{"id":3563,"date":"2005-04-06T12:00:00","date_gmt":"2005-04-06T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/04\/06\/doge\/"},"modified":"2005-04-06T12:00:00","modified_gmt":"2005-04-06T10:00:00","slug":"doge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/04\/06\/doge\/","title":{"rendered":"Doge"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<table align=\"right\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/doge_t.jpg\" width=\"260\" height=\"322\" border=\"0\" alt=\"cover\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"right\">\n<td>\n<table class=\"ybackgr\" align=\"center\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\" width=\"255\">\n<tr>\n<td>Autor<\/td>\n<td align=\"right\">Leo Colovini<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Verlag<\/td>\n<td align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.goldsieber.de\/\" target=\"_blank\">Goldsieber<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>erschienen<\/td>\n<td align=\"right\">2000<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielerzahl<\/td>\n<td align=\"right\">3-4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spielzeit<\/td>\n<td align=\"right\">70 Minuten<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\">\n<div style=\"text-align: center\">\n<form>\n<p><input style=\"font-weight:bold\" type=\"button\" value=\"im Forum diskutieren\" onclick=\"location.replace('..\/PBLang\/index.php')\"\/><\/p>\n<\/form>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/11265\" target=\"_blank\">Doge<\/a><\/h2>\n<p style=\"font-style: italic\">von Walter Sorger<\/p>\n<p>Vor 6 Jahre ist der &#8220;Doge&#8221; auf dem Markt erschienen. Allein bei Luding sind 20<br \/>\nSpielkritiken \u00fcber ihn registriert, zus\u00e4tzlich noch zahlreiche Meinungs\u00e4u\u00dferungen von Lesern. Jetzt<br \/>\nnoch eine weitere Rezension dar\u00fcber zu schreiben, kommt einem Wasser-in-die-Isar-Sch\u00fctten gleich.<br \/>\nWas liegt da n\u00e4her, als zusammen mit dem Spiel gleich auch mal die Spielkritiken unter die Lupe zu<br \/>\nnehmen und zu vergleichen, was die einzelnen Verfasser sich zu &#8220;Doge&#8221; so alles<br \/>\nzusammenreimen. Nat\u00fcrlich artet das teilweise in Kritikerschelte aus, doch diesbez\u00fcglich habe ich<br \/>\nkeine Skrupel, mich hinter dem Goethe Zitat: &#8220;Schlag ihn tot, den Hund! Es ist ein<br \/>\nRezensent&#8221; zu verstecken.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal mu\u00df das Spiel selber vorgestellt werden. In wenigen S\u00e4tzen das Wichtigste:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>Die Spieler bieten auf einzelne Stadtteile von Venedig. Wer am meisten geboten hat, darf hier<br \/>\nein Haus bauen. Aus H\u00e4usern werden Pal\u00e4ste und aus vielen Pal\u00e4sten resultiert der Sieg.<\/p>\n<p>Das klingt wie <i>eine triviale Versteigerungslogik<\/i>.<\/p>\n<\/li>\n<li>Die Spieler bieten verdeckt, d.h. es ist nicht bekannt, auf welchen Stadtteil jeder einzelne<br \/>\ngeboten haben und welche Summe dabei eingesetzt wurde. Erst beim Aufdecken der Bietchips wird klar,<br \/>\nwer wo welche Mehrheiten errungen hat. Der erste gewinnt, der zweite bekommt einen Trostpreis, die<br \/>\nanderen gehen leer aus.