{"id":3591,"date":"2005-02-24T12:00:00","date_gmt":"2005-02-24T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/02\/24\/hegemonia\/"},"modified":"2005-02-24T12:00:00","modified_gmt":"2005-02-24T11:00:00","slug":"hegemonia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/blog\/2005\/02\/24\/hegemonia\/","title":{"rendered":"Hegemonia"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/18647\" target=\"_blank\">Hegemonia<\/a><\/h2>\n<p><i>rezensiert von Moritz Eggert<\/i><\/p>\n<p>&#8220;<a href=\"britannia.html\">Britannia<\/a>&#8220;, das klassische Spieldesign von Lew<br \/>\nPulsipher, ist eines der einflussreichsten Spiele der j\u00fcngeren Spielegeschichte. Anders<br \/>\nals bei den \u00fcblichen territorialen Wargames spielt hier jeder Spieler den Aufstieg und<br \/>\nFall mehrerer V\u00f6lker der Geschichte nach, wobei die Historie quasi die Macht der V\u00f6lker<br \/>\nin den verschiedenen Runden vorgibt (=Anzahl der Spielsteine, besondere F\u00e4higkeiten). Die<br \/>\nSpieler versuchen mit den jeweiligen V\u00f6lkern (jeder Spieler spielt meistens mehrere)<br \/>\nbestimmte historische Ziele zu erf\u00fcllen, oder sogar zu \u00fcbertreffen. Der Vorteil eines<br \/>\nsolchen Systems liegt in der Tatsache begr\u00fcndet, dass jeder Spieler automatisch zu<br \/>\nbestimmten Zeitpunkten dominant ins Spielgeschehen eingreifen darf, egal wie viele Felder<br \/>\ner gerade besitzt (bei territorialen Spielen wie &#8220;Risiko&#8221; geht mit dem Verlust<br \/>\nvon Feldern meistens auch ein Verlust von Macht einher). Der Nachteil des Systems ist es,<br \/>\ndass man das jeweilige historische Szenario schon sehr gut kennen muss, um zu begreifen<br \/>\nwer wo was und wann will. Die relativ einfachen Regeln von &#8220;Britannia&#8221; laden<br \/>\naber auch Nicht-Wargamer ein, mehrere Stunden die Geschichte nachzuspielen.<\/p>\n<p>Da das System leicht auf verschiedene Weltgebiete \u00fcbertragbar ist, gibt es inzwischen<br \/>\nzahllose &#8220;Britannia&#8221;-Klone, darunter sind vor allem &#8220;<a href=\"bericht119.html\">Chariot Lords<\/a>&#8221; (auf diesen Seiten von Peter ausf\u00fchrlich<br \/>\nbeschrieben), &#8220;<a href=\"hispania.html\">Hispania<\/a>&#8221; (die komplexeste aller<br \/>\nBritannia-Varianten, ebenfalls von Peter beschrieben) und das leider misslungene (weil<br \/>\nunvollendete) &#8220;<a href=\"http:\/\/luding.org\/Skripte\/GameData.py\/DEgameid\/1459\">Maharaja<\/a>&#8221; von AH zu<br \/>\nnennen.<\/p>\n<p>Nun hat sich auch Sven Andressen des Themas angenommen, diesmal spielt das Szenario im<br \/>\nantiken Griechenland, sicherlich ein reizvolles Thema. &#8220;Hegemonia&#8221; ist ein<br \/>\n&#8220;Desktop Publishing&#8221; Spiel, das nur auf Bestellung vom Autor pers\u00f6nlich<br \/>\nhergestellt wird (und sogar pers\u00f6nlich signiert wird). Nat\u00fcrlich darf man bei einem<br \/>\nsolchen Spiel kein Hochglanzdesign und modellierte Plastikfiguren erwarten, aber was Sven<br \/>\nAndressen hier f\u00fcr relativ wenig Geld in die (stabile) Schachtel packt, ist schon<br \/>\nbeeindruckend. Alle Spielhilfen, die man erwarten k\u00f6nnte, sind vorhanden, einzig die sehr<br \/>\nharten Counter m\u00fcssen per Hand ausgeschnitten werden. Die Karte ist nicht nur funktional<br \/>\nund sogar mehrfarbig gehalten, sie ist auch k\u00fcnstlerisch h\u00fcbsch gestaltet.