f6st. Je \u00f6fter sie sich in einer Runde<br \/>\nbewegt, desto h\u00f6her ist die Chance des B\u00f6sen, sie zu finden. Die Bewegung bleibt aber<br \/>\nstets hypothetisch, sie wird einfach als Anzahl der Felder gez\u00e4hlt, die von dem Feld, wo<br \/>\ndie Gemeinschaft das letzte Mal gesichtet wurde, hinweg f\u00fchren. Das hei\u00dft, dass selbst<br \/>\nder gute Spieler nicht hundertprozentig wei\u00df, wo die Gemeinschaft exakt ist. Er k\u00f6nnte<br \/>\neinen Plan haben, sie irgendwo hinzubewegen, bei einer Entdeckung kann es aber dienlich<br \/>\nsein, sie ganz woanders hinzubewegen (der letzte Standort wird immer mittels einer Figur<br \/>\nauf dem Spielplan markiert).<\/p>\n<p>Ist n\u00e4mlich ein &#8220;Suchwurf&#8221; erfolgreich, zieht der schwarze Spieler einen<br \/>\nSuch-Counter, der haupts\u00e4chlich &#8220;Korrumpierungsschaden&#8221; erzeugt, d.h. der<br \/>\nRingtr\u00e4ger leidet unter der Last des Ringes (nat\u00fcrlich ist die v\u00f6llige Korrumpierung<br \/>\nFrodos bei 15 Punkten ein Spielziel des b\u00f6sen Spielers). Frodo kann aber auch andere den<br \/>\nSchaden nehmen lassen (sie opfern sich f\u00fcr ihn), au\u00dferdem ist es m\u00f6glich, durch die<br \/>\nAbtrennung bestimmter Gef\u00e4hrten wie Pippin und Merry wieder Korrumpierungsschaden zu<br \/>\nheilen. Nicht immer wird die Gemeinschaft entdeckt, wird sie es, muss sie sich erst<br \/>\nwieder verstecken, bevor sie weiter gehen kann.<\/p>\n<p>Gelangt die Gemeinschaft nach Mordor, wird es ernst. Nun geht es nur noch schrittweise<br \/>\nvoran, und bei jedem Feld lauern t\u00f6dliche Gefahren. Nat\u00fcrlich ist klar, dass die<br \/>\nVernichtung des Ringes den sofortigen Sieg der freien V\u00f6lker zur Folge hat.<\/p>\n<p>Das &#8220;Armeenspiel&#8221; l\u00e4uft quasi parallel zur Suche nach dem Ringtr\u00e4ger. Alle<br \/>\nfreien L\u00e4nder starten erst im Friedenszustand, w\u00e4hrend die B\u00f6sen fast komplett<br \/>\nmobilisiert sind. Auf einer Politikleiste wird der jeweilige Stand der Dinge angezeigt,<br \/>\nder freie Spieler kann warten, bis er angegriffen wird (dann r\u00fcckt der Stein von alleine<br \/>\ngen &#8220;Im Kriegszustand&#8221;) oder selber Aktionen ausgeben, um V\u00f6lker zu<br \/>\nmobilisieren. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen auch die Ringgef\u00e4hrten, so denn sie sich von der<br \/>\nGemeinschaft trennen, politischen Druck aus\u00fcben, wozu sie tats\u00e4chlich zu den jeweiligen<br \/>\nL\u00e4ndern reisen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Armeen bewegen sich entweder allein oder mit Anf\u00fchrern. Es gibt ein &#8220;stacking<br \/>\nlimit&#8221; von 10, das aber durch den Einsatz von &#8220;Eliteeinheiten&#8221; (z\u00e4hlen wie<br \/>\n2) bis zu theoretischen 20 aufgestockt werden kann. Gew\u00fcrfelt wird aber beim Kampf stets<br \/>\nnur mit maximal 5 W\u00fcrfeln, wobei Anf\u00fchrer bewirken, dass nicht treffende W\u00fcrfel<br \/>\nwiederholt werden k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich ist es m\u00f6glich, Kampfkarten zu spielen, die gerade<br \/>\nden freien V\u00f6lkern erhebliche Vorteile in ihren oft verzweifelten Schlachten verschaffen<br \/>\nk\u00f6nnen. Obwohl es sich um ein waschechtes &#8220;Kampfw\u00fcrfeln&#8221; handelt, sind die<br \/>\nM\u00f6glichkeiten der Karten- und Anf\u00fchrerkombinationen so gro\u00df, dass sich K\u00e4mpfe in gewisser<br \/>\nWeise berechnen lassen k\u00f6nnen, obwohl man sich letztlich nie hundertprozentig sicher sein<br \/>\nkann. Auch Belagerungsschlachten sind m\u00f6glich, hierf\u00fcr gibt es sogar zahllose<br \/>\n&#8220;Festungsfelder&#8221; auf dem Spielplan, in die sich die Armeen zur\u00fcckziehen<br \/>\nk\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um es kurz zu sagen: Das Kind in uns ist begeistert, die Scharen von tollen Miniaturen<br \/>\n\u00fcber den gigantischen Spielplan zu schieben (w\u00e4hrend im Geiste die Orks im Takt trommeln<br \/>\nund Rohans H\u00f6rner schallen), wogegen auch der Stratege in uns absolut gefordert ist, denn<br \/>\njeder taktische Fehler kann schwerwiegende Folgen haben. Es ist selten, dass die beiden<br \/>\nElemente haptischer Spielspass und intellektuelle Spieltiefe so wunderbar ineinander<br \/>\ngreifen.