<\/p>\n<p>Das ist ja noch schlimmer als beim Kuhhandel! <i>Ein reines Lotteriespiel<\/i>.<\/p>\n<\/li>\n<li>Doch das ist &#8220;Doge&#8221; auf keinen Fall. Es hat mehr als gen\u00fcgend <i>logische und<br \/>\npsychologische Anteile<\/i>. Pro Versteigerungsrunde wird insgesamt dreimal geboten. Nach jedem<br \/>\nGebot wird der ausgew\u00e4hlte Stadtteil, nicht aber der Bieteinsatz aufgedeckt. Nach jeder Bietrunde<br \/>\nwird sichtbar, in welchen Stadtteilen bereits Interessen bekundet sind, wo sich Konflikte andeuten<br \/>\nund wo noch jungfr\u00e4uliche, d.h. konkurrenzlos billige Preise winken.<\/p>\n<\/li>\n<li>Ein Spieler darf auf einen Stadtteil nicht zweimal bieten. Wenn man auf einen Stadtteil von<br \/>\nInteresse nur mal so eben eine H\u00f6flichkeitssumme hinlegt, andere Mitspieler aber konsequent klotzen<br \/>\nstatt kleckern, dann ist eine Chance vertan. Nachlegen gilt nicht.<\/p>\n<\/li>\n<li>Geboten wird in Chips mit den Werten 0 bis 3. Jeder Spieler besitzt davon insgesamt 7 St\u00fcck.<br \/>\nAus der St\u00fcckelung kann man ungef\u00e4hr auf das Engagement schlie\u00dfen, das ein Spieler in einer Region<br \/>\nbekundet. Aber nur fast. Wenn ein Spieler das Maximum von 4 Chips auf einen Stadtteil legt, hei\u00dft<br \/>\ndas noch lange nicht, da\u00df er sich den Stadtteil unter den Nagel rei\u00dfen will. Der verdeckt gebotene<br \/>\nBetrag kann zwischen 4 und 10 schwanken (St\u00fcckelung 0+1+1+2 gegen\u00fcber 2+2+3+3). Umgekehrt zeigen 2<br \/>\nChips auf einem Stadtteil keineswegs, da\u00df der Spieler hier nur m\u00e4\u00dfiges Interesse hat. Der<br \/>\neingesetzte Betrag kann zwischen 1 und 6 liegen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die eigenen Bietambitionen ist ein bi\u00dfchen <i>mathematische Kombinatorik<\/i> erforderlich, um<br \/>\ndie Chips so zu verteilen, da\u00df man an lukrativen Baustellen zumindest beteiligt ist, und am<br \/>\nBrennpunkt der Begierde zugleich beruhigend dominiert.<\/p>\n<\/li>\n<li>Die Stadtteilgebote werden der Reihe nach ausgewertet. Der jeweilige Sieger bekommt eine<br \/>\nzus\u00e4tzliche Stimme (&#8220;Berater&#8221;), die er offen in einem beliebigen Stadtteil plazieren und<br \/>\ndamit nachtr\u00e4glich noch Mehrheiten verschieben kann.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der &#8220;Doge&#8221; enth\u00e4lt noch weitere <i>feine, logische Einflu\u00dfmechanismen<\/i>, auf die ich<br \/>\nhier im Detail nicht mehr eingehen will. Wenden wir uns den Kritikern aus dem Internet zu und<br \/>\nschauen nach, was die Kollegen so einzeln von sich gegeben haben.<\/p>\n<h3>1. Welchen Charakter hat der Doge?<\/h3>\n<p><span class=\"aut\">Birgit und Peter K\u00f6ltringer<\/span> schreiben: &#8220;<span class=\"pos\">Der<br \/>\nSpielmechanismus sorgt mit seiner geschickten Mischung aus Bluff, Strategie und Gl\u00fcck f\u00fcr den<br \/>\nentsprechenden Spielreiz.<\/span>&#8221; Eine klare Positionierung, die sich mit dem Gro\u00dfteil aller<br \/>\nanderen Wertungen deckt.<\/p>\n<p>Der <span class=\"aut\">Spieleteufel<\/span> meint: &#8220;<span class=\"pos\">Doge ist eine gelungene<br \/>\nMischung aus Taktik, Strategie und Bluff.