<\/p>\n<p>Auch die Regeln sind mehrfarbig, und \u00e4u\u00dferst ausf\u00fchrlich, tats\u00e4chlich sind sie<br \/>\nverst\u00e4ndlicher und logischer als die urspr\u00fcnglichen &#8220;Britannia&#8221;-Regeln (die<br \/>\nvoller legend\u00e4rer Unklarheiten sind), so dass man das Spiel auch<br \/>\n&#8220;Britannia&#8221;-Neulingen empfehlen kann.<\/p>\n<p>Die Regeln halten sich sehr eng an das Original-&#8220;Britannia&#8221;, daher m\u00f6chte<br \/>\nich hier nur kurz die wichtigsten Unterschiede erw\u00e4hnen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/hegemonia_b2.jpg\" align=\"right\" width=\"260\" height=\"274\" border=\"0\" alt=\"tokens\"\/><\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>Die Bewegungsreichweite per Boot und Land ist unbegrenzt, nat\u00fcrlich muss aber in<br \/>\neinem feindlichen Gebiet angehalten und gek\u00e4mpft werden. Dies spiegelt das rege Kommen<br \/>\nund Gehen von V\u00f6lkern im Mittelmeerraum aber gut wieder.<\/p>\n<\/li>\n<li>Am Ende jedes individuellen Spielzuges k\u00f6nnen Sonderpunkte f\u00fcr die Mehrheitskontrolle<br \/>\nbestimmter Gebiete (Die &#8220;Hegemonien&#8221; Italien, Hellas, Ionien, Sizilien)<br \/>\ngewonnen werden. Dies gibt den einzelnen V\u00f6lkern etwas mehr M\u00f6glichkeiten, Siegpunkte zu<br \/>\nmachen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Das Anh\u00e4ufen von gro\u00dfen Armeen um bestimmte Felder zu blocken (besonders bei<br \/>\n&#8220;Maharaja&#8221; eine ungeliebte Taktik) wird durch mehrere kleine Regeln stark<br \/>\neingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<\/li>\n<li>Die Spieler k\u00f6nnen Tempel und St\u00e4dte (letzteres optional) bauen, die ebenfalls<br \/>\nzus\u00e4tzliche Punkte bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/li>\n<li>Alle V\u00f6lker k\u00f6nnen sich theoretisch einem Angreifer unterwerfen, wenn bestimmte<br \/>\nBedingungen erf\u00fcllt sind. Dies macht jedoch regeltechnisch wesentlich mehr Sinn als in<br \/>\n&#8220;Maharaja&#8221; z.B., und wird eher selten angewendet.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Spiel ist von 3, 4 oder 5 Spielern gut spielbar (die Regeln empfehlen auch das<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.westpark-gamers.de\/Ressourcen2\/hegemonia_b1.jpg\" align=\"left\" width=\"360\" height=\"346\" border=\"0\" alt=\"map\"\/>Solit\u00e4rspiel zum Studium der einzelnen V\u00f6lker, hierf\u00fcr gibt es aber leider<br \/>\nkeine gesonderten Regeln), sicherlich ideal mit 4 Spielern. Der Spielverlauf erstreckt<br \/>\nsich \u00fcber 16 Runden 1600 vor Christus bis 146 nach Christus, dem endg\u00fcltigen Sieg der<br \/>\nR\u00f6mer. Als besonderen Bonus kann man auch ohne Probleme die &#8220;Kurzspielvariante&#8221;<br \/>\nw\u00e4hlen (oder sich bei einem zu lange werdenden Spiel