<\/p>\n<p>Um dem Armeenspiel die n\u00f6tige Bedeutung zu geben, kann auch ein rein<br \/>\n&#8220;milit\u00e4rischer Sieg&#8221; errungen werden, wobei es dem guten Spieler gelingen muss,<br \/>\n4 Punkte, dem b\u00f6sen 10 Punkte durch Eroberung zu erreichen. Und hier liegt auch der<br \/>\nPunkt, der das Spiel so interessant macht. Dadurch, dass beide Ebenen gleichwertig sind,<br \/>\nist die Vernachl\u00e4ssigung der einen Ebene eine Einladung an den anderen Spieler, gerade so<br \/>\ndas Spiel zu gewinnen. Investiere ich als b\u00f6ser Spieler alle W\u00fcrfel in die Suche nach der<br \/>\nGemeinschaft, ist es dem guten Spieler durchaus m\u00f6glich, mit Feldschlachten den Sieg zu<br \/>\nerringen, r\u00fcste ich allein auf, um Mittelerde zu knechten, kommt das b\u00f6se Erwachen bei<br \/>\nder Zerst\u00f6rung des Ringes in Mordor. Zwischen diesen beiden M\u00f6glichkeiten gibt es aber<br \/>\nhunderte von verschiedenen Strategien, die man verfolgen kann, und ein gro\u00dfer Teil des<br \/>\nSpielspa\u00dfes besteht darin, dass das Spiel einerseits die M\u00f6glichkeiten des Buches<br \/>\nbereith\u00e4lt, jedoch nie die Spieler so g\u00e4ngelt, dass sie nicht auch etwas v\u00f6llig anderes<br \/>\nausprobieren k\u00f6nnen. Mit Legolas und Gimli Angmar vom Hexenk\u00f6nig befreien, um den dunklen<br \/>\nLord unter Druck zu setzen? Kein Problem. Mit Sarumans Horden statt des Auenlands den<br \/>\nFall von Minas Tirith bewirken, w\u00e4hrend die Ostlinge die Zwerge vom Einsamen Berg<br \/>\nerschrecken? Kein Problem. Mit den Elben aus Lorien Dol Guldur vom B\u00f6sen reinigen? Kein<br \/>\nProblem.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich sorgen die zahllosen Karten (die alle auf zweierlei Weisen gespielt werden<br \/>\nk\u00f6nnen) f\u00fcr das n\u00f6tige &#8220;Flair&#8221;. So kommen auch die &#8220;kleineren&#8221;<br \/>\nFiguren wie Kankra oder die Ents zu ihrem Recht.<\/p>\n<p>Alles in allem ist &#8220;Der Ringkrieg&#8221; also ein rundum zufrieden stellendes<br \/>\nSpiel, das zu zahllosen Schlachten und Abenteuern in Mittelerde einl\u00e4dt. Wem die<br \/>\namerikanischen Spiele zum Thema zu kompliziert oder detailverliebt sind, und wem die<br \/>\n&#8220;Euro&#8221;-Spiele zum Thema zu abstrakt scheinen, wird hier endlich gl\u00fccklich<br \/>\nwerden (zumindest ging es mir so). Mit der Kombination von amerikanischen und<br \/>\n&#8220;Euro&#8221;-Elementen ist endlich das Dritte Zeitalter angebrochen. Es ist, als sei<br \/>\nSaurons Fluch, der bisher das perfekte Spiel zum Thema verhinderte, endlich gebrochen.<br \/>\nDenn ganz im Ernst: Viel perfekter geht es nicht mehr.<\/p>\n<p>WPG-Wertung: 10 &#8211; bedingungslos empfohlen!<\/p>\n<div align=\"right\">\n<form><input style=\"font-weight:bold\" type=\"button\" value=\"im Forum diskutieren\" onclick=\"location.replace('..\/PBLang\/index.php')\"\/><\/form>\n<\/div>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Marco Maggi Francesco Nepitello Roberto di Meglio Verlag Phalanx Games b.v. erschienen 2004 Spielerzahl 2-4 Spielzeit 3-4 Stunden Der Herr der Ringe: Der Ringkrieg Rezension von Moritz Eggert Ganz am Ende des nun langsam ausklingenden Rummels um die immens erfolgreiche &#8220;Herr der Ringe&#8221;-Verfilmung kommt vollkommen unerwartet ein Spiel &#8220;sie alle zu knechten&#8221;, oder zumindest &hellip; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2004\/11\/07\/derherr-der-ringe-der-ringkrieg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Der<br \/>\nHerr der Ringe: Der Ringkrieg<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3552","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spieleabende"],"views":4,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3552","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3552"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3552\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3552"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}