<\/span>&#8221; Nun ja, Taktik und Strategie kommen hier<br \/>\ndoppelt gemoppelt vor. Und Gl\u00fcck als Einflu\u00dffaktor wurde weggelassen. Aber das st\u00f6rt keinen gro\u00dfen<br \/>\nGeist. Der <span class=\"aut\">Spieleteufel<\/span> setzt fort: &#8220;<span class=\"pos\">Das<br \/>\nEinsch\u00e4tzen der Mitspieler, welche Stadtteile werden sie in dieser Runde wohl &#8216;heimsuchen&#8217;,<br \/>\nsind unabdingbar f\u00fcr den Sieg.<\/span>&#8221; Unter welche seiner Kategorien m\u00f6chte der <span class=\"aut\">Spieleteufel<\/span> wohl diese Spieleigenschaft einordnen? Taktik? Nein, die ist aktiv und<br \/>\nnicht reaktiv! Bluff? Nein, der ist auch nicht reaktiv. Hier handelt sich um reine Psychologie!<br \/>\nAuch dies ist ein wohlintegriertes Spielelement in &#8220;Doge&#8221;.<\/p>\n<p>Die <span class=\"aut\">Spielbox<\/span> konstatiert: &#8220;<span class=\"pos\">Bei Doge handelt es<br \/>\nsich um ein Biet- und Bluffspiel.<\/span>&#8221; Allerdings f\u00fcgt die <span class=\"aut\">Spielbox<\/span> gleich noch hinzu, da\u00df man diese Eigenschaft bei dem stimmigen Spielmaterial<br \/>\n&#8220;v\u00f6llig vergi\u00dft&#8221;. Was bleibt dann eigentlich noch \u00fcbrig? Oder was tritt an die Stelle des<br \/>\nBiet- und Bluffspiels? Die <span class=\"aut\">Spielbox<\/span> verr\u00e4t es nicht!<\/p>\n<p>Im amerikanischen Raum werden Bluff und Gl\u00fcck in &#8220;Doge&#8221; nicht so betont gesehen.<br \/>\n<span class=\"aut\">Solicitor (Kulkmann)<\/span> schreibt: &#8220;<span class=\"pos\">Das Spiel hat den<br \/>\nCharakter eines ziemlich abstrakten Strategie-Spiels.<\/span>&#8221; Habe ich hier &#8220;abstract<br \/>\nstrategy game&#8221; etwa falsch verstanden? Sicherlich nicht, denn <span class=\"aut\">Ryan<\/span><br \/>\nvon <span class=\"aut\">Funagain<\/span> st\u00f6\u00dft in das gleiche Horn: &#8220;<span class=\"pos\">Der Kopf<br \/>\nschwirrt vor Wahlm\u00f6glichkeiten, wenn neue Situationen entstehen, die neue Entscheidungen und neue<br \/>\nStrategien verlangen.<\/span>&#8221; Und <span class=\"aut\">Chris Upton<\/span> von <span class=\"aut\">Funagain<\/span> formuliert das: &#8220;<span class=\"pos\">Dieses Spiel zwingt zum gr\u00fcndlichem<br \/>\n\u00dcberlegen der Wege, wie man die eigenen Ziele erreicht und die Pl\u00e4ne der Konkurrenz<br \/>\ndurchkreuzt.<\/span>&#8221; Bei den Enkeln von Monopoly h\u00e4ngt der strategische Brotkorb<br \/>\noffensichtlich nicht so hoch wie bei uns.<\/p>\n<p><span class=\"aut\">Fair spielt<\/span> hat in &#8220;Doge&#8221; keine gro\u00dfen strategischen<br \/>\nEntdeckungen gemacht: &#8220;<span class=\"neg\">Die taktischen M\u00f6glichkeiten halten sich in<br \/>\nGrenzen.<\/span>&#8221; Und was bietet das Spiel stattdessen? Dar\u00fcber schweigt der faire Kritiker. Er<br \/>\nf\u00e4hrt fort: &#8220;<span class=\"neg\">Die M\u00f6glichkeiten, die es mir erlauben, Z\u00fcge zu machen, bei<br \/>\ndenen ich &#8211; mit einem gewissen Grad an Sicherheit &#8211; voraussagen kann, was passiert, sind einfach zu<br \/>\ngering.<\/span>&#8221; In welchem Spiel hat er denn jemals so eine Eigenschaft gefunden? Ich<br \/>\nbehaupte, das gibt es in keinem einzigen strategischen Mehr-Personenspiel! Genausowenig wie im<br \/>\nDreik\u00f6rper-Problem der Himmelsmechanik! &#8220;<span class=\"amb\">Andererseits kann es in der<br \/>\ngleichen Runde einem Spieler passieren, da\u00df er ohne viel Planung in den Genu\u00df kommt \u00fcberm\u00e4\u00dfig viele<br \/>\nkleine H\u00e4user zu setzen und so die Runde erfolgreicher zu beenden, als er es sich gedacht<br \/>\nhat.