mittendrin daf\u00fcr entscheiden), diese<br \/>\ndauert nur 10 Runden. Der rote Spieler ist allerdings hier ziemlich benachteiligt, denn<br \/>\ner darf es nie richtig &#8220;krachen lassen&#8221;. Auch im langem Spiel kommt dem roten<br \/>\nSpieler eine Sonderrolle zu, denn wenn er die Trojaner zu sehr aufbaut (was nicht allzu<br \/>\nschwer ist), kommt es eventuell nicht ihm selber, sondern den Nachfolgern der Trojaner,<br \/>\nden Lydern zugute, und die werden von einem anderen Spieler gespielt.<\/p>\n<p>In unserer Runde machte das Spiel aber einen ausgewogenen Eindruck, und die V\u00f6lker<br \/>\nsind alle interessant zu spielen. Es ist deutlich, dass sich Sven Andressen intensiv<br \/>\nbem\u00fcht hat, nicht nur historisch sondern auch spieltechnisch sehr an seinem Spiel zu<br \/>\nfeilen. Nicht zuletzt deswegen ist &#8220;Hegemonia&#8221; sicherlich eine der<br \/>\nausgereiftesten und spielbarsten Varianten von &#8220;Britannia&#8221; geworden, und daher<br \/>\njedem Fan dieses Systems uneingeschr\u00e4nkt wegen seines Themas und der rundum gelungenen<br \/>\nUmsetzung zu empfehlen.<\/p>\n<p>Sicherlich wird dieses Spiel schon wegen seiner Herstellungsweise nie ein Massenerfolg<br \/>\nwerden, aber ich prophezeie ihm schon jetzt einen festen Platz im Pantheon der<br \/>\n&#8220;Britannia&#8221;-Spiele. Ich habe auf jeden Fall den Kauf nicht bereut!<\/p>\n<table align=\"right\" class=\"ybackgr\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\">\n<tr>\n<td>\n<p>Zu bestellen ist das Spiel bei:<br \/>\n<br \/>\nCity-of-Games\/Games on Demand<br \/>\n<br \/>\nSven Andressen<br \/>\n<br \/>\nAn der Windm\u00fchle 40<br \/>\n<br \/>\n45289 Essen<br \/>\n<br \/>\ntel.:0201-8568258<br \/>\n<br \/>\nfax: 0201-8568259<br \/>\n<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.city-of-games.de\">www.city-of-games.de<\/a><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Spielerkl\u00e4rung: 30 Minuten<\/p>\n<p>Spieldauer: f\u00fcr Neulinge 8-9 Stunden f\u00fcr das komplette Spiel, 5-6 Stunden f\u00fcr die<br \/>\nKurzversion, Profis kommen schneller durch, sollten sich aber auf jeden Fall 7 Stunden<br \/>\nZeit f\u00fcr das volle Spiel nehmen. Es gibt einige kleinere Namensverwirrungen zwischen den<br \/>\nCountern und Spielhilfen, diese k\u00f6nnen aber leicht \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p><b>Last Minute Addendum<\/b>: Der Autor Sven Andressen weist darauf hin, dass die<br \/>\nenglischen Regeln bald fertig sein werden und auf Anfrage verf\u00fcgbar sind. Das<br \/>\nSpielmaterial wird au\u00dferdem eine \u00dcberarbeitung erfahren, die die Herstellung vereinfachen<br \/>\nwird. Au\u00dferdem werden bald gegen Aufpreis passende Countertrays erh\u00e4ltlich sein, die beim<br \/>\nSortieren der P\u00f6ppel helfen werden.<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hegemonia rezensiert von Moritz Eggert &#8220;Britannia&#8220;, das klassische Spieldesign von Lew Pulsipher, ist eines der einflussreichsten Spiele der j\u00fcngeren Spielegeschichte. 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