{"id":3570,"date":"2005-07-27T12:00:00","date_gmt":"2005-07-27T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/07\/27\/enix\/"},"modified":"2005-07-27T12:00:00","modified_gmt":"2005-07-27T10:00:00","slug":"enix","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/07\/27\/enix\/","title":{"rendered":"Enix"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/15987\" target=\"_blank\">Enix<\/a><\/h2>\n<p><i>rezensiert von Walter Sorger<\/i><\/p>\n<p>Wenn man das kleine Spielchen &#8220;Enix&#8221; vorstellt, darf es nicht ohne ein paar<br \/>\nfreundliche Worte zu seinem Herausgeber, dem Murmel-Verlag in Z\u00fcrich abgehen. Dieser<br \/>\nalternative Verlag von sozial engagierten Leuten, unterst\u00fctzt von ebenso<br \/>\nsozial-engagierten Unternehmen, produziert Spiele, die nach seinen eigenen Kriterien die<br \/>\nKommunikation f\u00f6rdern sollen, die Freude am Miteinander-Spielen und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr<br \/>\nZusammenh\u00e4nge in unserer Welt.<\/p>\n<p>Bei &#8220;Enix&#8221; hat die schweizerische Vereinigung f\u00fcr Sonnenenergie Pate<br \/>\ngestanden. Nach ihrem Beitrag wurden die 6 Hexagons des Spiels nach den Namen von<br \/>\nerneuerbaren Energien benannt. Vom Spielablauf h\u00e4tte es hier aber auch gen\u00fcgt, es hier<br \/>\nbei den Farben rot, gr\u00fcn, gelb, orange, blau oder violett zu belassen. Der Umweltschutz<br \/>\nkommt nicht weiter vor, es sei denn, man sucht ihn mit der Lupe auf den aufgedruckten<br \/>\nMotiven.<\/p>\n<p>Zur Startaufstellung werden die 6 Hexagons zu einem beliebig zusammenh\u00e4ngenden<br \/>\nSpielfeld auf dem Tisch ausgelegt. Die Hexagone besitzen ein dickes Feld im Zentrum und<br \/>\nverschiedene kleine Wegpunkte, entlang derer man von einem Zentrum ins andere gelangen<br \/>\nkann. Die Spieler stellen ihren P\u00f6ppel auf irgendein Zentralfeld. (Koexistenz ist nach<br \/>\nden Grunds\u00e4tzen von Murmel nat\u00fcrlich erlaubt). Jetzt erh\u00e4lt jeder Spieler als Mitgift<br \/>\nnoch f\u00fcnf so genannte Aktionskarten, die restlichen Aktionskarten werden gemischt und in<br \/>\nf\u00fcnf verschiedenen Stapeln neben das Spielfeld gesetzt. Schon ist das Spiel in<br \/>\neingeschwungenem Zustand.<\/p>\n<p>Pro Spielzug ziehen alle Spieler ziehen verdeckt eine Aktionskarte aus ihrer Hand und<br \/>\ndecken sie dann gleichzeitig auf. Die Spielkarten besitzen die 6 Farben der Hexagons und<br \/>\nhaben jeweils eine Zahl zwischen Minus 10 und Plus 9 aufgedruckt. Wer die h\u00f6chste Zahl<br \/>\ngezogen hat f\u00e4ngt an. Er darf soviel Felder vorw\u00e4rts oder r\u00fcckw\u00e4rts gehen, wie seine Zahl<br \/>\nangibt. Kommt er in die Mitte eines Hexagons, darf er von den f\u00fcnf Stapeln am<br \/>\nSpielfeldrand alle obersten Karten ziehen, die diese Farbe aufweisen. Wenn er Pech hat,<br \/>\nliegt keine einzige Karte mit der Farbe seines Hexagons oben und er bekommt nichts, im<br \/>\nExtremfall k\u00f6nnen gleich alle f\u00fcnf oberste Karten von seiner Farbe sein und er ist um 5<br \/>\nKarten reicher geworden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/enix_b1.jpg\" align=\"right\" width=\"310\" height=\"238\" border=\"0\" alt=\"board\"\/><\/p>\n<p>Spielende ist, wenn ein Spieler Aktionskarten von allen 6 (sechs!) Farben besitzt.<br \/>\nGewonnen hat dann derjenige, dessen Handkarten in Summe die h\u00f6chsten Zahlenwerte besitzt.<br \/>\nHier zeigt sich ein gegenl\u00e4ufiges Prinzip des Spiels: Wer hohe Karten ausspielt um sich<br \/>\nm\u00f6glichst weit zu bewegen, der verliert viele Punkte aus seiner Kartenhand. Wer<br \/>\nbescheiden ist und erst mal die Minus-Karten loswerden will, kommt nicht vom Fleck.