<\/span>&#8221; Ist das jetzt ein Plus- oder ein Minuspunkt? \u00dcber solche Rundenergebnisse k\u00f6nnte<br \/>\nman sich doch auch freuen, oder? Da\u00df &#8220;Doge&#8221; kein Schachspiel ist, haben wir uns doch<br \/>\ngleich gedacht.<\/p>\n<p>Die <span class=\"aut\">P\u00f6ppelkiste<\/span> bringt es auf den Punkt: &#8220;<span class=\"pos\">Nach<br \/>\nmehreren Spielen ist der eigentlich sehr leicht zu verstehende und logisch aufgebaute Ablauf des<br \/>\nSpieles klar und die Vielfalt der taktischen M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet sich.<\/span>&#8221; So lange hat<br \/>\nFair spielt offensichtlich doch nicht fair gespielt!<\/p>\n<p>Zur Optionenvielfalt \u00e4u\u00dfert sich <span class=\"aut\">Michas Spiel mit mir<\/span> etwas<br \/>\nsybillinisch: &#8220;<span class=\"amb\">Die M\u00f6glichkeiten im Spiel sind vielseitig und immer fehlen<br \/>\nn\u00f6tige Stimmkarten.<\/span>&#8221; Sind die M\u00f6glichkeiten jetzt da oder fehlt immer was? Nicht genau<br \/>\nerkennbar. Ich m\u00f6chte den Satz eher positiv interpretieren. Micha findet in &#8220;Doge&#8221; eine<br \/>\nMenge von Handlungsfreiheiten vor, nur leider verschie\u00dft er sein Pulver immer so fr\u00fch! Da kann der<br \/>\n&#8220;Doge&#8221; nun wirklich nichts daf\u00fcr!<\/p>\n<h3>2. Hat der Doge sein Thema verstanden?<\/h3>\n<p>Die fast einhellige Kritikermeinung dazu ist &#8220;ja&#8221;. F\u00fcr <span class=\"aut\">Mister<br \/>\nX<\/span> gilt: &#8220;<span class=\"pos\">Spielmaterial und graphische Gestaltung des Spiels sind<br \/>\nansprechend und auf das Thema abgestimmt.<\/span>&#8221; \u00c4hnlich formuliert es die <span class=\"aut\">Spielbox<\/span>: &#8220;<span class=\"pos\">Das Spielmaterial setzt das Thema stimmig<br \/>\num.<\/span>&#8221; Doch <span class=\"aut\">Solicitor (Kulkmann)<\/span> schr\u00e4nkt ein:<br \/>\n&#8220;<span class=\"neg\">Das Spiel hat den Charakter eines ziemlich abstrakten<br \/>\nStrategie-Spiels.<\/span>&#8221; Diesen Satz hatten wir schon. Hier an dieser Stelle bekommt er aber<br \/>\neine negative Bedeutung in dem Sinne: &#8220;Das Thema l\u00e4\u00dft zu w\u00fcnschen \u00fcbrig!&#8221; Nach<br \/>\namerikanischen Design-Vorstellungen reicht es eben nicht aus, den Stadtplan von Venedig auf ein<br \/>\nSpielbrett zu malen, hier Einflu\u00df gewinnen, Palazzi bauen und das Dogenamt vergeben zu lassen, um<br \/>\neinem Spiel gen\u00fcgend thematischen Pepp zu geben.<\/p>\n<p>In eine ganz andere Kerbe schl\u00e4gt <span class=\"aut\">Andreas Keirat<\/span>: &#8220;<span class=\"neg\">Auch thematisch ist es etwas zweifelhaft, warum sich H\u00e4user von einem Ort zum anderen bewegen<br \/>\nk\u00f6nnen.<\/span>&#8221; Einspruch, Euer Gnaden, diesem Zweifel kann ich keinesfalls beipflichten!<br \/>\n<span class=\"aut\">Keirat<\/span> hat seine Phantasie schlichtweg in die spanischen Stiefel<br \/>\ngeschn\u00fcrt! F\u00fcr mich ist das Verschieben der H\u00e4user gleichbedeutend mit einem Wohnungswechsel von<br \/>\neinem Stadtteil in einen anderen. Ist diese Assoziation etwa zu weit hergeholt?