{"id":3571,"date":"2005-11-30T12:00:00","date_gmt":"2005-11-30T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/11\/30\/euphrat-tigris-das-kartenspiel\/"},"modified":"2005-11-30T12:00:00","modified_gmt":"2005-11-30T11:00:00","slug":"euphrat-tigris-das-kartenspiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/11\/30\/euphrat-tigris-das-kartenspiel\/","title":{"rendered":"Euphrat &#038; Tigris &#8211; Das Kartenspiel"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/19007\" target=\"_blank\">Euphrat &amp; Tigris &#8211; Das Kartenspiel<\/a><\/h2>\n<p><i>rezensiert von Walter Sorger<\/i><\/p>\n<p>Als Euphrat &amp; Tigris, das Brettspiel, 1997 das Licht der Welt erblickte, lie\u00df es<br \/>\nsofort aufhorchen. Es gelangte in die Auswahlliste des Jahres und festigte den Ruf von<br \/>\n&#8220;Hans-im-Gl\u00fcck&#8221; als einer der besten Spielverlage der Welt. Heute besitzt es<br \/>\neinen schon fast legend\u00e4ren Ruf, und in der ewigen Bestenliste der Spiele aller L\u00e4nder<br \/>\ndieser Erde sollte es wohl seinen festen Stammplatz erobert haben.<\/p>\n<p>Reiner Knizia hat eine Menge neuer Ideen in diesem Spiel eingebracht; allein die<br \/>\nverschiedensten Arten von Kampfmechanismen f\u00fcr die eigene und gegen die fremde<br \/>\nAusbreitung auf dem Spielfeld sind geniale Erfindungen. Das Besetzen von freien<br \/>\nTerritorien, das Erobern von gegnerischen Positionen, das Sichern von Besitztum und<br \/>\nPrivilegien und das Erringen von Siegpunkten schaffen einen riesigen Handlungsspielraum<br \/>\nf\u00fcr die Interaktion der Spieler untereinander.<\/p>\n<p>Um den guten Klang von &#8220;Euphrat &amp; Tigris&#8221; auf dem Spielemarkt zu nutzen<br \/>\nund ggf. die Oberfl\u00e4che wieder etwas aufzupolieren, hat Hans-im-Gl\u00fcck jetzt eine<br \/>\nKartenspiel-Version dieser Spielidee herausgebracht. Was hat sich ge\u00e4ndert?<\/p>\n<p>Bleiben wir lieber bei dem, was gleich geblieben ist:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>Jeder Spieler agiert weiterhin in den Rollen von K\u00f6nig, Priester, Bauer und H\u00e4ndler.<br \/>\nDie entsprechenden Markierungssteine haben das urspr\u00fcngliche Aussehen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Die Spielfl\u00e4che wird weiterhin mit den 4 Arten von Zivilisationspl\u00e4ttchen (Karten)<br \/>\nf\u00fcr Bev\u00f6lkerung, Tempel, Landwirtschaft und Markt bedeckt.<\/p>\n<\/li>\n<li>Die Spieler ziehen wie bisher ihre Anf\u00fchrer oder legen Zivilisationskarten auf die<br \/>\nSpielfl\u00e4che.<\/p>\n<\/li>\n<li>Die Spieler kassieren Siegpunkte f\u00fcr Zivilisationskarten, die sie an Territorien<br \/>\nanlegen, auf denen sie ihre passenden Anf\u00fchrer platziert haben.<\/p>\n<\/li>\n<li>Die Spieler k\u00f6nnen die gleichen externen und interne Konflikten ausl\u00f6sen und die<br \/>\nRegeln, nach denen diese Konflikte entschieden werden und welche Pr\u00e4mien der Sieger<br \/>\neinstreichen kann, sind ebenfalls unver\u00e4ndert geblieben.<\/p>\n<\/li>\n<li>Auch f\u00fcr solche Besonderheiten wie Katastrophen ausl\u00f6sen oder Monumente errichten<br \/>\ngibt es im Brettspiel und im Kartenspiel ganz analoge Vorg\u00e4nge.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Was ist denn jetzt anders?