<\/p>\n<p>Es gibt noch ein paar h\u00fcbsche Regeln, die etwas Leben in den Spielablauf bringen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn man seinen Zug auf dem Feld eines Mitspielers beendet, darf man von ihm eine<br \/>\nKarte wegnehmen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Manchen Aktionskarten erlauben das Spielfeld zu ver\u00e4ndern, d.h. der Spieler darf ein<br \/>\nHexagon herausnehmen und es an einer anderen Stelle mit anderem Wegeverlauf wieder<br \/>\neinsetzen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Mit manchen Aktionskarten &#8211; die beliebig mitten im Zug eines Gegenspielers gespielt<br \/>\nwerden &#8211; , darf man den &#8220;Enix&#8221;, eine kleine schwarze Holzkappe, auf ein Hexagon<br \/>\nsetzen und damit alle Spielp\u00f6ppel, die auf diesem Hexagon stehen, abdecken. Sie d\u00fcrfen<br \/>\nsich erst wieder bewegen, wenn der Enix wieder versetzt wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie gewinnt man das Spiel? Karten sammeln, Karten sammeln, Karten sammeln! Aber wie<br \/>\nmacht man das? Jeder Zug kostet mindestens eine Karte. Wie viele Karten bringt er<br \/>\nein?<\/p>\n<p>Der Weg von einem Hexa-Zentrum ins n\u00e4chste ist durchschnittlich 3 Wegpunkte weit. Um<br \/>\nins n\u00e4chste Zentrum zu gelangen muss ich also mindestens eine Karte mit dem Wert 3<br \/>\nspielen. Der Durchschnittswert aller Karten ist aber nur 2. Konsequenz: Jeder Spieler hat<br \/>\nim Laufe des Spieles immer weniger Karten mit immer weniger Punkten in der Hand.<\/p>\n<p>Kurze \u00dcberlegung: Wenn es anders herum w\u00e4re, dann w\u00e4re das Spiel unvermeidlich nach<br \/>\nwenigen Runden zu Ende. So hingegen kann es unendlich lange dauern. Da sieht man mal<br \/>\nwieder die Ausdauer von erneuerbaren Energien!<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise darf man seine Kartenhand immer auf 5 Karten auff\u00fcllen, wenn man<br \/>\nweniger Karten besitzt. Aber 5 Karten reichen nicht aus, das Spiel zu beenden. Das Ende<br \/>\nkommt nur dann herbei:<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn ein Spieler gerade sehr gute (=hohe) Karten nachgezogen hat.\n<\/li>\n<li>und wenn die Kartenfarben auf den Nachziehstapeln so g\u00fcnstig liegen, dass er auch<br \/>\nhier noch mal kr\u00e4ftig nachziehen kann<\/p>\n<\/li>\n<li>und wenn kein nachfolgender Spieler ihm die einzige Karte einer Farbe weggenommen<br \/>\nhat.<\/p>\n<\/li>\n<li>und wenn er glaubt, die Zahlen auf den restlichen Karten seiner Hand seien h\u00f6her als<br \/>\ndie seiner Mitspieler<\/p>\n<\/li>\n<li>und wenn er Lust hat, das Spiel zu beenden, denn ein Spieler braucht das Spiel nicht<br \/>\nzu beenden, wenn er zuf\u00e4llig die die richtige Kartenkombination in der Hand h\u00e4lt.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine ganze Menge &#8220;Wenn&#8221;, die hier zusammenkommen m\u00fcssen, und wir k\u00f6nnen dem<br \/>\nGau\u00df oder dem Murphy (oder wer immer das war) dankbar sein, dass er das Gesetz der gro\u00dfen<br \/>\nZahl erfunden kann: So bringen Zufallsverteilungen im Laufe der Zeit immer extremere<br \/>\nErgebnisse und nach nur einer winzigen Stunde sind alle obigen Wenn zusammengekommen und<br \/>\ndas Spiel ist zu Ende.<\/p>\n<p>Dazwischen war es ein Ziehen und Aufdecken, ein Weltbewegen und ein Blockieren, ein<br \/>\nSammeln und Tauschen. Etwas Un-Murmelig w\u00fcrde man das Letztere auch &#8220;Stehlen&#8221;<br \/>\nbezeichnen. Aber irgendwie liab. Oder <a href=\"http:\/\/www.madmag.de\/\" target=\"_blank\">MAD<\/a>. Sieht der kleine Knirps auf dem Titelbild nicht so aus wie Alfred E.<br \/>\nNeumanns kleiner Bruder?<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Enix rezensiert von Walter Sorger Wenn man das kleine Spielchen &#8220;Enix&#8221; vorstellt, darf es nicht ohne ein paar freundliche Worte zu seinem Herausgeber, dem Murmel-Verlag in Z\u00fcrich abgehen. 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