<\/p>\n<h3>3. Ist der Doge \u00fcbersichtlich und gut beschrieben?<\/h3>\n<p><span class=\"aut\">Solicitor (Kulkmann)<\/span> war mit dem Regelheft nicht zufrieden:<br \/>\n&#8220;<span class=\"neg\">Die Regeln lassen Raum f\u00fcr Fehlinterpretationen, ja einige Punkte sind<br \/>\n\u00fcberhaupt nicht beschrieben.<\/span>&#8221; Wo in seinen Augen der Hund begraben liegt, dazu \u00e4u\u00dfert<br \/>\ner sich nicht. Lag es vielleicht an der englischen Regel\u00fcbersetzung? Sein Landsmann <span class=\"aut\">Ryan<\/span> in <span class=\"aut\">Funagain<\/span> h\u00e4lt dagegen: &#8220;<span class=\"pos\">Die<br \/>\nRegeln sind einfach und klar, und weitgehend eindeutig.<\/span>&#8221; An der \u00dcbersetzung kann es<br \/>\noffensichtlich nicht gelegen haben. Oder liest <span class=\"aut\">Kulkmann<\/span> etwa das Original<br \/>\nin Deutsch?<\/p>\n<p>Wir Westpark-Gamers hatten mit den Spielregeln keinerlei Schwierigkeiten, in Besonderheit unser<br \/>\nSprachwissenschaftler fand das Regelheft &#8220;pr\u00e4zise bis zum Abwinken&#8221;! (Oder so \u00e4hnlich)<br \/>\nUnd das war zweifelsfrei ein Kompliment an seine Ausf\u00fchrlichkeit und Didaktik.<\/p>\n<p><span class=\"aut\">Ludozine<\/span> klagt \u00fcber die mangelnde Didaktik bei der Farbgestaltung<br \/>\neinzelner Spielelemente: &#8220;<span class=\"neg\">Die Symbole auf den Beratern und den Stadtteilen<br \/>\nsind sehr schwierig zu unterscheiden.<\/span>&#8221; Dazu kann ich nur einwerfen: Als ich zum ersten<br \/>\nMale eine europ\u00e4ische 10 und eine 20 Cent-M\u00fcnze in der Hand hatte, konnte ich diese auch nur sehr<br \/>\nschwer unterscheiden. Das ist alles nur eine Frage der Gew\u00f6hnung! <span class=\"aut\">Spielbox<\/span><br \/>\nversorgt uns gleich mit dem passenden Trost: &#8220;<span class=\"pos\">Anfangs kommt es vor, dass man<br \/>\netwas Probleme mit der \u00dcbersicht auf dem Spielplan und den Symbolen der einzelnen Berater hat, dies<br \/>\nlegt sich aber sp\u00e4testens nach der ersten Partie.<\/span>&#8221; Hat <span class=\"aut\">Ludozine<\/span> etwa nur eine einzige Partie gespielt? <span class=\"aut\">P\u00f6ppelkiste<\/span><br \/>\nhat eindeutig etwas h\u00e4ufiger gespielt: &#8220;<span class=\"pos\">Doge ist eine Spiel, bei dem der<br \/>\nSpieler erst nach und nach lernt, wie er mit seinen Stimmarken umzugehen hat, welche Bedeutung die<br \/>\nWertungsreihenfolge hat, wie m\u00e4chtig die Berater sind und wann es sinnvoll ist, anstelle eines<br \/>\nBeraters lieber ein Haus zu versetzen.<\/span>&#8221; Damit ist der erforderliche Lerneffekt f\u00fcr<br \/>\n&#8220;Doge&#8221; klar umrissen. Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden!<\/p>\n<h3>4. Kann man in Doge einen Vorsprung einholen?<\/h3>\n<p>Wenn sich ein Spieler in einem Spiel sehr fr\u00fch einen uneinholbaren Vorsprung herausholen kann,<br \/>\ndann ist das anerkannterma\u00dfen ein Schwachpunkt im Spieldesign. Besitzt &#8220;Doge&#8221; diesen<br \/>\nGeburtsfehler?<\/p>\n<p><span class=\"aut\">Andreas Keirat<\/span> behauptet: &#8220;<span class=\"neg\">Mit nur drei Spielern<br \/>\nkann man sich kaum wirkungsvoll gegen einen Spieler behaupten, der in F\u00fchrung liegt.