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/euphratcard_b1.jpg\" align=\"right\" width=\"260\" height=\"308\" border=\"0\" alt=\"cards\"\/><\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"a\">\n<li>Im Brettspiel ist alles offen und K\u00f6nigreiche k\u00f6nnen an jeder Stelle des Spielfeldes<br \/>\nneu gegr\u00fcndet werden. Im Kartenspiel sind alle K\u00f6nigreiche bereits vorgegeben, sie k\u00f6nnen<br \/>\nsich nur noch ausbreiten oder zusammenwachsen.<\/p>\n<p><i>Konsequenz: Es gibt weniger Freiheiten (immer noch ausreichend viele!) und jeder<br \/>\nSpieler kann sich schneller zu seinem Spielzug entscheiden.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>Im Brettspiel kann ein Spieler Zivilisationspl\u00e4ttchen und Anf\u00fchrer weitgehend ohne<br \/>\nEinschr\u00e4nkung auf dem Spielbrett verteilen; im Kartenspiel darf ein Anf\u00fchrer nur auf ein<br \/>\nexistierendes K\u00f6nigreich gelegt werden; die Zivilisationskarten m\u00fcssen beim Auslegen<br \/>\nexistierende K\u00f6nigreiche ber\u00fchren.<\/p>\n<\/li>\n<li>Konsequenz: Wie bei a) weniger Freiheiten und damit schnelleres Spiel.\n<\/li>\n<li>Das Versetzen einen Anf\u00fchrers geht fl\u00fcssiger als fr\u00fcher: Das Herausnehmen und<br \/>\nNeu-Einsetzen gilt als ein einziger Zug.<\/p>\n<p><i>Konsequenz: Mehr Flexibilit\u00e4t beim strategischen Umdisponieren (ohne da\u00df damit das<br \/>\nSpiel verlangsamt wird).<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>Jeder Spieler hat 8 anstatt 6 Zivilisationskarten auf der Hand.\n<p><i>Konsequenz: Auf den ersten Blick erscheint das unwesentlich; aber damit ist die<br \/>\nKartenhand eines Spieler deutlich schlechter auszuz\u00e4hlen, insbesondere kann man sich<br \/>\nnicht darauf verlassen, einen Spieler durch Teilk\u00e4mpfe ausbluten zu k\u00f6nnen. Insgesamt<br \/>\nwerden dadurch Zufallsentscheidungen gef\u00f6rdert, doch keineswegs nimmt das Spielgeschehen<br \/>\ndadurch chaotische Z\u00fcge an. Eher wird die spielerische Atmosph\u00e4re des Kartenspiels<br \/>\nunterstrichen.<\/i><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die \u00c4nderungen sind also nicht substantieller Art, sondern eher leichte, stilistische<br \/>\nVerschiebungen bei der Umsetzung. Wer das Brettspiel beherrscht, findet sich auch beim<br \/>\nKartenspiel sofort zurecht. Doch der Spielablauf hat sich enorm beschleunigt, mindestens<br \/>\ndie H\u00e4lfte der Zeit ist gewonnen (oder verloren). Wer sich noch kurz vor der Nachtruhe<br \/>\nein Spielchen g\u00f6nnen will, braucht nicht zu f\u00fcrchten, damit andere Lebensqualit\u00e4ten zu<br \/>\nverspielen. Schon allein diese Tatsache rechtfertigt die Anstrengungen von Autor und<br \/>\nVerlag. Vor allem, weil die gro\u00dfen, genialen Ideen alle erhalten geblieben sind.<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Euphrat &amp; Tigris &#8211; Das Kartenspiel rezensiert von Walter Sorger Als Euphrat &amp; Tigris, das Brettspiel, 1997 das Licht der Welt erblickte, lie\u00df es sofort aufhorchen. Es gelangte in die Auswahlliste des Jahres und festigte den Ruf von &#8220;Hans-im-Gl\u00fcck&#8221; als einer der besten Spielverlage der Welt. 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