<\/span>&#8221;<br \/>\nWarum einer in F\u00fchrung gelangt und wie schnell das erfolgt, dar\u00fcber schweigt er sich aus. Aber<br \/>\ndavon einmal abgesehen: die oben als negativ verbuchte Eigenschaft ist in meinen Augen keineswegs<br \/>\nein Nachteil. Ich halte es f\u00fcr eine \u00fcberaus positive Spiel-Eigenschaft, wenn man eine mit Geschick<br \/>\nund K\u00f6nnen erarbeitete F\u00fchrung durch gutes Weiterspiel bis in Ziel verteidigen kann, und nicht<br \/>\ndurch konzertiertes Gegenspieler der Konkurrenz zwangsweise wieder alles verliert.<\/p>\n<p>Das Vorzeitig-in-F\u00fchrung-Gehen erkl\u00e4rt <span class=\"aut\">Mister X<\/span> etwas genauer:<br \/>\n&#8220;<span class=\"neg\">So gewann bis jetzt noch immer derjenige, der m\u00f6glichst g\u00fcnstig, also<br \/>\nm\u00f6glichst fr\u00fch gebaut hat. Das hat sich wiederholt in den ersten zwei Runden entschieden, ein zu<br \/>\ndiesem Zeitpunkt erreichter Vorsprung lie\u00df sich so gut wie nie aufholen.<\/span>&#8221; Zeitpunkt und<br \/>\nMethode sind hier pr\u00e4zise und klar ausgedr\u00fcckt. Nur leider ist die Tatsache als solche falsch! Bei<br \/>\nuns Westpark-Gamers haben wir diesen Effekt nicht beobachtet. Ganz im Gegenteil. Ich habe es selbst<br \/>\nschmerzlich erlebt, nach 1-2 Runden deutlich in F\u00fchrung gelegen zu haben und mangels konsequenter<br \/>\nWeiterplanung hinterher noch m\u00fchelos abgefangen worden zu sein. K\u00f6nnte es sein, da\u00df bei<br \/>\n<span class=\"aut\">Mister X<\/span> immer derjenige Mitspieler in F\u00fchrung gegangen und geblieben ist,<br \/>\nder in Bluff und Taktik einfach besser war als die anderen?<\/p>\n<p>Ganz gegenteilige Beobachtungen beschreibt <span class=\"aut\">Toy Net<\/span>, dort wurde der<br \/>\nF\u00fchrende angeblich immer wieder von den vereinten Gegnern, ja sogar von einem einzigen Miesling<br \/>\ngest\u00fcrzt &#8220;<span class=\"neg\">Deshalb bestimmt in vielen Partien der Zug eines unbeteiligten<br \/>\n\u201aK\u00f6nigmachers&#8217; kurz vor Schlu\u00df, wer letztlich gewinnt.<\/span>&#8221; Wer trifft die<br \/>\nwirklichen Eigenschaften von &#8220;Doge&#8221; jetzt besser, <span class=\"aut\">Mister X<\/span> oder<br \/>\n<span class=\"aut\">Toy Net<\/span>? In dieser Fragestellung wird auch sogleich das Dilemma dieser<br \/>\nSpieldesign-Entscheidung sichtbar: Besitzstandswahrung gegen Kingmakerei! Ich pers\u00f6nlich pl\u00e4diere<br \/>\nhier auf jeden Fall f\u00fcr den Besitzstand!<\/p>\n<p>Lassen wir zur Urteilsfindung \u00fcber diese &#8220;Doge&#8221;-Eigenschaft die <span class=\"aut\">P\u00f6ppelkiste<\/span> zu Wort kommen: &#8220;<span class=\"pos\">Doge enth\u00e4lt gen\u00fcgend<br \/>\nM\u00f6glichkeiten, die Mitspieler zu behindern und zu \u00e4rgern; sei es, in dem man Stimmmarken in von<br \/>\nanderen begehrte Stadtteile plaziert, Berater dorthin entsendet oder durch schnellen Palastbau die<br \/>\nPreise in die H\u00f6he treibt.<\/span>&#8221; Da haben wir doch eine ganze Latte von Optionen, den<br \/>\nF\u00fchrenden von seinem Ro\u00df wieder herunterzuholen. Gott-sei-Dank stehen wir vom Westpark mit unserer<br \/>\nMeinung nicht alleine da.<\/p>\n<p>Bemerkenswert noch der Widerspruch in den Aussagen, wenn es um Interaktion in &#8220;Doge&#8221;<br \/>\ngeht. <span class=\"aut\">Solicitor (Kulkmann)<\/span> behauptet: &#8220;<span class=\"neg\">Dem Spiel<br \/>\nmangelt es an der Eigenschaft, den Kampfgeist unter den Spieler anzustacheln.<\/span>&#8221; Sein<br \/>\nLandsmann <span class=\"aut\">Mike Ruffhead<\/span> von <span class=\"aut\">Funagain<\/span> h\u00e4lt<br \/>\ndagegen: &#8220;<span class=\"pos\">Die Spielentwicklung l\u00e4sst den Konkurrenzdruck unter den Spielern<br \/>\ndramatisch ansteigen.<\/span>&#8221; Was ist jetzt richtig? In dubio pro Mike: Wenn einer etwas<br \/>\ngesehen hat und ein anderer nicht, dann glaube man eher dem Sehenden als dem Blinden!<\/p>\n<h3>5. Welche Aufmachung besitzt das Spiel?<\/h3>\n<p><span class=\"aut\">Andreas Keirat<\/span> war nicht begeistert. Ja er unterstellt sogar dem Autor<br \/>\ndas gleiche Mi\u00dffallen: &#8220;<span class=\"neg\">Der Autor war anscheinend auch nicht gerade<br \/>\nbegeistert von der vorliegenden Ausgabe.<\/span>&#8221; Woraus <span class=\"aut\">Keirat<\/span> das<br \/>\nschlie\u00dft, verr\u00e4t er uns aber nicht. Vielleicht ist er nur mit dem falschen Fu\u00df aufgestanden oder er<br \/>\nwar beim Orakel von Delphi und hat die Antwort nicht verstanden. Denn er ist der einzige, der an<br \/>\nder Aufmachung herumm\u00e4kelt. Meint er aber wirklich, ein Autor k\u00f6nne von seiner eigenen Spielidee,<br \/>\nvon seines eigenen Geistes Kind nicht gerade begeistert sein? Das gibt es nicht. Auf der ganzen<br \/>\nWelt kennt man die Weisheit: &#8220;Jeder Fuchs lobt seinen eigenen Schwanz&#8221;! (Ungarisch:<br \/>\nMinden cig\u00e1ny a maga lov\u00e1t dics\u00e9ri.)<\/p>\n<p>Im Widerspruch zu <span class=\"aut\">Keirat<\/span> finden <span class=\"aut\">Birgit und Peter<br \/>\nK\u00f6ltringer<\/span> die Aufmachung absolut gelungen: &#8220;<span class=\"pos\">Der Erfinder des Dogen,<br \/>\nLeo Colvini ist in Venedig geboren und er scheint seine Stadt zu lieben, daf\u00fcr spricht das ganze<br \/>\nSpiel. Franz und Imelda Vohwinkel, die sich um die grafische Ausstattung des Spieles gek\u00fcmmert<br \/>\nhaben, scheinen dies aber mindestens ebenso zu tun, denn dieses Spiel ist rundum eine wahre<br \/>\nAugenweide.<\/span>&#8221; Dies deckt sich mit der \u00fcberwiegenden Mehrheit aller anderen<br \/>\nKritikerstimmen. Auch mit meiner. Selbst <span class=\"aut\">Fair spielt<\/span>, das nicht viel Gutes<br \/>\nim Spielmechanismus entdecken wollte, betont: &#8220;<span class=\"pos\">Was an dem Spiel wirklich<br \/>\nsch\u00f6n ist, das ist der Spielplan.<\/span>&#8221; Andere Stimmen lauten: &#8220;<span class=\"pos\">Das<br \/>\nSpiel ist wundersch\u00f6n hergestellt und besitzt ein geschmackvolles Spielbrett.<\/span>&#8221;<br \/>\n(<span class=\"aut\">Mike Ruffhead, Funagain<\/span>) oder &#8220;<span class=\"pos\">Die Ausstattung ist<br \/>\ngediegen, wie eigentlich immer bei Goldsieber.<\/span>&#8221; (<span class=\"aut\">Spielonaut<\/span>).<\/p>\n<p>Eine etwas seltsame Zustimmung findet sich bei <span class=\"aut\">Michas Spiel mit mir<\/span>,<br \/>\nund identisch im gleichnamigen Artikel der <span class=\"aut\">Spielbox<\/span>: &#8220;<span class=\"neg\">Bei Doge wird man mit Holzmaterial \u00fcbersch\u00fcttet,<\/span> <span class=\"pos\">also ein Lob an den<br \/>\nVerlag daf\u00fcr!<\/span>&#8221; Das ist tats\u00e4chlich ein Lob und keine Ironie, auch wenn man zweimal<br \/>\nhinschauen mu\u00df, um das zu erkennen. Viel echtes Holz vor der H\u00fctt&#8217;n bekommt \u00fcberall mehr<br \/>\nAnerkennung als Plastik und Silikon.<\/p>\n<h3>6. Welche Wertung bekommt das Spiel?<\/h3>\n<p><span class=\"aut\">Ludozine<\/span> vergibt eine ganz bescheidene Note: &#8220;<span class=\"amb\">Alles in allem ist Doge ein recht gutes Spiel.<\/span>&#8221; In einer Personal-Akte entspr\u00e4che<br \/>\ndas eher einem ungen\u00fcgend. <span class=\"aut\">Ludozine<\/span> wird es wohl nicht so b\u00f6s gemeint<br \/>\nhaben. <span class=\"aut\">Spielonaut<\/span> l\u00e4\u00dft die Einschr\u00e4nkung &#8220;recht&#8221; weg:<br \/>\n&#8220;<span class=\"pos\">So k\u00f6nnen wir sagen: gut gemacht.<\/span>&#8221; Zum &#8220;Sehr gut&#8221; hat<br \/>\nes auch hier nicht gereicht. <span class=\"aut\">Toy Net<\/span> legt noch einen Grad zu:<br \/>\n&#8220;<span class=\"pos\">Doge ist ein gef\u00e4lliges und ausgefeiltes Spiel.<\/span>&#8221; Den Gipfel der<br \/>\nZustimmung findet der &#8220;Doge&#8221; in der Lesermeinung von <span class=\"aut\">Michael<br \/>\nAndersch<\/span> in <span class=\"aut\">Fair spielt<\/span>: &#8220;<span class=\"pos\">Doge h\u00e4tte meiner<br \/>\nMeinung nach das Zeug zum Spiel des Jahres.<\/span>&#8221; <span class=\"aut\">Andersch<\/span> gibt<br \/>\nkeine Begr\u00fcndung f\u00fcr seine H\u00f6chstnote. Vielleicht ist er der Schwiegersohn vom Goldsieber.<br \/>\nWahrscheinlich hat ihm &#8220;Doge&#8221; aber wirklich ganz ausnehmend gefallen. &#8220;Doge&#8221;<br \/>\nhat seit seiner Pr\u00e4sentation auf der Spielmesse in Essen im Jahre 2000 ein ganz breit gef\u00e4chertes<br \/>\nSpektrum von Zustimmung und Ablehnung gefunden.<\/p>\n<p>Und unsere WPG-Meinung zu &#8220;Doge&#8221;? Peter hat mir das Spiel aus seinem Fundus geschenkt.<br \/>\nDas mu\u00df nicht allzu tragisch genommen werden; zur Bestandspflege wird bei uns schon hin und wieder<br \/>\nmal ein Spiel verschoben. Aber eine gewisse reservierte Einstellung seinerseits ist daraus schon<br \/>\nersichtlich. Ich habe das Spiel gerne akzeptiert. Daraus wird wiederum eine gewisse positive<br \/>\nHaltung meinerseits ersichtlich: garantiert stapele ich keine Gurken in meinem Keller. Weitere<br \/>\nDetails sind aus unserer WPG-Rangliste ersichtlich. Ich habe fertig!<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Leo Colovini Verlag Goldsieber erschienen 2000 Spielerzahl 3-4 Spielzeit 70 Minuten Doge von Walter Sorger Vor 6 Jahre ist der &#8220;Doge&#8221; auf dem Markt erschienen. Allein bei Luding sind 20 Spielkritiken \u00fcber ihn registriert, zus\u00e4tzlich noch zahlreiche Meinungs\u00e4u\u00dferungen von Lesern. Jetzt noch eine weitere Rezension dar\u00fcber zu schreiben, kommt einem Wasser-in-die-Isar-Sch\u00fctten gleich. Was liegt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/04\/06\/doge\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Doge<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3563","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spieleabende"],"views":10,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3563"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3563\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}